Domen PREVC (Slovenia), FIS Nordische Ski-Weltmeisterschaften Planica (SLO), Large Hill - Men Individual

Nach Janne Ahonen, Matti Hautamäki, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer und Ryoyu Kobayashi hat nun auch Domen Prevc die Glanzleistung von sechs Weltcupsiegen in Folge vollbracht. Mit einem Schanzenrekord von 245,5 Metern im zweiten Durchgang sicherte er sich am Kulm souverän den Sieg (463,2 Punkte) vor Stephan Embacher (438,4 Punkte) und Johann Andre Forfang (405,0 Punkte).

Vor Domen Prevc kann man sich weiterhin nur verneigen. Der Überflieger der diesjährigen Weltcupsaison ließ auch beim zweiten Skiflug-Wettbewerb am Kulm keine Zweifel aufkommen. Bereits nach dem ersten Durchgang führte der Slowene mit einem Flug auf 238 Meter deutlich das Feld an. Einziger Athlet, der noch halbwegs mithalten konnte, war Stephan Embacher (240,5 Meter mit zwei Luken mehr Anlauf als Prevc), der jedoch bereits zur Halbzeit 12,8 Punkte zurücklag.

Im zweiten Durchgang gab der ÖSV-Youngster noch einmal alles, blieb mit seinem Flug auf 225 Meter jedoch weiterhin chancenlos gegen Prevc. Dieser segelte auf 245,5 Meter und entriss damit seinem älteren Bruder Peter Prevc den bisherigen Schanzenrekord von 244 Metern. Bei der Landung griff sich Prevc direkt an die Schienbeine und vermied damit trotz des hohen Drucks in diesem Weitenbereich den Bodenkontakt.

„Es ist einer dieser Tage, an denen ich mich richtig erfreue. Es hat alles funktioniert, und ich konnte alles umsetzen. Wenn du Aufwind hast, kannst du so weit fliegen. Man muss nur den Absprung genau treffen und darauf achten, in die richtige Position zu kommen. Ich wusste, dass es hart wird, denn Stephan performt richtig gut. Aber ich war fokussiert, und darauf kam es an“, schilderte Prevc am Mikrofon der FIS.

„Er ist einzigartig auf der Skiflugschanze. Seine Landung war zwar etwas gekünstelt, aber das kann er. Respekt“, lobte ihn auch DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher im Rahmen eines ARD-Interviews.

Hinter den beiden stärksten Skifliegern vom Kulm reihte sich der Norweger Johann Andre Forfang bereits mit einem Respektabstand von 58,2 Punkten als Dritter ein. Vierter wurde Tomofumi Naito, der damit sein bislang bestes Karriereergebnis erzielte. Das Besondere: Der Japaner war nicht mit seinen eigenen Ski unterwegs, da diese nicht rechtzeitig am Kulm eintrafen. Stattdessen sprang er leihweise mit Ersatzski des Franzosen Jules Chervet. Diese schienen ihm Glück zu bringen, denn er stellte gleich mehrfach persönliche Bestweiten auf.

Andreas Wellinger als Fünfter bester Deutscher

Andreas Wellinger erreichte als Fünfter sein bislang bestes Saisonergebnis und zeigte sich entsprechend zufrieden am ARD-Mikrofon: „Es hat Spaß gemacht. Die Flüge sind vom Gefühl her immer besser geworden. Wie ich die Hüfte über den Vorbau bringe, das ist von Freitag auf Samstag ein Stück besser geworden und von gestern auf heute noch einmal ein Stückchen. Auch wenn ich mit dem letzten Sprung nicht ganz zufrieden bin, weil mir von oben heraus ein bisschen die Höhe gefehlt hat. Vom Rhythmus her war er eigentlich wieder ganz gut, und vom Fliegen wird es auch immer besser. Wenn man sieht, wie die Kollegen vorher schon runtergeflogen sind, fehlt bei 219 Metern noch ein bisschen. Aber ich bin super zufrieden – es macht Laune.“

Hinter ihm komplettierten Naoki Nakamura (6.), Valentin Foubert (7.), Ryoyu Kobayashi (8.), Marius Lindvik (9.) und Piotr Zyla (10.) die Top Ten.

Mit Philipp Raimund (16.) und Karl Geiger (17.) erreichten zwei weitere Deutsche die Top 20. Raimund sagte im Anschluss bei der ARD: „Ich fand die beiden Sprünge besser als gestern. Insgesamt war es ein schöneres Fluggefühl. Ich bin besser auf dem Ski gestanden, besser drüber gekommen und – würde ich sagen – ziemlich cool geflogen. Nichtsdestotrotz war es heute mit den etwas einfacheren Bedingungen vielleicht auch für die anderen ein bisschen leichter. Trotzdem habe ich zwei gute Sprünge gemacht.“

Pius Paschke (32.) und Luca Roth (36.) verpassten den Finaldurchgang. Felix Hoffmann (41.) scheiterte zuvor knapp an der Qualifikationshürde.

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