Daniel Tschofenig hat die Qualifikation in Ruka für sich entschieden. Der amtierende Gesamtweltcupsieger aus Österreich sprang 140 Meter weit und hinterließ damit vor dem Einzelwettbewerb, der ab 15.05 Uhr stattfinden wird, den stärksten Eindruck. Rang zwei ging an Halvor Egner Granerud vor Ren Nikaido. Geprägt wurde der Durchgang allerdings von schwierig wechselhaften Bedingungen, weshalb das Klassement nicht wirklich aussagekräftig ist.
Nachdem die ursprünglich für den gestrigen Tag angesetzte Qualifikation witterungsbedingt abgesagt und auf den heutigen Samstag verschoben werden musste, standen die Vorzeichen in Ruka gegenüber dem Vortag zumindest ein klein wenig besser. Nach einem Trainingssprung, den der Japaner Ryoyu Kobayashi für sich entscheiden konnte, ging es für die 68 Athleten direkt in die Qualifikation hinein.
Erfreulich aus deutscher Sicht war dabei, dass sich alle fünf DSV-Adler für den Wettbewerb qualifizieren konnten – also auch Karl Geiger und Andreas Wellinger, die beiden Sorgenkinder der letzten Tage. Geiger muss sich allerdings im ersten Wertungsdurchgang noch deutlich steigern, um die Nähe der Weltcuppunkte zu kommen. Sein Sprung auf 115 Meter reichte zu Platz 33. Schon etwas besser war der Versuch von Andreas Wellinger, der sich mit 120 Metern auf Position 27 einreihte – doch auch bei ihm muss später noch eine Steigerung her, um sich sicher das Ticket für den zweiten Durchgang zu erarbeiten. Deutlich weniger Sorgen muss sich die deutsche Mannschaft um Pius Paschke machen, der mit 120 Metern bei vergleichsweise schlechteren Windbedingungen den 18. Rang erreichte.
Die derzeit stärksten Springer aus dem DSV-Lager, Felix Hoffmann (126,5 Meter) und Philipp Raimund (120 Meter) erreichten die Positionen sechs und 13. Man darf gespannt sein, ob sie im heutigen Einzelwettbewerb wieder in der Lage sein werden, um die Podiumsplätze mitzukämpfen. Es deutet sich allerdings ein zäher Wettkampf an, der für die Athleten und Zuschauer zu einer Geduldsprobe werden könnte. Denn auch in der Qualifikation waren einige, längere Windunterbrechungen zu verzeichnen.
Jan Hörl, Domen Prevc und Kamil Stoch entgehen nur knapp dem Quali-Aus
Glück im Unglück hatten Jan Hörl (46.), Domen Prevc (47.) und Kamil Stoch (48.), die alle nur ganz knapp den Wettkampf erreichten. Sie sprangen in einer äußert schwierigen Windphase, konnten sich aber dennoch gerade so über Wasser halten. Auch Ryoyu Kobayashi (23.) und der Weltcupführende Anze Lanisek (24.) waren von den Bedingungen her nicht vom Glück verfolgt.
