Andreas Wellinger (Germany), FIS Nordische Ski-Weltmeisterschaften Planica (SLO), Large Hill - Qualification Men

Zum zweiten Mal in Folge heißt der Sieger bei den Herren Anze Lanisek, der damit seine starke Frühform ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnte. Auch die schwierig wechselhaften Windbedingungen brachten den Träger des gelben Trikots beim Weltcup im finnischen Ruka nicht aus der Ruhe. Mit einem Satz auf 142 Meter setzte er sich nach nur einem Sprung vor dem Japaner Ren Nikaido und seinem slowenischen Landsmann Domen Prevc durch. Der zweite Durchgang musste nach acht Athleten aufgrund der Spur- und Windverhältnisse abgebrochen werden.

„Es war noch mehr Schneefall gemeldet, und dann wird die Spur erfahrungsgemäß sehr, sehr langsam, wenn es so feucht ist. Die Geschwindigkeit ist bei den ersten Athleten schon weit zurückgegangen und dann hat es der Wind zusätzlich noch einmal schwieriger gemacht, was lange Wartezeiten ausgelöst hat. Dementsprechend war es, glaube ich, für heute genug“, äußerte sich DSV-Coach Stefan Horngacher im ARD-Interview zum vorzeitigen Abbruch durch die Jury.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren im zweiten Durchgang acht Athleten vom Balken gegangen. Es führte der Finne Antti Aalto vor Karl Geiger, die noch einigermaßen schnell im Anlauf unterwegs waren. Die nachfolgenden Springer, darunter der Österreicher Stephan Embacher oder der Slowene Timi Zajc, fuhren über 1 km/h langsamer an und landeten chancenlos bei Weiten unter 100 Metern. Dadurch wurde schließlich vor dem Norweger Marius Lindvik, der nach dem ersten Durchgang den 22. Rang belegte, ein Schlussstrich gezogen.

Raimund scheidet nach dem ersten Durchgang aus – Wellinger bester Deutscher

Wenn man vor dem Wettkampf darauf gewettet hätte, dass Andreas Wellinger bester Deutscher wird, hätte man vermutlich einen hohen Gewinn erzielt. Nachdem es in dieser Saison bislang gar nicht für den Mann aus Ruhpolding lief, sicherte er sich mit einem Sprung auf 127,5 Meter deutlich sein bisher bestes Saisonergebnis und wurde Siebter.

Zwischen Wellinger und den drei Männern auf dem Podium (Lanisek, Nikaido und Prevc) reihten sich der Bulgare Vladimir Zografski (4.) sowie der Japaner Ryoyu Kobayashi und der Franzose Valentin Foubert ein, die sich punktgleich den fünften Platz teilten.

Hinter Andreas Wellinger durfte sich Niko Kytösaho bei seinem Heimspiel über einen starken achten Rang freuen. Die Top 10 komplettierten Pius Paschke und der Schweizer Gregor Deschwanden. Paschke erreichte damit – genauso wie Wellinger – sein bislang bestes Resultat in der aktuellen Winterperiode. Felix Hoffmann durfte sich als Elfter über weitere Weltcuppunkte freuen, genauso wie Karl Geiger, der mit dem 27. Rang zumindest einen leichten Aufwärtstrend zeigte.

Einziger Wermutstropfen aus deutscher Sicht war Philipp Raimund, der mit einem Sprung auf 120 Meter heute nicht über den 32. Platz hinauskam. Angesichts des schnell wechselnden Windes sollte man diesen Ausrutscher allerdings nicht zu hoch bewerten. Am morgigen Tag hat er beim zweiten Einzelwettbewerb in Ruka die Möglichkeit, sich direkt wieder zu rehabilitieren.

Österreicher mit „menschlichen Zügen“ – kein Athlet in den Top 10

Auch die zuletzt so starken Österreicher hatten bei diesen schwierigen Windbedingungen deutlich zu kämpfen. Schon vor dem Wettkampf erwischte es Maximilian Ortner, der bereits in der Qualifikation ausschied. Und auch Jan Hörl kam weder im Training noch in der Qualifikation mit der Schanze und ihren Tücken zurecht. Im Wettkampfsprung steigerte er sich zwar deutlich auf 124 Meter, allerdings stand für ihn am Ende dennoch nicht mehr als der 35. Platz zu Buche.

Zudem verpassten auch Qualisieger Daniel Tschofenig (12.), Manuel Fettner (13.) und Stephan Embacher (25.) die Top 10. Stefan Kraft war nicht mit nach Ruka gereist, da er bei der Geburt seines ersten Kindes anwesend sein wollte. Er wurde durch Jonas Schuster ersetzt, der allerdings ebenfalls nicht über den 39. Rang hinauskam.

Offizielles Ergebnis

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