Nach einer verpassten Medaille auf der Normalschanze hat sich Domen Prevc bei den Olympischen Spielen in Predazzo nun doch noch zum Olympiasieger gekrönt. Der Slowene zeigte mit Sprüngen auf 138,5 m und herausragende 141,5 m inklusive starker Landung eine überragende Leistung und sicherte sich verdient die Goldmedaille von der Großschanze. Er holte damit zudem erstmals in der Skisprungeschichte Einzelgold für die Nation Slowenien.
Für Silber sorgte der Japaner Ren Nikaido, der mit 140,0 m und 136,5 m seine starke Form von der Normalschanze bestätigte und erneut Edelmetall gewann, nachdem er nach dem 1. Durchgang sogar noch auf dem ersten Rang lag. Die kurzzeitige Enttäuschung Gold verpasst zu haben, zeigten seine Tränen wenige Minuten später. Die Bronzemedaille ging an den jungen Polen Kacper Tomasiak, der mit 133,0 m und starken 138,5 m vor allem im Finale überzeugte und sich nach der Normalschanze erneut eine Medaille sicherte.
Sundal und Hörl knapp an den Medaillen vorbei – Kobayashi arbeitet sich nach vorne
Knapp am Podium vorbei sprang der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal, der mit 136,0 m und 135,5 m den vierten Platz belegte und damit genau wie auf der Normalschanze eine Medaille in seinem Finalsprung verschenkte. Auch Jan Hörl zeigte mit 134,5 m und 136,0 m als Fünfter eine starke Leistung, konnte jedoch nicht ganz an seine Trainingssprünge anschließen. Eine Einzelmedaille für Österreich blieb damit erneut aus. Eine starke Aufholjagd gelang Ryoyu Kobayashi. Nach einem schwächeren Auftakt im ersten Durchgang katapultierte er sich mit einem Flug auf 138,5 m noch auf den sechsten Platz nach vorne.
Raimund ohne Medaille – Wellinger verbessert
Aus deutscher Sicht blieb eine Medaille auf der Großschanze aus. Besonders Philipp Raimund, der als Olympiasieger von der Normalschanze hoffnungsvoll war, konnte mit 131,0 m und 136,0 m nicht ganz vorne eingreifen und belegte am Ende einen etwas enttäuschenden neunten Platz. Im Anschluss betonte er jedoch, dass ihm bereits im Vorfeld bewusst war, dass er im Vergleich zu den Konkurrenten nicht ganz zu gut auf der Schanze zurechtkam. Eine solide Leistung zeigte dagegen Andreas Wellinger. Mit 127,0 m und 127,5 m präsentierte er sich deutlich verbessert und erreichte einen guten 15. Platz.
Für die weiteren Deutschen verlief der Wettkampf eher enttäuschend: Pius Paschke kam auf Rang 24, direkt dahinter folgte Felix Hoffmann, der auf der Großschanze überhaupt nicht zurechtkam und sich scheinbar von Sprung zu Sprung verschlechterte.
Für eine besondere Überraschung sorgte am heutigen Tage der Kasache Ilya Mizernykh, der nach einem starken ersten Sprung auf 140,5 m und 136,0 m im Finale starker Achter wurde und sich damit sogar vor dem besten Deutschen platzierte.
Super-Teamentscheidung als nächster und letzter Höhepunkt
Nach der Entscheidung auf der Großschanze richtet sich der Blick nun auf den Super-Teamwettbewerb, bei dem vor allem Slowenien, Japan und Norwegen als Medaillenkandidaten gelten. Doch auch die deutsche Mannschaft wird versuchen, im Kampf um eine Medaille noch einmal anzugreifen.
Vorher geht es jedoch für die Damen in die letzte Olympia-Entscheidung. Morgen findet auch für sie die Einzelentscheidung von der Großschanze statt.

