Foto: Julia Piątkowska / Skoki Polska

Vor Beginn der Two-Nights-Tour hat Katharina Schmid ihr Karriereende zum Ende dieser Saison verkündet. Die Vierschanzentournee, für die sie über Jahre gekämpft hat, wird sie damit nicht mehr als aktive Athletin erleben. Skispringen-News.de hat sich mit der Oberstdorferin hierüber unterhalten.

Skispringen-News.de: „Hallo Katharina, du hast bekannt gegeben, dass nach der Saison Schluss sein wird. Wie schwer ist dir diese Entscheidung gefallen? Kannst du uns da mal ein bisschen Einblick geben?“

Katharina Schmid: „Es ist mir nicht so schwer gefallen, denn ich habe mir das gut überlegt. Und ja, ich habe die Entscheidung jetzt getroffen, und sie passt für mich.“

Skispringen-News.de: „Hast du den Zeitpunkt vor der Two-Nights-Tour zur Verkündung bewusst gewählt, damit du dich vom Publikum, gerade in Oberstdorf, dann auch speziell verabschieden kannst, oder hat das gar keinen Einfluss darauf gehabt?“

Katharina Schmid: „Ganz ehrlich gesagt habe ich das einfach jetzt vor der Two-Nights-Tour gemacht, weil in Oberstdorf zur Pressekonferenz der Herren alle da waren und ich gehofft habe, dass ich da nicht so viele Nachfragen bekomme (lacht). Also ja, ich habe das bewusst gewählt und wollte es nicht durch die ganze Saison mitnehmen. Und sich daheim so zu verabschieden, ist, glaube ich, dann auch ganz gut.“

Skispringen-News.de: „Gerade eben haben Sie mitgeteilt, dass Innsbruck jetzt auch grünes Licht gegeben hat, also dass die Genehmigung für den Bau des Flutlichts ausgesprochen wird und die Vierschanzentournee für die Damen ab 26/27 wohl auch stattfinden kann. Nach all den Jahren, die ihr dafür gekämpft habt – wie sehr schmerzt es vielleicht auch, dass du dann nicht mehr dabei sein wirst?“

Katharina Schmid: „Nein, wir haben alle, glaube ich, lange genug darauf gewartet. Ich bin froh, dass es jetzt kommt, und freue mich für die ganzen Mädels, dass sie das dann genießen dürfen. Ich glaube, vor uns haben auch schon Damen für andere Wettkämpfe gekämpft, die sie selbst nicht mitmachen konnten. Und ich glaube, das ist schon okay für mich. Ich bin froh, dass die Tournee kommt, und ich werde sie verfolgen.“

Skispringen-News.de: „Vielleicht noch ein paar Worte von dir zum Nachwuchs im deutschen Team. Hier war ja auch die nationale Gruppe am Start, vor allem Julina Kreibich hat dabei sehr auf sich aufmerksam gemacht.“

Katharina Schmid: „Ja, ich glaube, wir sind recht gut aufgestellt. Ich freue mich für Julina, dass sie es geschafft hat, in den Wettkampf zu kommen und dass sie dabei ist. Man sieht schon: Natürlich haben wir jetzt nicht ganz so viele Mädels, aber die Qualität ist gut, und sie arbeiten sich heran. Es ist immer schwierig, als nationale Gruppe vorneweg zu springen, aber sie haben ihren Job gemacht, und ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren ganz zufrieden sein können und gut aufgestellt sind.“

Skispringen-News.de: „Was war für dich rückblickend der schönste Moment in deiner Karriere?“

Katharina Schmid: „Bis jetzt, glaube ich, die WM in Planica. Aber wer weiß, vielleicht kommt da ja noch etwas dazu (lacht).“

Skispringen-News.de: „Was hast du dir jetzt für die nächsten Monate noch vorgenommen?“

Katharina Schmid: „Ich will es einfach genießen und freue mich auf die Wettkämpfe daheim sowie auf die Olympischen Spiele. Das will ich alles noch mal mitnehmen und auch Vollgas geben, denn ich will schon vorne mitmischen können.“

Skispringen-News.de: „Siehst du dich selbst auch als Vorbild für die jüngere Generation?“

Katharina Schmid: „Ja, ich glaube mittlerweile schon. Ich merke, wie die jüngeren Mädels zu mir aufschauen, zum Beispiel beim Aufwärmen – so nach dem Motto: ‚Was macht die?‘ Ich finde das ganz cool und hoffe, ich kann oder konnte ein gutes Vorbild sein.“

Skispringen-News.de: „Wie war das für dich während deiner Karriere, weil ihr als Frauen ja sehr viel kämpfen musstet? Hast du dich auch mal gefragt: Warum mache ich das hier eigentlich?“

Katharina Schmid: „Nein, weil der Sport einfach unglaublich viel Spaß macht. Klar müssen wir drumherum noch kämpfen, und es ist oft mühsam. Ich glaube auch, dass es die nächsten Jahre noch ein bisschen schwierig wird, bis wir wirklich alles erreicht haben. Aber ich habe schon gemerkt, was in den letzten 15 Jahren passiert ist, seit ich dabei bin. Wir haben große Schritte gemacht. Natürlich geht es einem als Athlet nie schnell genug. Aber ich hoffe einfach, dass es so weitergeht und dass die Mädels irgendwann genießen können, wofür wir und die vor uns schon gekämpft haben.“

Skispringen-News.de: „Und wenn du auf dein jüngeres Ich blickst, das gerade mit dem Sport angefangen hat – was würdest du ihr mitgeben, wenn du quasi noch einmal anfangen würdest?“

Katharina Schmid: „Ich glaube, ich würde es genauso machen: dranbleiben, kämpfen, Spaß daran haben und den Spaß nicht verlieren.“

Skispringen-News.de: „Vielen Dank für das Gespräch und genieße noch einmal die letzten Monate.“

Katharina Schmid: „Vielen Dank!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert