Nach über 450 Weltcup-Teilnahmen in 25 Jahren hat Manuel Fettner in Planica seine aktive Skisprungkarriere beendet. Mit einem Flug auf 230 Meter verabschiedete sich der ÖSV-Adler noch einmal in gebührender Weise vom Publikum und wurde anschließend im Auslauf von Freunden und Familie gefeiert.

„Für mich bestand in den letzten Jahren immer die Möglichkeit, dass es die letzte Saison sein könnte. Jetzt wusste ich, dass es definitiv die letzte ist, weil ich schon so lange durchgehalten habe“, sagt der 40-Jährige gegenüber Skispringen-News.de. Neben Simon Ammann und Noriaki Kasai gehörte Fettner zu den dienstältesten Skispringern im Feld. Sein Debüt hatte er am 4. Januar 2001 gegeben.

Wichtig war ihm vor allem, zu einem Zeitpunkt aufzuhören, an dem er noch zur erweiterten Weltspitze zählt. „Zum Schluss waren es noch ein paar richtig gute Jahre, und ich bin froh, dass ich das noch erlebt habe. Ich wollte abtreten, solange ich noch halbwegs gut springe – und das passt so.“

Auf seinen persönlichen Karrierehöhepunkt angesprochen, sagt Fettner: „Die Olympischen Spiele 2022 in Peking waren sicherlich das Größte für mich. Aber auch die WM in Predazzo 2013 war mit dem Titelgewinn damals etwas ganz Besonderes. Generell gab es immer wieder schöne Highlights, auch wenn es zwischendurch schnell wieder nach unten ging.“

Bei den Olympischen Spielen 2022 gewann Fettner mit dem österreichischen Team (Stefan Kraft, Daniel Huber und Jan Hörl) die Goldmedaille. Zudem holte er im Einzel auf der Normalschanze Silber.

Der WM-Titel 2013 in Predazzo zählt zugleich zu seinen kuriosesten Erlebnissen. Nach der Landung verlor er den rechten Ski und balancierte ohne Sturz sicher auf einem Ski über die Sturzlinie, ohne den Schnee zu berühren. Dadurch vermied er größere Punktabzüge, die ihn und seinem Team unter Umständen den Titel hätten kosten können.

Auch wenn Fettner die Vierschanzentournee nicht ausdrücklich erwähnte, zählt der vierte Platz in der Gesamtwertung 2010/2011 ebenfalls mit zu seinen größten Erfolgen. Ein Einzelsieg im Weltcup blieb ihm allerdings bis zum Schluss verwehrt. Fünfmal wurde er Dritter, einmal Zweiter.

Das dürfte ihm nach seinem Karriereende jedoch kaum noch wichtig sein. Entscheidend war für ihn vielmehr ein gelungener Abschluss. Gegenüber dem Fernsehsender ORF sagte er: „Der Empfang im Auslauf hat mir sehr viel Freude bereitet. Wenn man unten ankommt, alles erledigt ist und Freunde und Familie da sind, die einen empfangen, ist das einfach richtig cool. Zum Glück ist mir auch ein passender Sprung gelungen. So musste ich mich beim Ausfahren überhaupt nicht ärgern – sonst wäre es zwiespältig gewesen. Aber ich habe noch einen richtig guten Abschlusssprung geschafft und bin mega happy.“

Im Auslauf erhielt er von seiner Freundin Lisa Eder, die ihn im ersten Durchgang auf dem Trainerturm abgewinkt hatte, eigens designte Skier mit einer Dankesbotschaft überreicht. Doch auch für sie hatte Fettner eine besondere Überraschung parat: Noch an der Schanze machte er ihr einen Antrag – und sie sagte „Ja“. Für Fettner ist das ein erster Schritt in sein neues Leben. Zu seinen weiteren Plänen nach der aktiven Karriere machte er bislang keine Angaben.

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