Das Teamspringen bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf bot nicht nur hochklassigen Sport, sondern auch schwierige Bedingungen mit anhaltendem Schneefall und einen Zwischenfall, der den Wettkampf nachhaltig prägte. Vor 10.500 Zuschauern sicherte sich Japan souverän den ersten Skiflug-Weltmeistertitel der Geschichte, während die deutsche Mannschaft das Podest verpasste.
Die japanische Auswahl präsentierte sich über beide Durchgänge hinweg extrem stabil und setzte sich verdient an die Spitze. Ryoyu Kobayashi, Tomofumi Naito, Naoki Nakamura und Ren Nikaido lieferten durchweg weite und saubere Sprünge. Besonders Nakamura überzeugte mit Flügen jenseits der 220 Meter und legte damit den Grundstein für den Goldgewinn. Das Quartett lieferte sich bis zum Schluss einen engen Kampf mit dem österreichischen Team.
Angeführt von Stefan Kraft und Stephan Embacher hielt das ÖSV-Team lange Anschluss an Japan, musste sich am Ende jedoch knapp geschlagen geben. Neben Kraft und Embacher hielten sich die ÖSV-Adler mit Fettner und Hörl bis auf 0,4 Punkte Vorsprung zur letzten Gruppe auf Goldkurs, am Ende wurde es Silber. Rang drei und damit Bronze sicherte sich Norwegen. Vor allem Marius Lindvik setzte mit einem Flug auf 230 Meter ein sportliches Ausrufezeichen zum Schluss und sicherte dem Team damit das Podest ab.
Die deutsche Mannschaft zeigte vor heimischem Publikum eine ordentliche, wenn auch nicht fehlerfreie Leistung und belegte am Ende Rang vier. Pius Paschke, Felix Hoffmann, Karl Geiger und Philipp Raimund kamen zumindest teilweise an die Medaillenränge heran. Besonders Karl Geiger überzeugte im ersten Durchgang mit 217,5 Metern, kleinere Unsicherheiten sowie fehlende Meter in der Gesamtleistung verhinderten jedoch den Sprung aufs Podium.
Kuriose Szene: Ski-Chaos um Domen Prevc
Für große Unruhe sorgte ein Zwischenfall rund um Domen Prevc zum Ende des ersten Durchgangs. Marius Lindvik, welcher schon auf dem Balken saß und gerade kurz vor seinem Start war, wurde von hinten von einem Slatnar-Ski erwischt. Anschließend rutschten die Ski unkontrolliert die Schanze hinunter. Ein Ski landete ganz unten im Auslauf, einer blieb in der Bande oberhalb des Juryturms stecken. Grund für die Schreckensszene war das Abstellen der Ski vom frisch gebackenen Skiflug-Weltmeister selbst – ein Fehler, der sich zukünftig nicht wiederholen sollte. Prevc wollte gerade in die Materialkontrolle, als sich die angelehnten Ski am Ablauf lösten. Nach einer Jury-Besprechung wurde Prevc daraufhin nicht mehr zum Start im ersten Durchgang zugelassen. Die vier bzw. drei slowenischen Herren durften zwar erneut antreten, der eine Sprung fehlte damit jedoch für die Wertung. Im Kampf um die Medaillen wäre es für das slowenische Quartett jedoch ohnehin schwierig geworden. Nach einem phänomenalen Sprung von Domen im Finale landete das Team dennoch auf Platz 6.
Nach den intensiven Tagen von Oberstdorf richtet sich der Blick nun bereits nach vorne. Am kommenden Wochenende steht mit dem Heimweltcup in Willingen das nächste Highlight auf dem Programm. Vor der stimmungsvollen Kulisse im Sauerland will die deutsche Mannschaft erneut angreifen, und sich das nötige Selbstvertrauen für die Olympischen Winterspiele in Predazzo holen.

