Olympische Spiele

Am Montagabend stand in Predazzo bereits die letzte olympische Entscheidung bei den Skispringern auf dem Programm. Mit dem Super-Team-Event von der Großschanze schlossen die Herren die Olympischen Winterspiele nach gut einer Woche mit einer packenden Premiere und nur zwei von drei Durchgängen ab. 

Bereits bei der Olympia-Generalprobe im September gab es einen Super-Teambewerb auf den neuen Schanzen von Predazzo. Damals wie heute ein spannendes Format, bei dem nun am Entscheidungstag Teams aus insgesamt 17 Nationen am Start waren – damit auch die Chance für kleine Nationen einen Teamwettbewerb bestreiten zu können. 

Bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen feierte das Super-Team-Event damit seine olympische Premiere und ersetzt damit das traditionsreiche Vierer-Teamspringen. Zum Premieren-Olympiasieger in diesem Format krönte sich heute das Duo aus Österreich (568.7 P.). Ein wenig überraschend konnten Jan Hörl und Stephan Embacher damit im allerletzten Wettbewerb doch noch die erste und einzige (Gold-)Medaille für die Alpenrepublik sichern. Die beiden ÖSV-Adler segelten von Anfang an auf Goldkurs und konnten dies bis zum Schluss souverän durchziehen.

Um die Medaillen dahinter lieferten sich Polen, Norwegen, Deutschland, Slowenien und Japan ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztlich hatten alle Mannschaften Aussetzer zu verzeichnen, die die Abstände umso geringer und den Wettbewerb dafür umso spannender werden ließen. Zur Spannung trug zudem der plötzliche Wetterumschwung mit stark einsetzendem Schneefall und plötzlichem Aufwind in der allerletzten Gruppe bei. Nach einer längeren Pause vor Domen Prevc sowie einem Sprungversuch von Kacper Tomasiak, der ihn fast die Medaille bei seinem letzten Sprung gekostet hätte, entschloss sich die Jury schließlich den letzten Durchgang abzubrechen. Des einen Glückes, des anderen Leids. 

Souverän konnte sich schließlich das polnische Team mit Pawel Wasek und dem zweifachen Einzelmedaillengewinner Kacper Tomasiak die Silbermedaille (547.3 P.) erkämpfen. Der erst 19-Jährige Newcomer im polnischen Team holte damit gleich drei olympische Medaillen – und das in seiner ersten wirklichen Weltcupsaison. Er ist damit der erste polnische Skispringer, dem dieses Kunststück gelingt. Bronze ging an das Duo aus Norwegen (538.0 P.). Was Johann André Forfang zunächst an Metern liegenließ, konnte Kristoffer Eriksen Sundal wettmachen und somit die erhoffte Medaille, die Sundal zweimal knapp verpasste, doch noch sichern. Beide Nationen profitierten schließlich vom Wettkampfabbruch.

Deutschland verpasst erneut eine Medaille um 0,3 Punkte

Leider sollte es auch heute wieder nicht mit einer Medaille für das deutsche Team klappen. Der Auftakt war bei Andreas Wellinger zwar solide, bei schwierigen Bedingungen gingen im jedoch bereits im zweiten Durchgang einige Meter verloren. Philipp Raimund überzeugte mit seinen Sprüngen und konnte einiges an Boden aufholen, im Kampf um die Medaillen reichte es nach dem Abbruch um hauchdünne 0,3 Punkte gegen Norwegen jedoch nur für Blech (537.7 P.). Zuvor erwischte Raimund einen super Schlusssprung, mit dem das deutsche Duo an Polen vorbeigezogen wäre. Für die beiden der Abbruch daher besonders bitter.

Für eine kleine Überraschung sorgten die beiden Japaner, die zunächst wohl alle weiter vorne gesehen hätten. Sowohl Ren Nikaido als auch Ryoyu Kobayashi konnten in den ersten beiden Durchgängen nicht ihre Top-Sprünge abliefern. Die Medaille schien bereits verloren, doch ausgerechnet zum Schluss gelang Nikaido ein super Sprung, der sie wieder komplett ins Rennen gebracht hätte – durch den Abbruch war dieses Ergebnis jedoch hinfällig. Nikaido verpasste somit seine Chance, in vier Wettbewerben vier Medaillen mitzunehmen. Das japanische Duo landete daher nur auf Platz sechs (535.2 P.).

Auch für das slowenische Team verlief der Wettbewerb sicher nicht wie geplant. Denn vor allem Anze Lanisek ließ nach einem guten Auftakt zu viele Meter liegen, um ihn sowie Mitstreiter Domen Prevc im Rennen zu halten. Auch er konnte diesen Rückstand durch Zaubersprünge nicht mehr ausreichend verkleinern. Die beiden Slowenen mussten sich sogar noch hinter Deutschland auf Rang fünf (536.1 P.) einreihen. 

Olympische Spiele

Nach einer verpassten Medaille auf der Normalschanze hat sich Domen Prevc bei den Olympischen Spielen in Predazzo nun doch noch zum Olympiasieger gekrönt. Der Slowene zeigte mit Sprüngen auf 138,5 m und herausragende 141,5 m inklusive starker Landung eine überragende Leistung und sicherte sich verdient die Goldmedaille von der Großschanze. Er holte damit zudem erstmals in der Skisprungeschichte Einzelgold für die Nation Slowenien.

Für Silber sorgte der Japaner Ren Nikaido, der mit 140,0 m und 136,5 m seine starke Form von der Normalschanze bestätigte und erneut Edelmetall gewann, nachdem er nach dem 1. Durchgang sogar noch auf dem ersten Rang lag. Die kurzzeitige Enttäuschung Gold verpasst zu haben, zeigten seine Tränen wenige Minuten später. Die Bronzemedaille ging an den jungen Polen Kacper Tomasiak, der mit 133,0 m und starken 138,5 m vor allem im Finale überzeugte und sich nach der Normalschanze erneut eine Medaille sicherte.

Sundal und Hörl knapp an den Medaillen vorbei – Kobayashi arbeitet sich nach vorne

Knapp am Podium vorbei sprang der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal, der mit 136,0 m und 135,5 m den vierten Platz belegte und damit genau wie auf der Normalschanze eine Medaille in seinem Finalsprung verschenkte. Auch Jan Hörl zeigte mit 134,5 m und 136,0 m als Fünfter eine starke Leistung, konnte jedoch nicht ganz an seine Trainingssprünge anschließen. Eine Einzelmedaille für Österreich blieb damit erneut aus. Eine starke Aufholjagd gelang Ryoyu Kobayashi. Nach einem schwächeren Auftakt im ersten Durchgang katapultierte er sich mit einem Flug auf 138,5 m noch auf den sechsten Platz nach vorne.

Raimund ohne Medaille – Wellinger verbessert

Aus deutscher Sicht blieb eine Medaille auf der Großschanze aus. Besonders Philipp Raimund, der als Olympiasieger von der Normalschanze hoffnungsvoll war, konnte mit 131,0 m und 136,0 m nicht ganz vorne eingreifen und belegte am Ende einen etwas enttäuschenden neunten Platz. Im Anschluss betonte er jedoch, dass ihm bereits im Vorfeld bewusst war, dass er im Vergleich zu den Konkurrenten nicht ganz zu gut auf der Schanze zurechtkam. Eine solide Leistung zeigte dagegen Andreas Wellinger. Mit 127,0 m und 127,5 m präsentierte er sich deutlich verbessert und erreichte einen guten 15. Platz.

Für die weiteren Deutschen verlief der Wettkampf eher enttäuschend: Pius Paschke kam auf Rang 24, direkt dahinter folgte Felix Hoffmann, der auf der Großschanze überhaupt nicht zurechtkam und sich scheinbar von Sprung zu Sprung verschlechterte.

Für eine besondere Überraschung sorgte am heutigen Tage der Kasache Ilya Mizernykh, der nach einem starken ersten Sprung auf 140,5 m und 136,0 m im Finale starker Achter wurde und sich damit sogar vor dem besten Deutschen platzierte.

Super-Teamentscheidung als nächster und letzter Höhepunkt

Nach der Entscheidung auf der Großschanze richtet sich der Blick nun auf den Super-Teamwettbewerb, bei dem vor allem Slowenien, Japan und Norwegen als Medaillenkandidaten gelten. Doch auch die deutsche Mannschaft wird versuchen, im Kampf um eine Medaille noch einmal anzugreifen.

Vorher geht es jedoch für die Damen in die letzte Olympia-Entscheidung. Morgen findet auch für sie die Einzelentscheidung von der Großschanze statt.

Olympische Spiele

Nur einen Tag nach dem spannungsvollen Normalschanzenwettbewerb der Herren stand bereits das nächste Highlight bei den Olympischen Winterspielen auf dem Programm. Für die besten Skispringerinnen und Skispringer wurden am Dienstagabend die Medaillen im gemeinsamen Mixed-Teamwettbewerb vergeben. Auch in diesem Wettbewerb lieferten sich die Top-Nationen einen spannenden Kampf.

Einen Tag nachdem bereits ein erster kleiner Goldtraum für die deutschen Skispringer in Erfüllung ging, verpasste Deutschland im Mixed‑Team‑Wettbewerb knapp eine Medaille und belegte am Ende Rang vier. Ein Ergebnis, welches sich bereits zu Beginn des Wettbewerbs ein wenig abzeichnete. An der Spitze entwickelte sich im ersten Durchgang ein enger Kampf zwischen Slowenien, Österreich, Japan und Norwegen. Das deutsche Quartett erwischte hingegen einen eher verhaltenen Start: Felix Hoffmann und Agnes Reisch zeigten zwar solide Sprünge, doch der Anschluss an die führenden Nationen blieb außer Reichweite. Besonders bitter verlief der erste Durchgang für Selina Freitag, die gegenüber der starken Norwegerin Erin Maria Kvandal fast zehn Meter verlor – ein deutlicher Rückstand auf der kleinen Schanze. Auch der frisch gebackene Olympiasieger Philipp Raimund konnte in der letzten Gruppe nichts mehr ausrichten und fand selbst nicht optimal in den Wettkampf.

Der zweite Durchgang entwickelte sich weiter spannend, vor allem in Kampf um Silber und Bronze, in dem Deutschland jedoch nicht mehr mitmischen konnte. Gold schien nach einem starken Sprung von Nika Prevc und Anze Lanisek ebenfalls bereits vergeben. Und je näher das Ende des Finales rückte, desto deutlicher wurde, dass Deutschland auf Fehler der Konkurrenz angewiesen war, um noch in Richtung Podest schielen zu können. Doch weder Lindvik noch Prevc ließen etwas liegen – eine schwierige Ausgangslage für Philipp Raimund. Bundestrainer Stefan Horngacher setzte als letzte Option den Joker ein und verkürzte den Anlauf um ein Gate, um weitere mögliche Punkte herauszuholen. Raimund zeigte einen guten Sprung und erreichte die erforderliche Weite, doch für eine Medaille reichte es dennoch nicht mehr. Mit nur 1,2 Punkten verpasste das DSV-Quartett damit die Bronzemedaille und musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Kurze Verwirrung gab es beim letzten japanischen Starter, dem Bronzemedaille-Gewinner des Vortages, Ren Nikaido. Denn auch er startete aus dem Gate von Raimund, erreichte jedoch nicht die nötige Weite von 101,5m. Scheinbar war es jedoch eine nicht angezeigte Jury-Entscheidung, denn nachträglich wurde das Ergebnis nicht mehr korrigiert. Bronze sicherte sich damit das Team aus Japan mit Nozomi Maruyama, Ryoyu Kobayashi, Sara Takanashi und Ren Nikaido.

Besser als im Einzel der Herren lief es heute bei dem Quartett aus Norwegen mit Kristoffer Eriksen Sundal, der gestern durch eine schlechte Landung seine Medaille verschenkte, sowie Marius Lindvik. Letzterer sicherte zum Schluss die Silbermedaille mit einem starken Sprung ab. Zusammen mit der Olympiasiegerin Anna Odine Stroem und Erin Maria Kvandal waren die vier Norweger von Anfang an auf Medaillenkurs. Olympiasieger dürfen sich am heutigen Tage verdient die vier Teilnehmer aus dem slowenischen Team nennen. Nika Vodan, Anze Lanisek, Nika Prevc und Domen Prevc gaben durchweg den Ton an – besonders für den bisherigen Weltcup-Dominator Domen Prevc und auch für Anze Lanisek gab es damit nochmals eine deutliche Steigerung, rückblickend zum gestrigen Einzel.

Olympische Spiele

Deutschland erlebt sein Olympia Märchen. Philipp Raimund holt bei seinen ersten Olympischen Spielen Gold auf der Normalschanze in Predazzo. Mit einer beeindruckenden Leistung entscheidet er die erste Männer Entscheidung vor Kacper Tomasiak und auf dem geteilten dritten Platz Ren Nikaido und Gregor Deschwanden für sich.

Überglücklich strahlte Philipp Raimund nachdem er gelandet war und wusste: das könnte reichen. Mit einem Traumsprung auf 106,5 Meter und Traumnoten darf sich Raimund nun also wirklich Olympiasieger nennen. Bereits nach 102,0 Metern im ersten Durchgang lag er auf Goldkurs und hielt dem Druck stand. Über Silber durfte sich mit Sprüngen auf 103,0 und 107,0 Metern Kacper Tomasiak freuen. Bronze ging gleich an zwei Springer. Ren Nikaido und Gregor Deschwanden teilen sich den dritten Rang mit je 266,0 Punkten.

Valentin Foubert lag nach Durchgang eins noch auf Medaillen Kurs, verpasste jedoch mit einem schwächeren zweiten Sprung die Top 3 und wurde Fünfter. Ähnlich erging es Kristoffer Eriksen Sundal, der sogar noch auf den zehnten Platz zurückfiel. Top Favorit Domen Prevc, der aber zugegebenermaßen schon im Training Probleme hatte wurde guter Sechster. Stephan Embacher wurde als Siebter bester Österreicher und war damit auch der einzige Österreicher in den Top Ten.

Diese Top Ten wurden komplettiert durch Ryoyu Kobayashi auf Platz acht und Johann Andre Forfang auf Position neun. Marius Lindivk, der im gestrigen Training durchaus Ambitionen auf den Titel anmeldete tat sich an diesem Tag überraschend schwer und wurde Zwölfter.

Für die anderen deutschen lief es mehr oder weniger durchwachsen, was aber durch Raimunds Erfolg wohl hinten ansteht. Felix Hoffmann wurde 13. Andreas Wellinger 17. und Pius Paschke 23.

Olympische Spiele

Nika Prevc ist geschlagen – und das ausgerechnet beim ersten Olympia-Wettkampf in Predazzo. Die erste Goldmedaille bei den diesjährigen Olympischen Spielen geht nach Norwegen an Anna Odine Stroem. Prevz landet mit 1,1 Punkten Rückstand auf dem zweiten Rang. Bronze geht an die Japanerin Nozomi Maruyama.

Mit Weiten von 100,0 und 101,0 Metern zeigt Anna Odine Stroem nicht nur den weitesten Sprung auf der Normalschanze, sondern sicherte sich auch die Goldmedaille. Mit 267,3 Punkten setze sie sich gegen die Konkurrenz durch.

Silber geht an die Slowenin Nika Prevc. Prevc, die den Absprung in beiden Durchgängen nicht ideal traf, landete im ersten Sprung bereits nach 98,0 Metern und lag damit einen Punkt hinter Stroem. Mit 99,5 Meter im zweiten Durchgang konnte sie die Norwegerin nicht mehr einholen und musste sich mit 266,2 Punkten mit Platz zwei zufriedengeben. Nozomi Maruyama (261,8 Pkt.) sicherte sich mit 97,0 und 100,0 Metern den Bronzerang.

DSV-Athletinnen ohne Medaillenchance

Bereits im vorangegangenen Probedurchgang waren die deutschen Damen abgeschlagen. Selina Freitag landete als beste Deutsche nur auf Rang 13. Im Wettkampf lief es dann zwar etwas besser, mit dem Kampf um die Medaillen hatten die DSV-Athletinnen heute jedoch nichts zu tun.

Selina Freitag, die nach dem ersten Durchgang noch auf Rang elf lag, machte mit 97,5 Metern im zweiten Sprung noch einige Plätze gut. Am Ende wurde sie als Siebte beste Deutsche. Zufrieden ist sie damit nicht, gegenüber Eurosport zeigt sie sich jedoch positiv in Hinblick auf die kommenden Wettkämpfe: „Ich konnte jetzt den zweiten Durchgang mit einem besseren Gefühl beenden. Jetzt ist der Druck weg, der zweite Sprung macht mir auf jeden Fall Hoffnung für die weiteren Wettkämpfe.“ Agnes Reisch landete auf Platz neun. Auch für Katharina Schmid lief es nicht wie gewünscht, sie musste sich mit Platz 16 zufrieden geben. Juliane Seyfarth schaffte den Sprung unter die besten 30 knapp nicht.

Ebenfalls nicht fürs Podest reichte es für die Österreicherin Lisa Eder, die auf dem vierten Platz landete. Mit Rang vier noch in Medaillenreichweite war nach dem ersten Durchgang Eirin Maria Kvandal. Diese rutschte nach ihrem zweiten Sprung jedoch noch etwas zurück und wurde am Ende Fünfte. Mit Heidi Dyhre Traaserud landete auf Platz sechs eine weitere Norwegerin. Auf Platz neun landete Nika Vodan aus Slowenien.

Top Ergebnis für Anna Twardosz, Abigail Strate enttäuscht

Zwar nicht in die Nähe der Medaillen, dafür jedoch mit dem besten Olympia-Ergebnis für die polnischen Damen überhaupt landete Anna Twardosz auf Rang zehn. Knapp hinter ihr, darüber jedoch nicht annähernd so glücklich wie die Polin, landete die Kanadierin Abigail Strate auf Rang elf.

Für die Damen geht es morgen bereits mit zwei weiteren Trainingsdurchgängen weiter, bevor am Montag dann der Mixed Bewerb auf dem Plan steht.

Olympische Spiele

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am Dienstag in Abstimmung mit der Sportführung des Deutschen Skiverbands (DSV) seine Athletinnen und Athleten für die Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 benannt. Am vergangenen Wochenende war die Frist für eine mögliche Qualifikation für alle Athletinnen und Athleten abgelaufen – diese verpasste unter anderem Karl Geiger, der die Norm auf den letzten Drücker nur zum Teil erfüllen konnte.

Die Olympischen Winterspiele 2026 finden vom 6. bis 22. Februar in mehreren Regionen Italiens statt. Die Skisprung-Wettbewerbe werden dabei auf den erst kürzlich neu eröffneten Schanzen von Predazzo im Fleimstal (Val di Fiemme) ausgetragen .

Nominiert für das Team Skisprung Frauen:

  • Selina Freitag (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)
  • Agnes Reisch (WSV Isny)
  • Katharina Schmid (SC Oberstdorf)
  • Juliane Seyfarth (WSC 07 Ruhla)

Nominiert für das Team Skisprung Männer:

  • Felix Hoffmann (SWV Goldlauter-Heidersbach)
  • Pius Paschke (WSV Kiefersfelden)
  • Philipp Raimund (SC Oberstdorf)
  • Andreas Wellinger (SC Ruhpolding)

Gleich mehrere der deutschen Skispringerinnen und Skispringer stehen damit in Milano Cortina 2026 erstmals auf olympischer Bühne. Bei den Frauen feiert Agnes Reisch ihr Olympia-Debüt, während Katharina Schmid sowie Juliane Seyfarth bereits auf Erfahrungen aus Pyeongchang und Peking zurückgreifen können, ebenso wie Selina Freitag, die in Peking erstmals nominiert war. Im Männerteam bestreiten Felix Hoffmann und Philipp Raimund ihre ersten Olympischen Winterspiele, wohingegen Pius Paschke schon 2022 am Start war. Andreas Wellinger ist als Olympiasieger im Einzel (2018) und Team (2014) der routinierteste Springer mit der größten Olympia-Erfahrung im deutschen Aufgebot.

Polnischer Skiverband SGP Herren Sommer Grand Prix

Vier Tage Skispringen in Predazzo endeten am Sonntagabend mit dem Super-Team-Wettbewerb für die Herren von der Großschanze. Gleich drei Teams konnten sich von Beginn an ein wenig absetzen und um den Tagessieg mitkämpfen. Deutschland hatte mit den Podestplätzen nichts zu tun.

Bereits in Durchgang eins legte das polnische Team um Kamil Stoch und Dawid Kubacki gut vor. Sowohl Japan als auch Slowenien konnten bis zum Schluss mitziehen. Das polnische Duo setzte sich jedoch überraschend souverän durch. So landeten Ren Nikaido und Ryoyu Kobayashi auf Rang zwei und Domen Prevc sowie Anze Lanisek auf dem dritten Platz.

Eines der Favoritenteams, Österreich mit Manuel Fettner und Stefan Kraft, konnte hingegen nicht kontern. Das ÖSV-Duo musste sich am heutigen Tage mit Rang vier begnügen. Noch weiter abgeschlagen war das deutsche Duo mit Karl Geiger und Philipp Raimund, das zwischenzeitlich sogar hinter Italien und Estland zurücklag. Am Ende wurde es Platz fünf für das DSV-Team.

Umso mehr hervorzuheben waren die Leistungen des estnischen Duos mit Artti Aigro und Kaimar Vagul, die nach Durchgang eins auf Platz fünf lagen. Auch im Endklassement wurde es für die beiden „Außenseiter“ ein respektabler siebter Rang. Entsprechend groß war die Freude von Kaimar Vagul, der in Oberstdorf lebt. „Das war richtig geil. Artti hat einen richtig guten Auftaktsprung gemacht und danach war es einfach genießen“, erklärte der 18-Jährige nach dem Super-Team-Wettkampf und fügte hinzu: „Für mich war das ein richtig guter Schritt für die Zukunft und die neue Saison.“ Auch für die beiden Italiener, Alex Insam und Giovanni Bresadola verlief der Wettkampf sehr positiv. Das Duo schaffte es auf einen starken sechsten Platz.

Disqualifikationschaos bei den kleinen Nationen

Negativ aufgefallen sind im letzten Wettbewerb von Predazzo auf jeden Fall die kleinen Nationen und das leider mit mehreren Disqualifikationen. Im amerikanischen Duo traf es Tate Frantz, bei den Ukrainern Yevhen Marusiak sowie die beiden Chinesen Weijie Zhen und Qiwu Song mit irregulären Anzügen. Kurios war der Fall beim kanadischen Duo, in dem Tarik Vanwieren mit einem nicht gekippten Anzug nicht startberechtigt wurde und das Team somit ebenfalls disqualifiziert wurde.

SGP Herren Sommer Grand Prix

Es ist der Tag des japanischen Teams: Nach dem starken Auftreten der Damen gab es bei den Herren zum Tagesabschluss noch den Sieg. Auch aus deutscher Sicht gab es mit Philipp Raimund zumindest einen Hoffnungsschimmer.

Nachdem Ryoyu Kobayashi bereits gestern einen starken Eindruck machte, konnte er dies auch im heutigen Olympia-Testwettbewerb von der Großschanze mit knapp zehn Punkten Vorsprung bestätigen. Hinter ihm kam Manuel Fettner auf Platz zwei ein – zumindest eine kleine Überraschung aus dem österreichischen Lager. Naoki Nakamura (Japan) mischte ebenfalls stark mit und verpasste nur knapp das Podium. Teamkollege Ren Nikaido vervollständigte als Achter das gute japanische Mannschaftsergebnis. Das ÖSV-Team war neben Fettner mit Stefan Kraft, Daniel Tschofenig, Jan Hörl und Maximilan Ortner auch zahlreich in den Top-15 vertreten.

Eine positive Wende ergab sich zum Schluss auch im Deutschen Team: Nachdem es für den Großteil der Mannschaft erneut eher suboptimal lief, konnte zumindest Philipp Raimund die Fahne hochhalten. Im Finaldurchgang machte er noch den entscheidenden Sprung, der ihm schließlich den dritten Platz einbrachte. „Ich bin voll happy. Wir waren letzte Woche hier auf Lehrgang. Da hatte ich ein bisschen zu kämpfen gehabt, vor allem mit dem Radius. Ich konnte mich nicht in die richtige Hocke reinsetzen. Aber Sprung für Sprung bin ich näher an die Sachen gekommen, die ich machen will“, erklärte der beste Deutsche im Anschluss seinen hart erkämpften Weg. Karl Geiger und Andreas Wellinger beendeten das Einzel auf Platz 21 und 23. Der Rest aus der deutschen Mannschaft verpasste den Einzug ins Finale.

Finale mit doppelter italienischer, aber ohne norwegische Vertretung

Besonders für die italienischen Skispringer gab es vor heimischem Publikum Grund zur Freude: Sowohl Giovanni Bresadola als auch Alex Insam schafften den Sprung in die Punkteränge. Bresadola war zuletzt aus seiner Verletzungspause zurückgekehrt, nachdem er sich beim Saison-Finale in Planica (Slowenien) 2024 einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hatte. Heute konnte er auf der neugebauten Heimschanze als 18. gute Punkte mitnehmen. Alex Insam folgte auf dem 27. Rang.

Anders erging es dem norwegischen Team. Keiner der drei qualifizierten Starter konnte einen Top-30-Rang erzielen. Kristoffer Eriksen Sundal, Halvor Egner Granerud als auch Fredrik Villumstad scheinen sich mit der Schanze bisher nicht angefreundet zu haben.

Am Sonntag findet mit dem Super-Team-Wettbewerb der Herren noch ein letzter Wettbewerb auf der neuen Anlage in Predazzo statt. Als deutsches Duo werden Karl Geiger und Philipp Raimund an den Start gehen.

SGP Damen Sommer Grand Prix

Diskussionen rund um die Verletzungen sowie einem Startverzicht durch die Nationen Österreich und Kanada beschäftigte die Skisprungwelt im Vorfeld des Großschanzen-Einzelwettbewerbes in Predazzo. Trotz der Umstände lieferten sich die japanischen Skispringerinnen einen spannenden Kampf um den Sieg und die Podestplätze.

Gewinnen konnte doch letztendlich eine andere, nämlich Anna Odine Stroem. Mit 230.8 Punkten setzte sich die Norwegerin gegen die insgesamt dominierenden Japanerinnen durch. Das Podest komplettierten Yuka Seto (214.5 P.) und Nozomi Maruyama (202.7 P.).

Die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters, Nika Prevc, hatte im Finaldurchgang mit Problemen bei der Landung zu kämpfen und konnte nur knapp einen Sturz verhindern. Sie reihte sich somit inmitten der Japanerinnen „nur“ auf dem vierten Platz ein. Bis auf Yuki Ito als 28. konnten sich alle weiteren japanischen Damen mit Yuzuki Sato (5.) Sara Takanashi (6.) und Kurumi Ichinohe (8.) unter den Top Ten einreihen.

Deutsche Damen ebenfalls geschlossen stark vertreten

Das DSV-Team um Selina Freitag (9.), Juliane Seyfarth (10.), Katharina Schmid (11.) und Agnes Reisch (12.) konnte auf der Großschanze bereits ein wesentlich besseres Gesamtbild abgeben als auf der Normalschanze – ein gelungener Test für die Olympischen Winterspiele. Auch Anna Hollandt war als 16. noch gut im Mittelfeld platziert. Einzig die Jüngste im Team, Emely Torazza, verpasste knapp als 33. den Einzug in den Finaldurchgang.

ÖSV-Damen und Team Kanada verzichten auf Großschanzenwettbewerb

Die österreichischen Skispringerinnen haben aus Sicherheitsgründen auf den Damen-Großschanzenbewerb des Sommer Grand Prix in Predazzo verzichtet. Dies teilte der Skiverband bereits am Mittag mit. Hintergrund sind die schweren Knieverletzungen, die sich Athletinnen in den vergangenen Tagen auf der neu errichteten Olympia-Schanze zugezogen haben, darunter Eva Pinkelnig aus Österreich, Alexandria Loutitt aus Kanada und die japanische Nordische Kombiniererin Haruka Kasai heute Vormittag. Nach ersten Informationen des kanadischen Trainers dürfte es sich auch bei Loutitt um einen Kreuzbandriss handeln. Die FIS prüft nun mögliche Materialänderungen, um die Sicherheit im Damen-Skispringen erneut zu verbessern. Die beiden qualifizierten ÖSV-Springerinnen Lisa Eder und Julia Mühlbacher verzichteten daher auf ihren Start, während die österreichischen Herren wie geplant an den weiteren Bewerben teilnehmen.

Neben den Österreicherinnen entschied sich auch das kanadische Team gegen eine Teilnahme am heutigen Wettbewerb. Somit fehlte mit Abigail Strate auch eine der Top-Anwärterinnen auf den Tagessieg. Die Norwegerin Gyda Westvold Hansen, die für diese Olympia-Saison von der Nordischen Kombination zum Skispringen gewechselt ist, trat ebenfalls nicht an – die Gründe hier sind allerdings unbekannt.

SGP Herren Sommer Grand Prix

Die Herren durften erneut am späten Abend nachlegen. nach zwei Trainingsdurchgängen folgte die Qualifikation, in der vor allem Jan Hörl aus Österreich überzeugte. Für die DSV-Adler war es auch auf der Großschanze ein eher durchwachsener Start.

Team Österreich zeigte am Freitagabend einmal mehr, dass sie aktuell den Ton angeben. Neben Jan Hörl präsentierte sich auch Maximilian Ortner sehr stark, der lange Zeit in der Leaderbox Platz nehmen durfte. Auch Ryoyu Kobayashi (Japan) mischte wie schon am Vortag mit und reihte sich hinter den beiden Österreichern ein.

Für das beste deutsche Ergebnis sorgte erneut Philipp Raimund, der auf Platz sieben einen ordentlichen ersten Eindruck auf der Großschanze machte. Auch Luca Roth aus der B-Kader-Mannschaft konnte sich als 17. ordentlich präsentieren. Durchwachsen waren die Trainings- und Qualifikationssprünge hingegen für Andreas Wellinger (20.), Karl Geiger (25.), Felix Hoffmann (32.) sowie Pius Paschke, der als 45. relativ knapp die Qualifikation für den Einzelwettbewerb schaffte. Ähnlich wie auf der Normalschanze gibt es also auch auf der Großschanze noch Luft nach oben im deutschen Lager.

Für einen kurzen Schreckmoment sorgte der Pole Kamil Stoch, der wie die beiden Damen ebenfalls bei der Landung zu Fall kam, sich jedoch glücklicherweise nicht verletzte und sofort wieder von alleine den Auslauf verlassen konnte. Als 51. verpasste er durch den Punktabzug jedoch knapp den Einzug in den Wettbewerb.

Zwei Disqualifikationen gab es bei den Herren ebenfalls zu verzeichnen. Einerseits durch den Italiener Francesco Cecon und andererseits durch einen norwegischen Vertreter mit Benjamin Oestvold. Weiter geht es für die Herren am morgigen Samstagabend, im Anschluss an den Damenwettbewerb.