Luca Roth und Ben Bayer haben beim heutigen COC-Wettbewerb in Zhangjiakou für einen deutschen Doppelerfolg gesorgt. Damit bestätigten die beiden DSV-Adler erneut den Aufwärtstrend, der am vergangenen Wochenende bereits in Sapporo zu spüren war. Rang drei ging an den Norweger Soelve Jokerud Strand.
Die Asienreise im COC scheint sich für die DSV-Adler auszuzahlen. Nachdem Ben Bayer beim zweiten Einzelwettbewerb in Sapporo mit dem dritten Platz bereits ein Podiumsresultat erzielen konnte, sprang er im chinesischen Zhangjiakou heute als Zweiter erneut auf das Siegertreppchen. Nur einer war an diesem Tag besser als der 21-jährige Youngster, nämlich Teamkollege Luca Roth. Mit einer Weite von 139,5 m zog dieser im Finaldurchgang noch an Bayer vorbei und sicherte sich seinen ersten Saisonsieg. Bayer, der nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte, kam seinerseits auf 135,0 m. Schlussendlich trennten die beiden Deutschen 3,1 Punkte voneinander.
Hinter den beiden Norwegern Soelve Jokerud Strand (3.) und Fredrik Villumstad (4.) belegte Clemens Aigner als bestplatzierter Österreicher den fünften Rang, vor Robin Pedersen (6.), einem weiteren Norweger. Dahinter folgten die ÖSV-Athleten Niklas Bachlinger (7.) und Julijan Smid (8.), vor dem Norweger Joergen Oliver Stroem (9.) und dem Österreicher Hannes Landerer (10.).
Neben Roth und Bayer konnte sich auch Constantin Schmid im Vergleich zu den letzten Wochen deutlich steigern. Nach dem ersten Durchgang belegte er in Zhangjiakou noch den zehnten Platz, fiel im Finale jedoch noch auf Rang 16 zurück. Dennoch dürfte dieser Auftritt auch ihm Selbstvertrauen geben. Jannik Faisst (19.) und Adrian Tittel (26.) erreichten ebenfalls den zweiten Durchgang der Top 30.
DSV-Aufwärtstrend hat sich schon in Sapporo angedeutet
Am vergangenen Wochenende sorgte Ben Bayer mit den Rängen drei und neun in Sapporo gleich für zwei Top-10-Platzierungen. Doch auch Luca Roth machte dort bereits einen großen Schritt nach vorne. So lag er beim Einzelspringen am Samstag nach einem starken Sprung auf dem dritten Zwischenrang. Hier fehlte ihm im zweiten Durchgang allerdings noch das nötige Quäntchen Glück, um sich mit einem guten Endergebnis selbst zu belohnen. Unterm Strich lässt sich festhalten, dass es zwar leichte Anlaufschwierigkeiten gab, inzwischen aber immer mehr Lichtblicke im deutschen COC-Team Einzug halten.
Luca Roth: „Die größte Baustelle ist bei mir der Absprung“
Vor der Asienreise fasste Luca Roth im Gespräch mit Skispringen-News.de seinen bisherigen Saisonverlauf wie folgt zusammen: „Schwierig. Natürlich freue ich mich, dass ich als Teil der nationalen Gruppe in Oberstdorf und Garmisch mit dabei war, aber die richtig guten Sprünge gelingen mir in den Wettkämpfen noch nicht. Da muss ich jetzt dranbleiben und einfach schauen, dass ich mich stabilisiere und auch die guten Sprünge in die Wettkämpfe bringe.“ Dies ist ihm in Zhangjiakou nun zumindest auf COC-Ebene gelungen.
Auf seine derzeit noch größten „Baustellen“ angesprochen, schildert Roth: „Das ist bei mir derzeit der Absprung. Da stehe ich mit meiner Körperkraft oft noch zu sehr im Wind und bin zu steil. Dann bremst mich das einfach extrem.“ Umso mehr zeigt er sich jedoch mit seinem Flugsystem zufrieden. „Ich würde sagen, am besten habe ich dieses Jahr mein Flugsystem verändert. Das ist äußerst stabil und sehr sauber geworden. Und gerade auch mit den neuen Anzügen fällt es uns größeren Sportlern, glaube ich, nicht ganz so leicht. Aber das ist eine Challenge, da bleiben wir dran. Und ich bin fest überzeugt, dass auch wir als größere Athleten mit den Anzügen sehr gut Skispringen können.“
Luca Roth: „Es macht mega viel Spaß, mit Thomas Thurnbichler zu arbeiten“
Während Luca Roth im Sommer viele Erfahrungen mit Bundestrainer Stefan Horngacher gemacht hat, mit diesem nach eigenen Angaben sehr gut klarkommt und ihn als „sehr, sehr guten Trainer“ bezeichnet, lobt er auch ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Thomas Thurnbichler. „Ich bin sehr positiv eingestimmt auf ihn als Trainer, aber auch als Person neben der Schanze. Es macht mega viel Spaß, mit ihm zu arbeiten, und das ist wirklich 1A!“, betont Roth.

