Foto: Julia Piątkowska / Skoki Polska

Auch beim zweiten Einzelspringen in Ljubno führte kein Weg an Nika Prevc (85 m/92 m; 271,1 Punkte) vorbei. Die Slowenin setzte sich in einem spannenden Finale knapp gegen die Österreicherin Lisa Eder (87,5 m/90,5 m; 270,1 Punkte) durch, die nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte. Katharina Schmid (90 m/89,5 m; 252,9 Punkte) sorgte als Drittplatzierte für die siebte deutsche Podiumsplatzierung in Serie.

Nika Prevc und Lisa Eder haben auch dem heutigen Einzelwettbewerb in Ljubno wieder ihren Stempel aufgedrückt. Bereits in der Qualifikation lieferten sie sich ein enges Duell, das die Weltcupführende Prevc mit einem Vorsprung von 5,5 Punkten für sich entscheiden konnte. Im Wettkampf konterte Eder dann zunächst erfolgreich und setzte sich mit einem Sprung auf 87,5 m (135,5 Punkte) an die Spitze. Prevc kam ihrerseits im ersten Durchgang auf eine Weite von 85 m (132,4 Punkte) und reihte sich knapp hinter der Österreicherin ein. Doch im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt noch einmal zugunsten von Prevc, die mit einem starken Sprung auf 92 m wiederum an Eder vorbeiziehen konnte. Schlussendlich trennte die beiden derzeit formstärksten Athletinnen unter dem Strich gerade einmal ein Punkt. Für Eder war es die vierte Podiumsplatzierung in Serie.

„Es war ein langer Tag, immer wieder sind Windböen eingezogen. Vor allem im ersten Durchgang habe ich lange warten müssen. Der erste Sprung war nicht ganz das, was ich wollte, aber ich war auf einem guten Weg. Dann als Führende das erste Mal oben zu stehen, war auch nicht gerade einfach – vor allem, wenn die Stimmung hier bei Nika so grandios ist. Ich finde aber, dass ich im zweiten Sprung einen guten Job gemacht habe. Und ein Punkt ist natürlich wieder einmal bitter, aber es wird irgendwann schon klappen mit dem ersten Sieg“, so Eder anschließend.

Ihr Cheftrainer Thomas Diethart zeigte sich im Anschluss ebenfalls erleichtert und glücklich: „Es war ein ganz schwieriger Wettkampf, der Wind hat sehr schnell gedreht. Teilweise ist es schon in eine gefährliche Richtung gegangen, aber die Jury hat schlussendlich gut reagiert und der Wettkampf ist gut ausgegangen – vor allem ist nichts passiert. Und Lisa war heute ganz knapp dran, die Nika zu schlagen. Ja, wir sind happy.“

Erfreulich aus deutscher Sicht war vor allem der dritte Rang von Katharina Schmid, die im Hinblick auf die Olympischen Spiele immer besser in Form zu kommen scheint. Nach dem ersten Durchgang lag die Oberstdorferin noch auf der vierten Position hinter der starken Chinesin Ping Zeng (88 m/79 m; 249,1 Punkte), konnte jedoch dank eines starken Sprungs auf 89,5 m im Finale noch an dieser vorbeiziehen.

Der fünfte Platz ging an die Finnin Jenny Rautionaho (72 m/85 m; 239,9 Punkte), die sich im ersten Durchgang der Herausforderung von über 3 m/Sek. Rückenwind stellen musste. Sie erhielt hierfür 40 Windpunkte als Kompensation und lag trotz ihrer Weite von 72 m dadurch auf dem neunten Zwischenrang. Im zweiten Durchgang sprang sie dann mit 85 m bei deutlich einfacheren Bedingungen noch bis auf Platz fünf nach vorne.

Eine starke Aufholjagd zeigte auch die Slowenin Nika Vodan, die nach einem schwächeren ersten Versuch, mit dem sie nur auf Rang 14 lag, noch bis auf Platz sechs vorrückte. Ein gutes Ergebnis, wenngleich sie ihr Potenzial im Wettkampf an diesem Tag nicht ganz ausschöpfte. In der zuvor absolvierten Qualifikation war sie hinter ihrer Landsfrau Prevc und Eder noch drittbeste Dame. Hinter ihr bestätigte die US-Amerikanerin Annika Belshaw (7.) ihren positiven Trend.

Juliane Seyfarth (89 m/77 m; 233,8 Punkte) wurde als zweitbeste Deutsche Achte. Ein starkes Ergebnis für sie, wenngleich sie nach dem ersten Durchgang sogar noch auf Platz fünf gelegen hatte. Dennoch waren es für sie an diesem Ljubno-Wochenende die besten Resultate seit drei Jahren.

Neben Ping Zeng konnte mit Bing Dong eine weitere Chinesin überzeugen und einen starken neunten Platz einfahren – vor der ebenfalls gut aufgelegten Rumänin Daniela Vasilica Toth (10.), die die Top 10 komplettierte.

Anna Hollandt auf Platz 13 – Selina Freitag kommt nicht über Rang 19 hinaus

Mit dem 13. Platz gelang es Anna Hollandt (82 m/80 m; 229,8 Punkte), ihre Leistung vom Vortag erfolgreich zu bestätigen. Mit ihrer Steigerung dürfte Bundestrainer Heinz Kuttin nach dem bisher schwierigen Saisonverlauf ganz besonders zufrieden sein. Selina Freitag (80,5 m/76 m; 224,6 Punkte) blieb an diesem Tag hingegen mit dem 19. Platz weit hinter ihren eigenen Möglichkeiten zurück. Nach dem ersten Durchgang hatte sie noch auf der siebten Position gelegen.

Emely Torazza sammelt Weltcuppunkte – Julina Kreibich schafft die Qualifikation

Nachdem Emely Torazza und Julina Kreibich am Freitag noch in der Qualifikation ausgeschieden waren und dadurch gestern im ersten Einzelwettbewerb nur zuschauen durften, gelang ihnen am heutigen Tage eine deutliche Verbesserung. So nahmen die beiden jungen Nachwuchstalente zunächst erfolgreich die Qualifikationshürde und zogen souverän in den Wettkampf der 40 besten Damen ein. Im Wettkampf konnte Kreibich (36.) diese Leistung dann nicht mehr ganz abrufen und schied mit einer Weite von 78,5 m nach dem ersten Durchgang aus. Emely Torazza (27.) sammelte hingegen mit 80,5 m und 75 m ihre nächsten Weltcuppunkte.

Disqualifikation der Italienerin Martina Zanitzer

Die Italienerin Martina Zanitzer, die sich mit Platz 30 gerade noch für den zweiten Durchgang qualifiziert hatte, wurde nach ihrem zweiten Sprung aus der Wertung genommen. Der Grund hierfür war allerdings nicht ihr Anzug, sondern die Skispitzen, die sich bei der Kontrolle als zu flach herausgestellt hatten.

>>> Ergebnis Qualifikation

>>> Ergebnis Wettkampf

Für die Damen geht es am 16./17.01. in Zhangjiakou (China) weiter.

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