Foto: Konstanze Schneider

Neben der Skiflug-WM der Herren in Oberstdorf und den Weltcupwettbewerben der Damen in Sapporo stehen am kommenden Wochenende in Eisenerz (Österreich) auch die nächsten Wettkämpfe im COC/ICOC auf dem Programm. Für die Damen wird es innerhalb des ICOC der erste Wettkampf seit dem Saisonstart in Notodden Mitte Dezember sein. Wir haben uns kürzlich mit der 21-jährigen Anne Häckel unterhalten, die von der Nordischen Kombination zum Spezialsprung gewechselt ist und sich beim Auftakt in Norwegen stark präsentiert hatte.

Mit den Plätzen drei und vier war Anne Häckel zum Start in die ICOC-Saison in Notodden Mitte Dezember direkt die zweitbeste Deutsche hinter Julina Kreibich. Ein starker Einstieg für die Ex-Kombiniererin, mit der wir im Rahmen der Two-Nights-Tour gesprochen haben. Häckel stand sowohl in Garmisch-Partenkirchen als auch in Oberstdorf jeweils im Aufgebot der Nationalen Gruppe und sammelte dort bereits wertvolle Erfahrung.

Skispringen-News.de: „Anne, wie hast du dich gefühlt, bei der Two-Nights-Tour mit dabei sein zu können?“

Anne Häckel: „Ich habe mich sehr gefreut, dabei sein zu dürfen. Einfach, dass ich die Chance erhalten habe, dabei zu sein. Auch wenn ich ein bisschen aufgeregt war, hat die Freude überwogen. Leider war ich beim Absprung ein bisschen zu früh dran, aber es war sozusagen auch mein erster Weltcup – da hat die Nervosität ein wenig mitgespielt.“

Skispringen-News.de: „Wie bist du zum Skisprungsport gekommen?“

Anne Häckel: „Das war damals in der Vorschule. Ich bin zusammen mit meiner besten Freundin bei uns im Ort zum Verein gegangen. Und ja, von da an habe ich das weitergemacht.“

Skispringen-News.de: „Was fasziniert dich an dem Sport?“

Anne Häckel: „Vor allen Dingen das Fliegen und generell auch, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, so zu fliegen – dieses Gefühl, Höhe zu gewinnen und weit zu springen.“

Skispringen-News.de: „Du bist ja auch von der Nordischen Kombination zum Spezialsprung gewechselt. Kannst du uns ein bisschen die Hintergründe schildern?“

Anne Häckel: „Also, ich habe an sich die ganze Zeit Kombination gemacht, bis letztes Jahr. Meine erste Junioren-WM war im Spezialsprung, weil es für die Nordische Kombination nicht gereicht hatte. Ich konnte tendenziell schon immer ein bisschen besser springen als laufen. Und ja, dann habe ich mich dieses Jahr dazu entschieden, zum Spezialsprung zu wechseln. Ich brauche, glaube ich, noch ein bisschen, um reinzukommen, aber ich bin mit der Entscheidung sehr happy.“

Skispringen-News.de: „Und wie sehen deine Ziele für das Jahr 2026 aus?“

Anne Häckel: „Natürlich weiter an meinem Sprung zu arbeiten. Und natürlich in die A-Mannschaft zu kommen, das wäre ein großes Ziel. Wenn es 2026 noch nicht klappt, dann vielleicht im Jahr darauf. Aber ich denke, am wichtigsten ist es, an mir selbst zu arbeiten, reinzukommen und einfach mein Bestes zu geben.“

Skispringen-News.de: „Gab es auch Athletinnen, die dich beeindruckt haben? Katharina Schmid hat ja jetzt bekannt gegeben, dass sie nach der Saison zurücktritt. Ist das auch eine Springerin, an der man sich als junge Nachwuchsathletin orientiert?“

Anne Häckel: „Ja, natürlich war Katharina Schmid immer eine Person, zu der man aufgeschaut hat. Aber auch Selina Freitag. Dadurch, dass wir aus dem gleichen Bundesland kommen, ist sie natürlich auch irgendwo ein Vorbild.“

Skispringen-News.de: „Wie empfindest du es persönlich, dass man sich als Dame in diesem Sport nach wie vor um jeden Fortschritt so stark bemühen muss?“

Anne Häckel: „Ja, ich kenne es ja nur aus der Nordischen Kombination. Da war es auch sehr schwierig. Und ich finde es immer noch sehr krass, dass es nach wie vor solche Unterschiede zu den Herren gibt – und auch sehr schade eigentlich.“

Skispringen-News.de: „Vielen Dank und natürlich viel Erfolg für die weitere Karriere.“

Anne Häckel: „Dankeschön!“

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