Die beiden Youngsters Kacper Tomasiak und Pawel Wasek sowie „Altmeister“ Kamil Stoch, der seine letzte Saison bestreitet, wurden von der polnischen Mannschaft für die Olympischen Spiele 2026 nominiert. Piotr Zyla und auch Dawid Kubacki bleiben beim großen Saisonhighlight in Predazzo nur die Zuschauerrolle. Gegenüber Skispringen-News.de hat Kubacki nun offen über seine Nichtnominierung gesprochen.
Während Kacper Tomasiak nach seinen bisherigen Saisonleistungen (aktuell als bester Pole Zwölfter im Gesamtweltcup) für die Olympischen Spiele ohnehin als gesetzt galt und dieses Vertrauen mit der Silbermedaille auf der Normalschanze bereits mehr als rechtfertigen konnte, war die Frage offen, für wen sich die polnische Mannschaft dahinter entscheidet. Die Wahl fiel einerseits auf Kamil Stoch, dessen Formkurve nach einem starken Saisonbeginn jedoch deutlich abfiel, sowie auf Pawel Wasek, der bei Weitem noch nicht an seine starke Vorjahressaison anknüpfen konnte.
Dawid Kubacki, der bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang Team-Bronze gewann und 2022 in Peking auf der Normalschanze Bronze im Einzel holte, fehlt im Aufgebot und sagt gegenüber Skispringen-News.de hierzu: „Natürlich ist es enttäuschend, denn vor der Saison war ich ziemlich zuversichtlich, dass ich dieses Ziel erreiche. Ich wusste, dass es vielleicht nicht einfach sein wird, aber dass es durchaus machbar ist. Am Ende hat es nicht für die Olympischen Spiele gereicht. Das muss ich akzeptieren und weiter an meinen Sprüngen arbeiten. Ich weiß persönlich auch, dass meine Leistung in dieser Saison nicht ausgereicht hat, um mich für Olympia zu qualifizieren“, so Kubacki.
Der Pole nutzt derzeit die COC-Wettbewerbe, um an seiner Form zu arbeiten. In Kranj sprang er am vergangenen Wochenende am Samstag hinter Luca Roth und Jonas Schuster als Dritter auf das Podium und wurde am Sonntag 15. „Ich muss mich jetzt darauf konzentrieren, meine Sprünge zu verbessern. Und natürlich soll der Spaß an den Schanzen nicht zu kurz kommen. Währenddessen drücke ich unseren Jungs bei den Olympischen Spielen die Daumen und wünsche ihnen weiterhin alles Gute.“ An diesem Wochenende ist Kubacki erneut beim COC am Start, der in Oberhof stattfindet.
Zum bisherigen Saisonverlauf führt Kubacki aus: „Natürlich ist es nicht das, was ich von mir selbst erwartet hätte. Bisher konnte ich mein volles Potenzial nicht ausschöpfen. An den Schanzen hatte ich mit vielen Problemen zu kämpfen. Aber ich denke, jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es wieder besser wird und ich mich auf der Schanze auch viel wohler fühle. Ich möchte nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, sondern mich auf das konzentrieren, was ich in Zukunft leisten kann.“ Dementsprechend nimmt er sich auch viel für die Weltcup-Wettbewerbe nach den Olympischen Spielen vor. „Es stehen noch einige Wettkämpfe in diesem Winter an. Ich glaube fest daran, dass ich mich bei diesen auch ganz gut schlagen und die Saison trotzdem mit einem Lächeln beenden kann.“
Auf seine letzte Olympiateilnahme 2022 blickt Kubacki derweil trotzdem mit einem Strahlen im Gesicht zurück. „Olympia 2022 war eine verrückte Zeit für mich, weil ich vor den Spielen nicht gut in Form war. Es war ein harter Kampf um die Olympiaqualifikation. Und dann noch der letzte Wettkampf vor den Olympischen Spielen in Zakopane: Ich war wegen Covid zu Hause und konnte deshalb nicht daran teilnehmen beziehungsweise trainieren. Aber abgesehen davon hat mir mein Trainer großes Vertrauen geschenkt und mir zugetraut, dass ich es schaffen und gute Leistungen erbringen kann. Ich denke, ich habe dieses Vertrauen gut genutzt und bin mit einer Medaille von den Olympischen Spielen zurückgekehrt. Das ist eine fantastische Geschichte, die mir niemand nehmen kann.“
