Norwegischer Skiverband Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Der Samstag war ein bitterer Tag für den Skisprungsport. Ein Tag, den niemand möchte, der aber vielleicht notwendig war, um erneut Veränderungen anzustoßen. Die Ereignisse der Weltmeisterschaft in Trondheim haben erneut gezeigt, wie fragil die Glaubwürdigkeit des Sports geworden ist.

Was sich im norwegischen Team abgespielt hat, ist ein Skandal, der alle bisherigen Vorfälle in den Schatten stellt. Manipulation, gefolgt von der angeblichen Unwissenheit des norwegischen Sportdirektors vor laufender Fernsehkamera und der Versuch, alles unter den Teppich zu kehren – das ist nicht nur unsportlich, sondern auch schlicht dumm. Wenn das Ziel ist, das Beste aus sich und dem Material herauszuholen, dann doch bitte innerhalb der Regeln, wie es alle anderen (scheinbar) auch versuchen. Dass auch in den anderen Teams teilweise an oder über das Limit hinausgegangen wird, kam bereits öfter vor – was folgen sollte oder muss ist eine Disqualifikation. Doch was wir hier erleben mussten, war ein betrügerischer Angriff auf die Grundwerte des Sports. Auch die Tatsache, dass Forfang und Lindvik selbst nichts von den Veränderungen an ihren Anzügen gewusst haben wollen – wo dieser doch sowas wie ihr Heiligtum ist (bzw. sein sollte), wirft Fragen auf und sorgt für mehr Unglaubwürdigkeit.

Dass der Internationale Ski- und Snowboardverband FIS zunächst zögerlich auf die kursierenden Videos reagierte und den eingelegten Protest von Österreich, Polen und Slowenien am Wettkampftag ablehnte ist zum einen zwar verständlich, aber dennoch genauso enttäuschend. Auf der Plattform X wurden am Samstag drei Videos von dem polnischen Sport.pl-Journalisten Jakub Balcerski veröffentlicht. Ein Video wurde später auch im Rahmen der Berichterstattung der ARD gezeigt. Was sich dort offenbarte, ließ sofort vermuten, dass es sich um einen Betrugsversuch handeln musste. Die Worte von FIS-Materialkontrolleur Christian Kathol gegenüber der ARD zu Beginn des Wettbewerbes, die Anzüge der Norweger seien regelkonform, wurden durch die spätere Disqualifikation von Kristoffer Eriksen Sundal (nach dem ersten Durchgang) und die Bestätigung der Manipulation an Lindviks und Forfangs Anzug ins Gegenteil verkehrt. Der Grund? Nach gründlicher Prüfung ihrer Anzüge im Anschluss an den Wettbewerb wurde festgestellt, dass die Norweger scheinbar in den Anzug versteckt ein steifes Band vom Knie nach oben zum Schritt eingenäht haben, was den Schritt während des Sprungs automatisch weiter unten hält, um somit mehr Fläche zu erreichen und besser Segeln zu können – eine klare Manipulation. Stellt sich die Frage, wenn diese Manipulation ernst nach einem regelrechten Auseinandernehmen der Anzüge zum Vorschein kam, wer sagt uns, dass so etwas nicht schon vorher gemacht wurde?

Die Glaubwürdigkeit der Entscheidungen und letztlich aller vergebenen Medaillen wurde damit doch stark erschüttert. Kann man die Goldmedaille von Marius Lindvik auf der Normalschanze sowie die Mixed-Team-Goldmedaille der Norweger dann überhaupt noch ernst nehmen? Wohl kaum.

Was bleibt? Fassungslosigkeit. Die Materialschlacht hat den eigentlichen sportlichen Gedanken längst überrollt. Wer kann heute noch sicher sein, dass er einen fairen Wettbewerb sieht? Solche Vorfälle schaden nicht nur den beteiligten Athleten, sondern dem gesamten Sport. Sie rücken das, worum es bei einer Weltmeisterschaft wirklich gehen sollte, in den Hintergrund: den Wettkampf und die Leistungen der Athleten. Umso trauriger, wenn eine Mannschaft dann ausgerechnet bei der WM vor eigener Haustür eine solche Aktion durchzieht.

Für die FIS besteht nun dringend Handlungsbedarf. Strengere Regeln, klarere Kontrollen sowie mehr Transparenz und vor allem Konsequenz bei der Umsetzung sind unverzichtbar, wenn wir das Vertrauen in diesen Sport wiederherstellen wollen. Denn ohne Vertrauen verliert der Sport seinen Wert.

Skispringen-news.de – Chefredakteurin, Konstanze Schneider

Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Zum Abschluss der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Trondheim hat sich Domen Prevc von der Großschanze die Goldmedaille gesichert. Mit Weiten von 138m und 140,5m (301,8 Punkte) sprang der Slowene zum Tagessieg. Silber ging an den Österreicher Jan Hörl (286,6 Punkte) vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi (284,7 Punkte), der sich über Bronze freuen darf. Die beiden Norweger Marius Lindvik und Johann Andre Forfang wurden wegen des Verdachtes auf Anzugmanipulation disqualifiziert. Lindvik hatte den Wettkampf zuvor hinter Prevc auf dem zweiten Rang beendet.

In der zuvor ausgetragenen Qualifikation hatte sich angedeutet, dass Marius Lindvik und Domen Prevc zu den ganz großen Favoriten im Kampf um die Goldmedaille zählen würden. Mit einer Weite von 143 Metern stellte Lindvik hier einen neuen Schanzenrekord auf und entschied den Qualidurchgang für sich. Prevc reihte sich hinter dem Japaner Kobayashi auf einem vielversprechenden dritten Rang ein.

Im Wettkampf kam es dann zu einem spannenden Duell zwischen Lindvik und Prevc. Den ersten Durchgang entschied der Slowene mit einem Sprung auf 138 Metern für sich, knapp vor dem Norweger, dem trotz gleicher Weite zur Halbzeit 0,7 Punkte fehlten. Auf Rang drei sortierte sich mit Jan Hörl der beste Österreicher ein. Johann Andre Forfang (4.), Ryoyu Kobayashi (5.), Philipp Raimund (6.) und Anze Lanisek (7.) folgten knapp dahinter und hatten vor dem zweiten Versuch allesamt noch gute Chancen auf eine Medaille. Raimund trennten als Sechstplatzierten beispielsweise gerade einmal 0,9 Punkte zum Bronzerang von Hörl.

Die mit Spannung erwartete Entscheidung im Medaillenrennen eröffnete Anze Lanisek mit einem starken zweiten Sprung auf 136 Metern. Mit diesem konnte er sich an Raimund vorbeischieben, der nach einem starken ersten Versuch (137,5 m) dieses Mal bei 133 Metern landete. Kobayashi gelang es danach jedoch den Sprung von Lanisek zu kontern und sich mit 137 Metern an die Spitze zu setzen. Johann-Andre Forfang schaffte es im Anschluss nicht den Japaner zu verdrängen, erst Hörl, der damit auch als erster Medaillengewinner feststand. Den Showdown am Ende um Gold machten Lindvik (139,5m) und Prevc (140,5m) unter sich aus. Mit 301,8 Punkten behielt der Slowene hierbei die Oberhand und tritt damit die Nachfolge seines Mannschaftskameraden Timi Zajc an, der sich 2023 in Planica den Weltmeistertitel von der Großschanze gesichert hatte. Doch das Sportliche Geschehen rückte an diesem Tage in den Hintergrund.

Heftige Diskussionen um norwegische Sprunganzüge

Bereits im Vorfeld zum heutigen Wettkampf kursierte ein Video im Springerlager, welches zeigt, wie in der Nacht die abgenommenen Anzüge der norwegischen Mannschaft „umgenäht/verändert“ wurden (die ARD veröffentlichte dieses Video auch im Rahmen ihrer Berichterstattung). Daraufhin legten die Österreicher, Polen und Slowenen einen gemeinsamen Protest gegen die Starterlaubnis der Norweger ein, nachdem sich schon in den vergangenen Tagen immer wieder Gerüchte über nicht regelkonforme Anzüge der Lokalmatadoren in der Öffentlichkeit breit machten. Dieser Protest, an dem sich der deutsche Skiverband im Übrigen nicht beteiligte (dieser übersendete anstelle dessen ein eigenständiges Schreiben an die FIS, in der um genaue Aufklärung der Umstände gebeten wird), wurde allerdings abgewiesen.

Nach dem Wettkampf wurden Marius Lindvik und Johann-Andre Forfang allerdings aufgrund der Manipulationsvorwürfe disqualifiziert, nachdem sich diese bei der Materialkontrolle bestätigten. Lindvik verliert damit seine Silbermedaille und das norwegische Skispringen vielleicht noch mehr an Glaubwürdigkeit, was die Erfolge aus den letzten Tagen bei ihrer Heim-WM angeht.

Im übrigen wurde Kristoffer-Eriksen Sundal bereits nach dem ersten Durchgang disqualifiziert. Einziger Norweger in Wertung ist damit Robert Johansson, der allerdings nicht über Rang 19 hinauskam.

Im Sinne des Skispringens hoffen wir bei Skispringen-News.de auf eine genaue Aufklärung und eine baldige Rückkehr zu dem Sport, den wir so sehr lieben und der uns unter fairen Bedingungen so viel Freude bereitet!

Raimund und Wellinger in den Top-10

Hinter den drei Medaillengewinnern Prevc, Hörl und Kobayashi reihten sich Anze Lanisek (4.), Philipp Raimund (5.), Maximilian Ortner (6.), Gregor Deschwanden (7.), Andreas Wellinger (8.), Daniel Tschofenig (9.) sowie Lovro Kos (10.) ein. Karl Geiger (21.) und Pius Paschke (28.) erreichten ebenfalls den zweiten Durchgang der Top-30, blieben aber deutlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.

Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Nach dem Teamwettbewerb der Damen haben nun auch die Herren ins WM-Geschehen eingegriffen. Mit der Qualifikation für den morgigen Einzelwettbewerben zeigten sich die ersten Favoriten für den Titel von der Normalschanze – einige Überraschungen gab es bei wechselnden Verhältnissen auch.

Wie im Training so auch in der Qualifikation – Johann André Forfang bestätigte seine starken Trainingsleistungen (2., 3.) und sicherte sich mit der Tagesbestweite von 106,5 Metern den Sieg in der Qualifikation. Nicht ganz nach Plan verlief der Qualifikationssprung für den Slowenen Anze Lanisek (12.), der im Training ebenfalls einen bärenstarken Eindruck hinterließ.

Der Weltcup-Gesamtführende aus Österreich Daniel Tschofenig, der sich im Training ausnahmsweise nicht ganz vorne einordnete, landete in der Qualifikation auf Rang drei. Überraschend auch die Platzierungen von Killian Peier (Schweiz) und Valentin Foubert (Frankreich), die sich als 4. und 6. ebenfalls in die Reihen der Besten schieben konnten. Den 100%igen Aufschluss gab die Qualifikation jedoch noch nicht. Denn die Bedingungen waren wechselhaft, besonders zum Ende hin des Durchgangs – zu viele Gatewechsel waren die Folge.

Wellinger überrascht nach ersten Eindrücken

Nach dem Training musste sich DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher von einem der fünf deutschen Herren für den Einzelwettbewerb von der Normalschanze verabschieden. Für Stephan Leyhe heißt es damit vorerst nur zuschauen und seinen Teamkollegen die Daumen drücken.

Eine kleine Überraschung zeichnete sich bereits im Training am Freitagabend ab: Andreas Wellinger führte das deutsche Team an – er belegte in den drei Trainingsdurchgängen zweimal Rang zwei und einmal Rang vier und war damit bei den Besten dabei. Diesen Eindruck bestätigte er nun auch in der Qualifikation, indem er sich direkt hinter Forfang mit der zweitbesten Weite von 105,5 Metern platzierte. Ein positiver Trend zeigte sich auf der Normalschanze von Trondheim bisher auch bei Philipp Raimund, der als zweitbester Deutscher im Training dreimal in den Top Ten landete. In der Qualifikation reihte er sich mit guten 100 Metern erneut auf Rang zehn ein.

Anders sah es bisher bei Pius Paschke und Karl Geiger aus. Im Training fanden sie noch nicht den Schlüssel zur Schanze. In der Qualifikation gelang dem Kleinschanzen-Spezialisten Geiger dann die deutliche Steigerung. Mit 101,5 Metern wurde es ein starker Platz fünf für den Oberstdorfer. Pius Paschke sucht weiter nach seiner optimalen Position in der Anfahrt und im Flug – er belegte nur Rang 30.

Weiter geht’s am Sonntag mit der ersten Einzelentscheidung der Herren um 17 Uhr, live beim ZDF und bei Eurosport.

Weltcup Damen Weltmeisterschaften

Das norwegische Damenteam bejubelt bei der Heim-WM in Trondheim die Goldmedaille. Am Ende setzten sich die Norwegerinnen beim Teamspringen auf der Normalschanze souverän durch. Österreich darf sich über Silber freuen, Bronze geht an das Team aus Deutschland.

Norwegen siegt, Stroem überragt
Im Teamwettkampf der Damen konnte sich das Skisprungteam aus Norwegen die erste Goldmedaille bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft im heimischen Trondheim sichern. Das norwegische Damenteam, bestehend aus Anna Odine Stroem, Ingvild Synnoeve Midtskogen, Heidi Dyhre Traaserud und Eirin Maria Kvandal, brachte es in der Endabrechnung auf 904,5 Punkte und fuhr somit souverän den Sieg ein. Insbesondere Anna Odine Stroem konnte überzeugen. Stroem, die bereits gestern Bronze im Einzel holte, sprang in beiden Durchgängen über 100 Meter (100,5 und 102,0 Meter). Aber auch Stroems Teamkolleginnen performten stark. Mit Weiten von 98,5 und 95,0 Meter zählte Eirin Maria Kvandal ebenfalls zu den besten Einzelspringerinnen im Feld. Die Newcomerinnen Ingvild Synnoeve Midtskogen und Heidi Dyhre Traaserud sprangen in beiden Durchgängen solide und vermieden jegliche Ausreißer nach unten. Gleichzeitig war es das erste Mal überhaupt, dass Norwegen das Teamspringen der Damen bei einer Nordischen Ski-WM gewinnen konnte.

Silber für solide Österreicherinnen
Das ÖSV-Team um Lisa Eder, Julia Mühlbacher, Jacqueline Seifriedsberger und Eva Pinkelnig lag letztlich mit insgesamt 885,1 Punkten fast 20 Punkte hinter den Siegerinnen aus Norwegen. Dabei hatten sich die Österreicherinnen nicht viel vorzuwerfen, da alle Athletinnen auf vernünftigem Niveau sprangen. Allerdings fehlten dem ÖSV-Team die absoluten Topsprünge, wie sie etwa Anna Odine Stroem zeigte. Deshalb blieb das Team aus Österreich zwar permanent in Schlagdistanz, doch eine richtige Attacke auf Norwegen blieb am Ende aus.

Patzer von Seyfarth verwehrt DSV Chance auf mehr
Dem Team aus Deutschland gelang es leider nicht, den WM-Titel von 2023 zu verteidigen. Dennoch darf sich Deutschland nach einer anständigen Performance und 846,5 eingefahrenen Punkten mit Bronze zufrieden geben. Letztlich war es ein souveräner dritter Platz, da das DSV-Team in der Gesamtwertung über 50 Punkte Vorsprung auf Platz vier herausspringen konnte. Platz zwei hingegen war in ähnlich weiter Entfernung. Auf Österreich waren es fast 40 Punkte Rückstand, auf Norwegen sogar beinahe 60 Punkte. Dass der Rückstand am Ende auf Gold und Silber so groß sein würde, war nach dem ersten Durchgang nicht zu erwarten gewesen. Nachdem alle Athletinnen ihren ersten Sprung hingelegt hatten, lag Deutschland mit 5,6 Punkten Rückstand auf Norwegen noch auf einem aussichtsreichen zweiten Platz. Zunichte gemacht wurden die Hoffnungen auf eine mögliche Titelverteidigung durch einen Patzer von Startspringerin Juliane Seyfarth im zweiten Durchgang. Nachdem die routinierte Seyfarth im ersten Sprung noch auf starke 93,5 Meter kam, waren es im zweiten Versuch nur enttäuschende 79,0 Meter. Auch Katharina Schmid sprang ihrer absoluten Topform weiter hinterher und verpasste es, mit Weiten von 91,5 und 86,0 Metern, weitere wichtige Punkte für das DSV-Team zu sammeln. Agnes Reisch und Selina Freitag, performten wie schon zuletzt auch im Teamwettbewerb wieder auf hohem Niveau. Agnes Reisch kratzte im ersten Sprung mit 99,5 Metern an der 100-Meter-Marke. Im zweiten Sprung waren es dann immerhin noch 90,0 Meter. Selina Freitag, die sich am Vortag bereits Silber im Einzel sichern konnte, war mit Weiten von 95,5 und 96,0 Metern die konstanteste und gleichzeitig beste deutsche Springerin.

Attacke von Prevc und Slowenien bleibt aus
Rang vier ging an das Team aus Slowenien um Einzelweltmeisterin Nika Prevc. Im Vergleich zum Vortag funktionierte bei Nika Prevc nur der erste Sprung, sodass es Slowenien verpasste, das deutsche Team im Kampf um Platz drei in Verlegenheit zu bringen. Auch die anderen Springerinnen des slowenischen Teams kamen nicht konstant auf Weiten von über 90 Metern, sodass auch eine herausragende Leistung von Nika Prevc nicht zu mehr geführt hätte.
Japan sicherte sich Platz fünf vor Italien auf Rang sechs und den USA und China auf den Plätzen sieben und acht. Bereits im ersten Durchgang waren die Mannschaften aus Finnland, Tschechien, Polen und Kasachstan ausgeschieden.
Weiter geht es bei der Nordischen Ski-WM noch heute Abend mit der Qualifikation der Herren. Der Wettkampf der Herren findet dann am morgigen Sonntag statt.

Weltcup Weltcup Damen Weltmeisterschaften

Nika Prevc ist ihrer Favoritenstellung gerecht geworden und hat sich bei der ersten Einzel-Entscheidung in Trondheim die Goldmedaille gesichert. Die 19-jährige Slowenin setzte sich mit 259,2 Punkten auf der Normalschanze vor Selina Freitag (250,8 Punkte) und der Norwegerin Anna Odine Ström (246,6 Punkte) durch, die sich nach einer engen Medaillenentscheidung über Silber bzw. Bronze freuen durften.

„Ich war ziemlich nervös im ersten Durchgang, konnte mich nicht wirklich entspannen. Dann habe ich mich aber zusammenreißen können und es ging im zweiten Durchgang ganz gut“, schilderte Prevc nach dem Gewinn des WM-Titels gegenüber dem TV-Sender Eurosport.

Bereits in der gestrigen Qualifikation sowie im Probedurchgang verwies sie ihre Konkurrentinnen auf die Verfolgerplätze. Im Wettkampf hielt die Weltcupführende dann ebenfalls dem Druck stand. Bereits nach dem ersten Durchgang führte sie trotz eines zu frühen Absprungs mit einem Sprung auf 98 Meter. Im zweiten Durchgang parierte Prevc dann den Angriff von Selina Freitag und sicherte sich mit einer Weite von 100m aus Startluke 16 den Sieg. 8,4 Punkte dahinter reihte sich Selina Freitag ein, die mit einem starken Sprung auf 103,5m (Startluke 17) im zweiten Durchgang noch die Norwegerin Anna Odine Ström abfangen und die Kanadierin Alexandria Loutitt auf Distanz halten konnte. Loutitt hatte punktgleich mit Freitag nach dem ersten Durchgang auf Rang drei gelegen, hinter Prevc und Ström.

„Es ist noch nicht ganz bei mir angekommen. Ich bin gerade einfach mega happy, dass ich solche Sprünge jetzt im Wettkampf zeigen konnte. Das ist einfach unglaublich. Es zahlt sich gerade so viel harte Arbeit aus, es ist einfach nur schön“, strahlte Freitag nach ihrer ersten WM-Einzelmedaille unter Freudentränen am Mikrofon des ZDF. Im Auslauf wurde sie von ihren Teamkolleginnen gebührend in Empfang genommen. Titelverteidigerin Katharina Schmid, die sich im heutigen Einzelwettkampf mit dem 19. Platz begnügen musste, fiel ihr um den Hals und freute sich mit. „Die Seli ist so cool geblieben und hat es absolut verdient – einfach richtig cool“, so die Oberstdorferin.

Anna Odine Ström sicherte sich dahinter den dritten Platz und damit erneut wie in Planica 2023 auf der Normalschanze die Bronzemedaille. „Heute war sehr viel Adrenalin dabei. Ich habe alles gegeben, was ich konnte. Technisch war es nicht so großartig, aber es war der reine Wille, der mich angetrieben hat“, so Ström anschließend bei Eurosport. Ihre Teamkollegin Eirin Maria Kvandal (242,9 Punkte) verpasste die Medaillenränge knapp und wurde Vierte.

Sieben Athletinnen nach dem ersten Durchgang innerhalb von 3,6 Punkten

Die erste WM-Entscheidung in Trondheim war von enormer Spannung geprägt. Mit Nika Prevc (1.), Anna Odine Ström (2.), Alexandria Loutitt (3.), Selina Freitag (ebenfalls 3.), Abigail Strate (5.), Eirin Maria Kvandal (6.) und Eva Pinkelnig (7.) lagen sage und schreibe noch sieben Athletinnen innerhalb von 3,6 Punkten. Erst zu Yuki Ito (8.) klaffte eine kleine Lücke. Die Japanerin trennten 12,2 Punkte von der Spitze.

Auch nach dem Finaldurchgang hatten diese sieben Damen die Nase vorne, jedoch in leicht veränderter Reihenfolge. Neben Freitag, die sich mit ihrem Sprung auf 103,5m noch den zweiten Platz sichern konnte, zählte auch Kvandal mit ihrem Satz auf 101,5m zu den Gewinnern des zweiten Umlaufes. Für sie ging es noch von Platz sechs auf Rang vier nach vorne.

„Verliererin“ des zweiten Durchgangs war die Kanadierin Alexandria Loutitt, die mit 95,5 Metern noch aus den Medaillenrängen rausfiel und sich letztlich als Fünfte hinter Kvandal einreihte. Punktgleich im übrigen mit ihrer Teamkollegin Abigail Strate, die ebenfalls einen starken Wettkampf zeigte. Auf Rang sieben reihte sich die Silbermedaillengewinnerin von Planica 2023, Eva Pinkelnig ein. Sie wurde überraschenderweise beste Österreicherin, da sich ihre beiden Landsfrauen Jaqueline Seifriedsberger und Lisa Eder am Ende mit den Positionen acht und elf begnügen mussten. Beide blieben an diesem Tag hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.

Yuki Ito (9.) und die zweitbeste Deutsche, Agnes Reisch (10.), komplettierten die Top-10. Katharina Schmid (19.) und Juliane Seyfarth (27.) rundeten dahinter das DSV-Ergebnis ab.

Bei Luisa Görlich steht erneut ein Kreuzbandriss im Raum

Zum Gesundheitszustand von Luisa Görlich gab Mannschaftsarzt Florian Porzig im Rahmen des Wettbewerbs am ZDF-Mikrofon folgendes Update: „Momentan geht’s ihr gut. Sie hat keine Schmerzen. Das Knie ist recht dick und ich glaube leider, dass sie eine schwere Knieverletzung im rechten Kniegelenk erlitten hat. Ein Kreuzbandriss steht leider im Raum.“ Genaueren Aufschluss hierüber werden dann die Untersuchungen in den nächsten Tagen ergeben.

Auf die Frage, ob der Zeitpunkt ihres Comebacks vielleicht etwas zu früh gewesen sei, führt Porzig aus: „Ich würde es nicht so sehen, daher ein klares „Nein“! Wir haben uns dem Rehaprozess wirklich sehr intensiv angenommen und sie hat eine extrem professionelle Reha hingelegt, so wie ich es selten zuvor erlebt habe. Sie war körperlich und von den Werten her fit und vor allen Dingen, was sehr wichtig ist, auch mental voll da! Sie wollte es auch und wir haben das „go“ gegeben- umso bitterer.“

Görlich hatte in der gestrigen Qualifikation Probleme bei der Landung und musste danach lange im Auslaufbereich behandelt werden. Anschließend wurde sie von einem Betreuer aus dem Schanzenbereich getragen. An dieser Stelle wünschen wir Ihr gute Besserung!

Morgen geht es erneut um Gold

Schon am morgigen Samstag steht für die Skispringerinnen mit dem Teamwettbewerb die nächste WM-Entscheidung auf dem Programm. Die deutsche Mannschaft tritt als Titelverteidiger an und zählt nach den bisherigen Eindrücken neben den Österreicherinnen und Norwegerinnen zu den großen Favoriten. Aufgrund der Verletzung von Luisa Görlich stellt sich das DSV-Team dabei quasi von selbst auf. Neben Einzelmedaillengewinnerin Selina Freitag zählen Agnes Reisch, Katharina Schmid und Juliane Seyfarth zum morgigen Aufgebot. Während Freitag und Reisch ihre gute Form in Trondheim schon unterstreichen konnten, erhoffen sich Schmid und Seyfarth im Teamwettkampf noch eine Steigerung.

Weltmeisterschaften

Den offiziellen Start beim Skispringen der diesjährigen Weltmeisterschaften in Trondheim machten am heutigen Donnerstagabend die Damen. Auf der Granasen Normalschanze (HS 102) stand die Qualifikation für das morgige Springen an. Am Ende zeigte sich ein gewohntes Bild: Nika Prevc gewinnt die Qualifikation. Hinter ihr landete die Norwegerin Anna Odine Stroem, die mit 101,5 Metern den weitesten Sprung des Wettkampfs zeigte. 

Nika Prevc, die bereits im vorausgegangenen Probedurchgang am heutigen Abend ganz oben stand, landete auf 99,5 Meter und holte sich mit 147,6 Punkten den Sieg in der Qualifikation. Damit ist sie natürlich weiterhin die Top-Favoritin für den morgigen Auftaktbewerb der diesjährigen Weltmeisterschaften. 

Auf Rang zwei landete vor heimischem Publikum die Norwegerin Anna Odine Stroem (101,5 m/139,7 Pkt.) vor der Österreicherin Jacqueline Seifriedsberger auf dem dritten Platz (95,0m/137,1 Pkt.). 

Eirin Maria Kvandal, die im gestrigen Training noch dominierte und dort in zwei von drei Sprüngen ganz oben stand, landete auf dem vierten Platz. Mit Lisa Eder (5.) und Eva Pinkelnig (8.) landeten außerdem zwei weitere Österreicherinnen unter den besten Zehn. Ema Klinec (9.) und Yuki Ito (10.) komplettierten die Top Ten. 

Licht und Schatten für das Deutsche Team 

Selina Freitag, die im Probedurchgang noch auf 100,0 Meter kam, landete in der Qualifikation mit einem Sprung auf 92,0 Meter auf Rang sechs. Direkt hinter ihr, jedoch mit zwei Luken mehr Anlauf, landete Agnes Reisch mit 95,0 Metern auf Rang sieben. 

Titelverteidigerin Katharina Schmid tut sich weiterhin schwer. Mit 80 Metern landete sie auf Rang 25. Damit qualifiziert sie sich zwar für den Wettkampf, ist aber nicht ganz zufrieden. Gegenüber Eurosport äußerte sie sich nach der Qualifikation: „Mein Probedurchgang war ganz gut, aber die Qualifikation war nicht die beste. Ich hatte schon im Anlauf kein gutes Gefühl, ich habe im Moment gar kein Gefühl im Anlauf. Es ist nicht so einfach für mich. Aber ich bin qualifiziert und versuche morgen aufs Neue, ein gutes Gefühl zu finden und gebe mein Bestes.“

Juliane Seyfarth qualifizierte sich als 19. ebenfalls für den morgigen Bewerb. 

Besonders bitter verlief die heutige Qualifikation für Luisa Görlich. Görlich hatte nach einem starken Sprung auf 93,0 Meter Probleme bei der Landung. Sie kam zwar nicht zu Sturz, konnte den Auslauf aufgrund von Schmerzen im rechten Knie jedoch nicht selbstständig verlassen. Görlich ist erst zwei Wochenenden vor der WM nach ihrer Kreuzbandverletzung zurück ins Weltcup-Team des DSV gekommen. Trotz Rang 36, wird sie im morgigen Wettkampf vermutlich nicht am Start sein. An dieser Stelle wünschen wir ihr alles Gute!

Neben Yuki Ito auf Rang zehn konnten auch die übrigen Japanerinnen sich deutlich für den morgigen Wettkampf qualifizieren. Sara Takanashi und Nozomi Maruyama landeten punktgleich auf Platz elf, Yuka Sato (27.) komplettierte die solide Teamleistung.

Auch die beiden Kandadierinnen Abigail Strate (14.) und Alexandria Loutitt (15.) zeigten sich als Einheit. 

Die beiden Schweizer Starterinnen Sina Arnet und Rea Kindlimann verpassen die Qualifikation für den morgigen Wettkampf auf den Rängen 48 und 52.

Erfreulicher lief es hingegen für die Schwedin Frida Westman. Auch sie hat eine lange Liste an Verletzungen und Operationen hinter sich. Nach fast einem Jahr ohne Wettkampf, schaffte sie heute mit Platz 37 direkt die Qualifikation für den morgigen WM-Bewerb.

Morgen geht es dann auf der Normalschanze um die ersten Medaillen. Der Wettkampf der Damen startet um 14:00 Uhr.

Offizielles Ergebnis Qualifikation

DSV Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Die Nordische Ski-Weltmeisterschaft im norwegischen Trondheim wurde gestern Abend feierlich eröffnet. Trotz der turbulenten Saison und der zuletzt schwachen Weltcup-Ergebnisse machen sich die deutschen Skispringer um Pius Paschke Hoffnungen auf Medaillen in den kommenden Tagen. Im Wintersport Podcast der ARD Sportschau sprach Pius über die WM und die bisherige Saison.

Bei der Nordischen Ski-WM gibt es für die Herren wie Damen jeweils zwei Einzelentscheidungen – eine auf der Normalschanze sowie eine auf der Großschanze des Granåsen Skisenter. Für beide Geschlechter gibt es außerdem einen Team- und einen gemeinsamen Mixed-Teamwettbewerb.

Nachdem bei der Raw Air 2024 bereits zum ersten Mal ein Weltcup auf der neu umgebauten Schanzenanlage stattfand, absolvierte die deutsche Mannschaft um Bundestrainer Stefan Horngacher im vergangenen Sommer einen Lehrgang in Trondheim, um die Schanze optimal kennenzulernen. Pius Paschke zeigte sich gegenüber der Podcast-Hosterin Julia Kleine im Wintersport Podcast der Sportschau angetan von der WM-Anlage: „Es ist eine moderne Schanze, aber cool vom Profil her. Die Flugkurve ist etwas flacher und man kommt wirklich schön ins Fliegen. […] Ich würde schon sagen, dass sie [die Schanze] meinem Sprungstil entgegenkommt.“

Pius Paschke legte mit insgesamt sechs Einzelsiegen und zwei weiteren Podestplätzen einen phänomenalen Start in die Wintersaison hin und führte bis zur Vierschanzentournee den Gesamtweltcup der Herren an. „Dass ich so starte, hätte ich mir nicht gedacht. Das hätte ich mir erträumt, aber dass es dann so aufgeht, hätte ich nicht gedacht“, so der 34-Jährige über seinen Saison-Auftakt. Bereits bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg (Schweiz) machte sich jedoch eine leichte Formschwäche bemerkbar. Im Laufe der Tournee nahmen die Zweifel dann zu und es folgte ein regelrechter Formabfall – und das nicht nur bei Pius Paschke, sondern im gesamten DSV-Team.

„Als große Favoriten fahren wir nicht hin“

Die Probleme in der deutschen Mannschaft zogen sich seit der Vierschanzentournee durch die letzten Wochen. Beim Weltcup in Sapporo erreichte man das schlechteste Ergebnis im Weltcup seit Februar 2011 – kein DSV-Adler in den Top 20. Pius Paschke belegte dort als bester Deutscher nur Platz 23 und schaffte es an Tag zwei als 31. nicht einmal ins Finale. Zuvor gönnte sich der Kiefersfeldener eine kurze Pause vom Weltcupgeschehen und ließ das Wochenende im amerikanischen Lake Placid aus.

Demzufolge steht auch für Paschke eins fest: „Als große Favoriten fahren wir nicht hin. Das ist klar. […] Es geht am Schluss um eine Medaille. Von daher können wir relativ frei drauf losspringen, wenn man jetzt nicht gerade Medaillen-Favorit ist.” In wie weit die deutschen Skispringer „das Feld von hinten aufrollen“ und einen Weg aus ihrem Formtief finden können, bleibt abzuwarten. „Die Aufgabe ist immer, dass man da wieder rauskommt und nicht hofft, dass der eine Moment kommt, wo es dann Klick macht. Das ist so ein bisschen Wunschdenken. […] Es ist ein stetiges Arbeiten. Es ist mühsam, es ist anstrengend, sich wieder nach oben zu arbeiten. Den Fokus richtig zu legen, das ist meine Challenge. Für die WM habe ich da einen klaren Plan. Ob das gelingt, wird man sehen“, erklärt der aktuell Fünftplatzierte des Gesamtweltcups.

Sein aktuell größtes Problem sei nach eigenen Angaben die Anlauf-Hocke. Aus diesem Problem entwickelten sich laut Paschke dann weitere kleinere Probleme, die immer größer wurden. Nun ginge es für ihn darum, „den Fokus wie Anfang des Winters wieder richtig zu legen“. Bleibt zu hoffen, dass dies auf der für ihn ansprechenden Schanze bestmöglich gelingt. Bisher konnte Pius Paschke einmal Gold mit dem Team bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf 2021 gewinnen. Silber und Bronze holte er außerdem mit dem Team bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Planica 2020 und Bad Mitterndorf 2024. Eine Einzelmedaille steht für den Ältesten im DSV-Team noch aus.

Zur Trainerdiskussion um Horngacher: „Aktuell stellt sich für uns die Frage nicht“

Zuletzt wurden zudem immer wieder Stimmen laut, ob nicht ein Trainerwechsel im Deutschen Skiverband angebracht wäre. Nach den schwachen Ergebnissen wurde Bundestrainer Stefan Horngacher vor allem bei den deutschen Fans immer wieder kritisiert. Die Athleten wie auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel stehen aktuell aber weiter hinter Horngacher, der das Team bereits seit April 2019 anführt.

Zur aktuellen Krise sagte Paschke: „Uns fehlen im Team immer noch ein paar Sachen, damit wir den Winter komplett durchziehen. Da muss man sich schon hinsetzen und genau analysieren, woran es liegt. Da müssen sich die Sportler, einschließlich mir, an die eigene Nase packen und erstmal schauen: Was kann ich wirklich besser machen? Erst dann kann man irgendwie eine andere Diskussion führen. Aber wie gesagt, aktuell stellt sich für uns die Frage nicht. Wir sind mitten im Winter und wir wollen jetzt einen erfolgreichen Winterschluss hinlegen.“

Weltmeisterschaften

Wo wird gesprungen?

Im norwegischen Trondheim wird auf der neu umgebauten Granåsen Anlage gesprungen. Trondheim ist mit 200.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Norwegen, nach Oslo und Bergen. Außerdem liegt die Stadt an der Küste zum Europäischen Nordmeer. Seit 1968 ist Trondheim die Partnerstadt von Darmstadt. Trondheim war bereits 1997 Ausrichter Nordischer Ski-Weltmeisterschaften. Für die Skispringerinnen und Skispringer finden bei der diesjährigen WM insgesamt sieben Entscheidungen statt, davon drei auf der Normalschanze und vier auf der Großschanze.

Die Schanzendetails der Granåsen Großschanze im Überblick:

Hillsize:102 m138 m
K-Punkt:94 m124 m
Schanzenrekord:106 m (Ryoyu Kobayashi, 12.03.24)140 m (Karl Geiger, 13.03.24)
Baujahr:20232023

Programm:

Mittwoch, 26.02.2025:
14:00 – Offizielles Training der Frauen HS102

Donnerstag, 27.02.2025:
19:30 – Probedurchgang der Frauen HS102
20:30 – Qualifikation der Frauen HS102 (Eurosport)

Freitag, 28.02.2025:
13:00 – Probedurchgang der Frauen HS102
14:00 – Einzelwettbewerb der Frauen HS102 (ZDF, Eurosport)
17:00 – Offizielles Training der Männer HS102

Samstag, 01.03.2025:
16:00 – Probedurchgang der Frauen HS102
17:00 – Teamwettbewerb der Frauen HS102 (ZDF, Eurosport)
19:15 – Probedurchgang der Männer HS102
20:30 – Qualifikation der Männer HS102 (Eurosport)

Sonntag, 02.03.2025:
16:00 – Probedurchgang der Männer HS102
17:00 – Einzelwettbewerb der Männer HS102 (ZDF, Eurosport)

Dienstag, 04.03.2025:
13:30 – Offizielles Training der Frauen HS138
17:00 – Offizielles Training der Männer HS138

Mittwoch, 05.03.2025:
15:00 – Probedurchgang der Mixed-Teams HS138
16:00 – Mixed-Team-Wettbewerb HS138 (ARD, Eurosport)

Donnerstag, 06.03.2025:
15:20 – Probedurchgang der Männer HS138
16:20 – Teamwettbewerb der Männer HS138 (ARD, Eurosport)
19:30 – Probedurchgang der Frauen HS138
20:30 – Qualifikation der Frauen HS138 (Eurosport)

Freitag, 07.03.2025:
11:00 – Probedurchgang der Männer HS138
12:15 – Qualifikation der Männer HS138 (Eurosport)
15:15 – Probedurchgang der Frauen HS138
16:15 – Einzelwettbewerb der Frauen HS138 (ARD, Eurosport)

Samstag, 08.03.2025:
14:45 – Probedurchgang der Männer HS138
15:45 – Einzelwettbewerb der Männer HS138 (ARD, Eurosport)

Sonntag, 02.03.2025
15:00 – Probedurchgang Mixed-Team HS138
16:00 – Mixed-Team-Wettbewerb HS138 (ARD, Eurosport)

Donnerstag, 06.03.2025:
15:20 – Probedurchgang der Männer HS138
16:20 – Teamwettbewerb der Männer HS138 (ARD, Eurosport)
19:30 – Probedurchgang der Frauen HS138
20:30 – Qualifikation der Frauen HS138 (Eurosport)

Freitag, 07.03.2025:
11:00 – Probedurchgang der Männer HS138
12:15 – Qualifikation der Männer HS138 (Eurosport)
15:15 – Probedurchgang der Frauen HS138
16:15 – Einzelwettbewerb der Frauen HS138 (ARD, Eurosport)

Samstag, 08.03.2025:
14:45 – Probedurchgang der Männer HS138
15:45 – Einzelwettbewerb der Männer HS138 (ARD, Eurosport)

Norwegischer Skiverband Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Das norwegische Skisprung-Team scheint aktuell vom Pech verfolgt. Erst ein Sturz von Thea Minyan Bjoerseth beim Weltcup in Ljubno (Slowenien) am vergangenen Wochenende und nun ein weiterer von Halvor Egner Granerud. Beide fallen für die FIS Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in der norwegischen Heimat Trondheim aus.

Erst am Donnerstag gab Thea Minyan Bjoerseth, die in dieser Saison endlich so richtig durchstartete, ihre Diagnose nach ihrem Sturz am letzten Sonntag auf ihrem Instagram-Profil bekannt: „Während meines Sturzes in Ljubno habe ich mir das Kreuzband, das hintere Kreuzband und das Innenband gerissen. Mein Arm hat den Sturz abgefangen, dabei habe ich mir den Ellbogen ausgerenkt. Es wurden auch weitere Verletzungen am Arm festgestellt.“

Für die aktuell Sechstplatzierte im Gesamtweltcup ein besonders herber Rückschlag: „Ich habe es geschafft, eine Position zu erreichen, die mir die Möglichkeit bot, das zu erreichen, wofür ich lange gearbeitet habe. Ich bin stolz und dankbar für alles, was ich gelernt habe, und für die Menschen, die mir auf dem Weg geholfen haben. Ich weiß, dass sie immer an meiner Seite sein werden, besonders um mir zu helfen, das zu überwinden, was ich jetzt zu bewältigen habe.“

Mit ihrem Sturz am letzten Sonntag belegte die 21-Jährige überraschend sogar noch den dritten Platz, nachdem Bjoerseth nach dem ersten Durchgang in Führung lag. Auch in den vorherigen Weltcups stand sie in diesem Winter bereits sechs Mal auf dem Podium und schrammte mehrfach nur knapp an ihrem ersten Einzel-Weltcupsieg vorbei. Die Chancen auf eine WM-Medaille in der Heimat wären demzufolge ebenfalls hoch gewesen – umso tragischer der Ausfall: „Das ist eine bittere Pille, besonders mit den bevorstehenden Weltmeisterschaften im eigenen Land, an denen ich nicht teilnehmen kann.“ Die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Trondheim starten in der kommenden Woche und finden von 26. Februar bis 09. März statt.

Halvor Egner Granerud fällt nach Sturz in Lillehammer aus

Auch bei den norwegischen Herren gibt es einen Ausfall zu vermelden. Am Freitagmorgen gab der Norwegische Skiverband bekannt, dass sich Halvor Egner Granerud im Training zur WM-Vorbereitung verletzt hat. Wie „Hopplandslaget“ bei Instagram mitteilte, stürzte der zweifache Gesamtweltcupsieger am Mittwoch in Lillehammer und zog sich dabei eine Knieverletzung zu.

„Der Sport gibt und der Sport nimmt. Es ist sehr schmerzhaft, die Gelegenheit zu verpassen, auf heimischem Boden an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Das ist etwas, worauf ich mich gefreut habe, seit die Weltmeisterschaft an Trondheim vergeben wurde, und etwas, an das ich jeden Tag seit mehreren Jahren gedacht habe. Der Sturz war ungeschickt und ich hatte leider nicht das Talent, ihn zu retten. Darüber hinaus freue ich mich darauf, meine Teamkollegen sowie die anderen norwegischen Athleten bei den Weltmeisterschaften zu verfolgen“, sagte Granerud.

Zum Ausmaß seiner Verletzung teilte Mannschaftsarzt Guri Ekaas gegenüber der norwegischen Tageszeitung VG folgendes mit: „Halvors Verletzung und Symptome, Stabilitätstests des Knies und bildgebende Diagnostik sind mit einer Art von Verletzung des inneren Kniebandes vereinbar. Das Band hat sich von seiner Befestigung am Schienbein gelöst und sollte chirurgisch befestigt werden, um optimal zu heilen. Es ist daher nicht möglich, jetzt Ski zu springen, da die Verletzung die Knie-Stabilität und die Fähigkeit des Körpers, einer eventuellen neuen Verletzung zu widerstehen, beeinträchtigt.“

Für Granerud lief die Saison bisher zwar nicht nach Plan, zuletzt befand sich der 28-Jährige jedoch im Aufschwung – pünktlich zur WM in seinem aktuellen Wohnort. Freudige Neuigkeiten aus dem Hause Granerud gab es in dieser Woche aber dennoch: Denn wie Granerud am Mittwoch zusammen mit seiner Freundin Karoline Nilsen bekannt gab, erwarten die beiden ein Kind. Dazu gratulieren wir ganz herzlich!

Wir wünschen sowohl Thea Minyan Bjoerseth als auch Halvor Egner Granerud viel Kraft auf ihrem Weg zurück und eine gute & schnelle Genesung!

ÖSV Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Während die österreichische Männermannschaft für die WM in Trondheim bereits feststeht und aus Daniel Tschofenig, Jan Hörl, Stefan Kraft, Maximilian Ortner sowie Michael Hayböck besteht, wird das Damenteam erst nach den Wettbewerben in Hinzenbach bekanntgegeben. Vier Athletinnen stehen mutmaßlich bereits fest, um den fünften Startplatz wird noch gekämpft. Wir haben uns kürzlich mit Chiara Kreuzer unterhalten, für die es beim Heimweltcup am kommenden Wochenende noch um ein Ticket für das Saisonhighlight geht.

Nicht nur die österreichischen Herren sind derzeit gut in Form, auch bei den Damen sind aktuell zwei Athletinnen regelmäßig ganz vorne mit dabei. Die Rede ist von Jaqueline Seifriedsberger (Platz 5 im Gesamtweltcup) sowie von Lisa Eder (Platz 7 im Gesamtweltcup). Beim letzten Weltcup in Ljubno trennten sie in der Tageswertung gerade einmal 0,2 Punkte voneinander. Während Eder mit dem dritten Rang einen weiteren Podestplatz in dieser Saison sammeln konnte, wurde Seifriedsberger Vierte. Dafür wartet Eder noch auf ihren ersten Weltcupsieg, Seifriedsberger hingegen triumphierte bereits in Zao. Auch wenn es noch nicht offiziell bekannt gegeben ist, werden die Beiden aufgrund ihrer bisherigen Saison sicherlich ihren Startplatz sicher haben.

Gleiches gilt vermutlich auch für Eva Pinkelnig, die derzeit Achte im Gesamtweltcup ist und in dieser Saison in Villach eines Tagessieg einheimste. Die Gesamtweltcupsiegerin von 2022/2023 zeigte auch in dieser Saison schon einige starke Sprünge, wenngleich die Konstanz bei ihr derzeit noch fehlt. Vielleicht kann der Heimweltcup in Hinzenbach hierzu beitragen.

Rechtzeitig zur WM scheint auch Julia Mühlbacher in Form zu kommen. Die ÖSV-Adlerin erzielte in Ljubno mit dem achten Platz ihr bestes Saisonergebnis. Doch wer sichert sich das letzte Ticket?

In Hinzenbach sind neben Eder, Seifriedsberger, Pinkelnig und Mühlbacher folgende Österreicherinnen am Start: Chiara Kreuzer, Sophie Kothbauer, Vanessa Moharitsch, Sara Pokorny, Meghann Wadsak und Hannah Wiegele. Gute Karten hat dabei vor allem Kreuzer, die in Ljubno ihre ersten Weltcuppunkte in dieser Saison ergatterte. Die Zweitplatzierte des Gesamtweltcups 2019/2020 gehört mit vier Medaillen bei Großereignissen und 20 Podiumsplätzen in Österreich zu den erfolgreichsten Athletinnen der letzten Jahre. Wir haben mit der Pongauerin, die durch eine Teilruptur des Kreuzbandes ausgebremst wurde, in Willingen über den aktuellen Weltcupwinter sowie die bevorstehende WM gesprochen.

Skispringen-News.de: „Chiara, wie fühlt es sich an, wieder zurück im Weltcup zu sein?“

Chiara Kreuzer: „Schon sehr gut! Ich habe jetzt wirklich hart darauf hingearbeitet, dass ich mir den Platz wieder verdiene und es wieder Sinn macht im Weltcup einzusteigen. Umso schöner, dass es mir dann in Willingen wieder gelungen ist.“

Skispringen-News.de: „Wie schwierig war für Dich der Saisonbeginn und woran lag es genau?“

Chiara Kreuzer: „Es ist schwierig zu sagen. Mental hatte ich vielleicht den falschen Zugang zum Springen und dann habe ich im Sommer knapp 2 Monate wegen meinem Knie, das ich schonen musste, nicht springen können. Das hat sicherlich auch eine große Rolle gespielt. Es war natürlich eine harte Zeit. Ich habe mich wirklich wieder reingebissen, um mein Niveau deutlich zu steigern und bin auch auf einem guten Weg. Aber es ist auch noch genug zu tun!

Skispringen-News.de: „Du bist dann zunächst wieder im COC unterwegs gewesen. Wie liefen die Wettbewerbe?

Chiara Kreuzer: „Der Intercontinental Cup (ICOC) in China war sprungtechnisch ein ganz guter Start für mich. Auch wenn es durch eine Disqualifikation wieder einen kleinen Knacks gegeben hat und sich das Ganze nicht komplett im Ergebnis widergespiegelt hat. Es war also ein auf und ab. Notodden war dann auch ganz ok. Es waren die ersten Wettkämpfe nach langer Zeit für mich und es hat sich alles wieder so neu angefühlt. Auch weil ich im Sommer nicht dabei sein konnte, war alles etwas fremd. Daher galt es zunächst einmal Routine reinzubringen und dann ist mir zu Hause im Bischofshofen mit zwei Podiumsplätzen doch einiges gelungen. Es waren echt passable Sprünge, für die ich belohnt wurde.“

Skispringen-News.de: „Wie zuversichtlich bist Du, rechtzeitig zur WM wieder in Topform zu kommen?

„Natürlich gebe ich mein Bestes. Mein Saisonziel ist schon, dass es sich ausgeht und ich mitfahren darf. Dann möchte ich auch mit einer guten Form dastehen. Es ist noch viel zu tun und es ist noch gar nichts sicher. Ich denke, die anderen Vier stehen soweit fest und um den fünften Platz ist noch ein ausspringen notwendig. Ich muss jetzt auf meine eigenen Sprünge schauen und meine Performance bringen, dann sollte es möglich sein, dass ich mitfahren darf.“

Im Hinblick auf das bevorstehende Wochenende in Hinzenbach äußert sie sich auf dem Social Media-Kanal des ÖSV wie folgt: „Ich freue mich immer extrem und habe viele gute Erinnerungen an die Schanze. Es ist immer eine sehr gute Stimmung dort. Zudem sind viele Freunde und auch Familien von uns Athleten dort vertreten und fiebern mit. Das ist sehr schön.“

Wir sind gespannt, wer sich nach Hinzenbach den fünften Startplatz für die WM in Trondheim sichern wird.

Im übrigen wird es auch bei den ÖSV-Herren einen harten Kampf um die Teilnahme an den einzelnen Wettbewerben geben. Während Tschofenig, Hörl und Kraft für die Einzelkonkurrenzen und den Teamwettbewerb sicherlich als gesetzt gelten, werden sich aller Voraussicht nach Hayböck (bei seiner letzten WM) und Nachwuchsspringer Ortner um den vierten Startplatz duellieren. Zuletzt hatte Ortner hier die Nase vorne, ob das in Trondheim ebenfalls so sein wird, bleibt abzuwarten.

Im Kampf um die zwei Plätze im Mixed-Team wird es dann zwischen Tschofenig, Hörl und Kraft ernst. „Ich mag Trondheim sehr gerne, auch die neue Schanze. Ich bin letztes Jahr sehr gut zurechtgekommen mit einem Sieg und fühle mich dort wohl. Das Ziel ist nach Möglichkeit in allen Wettbewerben um eine Medaille mitzukämpfen, vor allem aber um das Teamgold, was mir derzeit noch fehlt. Bezüglich des Mixed-Wettbewerbs wird es sicherlich schwer ins Team zu kommen. Hier steht uns eine harte Ausscheidung bevor“, so Kraft, der bei den letzten Mixed-Wettbewerben Hörl und Tschofenig den Vortritt lassen musste. Man darf gespannt sein, wie Cheftrainer Andreas Widhölzl dann in Trondheim entscheiden wird.