Vierschanzentourneesieger, Skiflug-Weltmeister, Weltcup-Dominator und schon bald Olympiasieger? In jedem Fall geht Domen Prevc in Predazzo als Topfavorit auf die Goldmedaille an den Start. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Willingen schilderte der Slowene, wie er selbst mit dieser großen Erwartungshaltung umgeht.
Mit drei Siegen aus Willingen im Gepäck (einmal im Mixed und zweimal im Einzel) ist Domen Prevc nach Predazzo gereist. Ein erfolgreicheres letztes Wettkampfwochenende hätte er nicht absolvieren können. Entsprechend groß ist also auch die Last, die während der Olympischen Spiele auf den Schultern des Slowenen liegt. Doch was erwartet er eigentlich selbst von sich beim großen Saisonhighlight?
„Zu Beginn der Saison habe ich mir gesagt, es gibt drei große Ereignisse in dieser Saison. Das eine ist die Vierschanzentournee, das zweite ist die Skiflug-Weltmeisterschaft und das dritte sind die Olympischen Spiele. Und ich habe mir gesagt, wenn ich nur eines dieser Dinge gewinne, dann bin ich wirklich zufrieden. Jetzt habe ich mit der Vierschanzentournee und der Skiflug-WM schon zwei. Daher stehe ich unter keinem Druck“, betont der Slowene und führt weiter aus: „Was passiert, passiert in Predazzo. Und egal, was das sein wird, ich werde am Ende der Saison trotzdem glücklich sein.“
Auf die Frage, ob er aktuell nicht Mitleid mit der Konkurrenz habe, antwortete er: „Ich hoffe, dass ich ihnen etwas zum Nachdenken gebe. Aber ich denke, das ist nur das Ergebnis davon, dass zum richtigen Zeitpunkt alles zusammengepasst hat – harte Arbeit in den letzten paar Saisons und dieses Jahr ganz besonders. Jeden Tag habe ich mich darauf konzentriert, etwas zu tun, das mich besser macht, das mich erfolgreich macht. Ich denke also, man muss jeden Tag konsequent arbeiten. Dann müssen die Ergebnisse kommen, egal was passiert. Ich bin einfach superglücklich, dass die Dinge zusammenkommen.“
Ob es innerlich in ihm wirklich so gelassen aussieht, wie er es auf der Pressekonferenz darstellt, kann nur er selbst beurteilen. Trotzdem wird er bei den Wettkämpfen wieder versuchen, das Maximum herauszuholen. „Ich werde das Ganze in Predazzo natürlich konzentriert angehen, aber hauptsächlich werde ich dorthin fahren, um die Olympischen Spiele zu genießen, so viel Spaß wie möglich zu haben und allen Zuschauern eine Show zu bieten.“
Seine Schwester Nika Prevc, die bei den Damen die bisherige Saison nach Belieben dominiert, musste sich im ersten Wettbewerb auf der Normalschanze am gestrigen Tag ganz knapp der Norwegerin Anna Odine Stroem geschlagen geben. Ihr war die Enttäuschung anzusehen, nachdem sie sich „nur“ mit Silber begnügen musste. Bleibt abzuwarten, ob es in einem solchen Falle bei Domen Prevc genauso wäre und ob die Olympischen Spiele nicht doch noch einmal einen größeren Stellenwert gegenüber einem Triumph bei der Vierschanzentournee oder einer WM haben.
Fakt ist jedoch, dass Domen Prevc mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein an den Start geht. Das erste Training in Predazzo am Donnerstag ließ der slowenische Fahnenträger komplett aus und absolvierte keinen der möglichen drei Sprünge. Am heutigen Sonntag um 19:00 Uhr wird dies aber sehr wahrscheinlich anders aussehen, wenn weitere drei Testsprünge im Rahmen des zweiten Trainings auf dem Programm stehen.

