Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Dieser Mann ist einfach nicht zu stoppen: Domen Prevc hat im neuen Jahr direkt dort weitergemacht, wo er 2025 aufgehört hat und sich in Garmisch-Partenkirchen souverän den Tagessieg gesichert. In der Tourneegesamtwertung baute der Slowene seinen Vorsprung nach zwei Stationen auf stolze 35 Punkte aus. Neuer Gesamtzweiter ist der Österreicher Jan Hörl, der sich auch im Tagesklassement hinter Prevc auf dem zweiten Platz einreihen konnte.

Langsam aber sicher gehen einem die Superlative aus. Egal auf welcher Schanze zeigt Domen Prevc derzeit einen perfekten Sprung nach dem anderen und ist weiterhin in seiner eigenen Liga unterwegs. Auch am Neujahrstag führte wieder kein Weg an dem Slowenen vorbei. Für seine beiden Sprünge auf 143m und 141m erhielt er 303,1 Punkte. Rang zwei ging an Jan Hörl, der Weiten von 141m und 131,5m (287,7 Punkte) zeigte.

„Ich bin mega zufrieden mit dem zweiten Platz. Nach dem ersten Durchgang war ich sehr nah an Domen dran, aber er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er springt einfach sehr stark, aber wir sind nach wie vor in Lauerstellung und werden versuchen, wenn er einen Fehler machen sollte, diesen auszunutzen“, so Hörl. Dahinter reihte sich mit Stephan Embacher (287,1 Punkte) ein weiterer Österreicher auf der dritten Position ein. Tags zuvor hatte der Youngster einen neuen Schanzenrekord auf die Große Olympiaschanze gezaubert. Mit 134m und 141,5m war er dieses Mal zwar nicht ganz so spektakulär unterwegs, durfte sich aber dennoch über ein Podiumsergebnis freuen. „Es waren echt coole Sprünge und mein Ziel ist es auch, möglichst viele davon bei der Tournee zu zeigen. Ein mega Tag heute und auch schon gestern mit dem Schanzenrekord in der Qualifikation“, freute sich Junioren-Weltmeister Embacher.

Dahinter platzierten sich die beiden Japaner Ren Nikaido (4.) und Ryoyu Kobayashi (5.). Nach einigen Podiumsplätzen zuletzt, sind die eigenen Ansprüche bei Nikaido inzwischen gestiegen, weshalb er zwar mit den Sprüngen zufrieden war, jedoch nicht mit dem Resultat. Sein Landsmann Kobayashi zeigte nach einem schwächeren ersten Sprung eine starke Aufholjagd, die ihn im zweiten Durchgang noch von Zwischenrang elf bis in die Top-5 nach vorne brachte.

Auch Felix Hoffmann und Philipp Raimund zeigten ähnlich wie in Oberstdorf eine stabile Leistung und belegten die Plätze sechs und sieben. „Ich bin mit meinen Sprüngen eigentlich ziemlich zufrieden. Der Probedurchgang war vielleicht nicht ganz so perfekt, dafür waren die Sprünge zwei und drei cool, zudem war jeweils eine Steigerung zu erkennen. Jetzt freue ich mich auf Innsbruck“, bilanzierte Raimund. Kacpar Tomasiak (8.), Daniel Tschofenig (9.) und Maximilian Ortner (10.) rundeten die Top-10 ab.

Paschke leicht formverbessert – Geiger und Wellinger scheiden aus

Bei Pius Paschke war eine ganz leichte Steigerung gegenüber den letzten Wettkämpfen erkennbar. Im ersten Durchgang setzte sich der Kiefersfeldener im K.O.-Duell gegen Karl Geiger durch und belegte im Tagesendklassement den 21. Rang. Bei Andreas Wellinger (32.), der sein Duell gegen den Norweger Robin Pedersen verlor und Karl Geiger (33.) ist weiterhin Geduld gefragt. Beide schieden nach dem ersten Durchgang aus.

„Der heutige Wettkampf war sowohl von Felix als auch Phillipp wieder in Ordnung. Sie haben stabile Sprünge gezeigt, vielleicht nicht die besten, die sie können – aber immerhin noch sehr, sehr gute Sprünge. Bei diesem hochklassigen Wettkampf müssen wir heute mit den Plätzen sechs und sieben zufrieden sein. Pius hat sich nochmal steigern können, auch bei Andi und Karl sieht man eine Verbesserung. Es geht in die richtige Richtung und wir müssen jetzt einfach konsequent dran bleiben und schauen, dass sich diese Technik ein bisschen besser verfestigt. Das braucht sicher noch ein bisschen Zeit, aber es wird wieder“, macht DSV-Cheftrainer Stefan Horngacher Hoffnung.

Ben Bayer aus der nationalen Gruppe erreichte den 43. Platz. Für ihn wiederum war die Qualifikation für den Wettbewerb bereits ein Erfolg. „Heute war leider nicht mehr ganz so gut wie gestern in der Quali. Ich bin ein bisschen verkrampfter gewesen und dann wird es einfach zäh aus der Luke. Vor dieser Kulisse springen zu dürfen war aber trotzdem sehr cool. Ich habe versucht alles aufzusaugen und klar, es ist dann auch nochmal eine andere Anspannung als sonst oben auf dem Balken“, so Bayer, der dafür am Silvesterabend zuvor umso mehr an der Dartscheibe überzeugen konnte. Hier sicherte sich der Youngster im DSV internen Wettbewerb den Sieg vor Luca Roth und Elias Malcher. Philipp Raimund wurde im übrigen Vierter.

Timi Zajc erneut disqualifiziert und sieht daraufhin die rote Karte

Nach seiner gelben Karte in Oberstdorf wurde Timi Zajc am Neujahrstag in Garmisch aufgrund seines Anzuges erneut disqualifiziert. „Heute war das gleiche Problem, wie beim letzten Mal. Am Bein war der Anzug 4 mm zu kurz, der einzige Unterscheid gegenüber Oberstdorf war, dass ich heute nicht unten gemessen habe, sondern oben vor dem Sprung“, äußerte sich FIS-Kontrolleur Mathias Hafele gegenüber Skispringen-News.de. Damit ist Zajc für den Rest der Vierschanzentournee rot gesperrt und kann nicht mehr ins Geschehen eingreifen.

Hoffmann zur Tourneehalbzeit Vierter – Raimund Sechster

Nach den beiden deutschen Stationen führt Domen Prevc die Tourneewertung mit 619,8 Punkten an. Neu auf dem zweiten Platz, aber schon mit einem Respektabstand von 35 Zählern (584,8 Punkte), ist Jan Hörl vor seinem österreichischen Landsmann Stephan Embacher (578,3 Punkte). Beide konnten Felix Hoffmann (573,2 Punkte) in der Gesamtwertung überholen. Hoffmann konnte seinerseits allerdings an Daniel Tschofenig (556,6 Punkte) vorbeiziehen, der in Garmisch nicht über Rang neun hinauskam. Tschofenig fiel dadurch in der Tourneegesamtwertung bis auf Platz acht zurück. Außer Hoffmann schoben sich noch Ryoyu Kobayashi (5./572,8 Punkte), Philipp Raimund (6./566,6 Punkte) und Ren Nikaido (7./565,2 Punkte) am amtierenden Vierschanzentourneesieger vorbei. Die Top-10 komplettieren vor der nächsten Station in Innsbruck Kacper Tomasiak (9./540,5 Punkte) und Anze Lanisek (10./539,5 Punkte).

>>> Tageswertung

>>> Gesamtstand Vierschanzentournee

Nächste Station: Innsbruck

Für die Herren geht es nach dem morgigen Ruhetag am 03.01.2026 mit der Qualifikation in Innsbruck weiter. Am 04.01.2026 folgt dann der Wettbewerb am Bergisel.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Zum Auftakt der 74. Vierschanzentournee ist Domen Prevc seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat in Oberstdorf einen überlegenen Sieg gefeiert. Hinter dem Dominator der bisherigen Saison reihte sich Vorjahrestourneesieger Daniel Tschofenig aus Österreich auf Rang zwei ein vor Felix Hoffmann, der die 25.500 Zuschauer an der Schattenbergschanze damit in Euphorie versetzte. Der Slowene Timi Zajc, der zunächst noch punktgleich mit Tschofenig Zweiter war, wurde nach der Materialkontrolle disqualifiziert.

„Ich bin glücklich, zufrieden und ein bisschen erleichtert – Oberstdorf als erste Station gut überstanden, und einen guten Wettkampf gezeigt – passt also alles“, freute sich Hoffmann kurz nach dem zweiten Durchgang in seiner gewohnt ruhigen Art am Mikrofon in der Mixed-Zone über den zunächst ersprungenen vierten Platz. Doch das Lächeln in seinem Gesicht sollte kurze Zeit später noch größer werden, als über den Stadionsprecher offiziell verkündet wurde, dass er auf den dritten Platz vorrückt. Der Grund hierfür war die Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc wegen eines Verstoßes von 3 mm bei der Beinlänge seines Anzugs. Zajc verlor damit den zweiten Platz, den er sich zunächst mit Tschofenig geteilt hatte.

„Ich habe dann schnell wieder die Startnummer rausgegraben, drüber gezogen und durfte dann glücklicherweise doch noch zur Siegerehrung mit aufs Podest. Das war nochmal das i-Tüpfelchen für den heutigen Wettkampf. Das Publikum hat mich beflügelt und auch Philipps Sprung vorher hat mich nochmal gepusht“, so Hoffmann weiter.

Gegen Domen Prevc bleibt allerdings auch weiterhin kein Kraut gewachsen. Für Sprünge auf 141,5m und 140m erhielt der Slowene insgesamt 316,7 Punkte und damit 17,5 Zähler mehr als der Zweitplatzierte Tschofenig. „Ich bin total happy, dass mir zwei richtig gute Sprünge gelungen sind. Ich habe mich heute richtig gut gefühlt und konnte dieses gute Gefühl in meine Performance einfließen lassen. Und ja – natürlich ist es jetzt viel einfacher, denn die Vierschanzentournee ist ein langes Turnier, und man muss konzentriert bleiben, durchhalten und dranbleiben. Die 17 Punkte Vorsprung sind natürlich super hilfreich und könnten sich als nützlich erweisen, denn manchmal kann es knifflig werden, vor allem Innsbruck ist dafür berühmt berüchtigt“, freute sich Prevc in der Mixed-Zone.

Bereits nach der ersten Tourneestation stellt sich die Frage, wer den Träger des gelben Trikots überhaupt stoppen soll? Für ARD-Experte Sven Hannawald steht jetzt schon fest, dass Prevc nach ihm, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi durchaus das Zeug dazu hat, der vierte „Grand-Slam-Sieger“ zu werden. (Es ist die Bezeichnung für einen Springer, der es schafft, alle vier Einzelspringen bei der Tournee hintereinander zu gewinnen). Fest steht in jedem Fall schon jetzt, dass Prevc der erste Slowene ist, dem es gelungen ist, das Auftaktspringen bei der Vierschanzentournee zu gewinnen. „Natürlich ist es etwas Besonderes, denn wir haben den Fluch von Oberstdorf gebrochen und endlich einen Sieg hier errungen“, so Prevc weiter.

Die Auferstehung von Daniel Tschofenig und des gesamten ÖSV-Teams

Während der Erfolg von Prevc schon fast erwartungsgemäß war, kam der zweite Rang von Daniel Tschofenig hingegen eher unerwartet. In Engelberg verpasste der Österreicher sogar zuletzt den zweiten Durchgang, präsentierte sich jedoch rechtzeitig zur Tournee wieder deutlich formerstarkt.

„Es war heute richtig, richtig cool. Wir haben viele Dinge richtig gemacht in den letzten Tagen. Es war schon etwas überraschend, dass es jetzt so gut funktioniert, aber es gibt mir viel Zuversicht für Garmisch. Ich bin schon sehr glücklich, habe hart gearbeitet und mir viele Dinge mit dem Trainierteam angeguckt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön ans gesamte Betreuerteam – das hat sich definitiv ausgezahlt“, freute sich Tschofenig nach der erfolgreich eingeleiteten Wende.

Doch nicht nur Tschofenig, sondern auch das gesamte ÖSV-Team machte im Vergleich zu den letzten Wettbewerben einen großen Sprung nach vorne. Mit Jan Hörl (4.), Stephan Embacher (7.), Jonas Schuster (8.), Stefan Kraft (9.), Maximilian Ortner (12.) und Manuel Fettner (16.) liegt die Truppe von Cheftrainer Andi Widhölzl nach der ersten Station in Oberstdorf aussichtsreich positioniert.

Philipp Raimund bleibt ebenfalls im Rennen – restliches DSV-Team in der Formkrise

Neben Felix Hoffmann durfte sich auch Philipp Raimund (136m/133m; 295,6 Punkte) mit Platz fünf über einen starken Tournee-Auftakt freuen. Er toppte damit sein bisher bestes Einzelergebnis bei der Tournee, welches er vor zwei Jahren an gleicher Stelle als Sechster erzielt hatte.

„Insgesamt bin ich positiv gestimmt. Die Sprünge waren zwar noch nicht auf dem allerbesten Level, aber ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden, auch weil ich relativ nah an Platz zwei dran bin“, so Raimund, der zur Frage, ob die Tournee jetzt schon für Domen Prevc in trockenen Tüchern sei, wie folgt antwortet: „Ne, ne. Da kommen noch so ein paar verschiedene Schicksalsberge. Aber insgesamt macht er es ziemlich gut. Man hat es ja schon gesehen, er hat von den letzten sechs Weltcups fünf gewonnen. Jetzt von den letzten sieben sechs. Also bei ihm läuft es aktuell ziemlich gut. Er macht ein Megaflugsystem. Und von ihm kann ich definitiv noch einiges lernen.“

Die übrigen DSV-Adler stürzten hingegen ab. Es scheint so, als ob die teaminterne Lücke zwischen Hoffmann/Raimund und dem Rest immer größer wird. So scheiterte zunächst Pius Paschke (122,5m/32.) in seinem K.O.-Duell am Norweger Robin Pedersen. Anschließend verlor Andi Wellinger (110,5m/48.) chancenlos sein Duell gegen Felix Hoffmann.

„Ja, ich habe mich heute auch wieder brutal schwergetan mit dem Gefühl, dass ich sauber durch den Radius durchfahre. Ich gebe dann zuerst ein bisschen nach in Radiusnähe und dann ist es nur ein Ziehen und Legen, wenn ich zu schnell in den Flug übersetze. Ich bin knapp an der Kante, ohne Energie und Höhengewinn – dadurch funktioniert es dann halt nicht. Aber in Garmisch gehts weiter – neue Schanze, neues Glück“, analysierte Wellinger im Anschluss.

Ebenfalls erwartungsgemäß zogen Luca Roth (114m/44.) gegen Jan Hörl und Constantin Schmid (109m/49.) gegen Ryoyu Kobayashi jeweils den Kürzeren. Keiner der vier genannten deutschen Springer schaffte den Sprung in die „Lucky-Loser“, sodass der Wettbewerb bereits nach dem ersten Durchgang für sie alle beendet war.

Ryoyu Kobayashi kommt nicht über Rang sechs hinaus – Norweger tun sich weiter schwer

Nicht nur durch seinen Tagessieg bei der Generalprobe in Engelberg, sondern auch aufgrund seiner enormen Konstanz fiel bei der Frage nach dem Top-Favoriten für den Tourneesieg neben Domen Prevc häufig auch der Name Ryoyu Kobayashi. In Oberstdorf musste sich der Japaner allerdings mit Rang sechs begnügen. 21,7 Punkte fehlen ihm nach der ersten Station bis nach ganz vorne zu Prevc. Abschreiben sollte man den dreifachen Vierschanzentourneesieger jedoch trotzdem noch nicht. Sein Landsmann Ren Nikaido, der zuletzt mehrfach mit Podiumsplätzen auf sich aufmerksam machen konnte, blieb mit Platz 13 ebenfalls hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Gleiches gilt auch für das norwegische Team, aus dem nur Kristoffer Eriksen Sundal (10.) in die Top-10 springen konnte. Sundal unterlag im ersten Durchgang zwar knapp Ren Nikaido, kam jedoch als „Lucky-Loser“ weiter. Halvor Egner Granerud (20.), Johann Andre Forfang (21.) und Marius Lindvik (23.) müssen ihre Hoffnungen auf eine gute Tourneeplatzierung allerdings wohl bereits jetzt begraben.

>>> Ergebnis Tageswertung

>>> Gesamtwertung Vierschanzentournee

Nächste Station: Garmisch Partenkirchen

Am 31.12.2025 geht es für die Herren mit der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen weiter, ehe am 01.01.2026 auf der Olympiaschanze das traditionelle Neujahrsspringen auf dem Programm steht.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Daniel Tschofenig hat erstmals in seiner Karriere die Vierschanzentournee gewinnen können. In einem dramatischen Finale in Bischofshofen setzte sich der Österreicher denkbar knapp gegen seine Teamkollegen Jan Hörl und Stefan Kraft durch. Hörl wird Zweiter in der Tournee- und Tageswertung, Kraft Dritter.

Dramatischer Dreikampf bis zum Schluss

Sprünge auf 136 und 140,5 Meter bescherten Daniel Tschofenig insgesamt 308,6 Punkte und somit nicht nur den Tagessieg, sondern auch den Sieg des goldenen Adlers. „Unbeschreiblich, ich weiß wirklich noch nicht, was ich sagen soll. Es sind so viele Sachen passiert, ich kann’s nicht wirklich realisieren, aber es ist auf jeden Fall wunderschön“, so ein gerührter Tschofenig nachdem klar wurde, er ist der Sieger der 73. Vierschanzentournee. „Um ganz ehrlich zu sein, ich habe es nicht geglaubt. Ich habe für mich keine Chance gesehen. Ich weiß nicht, ob es so super war, als Krafti oben gewartet hat, das war sicher keine gute Situation für ihn, ich kann es mir nur vorstellen, extrem schwierig. Da oben herum zu sitzen zu wissen, es geht um alles, aber dann unten, als er gelandet ist, ich hab gewusst, okay, es könnte sich ausgehen“, führte er weiter aus.

Knapp hinter Tschofenig fuhr Jan Hörl auf Platz zwei ein. Hörl sprang 140,5 und 143 Meter weit und brachte es auf 306,5 Punkte. Zu Recht ärgerte er sich nach seinem Sprung, denn mit einer besseren Landung im zweiten Durchgang hätte er sogar vor Daniel Tschofenig landen können. Dazu sagte er: „Diese Tournee, kann ich jetzt ad-hoc nicht verarbeiten, es tut schon weh, aber es hilft nichts. Tschofe hat einfach eine bessere Landung gehabt. Hätte ich die Landung ein bisschen schöner gemacht, dann hätte ich vielleicht 2, 3 Punkte mehr. Es ist bitter, aber wir haben einen Durchbruch erbracht. Wir gewinnen als Team, ich glaube das ist ganz gut.“

Umso mehr ärgern dürfte sich Stefan Kraft, der vor dem letzten Sprung noch auf Platz eins der Tournee lag. Nach einer langen Windpause vor Krafts zweiten Sprung, reichte es letztlich für 136 und 137,5 Meter und somit 303,2 Punkte. Mit diesem Ergebnis darf sich der ÖSV nicht nur über den dritten Dreifacherfolg in der Tournee 2024/25 freuen, sondern auch über drei Athleten auf dem Podest der Tourneegesamtwertung. Insgesamt setzten sich die drei Schützlinge von Andreas Widhölzl deutlich vom Rest des Feldes ab und konkurrierten durchweg auf sehr hohem und engen Niveau.

Internationale Top Ten

Neben den drei Athleten auf dem Podest, darf sich der ÖSV auch über weitere gute Ergebnisse freuen. Mit Maximilian Ortner und Michael Hayböck auf den Plätzen fünf und sieben schafften zwei weitere Österreicher den Sprung unter die besten zehn.
Die zweitstärkste Nation unter den ersten zehn waren zum Tourneeabschluss die Norweger. Johann Andre Forfang konnte mal wieder brillieren und verpasste als Vierter nur knapp das Podest. Benjamin Östvold hingegen war wohl die Überraschung des Tages. Der junge Norweger, der erst seit Engelberg im Weltcup dabei ist wurde starker Sechster.
Außerdem schafften es Springer aus Polen, Deutschland und Japan in die Top Ten. Pawel Wasek bestätigt als Achter seine zuletzt aufsteigende Form. Andreas Wellinger hält als Neunter die deutsche Fahne hoch, während Ren Nikaido nach Krankheitspause mit einem guten zehnten Platz zurückkehrt.

Deutschland nur Mittelmaß

Von einem Topergebnis war der DSV in Bischofshofen weiter entfernt. Nur Andreas Wellinger schaffte es unter die ersten Zehn. Pius Paschke, der vor der Tournee noch der Führende des Weltcups war, konnte erneut nicht in Topform agieren und wurde Zwölfter. Philipp Raimund befindet sich weiterhin im leichten Aufschwung. Nach einer Formdelle zum Beginn der Tournee stabilisiert sich Raimund und wird Fünfzehnter. Der vierte deutsche unter den Punkten war in Bischofshofen Karl Geiger. Nach einem guten Start in die Tournee und einem schwachen Wettkampf in Innsbruck, kam der Oberstdorfer auch diesmal nicht über Platz 23 hinaus. Felix Hoffmann und Adrian Tittel konnten erneut keine Punkte einfahren.

Starke US-Boys

Erwähnenswert ist es zu guter letzt, dass die US-Amerikaner erstmals in dieser Saison zwei Athleten unter den besten Fünfzehn platzieren konnten. Tate Frantz landete auf Platz dreizehn, Kevin Bickner knapp dahinter auf der Vierzehn. Ein Ergebnis, das es nicht alle Tage gibt.