ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Nach über 450 Weltcup-Teilnahmen in 25 Jahren hat Manuel Fettner in Planica seine aktive Skisprungkarriere beendet. Mit einem Flug auf 230 Meter verabschiedete sich der ÖSV-Adler noch einmal in gebührender Weise vom Publikum und wurde anschließend im Auslauf von Freunden und Familie gefeiert.

„Für mich bestand in den letzten Jahren immer die Möglichkeit, dass es die letzte Saison sein könnte. Jetzt wusste ich, dass es definitiv die letzte ist, weil ich schon so lange durchgehalten habe“, sagt der 40-Jährige gegenüber Skispringen-News.de. Neben Simon Ammann und Noriaki Kasai gehörte Fettner zu den dienstältesten Skispringern im Feld. Sein Debüt hatte er am 4. Januar 2001 gegeben.

Wichtig war ihm vor allem, zu einem Zeitpunkt aufzuhören, an dem er noch zur erweiterten Weltspitze zählt. „Zum Schluss waren es noch ein paar richtig gute Jahre, und ich bin froh, dass ich das noch erlebt habe. Ich wollte abtreten, solange ich noch halbwegs gut springe – und das passt so.“

Auf seinen persönlichen Karrierehöhepunkt angesprochen, sagt Fettner: „Die Olympischen Spiele 2022 in Peking waren sicherlich das Größte für mich. Aber auch die WM in Predazzo 2013 war mit dem Titelgewinn damals etwas ganz Besonderes. Generell gab es immer wieder schöne Highlights, auch wenn es zwischendurch schnell wieder nach unten ging.“

Bei den Olympischen Spielen 2022 gewann Fettner mit dem österreichischen Team (Stefan Kraft, Daniel Huber und Jan Hörl) die Goldmedaille. Zudem holte er im Einzel auf der Normalschanze Silber.

Der WM-Titel 2013 in Predazzo zählt zugleich zu seinen kuriosesten Erlebnissen. Nach der Landung verlor er den rechten Ski und balancierte ohne Sturz sicher auf einem Ski über die Sturzlinie, ohne den Schnee zu berühren. Dadurch vermied er größere Punktabzüge, die ihn und seinem Team unter Umständen den Titel hätten kosten können.

Auch wenn Fettner die Vierschanzentournee nicht ausdrücklich erwähnte, zählt der vierte Platz in der Gesamtwertung 2010/2011 ebenfalls mit zu seinen größten Erfolgen. Ein Einzelsieg im Weltcup blieb ihm allerdings bis zum Schluss verwehrt. Fünfmal wurde er Dritter, einmal Zweiter.

Das dürfte ihm nach seinem Karriereende jedoch kaum noch wichtig sein. Entscheidend war für ihn vielmehr ein gelungener Abschluss. Gegenüber dem Fernsehsender ORF sagte er: „Der Empfang im Auslauf hat mir sehr viel Freude bereitet. Wenn man unten ankommt, alles erledigt ist und Freunde und Familie da sind, die einen empfangen, ist das einfach richtig cool. Zum Glück ist mir auch ein passender Sprung gelungen. So musste ich mich beim Ausfahren überhaupt nicht ärgern – sonst wäre es zwiespältig gewesen. Aber ich habe noch einen richtig guten Abschlusssprung geschafft und bin mega happy.“

Im Auslauf erhielt er von seiner Freundin Lisa Eder, die ihn im ersten Durchgang auf dem Trainerturm abgewinkt hatte, eigens designte Skier mit einer Dankesbotschaft überreicht. Doch auch für sie hatte Fettner eine besondere Überraschung parat: Noch an der Schanze machte er ihr einen Antrag – und sie sagte „Ja“. Für Fettner ist das ein erster Schritt in sein neues Leben. Zu seinen weiteren Plänen nach der aktiven Karriere machte er bislang keine Angaben.

Skifliegen Weltcup Herren

Bei traumhaftem Wetter, einer beeindruckenden Kulisse und besten Aufwindverhältnissen erlebten die Zuschauer beim Teamspringen im slowenischen Planica einen hochklassigen Wettkampf mit weiten Flügen und spannenden Verschiebungen im Klassement. Am Ende setzte sich Österreich durch, während die deutsche Mannschaft das Podest deutlich verpasste.

Schon im ersten Durchgang deutete sich ein enger Kampf um die Spitzenplätze an. Norwegen lag zur Halbzeit noch in Führung, doch im Finale drehten die Österreicher auf und sicherten sich mit insgesamt 1493,5 Punkten den Sieg. Daniel Tschofenig legte mit starken 234 Metern den Grundstein, Markus Müller steuerte 201,5 Meter bei, während Stefan Kraft mit 217,5 Metern und Stephan Embacher mit 221 Metern den Erfolg souverän absicherten.

Hinter Österreich belegte Japan Rang zwei. Vor allem Naoki Nakamura überzeugte im zweiten Durchgang mit einem Flug auf 235,5 Meter, auch Tomofumi Naito zeigte mit 228 Metern eine starke Leistung. Ryoyu Kobayashi konnte mit 197,5 Metern diesmal nicht ganz mithalten, während Ren Nikaido auf 213,5 Meter kam. Mit 1425,6 Punkten behauptete Japan dennoch den zweiten Platz.

Norwegen, nach dem ersten Durchgang noch in Führung, musste sich am Ende mit Rang drei begnügen. Zwar setzte Marius Lindvik mit einem starken Flug auf 235,5 Meter ein Ausrufezeichen, doch Johann André Forfang kam im Finale nicht über 202,5 Meter hinaus. Mit insgesamt 1418 Punkten reichte es somit nur zu Platz 3.

Die deutsche Mannschaft zeigte vor allem im zweiten Durchgang eine deutliche Steigerung und arbeitete sich auf Rang vier vor. Andreas Wellinger bestätigte seine starke Form mit einem Sprung auf 226,5 Meter, auch Philipp Raimund überzeugte mit 218 Metern. Karl Geiger sprang im ersten Durchgang noch mit 238,5 Meter und im zweiten dann 215 Meter. Mit Pius Paschke der 212,5 Meter erreichte , komplettierten sie eine geschlossene Teamleistung. Mit 1374,7 Punkten fehlte am Ende dennoch ein Stück auf die Podestplätze.

Hinter den Top-Nationen musste sich Slowenien vor heimischem Publikum mit Rang fünf zufriedengeben. Nach einem soliden ersten Durchgang fehlte im Finale die Konstanz, um noch einmal in den Kampf um die Medaillen einzugreifen.

Insgesamt bot das Teamspringen von Planica bei perfekten äußeren Bedingungen ein Fliegen auf höchstem Niveau. Der morgige letzte Einzelwettkampf der Saison verspricht somit also noch viel Spannung, in dem die Springer nochmal um wichtige Punkte kämpfen werden.

Skiflug-Weltmeisterschaften

Das Teamspringen bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf bot nicht nur hochklassigen Sport, sondern auch schwierige Bedingungen mit anhaltendem Schneefall und einen Zwischenfall, der den Wettkampf nachhaltig prägte. Vor 10.500 Zuschauern sicherte sich Japan souverän den ersten Skiflug-Weltmeistertitel der Geschichte, während die deutsche Mannschaft das Podest verpasste.

Die japanische Auswahl präsentierte sich über beide Durchgänge hinweg extrem stabil und setzte sich verdient an die Spitze. Ryoyu Kobayashi, Tomofumi Naito, Naoki Nakamura und Ren Nikaido lieferten durchweg weite und saubere Sprünge. Besonders Nakamura überzeugte mit Flügen jenseits der 220 Meter und legte damit den Grundstein für den Goldgewinn. Das Quartett lieferte sich bis zum Schluss einen engen Kampf mit dem österreichischen Team.

Angeführt von Stefan Kraft und Stephan Embacher hielt das ÖSV-Team lange Anschluss an Japan, musste sich am Ende jedoch knapp geschlagen geben. Neben Kraft und Embacher hielten sich die ÖSV-Adler mit Fettner und Hörl bis auf 0,4 Punkte Vorsprung zur letzten Gruppe auf Goldkurs, am Ende wurde es Silber. Rang drei und damit Bronze sicherte sich Norwegen. Vor allem Marius Lindvik setzte mit einem Flug auf 230 Meter ein sportliches Ausrufezeichen zum Schluss und sicherte dem Team damit das Podest ab.

Die deutsche Mannschaft zeigte vor heimischem Publikum eine ordentliche, wenn auch nicht fehlerfreie Leistung und belegte am Ende Rang vier. Pius Paschke, Felix Hoffmann, Karl Geiger und Philipp Raimund kamen zumindest teilweise an die Medaillenränge heran. Besonders Karl Geiger überzeugte im ersten Durchgang mit 217,5 Metern, kleinere Unsicherheiten sowie fehlende Meter in der Gesamtleistung verhinderten jedoch den Sprung aufs Podium.

Kuriose Szene: Ski-Chaos um Domen Prevc

Für große Unruhe sorgte ein Zwischenfall rund um Domen Prevc zum Ende des ersten Durchgangs. Marius Lindvik, welcher schon auf dem Balken saß und gerade kurz vor seinem Start war, wurde von hinten von einem Slatnar-Ski erwischt. Anschließend rutschten die Ski unkontrolliert die Schanze hinunter. Ein Ski landete ganz unten im Auslauf, einer blieb in der Bande oberhalb des Juryturms stecken. Grund für die Schreckensszene war das Abstellen der Ski vom frisch gebackenen Skiflug-Weltmeister selbst – ein Fehler, der sich zukünftig nicht wiederholen sollte. Prevc wollte gerade in die Materialkontrolle, als sich die angelehnten Ski am Ablauf lösten. Nach einer Jury-Besprechung wurde Prevc daraufhin nicht mehr zum Start im ersten Durchgang zugelassen. Die vier bzw. drei slowenischen Herren durften zwar erneut antreten, der eine Sprung fehlte damit jedoch für die Wertung. Im Kampf um die Medaillen wäre es für das slowenische Quartett jedoch ohnehin schwierig geworden. Nach einem phänomenalen Sprung von Domen im Finale landete das Team dennoch auf Platz 6.

Nach den intensiven Tagen von Oberstdorf richtet sich der Blick nun bereits nach vorne. Am kommenden Wochenende steht mit dem Heimweltcup in Willingen das nächste Highlight auf dem Programm. Vor der stimmungsvollen Kulisse im Sauerland will die deutsche Mannschaft erneut angreifen, und sich das nötige Selbstvertrauen für die Olympischen Winterspiele in Predazzo holen.

ÖSV Skiflug-Weltmeisterschaften

Vom 22. bis 25. Januar 2026 wird auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf die Skiflug-Weltmeisterschaft ausgetragen. Nach der Vierschanzentournee stellt sie für die Herren das zweite große Highlight der aktuellen Wintersaison dar. Als Titelverteidiger geht Stefan Kraft an den Start, der sich 2024 am Kulm vor heimischem Publikum die Goldmedaille sichern konnte. Skispringen-News.de hat sich mit dem ÖSV-Routinier getroffen und blickt gemeinsam mit ihm sowohl auf diesen besonderen Erfolg als auch auf seine bisherige Saison zurück. Darüber hinaus spricht Kraft über sein Erfolgsrezept, mit dem er sich über Jahre hinweg erfolgreich den zahlreichen Reglementveränderungen angepasst hat.

2024 wurde die Skiflug-WM im Einzel bereits nach drei statt der ursprünglich geplanten vier Durchgänge entschieden. Während der erste Wettkampftag noch problemlos über die Bühne ging, sorgte starker Wind am zweiten Tag für lange Verzögerungen. Diese führten letztlich dazu, dass zu den beiden Sprüngen vom Vortag nur noch ein dritter Durchgang hinzukam. Stefan Kraft lag nach Weiten von 225,5 Metern und 219 Metern zunächst auf dem zweiten Zwischenrang hinter dem Slowenen Timi Zajc (228,5 m und 227 m). Mit einem starken Flug auf 228 Meter drehte „Krafti“ den Wettbewerb im dritten Durchgang jedoch noch zu seinen Gunsten und sicherte sich die Goldmedaille. Für Österreich war es der erste Einzeltitel bei einer Skiflug-WM seit dem Triumph von Gregor Schlierenzauer 2008 – ebenfalls in Oberstdorf.

Zajc fiel mit 209,5 Metern noch auf Rang drei zurück und musste sich mit Bronze begnügen. Dazwischen schob sich Andreas Wellinger, der mit 229 Metern im dritten Durchgang noch an Johann Andre Forfang und Zajc vorbeiziehen konnte. Für den Bayern war es die erste Einzelmedaille bei einer Skiflug-Weltmeisterschaft.

„Es ist schön, als amtierender Skiflug-Weltmeister nach Oberstdorf zu kommen“, sagt Kraft, für den der Triumph am Kulm 2024 einen ganz besonderen Stellenwert hat. „Das war natürlich eines meiner Karriere-Highlights, daheim am Kulm Skiflug-Weltmeister zu werden“, so der ÖSV-Athlet. Ähnlich ordnet er aber auch die Team-Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking ein. Mit Blick auf die beiden noch ausstehenden Saison-Highlights hat „Krafti“ jedenfalls klare Ziele vor Augen.

„Ich habe wunderschöne Erinnerungen an die beiden Events, auf die ich mich voll konzentriere, da der Gesamtweltcup kein Thema mehr ist.“ Diese Einschätzung ist nachvollziehbar, denn der Gesamtweltcup dürfte aller Voraussicht nach an Domen Prevc gehen, der aktuell mit einem deutlichen Vorsprung von 467 Punkten vor dem Zweitplatzierten im Gesamtweltcup, Ryoyu Kobayashi, führt.

In Topform zu Olympia – und zum Skifliegen?

„Seitdem die Vierschanzentournee vorüber ist, geht mein Fokus noch ein bisschen auf das Skifliegen, aber natürlich schon sehr viel auf Olympia. Da werde ich alles daran setzen, dass ich da in Topform bin“, erklärt Kraft. Der Österreicher zählt seit vielen Jahren zu den besten Skifliegern im Starterfeld und hielt bis zur vergangenen Saison auch den Skiflug-Weltrekord, ehe ihn Domen Prevc ablöste.

Nach einem sehr starken Saisonbeginn läuft es für Kraft derzeit allerdings noch nicht ganz rund. „Es war ganz okay bisher. Natürlich wünscht man sich immer, dass alles wie am Schnürchen läuft, aber es ist viel Arbeit und es gelingt mir immer mal wieder, einen sehr coolen Wettkampf zusammenzubringen. Es geht nicht alles leicht von der Hand, aber ich schaffe es doch immer wieder, Anwärter für einen Platz auf dem „Stockerl“ zu sein und deswegen ja solide, aber nicht ganz zufrieden.“ Bei seiner Paradedisziplin, dem Skifliegen, wird jedoch sicherlich wieder mit ihm ganz vorne zu rechnen sein.

„Ich habe immer versucht, mich nicht zu verheizen“

Dabei spielen Stefan Kraft vor allem seine schnelle Anpassungsfähigkeiten in die Karten. Während sich andere Athleten mit Regelanpassungen über die Jahre hinweg schwertaten, wirkt es bei ihm so, als könne er sich immer wieder problemlos an neue Gegebenheiten anpassen. Doch worin liegt eigentlich sein Erfolgsrezept?

„Da müssen viele Puzzleteile ineinandergreifen, und natürlich müssen auch der Background von Familie, Freunden, meinem Trainerteam und meinem Management passen. Ich habe immer darauf geachtet, dass ich mich nicht verheize, dass ich am Boden bleibe und dass ich der Stefan bleibe, der ich bin. Das hat sehr gut funktioniert, auch wenn es natürlich viel Arbeit ist. Im Sommer habe ich schon oft gedacht, jetzt wird es nichts mehr mit einem guten Stefan. Aber zum Winter hin habe ich es immer wieder geschafft und bin dabei vor allem ruhig geblieben. Skispringen kann sehr kompliziert sein, daher ist es wichtig, cool zu bleiben und in Ruhe weiterzuarbeiten – deswegen funktioniert es schon lange sehr gut.“ Und genau deshalb sollte man Stefan Kraft wohl auch bei der Skiflug-WM in Oberstdorf wieder ganz oben mit auf der Rechnung haben.

Österreich im Gold-Duell gegen Slowenien

Im Team wartet Österreich bei der Skiflug-WM im übrigen seit 2012 auf eine Goldmedaille. Damals triumphierten Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Martin Koch. In den folgenden Jahren dominierten ausschließlich Norwegen und Slowenien. Während die Norweger nach den bisherigen Saisoneindrücken nicht ganz so stark einzuschätzen sind, dürfte sich der Kampf um Gold erneut zwischen Österreich und Slowenien entscheiden.

Bei der letzten Skiflug-WM 2024 am Kulm setzten sich die Slowenen mit Lovro Kos, Peter Prevc, Domen Prevc und Timi Zajc deutlich durch und hatten am Ende 26,5 Punkte Vorsprung auf das österreichische Team mit Michael Hayböck, Manuel Fettner, Jan Hörl und Stefan Kraft. Dahinter belegte die deutsche Mannschaft mit Pius Paschke, Karl Geiger, Stephan Leyhe und Andreas Wellinger den dritten Platz.

Weltcup Weltcup Herren

Am späten Samstagnachmittag fand in Zakopane der Super-Team-Wettbewerb statt – ein Format, bei dem pro Nation nur zwei Athleten an den Start gehen. Für viele Springer war es ein kräftezehrender Tag: Wer an allen Durchgängen inklusive Training und Qualifikation teilnahm, absolvierte insgesamt sechs Sprünge.

Für eine Überraschung zum Auftakt sorgte das ukrainische Duo: Yevhen Marusiak eröffnete mit einem hervorragenden Satz, und auch Vitaly Kalinichenko überzeugte. Nach dem ersten Durchgang lag die Ukraine sensationell auf Rang vier – deutlich vor dem deutschen Team.

Für Deutschland verlief der Auftakt hingegen enttäuschend. Karl Geiger missglückte sein erster Sprung komplett, was nur Rang zehn bedeutete. Auch Pius Paschke konnte mit seinem Versuch nur zwei Plätze gutmachen, sodass es nach Durchgang eins lediglich für Platz acht reichte. Ein Ausrufezeichen setzte das österreichische Duo: Jan Hörl dominierte bereits mit dem ersten Sprung, und Stephan Embacher zog souverän nach. Nach dem ersten Durchgang führte Österreich vor Slowenien und der Schweiz.

In Durchgang zwei kämpften zwölf Teams um den Einzug ins Finale. Für Deutschland war das Minimalziel klar: ein Platz unter den besten acht. Trotz Rückenwind gelang Geiger ein etwas besserer Sprung, doch Paschke verlor erneut an Boden. Das DSV-Duo rettete sich gerade noch als achte Mannschaft ins Finale. Die Ukraine hielt sich weiterhin gut vor den deutschen Adlern. Vor allem Polen rückte dank des jungen Kacper Tomasiak nach vorne. Österreich baute seinen Vorsprung deutlich aus – der Sieg schien bereits zu diesem Zeitpunkt sicher. Dahinter behaupteten sich Slowenien und Polen auf den Plätzen zwei und drei.

Im dritten Durchgang waren noch acht Teams im Rennen. Norwegen überraschte mit Sundal und rückte vorübergehend auf Rang zwei vor. Karl Geiger zeigte einen guten Abschlusssprung und brachte Deutschland auf Platz sieben. Pius Paschke schob das Team Am Ende noch auf Rang sechs – nur hauchdünn gegen die Ukraine. Für Polen setzte Tomasiak den entscheidenden Schlusssprung und sicherte sich und seine Teamkollegen Dawid Kubacki Rang drei vor Heimpublikum. Anže Lanišek krönte den slowenischen Auftritt mit einem Satz auf 140 Meter und rettete damit Platz zwei – hinter dem souveränen Sieger Österreich mit Jan Hörl und Stephan Embacher.

Anzugmanipulation im italienischen Team

Wieder einmal war heute auch ein Anzug Thema. Nämlich der des Italieners Francesco Cecon, der kurz nach seinem ersten Sprung im ersten Durchgang disqualifiziert wurde. Als Grund wurde vom Internationalen Skiverband im Liveticker „Manipulation des Anzugs vor dem Start“ eingeblendet. Was sich genau dahinter in seinem Fall verbirgt, wurde nicht genannt. In jedem Fall sorgte er dafür, dass sein Teamkollege Giovanna Bresdaola gar nicht erst zum Einsatz kam.

Fettner in der Qualifikation vorne

In der vorangegangenen Qualifikation am frühen Nachmittag präsentierten sich besonders die österreichischen Skispringer in herausragender Form, sodass das Fehlen von Stefan Kraft und Daniel Tschofenig kaum auffiel. Manuel Fettner sicherte sich mit 133,7 Punkten den ersten Platz, dicht gefolgt von seinen Teamkollegen Jan Hörl (131,6 Punkte) und Maximilian Ortner, der sich den dritten Rang mit dem Slowenen Anže Lanišek (jeweils 130,7 Punkte) teilte. Insgesamt landeten fünf ÖSV-Athleten unter den Top Acht, darunter auch Stephan Embacher (5. Platz) und Jonas Schuster (8. Platz).

Auch die Slowenen zeigten sich stark: Neben Lanišek überzeugte Timi Zajc (7.), der nach seiner Disqualifikations-Sperre zurück im Weltcup ist. Der Gesamtweltcup-Führende Domen Prevc landete „nur“ auf Rang zehn. In Abwesenheit von Philipp Raimund und Felix Hoffmann zeigten sich die teilnehmenden drei Deutschen leicht verbessert. Karl Geiger belegte Platz 19, Pius Paschke wurde 24. und Andreas Wellinger Rang 34.

ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Neben dem Slowenen Domen Prevc hat sich in den letzten Wochen vor allem Stephan Embacher ins Rampenlicht gesprungen. Der 19-jährige Österreicher stellte in Garmisch-Partenkirchen mit einem Sprung auf 145,5 Meter einen neuen Schanzenrekord auf und sorgte damit zugleich für den längsten Sprung, den es in der 74-jährigen Geschichte der Vierschanzentournee je gegeben hat. Doch auch insgesamt belegte er beim ersten großen Saisonhighlight einen starken dritten Platz in der Gesamtwertung.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich die Tournee auf dem Podium abschließen kann. Es ist so cool – auch zusammen mit Jan (Hörl) oben stehen zu dürfen, ist mega. Es war einfach eine richtig, richtig gute Tournee“, schwärmte Embacher in Bischofshofen am Mikrofon des ORF. Auch sein Cheftrainer Andreas Widhölzl war voll des Lobes für den Youngster: „Hut ab, wie Stephan es in seinen jungen Jahren durchgezogen hat und wie cool er dabei geblieben ist.“

Doch der Reihe nach. Zum ersten Mal richtig auf sich aufmerksam im Weltcup machte der aktuelle Junioren-Weltmeister am 26.11.2025, als er mit dem zweiten Platz in Falun seine erste Podiumsplatzierung in einem Einzelwettbewerb feierte. Abseits dieses Resultats sammelte „Bambi“, wie er von seinem österreichischen Landsmann Stefan Kraft gerne genannt wird, mehrere Top-10-Platzierungen. Ein durchaus gelungener Saisonstart, mit dem man ihm allerdings nicht unbedingt einen Podiumsplatz bei der Tournee zugetraut hätte.

Bei der Generalprobe zur Vierschanzentournee in Engelberg erlebte Embacher dann eine Schrecksekunde, als er am ersten Wettkampftag stürzte. Doch er zeigte sich davon völlig unbeeindruckt und stellte am darauffolgenden Tag mit 145 Metern einen neuen Schanzenrekord auf der Gross-Titlis-Schanze auf. Ex-DSV-Bundestrainer Werner Schuster, der an diesem Tag als Eurosport-Experte fungierte, sagte im Anschluss zu diesem Sprung, dass dieser „noch nicht einmal optimal“ gewesen sei – das zeigt, wie viel Potenzial bei Embacher eigentlich noch vorhanden ist.

In Oberstdorf startete Embacher dann sehr ordentlich in die Vierschanzentournee und wurde Siebter, ehe er in Garmisch-Partenkirchen so richtig aufdrehte und dort den Grundstein für den dritten Platz in der Tournee-Gesamtwertung legte.

Neuer Schanzenrekord: 145,5 Meter – „Ich bin ohne Rücksicht auf Verluste gesprungen“

Am Silvestertag zündete Embacher mit 145,5 Metern in Garmisch-Partenkirchen eine richtige Rakete und zeigte den längsten Sprung in der Tourneegeschichte. „Ich bin den Sprung genau gleich angegangen wie sonst auch und bin ohne Rücksicht auf Verluste gesprungen. Ich habe von der Höhe her gleich gemerkt, dass es weit geht. In den Trainingssprüngen zuvor war es vom Tisch her noch nicht ganz so gut. Ich bin dort noch sehr flach rausgekommen, aber trotzdem schon relativ weit gesprungen. In dem Quali-Sprung war ich gut ein bis zwei Meter höher und habe gewusst, dass der gut geht“, äußerte sich Embacher im Anschluss am Mikrofon von Skispringen-News.de.

Im ORF-Interview führte er zu diesem ganz besonderen Sprung weiter aus: „Ich habe ihn am Tisch gut getroffen und war gleich in einer Position, in der ich Gas geben und ihn durchziehen konnte. Klar, die Landung war auf Sicherheit, aber das passt – man muss in der Quali nicht alle Risiken eingehen. Nach Engelberg den zweiten Schanzenrekord binnen einer Woche aufstellen zu dürfen, ist einfach mega.“

Noch einmal genauer auf den Landedruck angesprochen, sagte Embacher gegenüber Skispringen-News.de: „Es würde, glaube ich, schon gehen, dass man auf der Schanze in diesem Weitenbereich einen Telemark setzt, aber ich habe die Sicherheitsvariante bevorzugt, da ich schon einen Sturz in dieser Saison hatte. Von daher brauche ich keinen zweiten.“

Probleme mit der Hüfte seit dem Sturz in Engelberg

Doch auch wenn er den Sturz mental gut verarbeitet hat, ist dieser nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen. „Seit dem Sturz habe ich ein paar Probleme mit der Hüfte gehabt, habe es aber mit den Physios immer wieder in den Griff bekommen. Bei diesem Qualisprung ist es mir auch wieder ein bisschen ‚reingeschossen‘, aber auch hier haben wir es gut gemanagt bekommen und bleiben weiter dran.“

Podiumsplätze in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck

Getragen von der großen Euphorie des Vortages legte der 19-Jährige am Neujahrstag in Garmisch-Partenkirchen mit dem dritten Platz im Wettkampf eindrucksvoll nach. Am Bergisel wiederholte er dieses Podiumsergebnis und wurde erneut Dritter. Das Tourneefinale in Bischofshofen schloss er auf Position fünf der Tageswertung ab, womit es ihm gelang, den dritten Rang in der Gesamtwertung erfolgreich bis zum Schluss zu verteidigen. Nur Teamkollege Jan Hörl und Dominator Domen Prevc waren besser als der aufstrebende ÖSV-Youngster.

„Wir haben es uns im Duell um den zweiten Platz in der Tourneewertung schon gegeben, aber ich gönne es Jan von Herzen. Er ist so ein cooler Typ und immer für mich da – zum Beispiel in Innsbruck, wo er zu mir gesagt hat, dass ich einfach ruhig bleiben und meine Sachen durchziehen soll. Auch generell verstehen wir uns alle sehr gut im Team. Es ist eine coole Truppe, und hier hilft jeder jedem.“

Was die Fortschritte in seiner Entwicklung seit den Junioren-Weltmeisterschaften angeht, schildert Embacher: „Im Sommer bin ich gleich gut reingestartet und habe die richtigen Schlüsse gezogen. Ich habe viel Erfahrung gesammelt und es, glaube ich, ganz gut umgesetzt. Von daher finde ich meine Entwicklung sehr cool und möchte daran anschließen und weiter kämpfen.“

ÖSV Weltcup Weltcup Damen

Nach den Rücktritten von Jaqueline Seifriedsberger und Sara Marita Kramer sowie der Verletzung von Eva Pinkelnig kommt es im österreichischen Damenteam in dieser Olympiasaison mehr denn je auf Julia Mühlbacher an. Die 21-Jährige zeigte trotz des gestiegenen Drucks bei den ersten drei Weltcupstationen bereits vielversprechende Leistungen, die Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison machen.

Gleich im ersten Wettbewerb des Winters sicherte sich Mühlbacher ihr erstes Podium. Gemeinsam mit Lisa Eder, Stefan Kraft und Jan Hörl erreichte sie im Mixed-Wettbewerb von Lillehammer den dritten Platz. In den beiden Einzelwettbewerben folgten die Ränge 17 und 18. In Falun gelang ihr der nächste Schritt: Nach Platz 19 auf der Normalschanze verbesserte sie sich auf der Großschanze bereits auf Rang 12. Auch in Wisla setzte sich der positive Trend mit den Plätzen 13 und 11 fort. Ihrem Ziel, sich in dieser Saison in den Top-10 zu etablieren, kommt Mühlbacher damit immer näher.

Grundlage dafür war auch eine gelungene Sommervorbereitung, wie sie gegenüber Skispringen-News.de berichtet: „Der Sommer ist für mich sehr gut verlaufen. Ich habe immer stetige Steigerungen drin gehabt, bin ohne Verletzungen durchgekommen und habe super trainieren können.“ Zugleich gibt sie Einblick in die vergangenen Wochen und Monate.

„Nachdem die letzte Saison beendet war, hatten wir zunächst ein paar Wochen Urlaub, ehe es mit dem körperlichen Training weitergegangen ist. Hier wird die Substanz für den Winter aufgebaut. Mit dem Springen haben wir dann Ende Mai/Anfang Juni wieder begonnen. Über den Sommer hinweg hatten wir einige Trainingskurse, wobei da der Hauptfokus auf der körperlichen Vorbereitung liegt. Je weiter es in den Herbst hineingeht, desto mehr richtet sich der Fokus natürlich auf die Sprungperformance, damit wir da noch das i-Tüpfelchen finden – so schaut bei uns eigentlich ein klassischer Sommer aus“, erklärt Mühlbacher, die 2023 mit dem dritten Platz in Rasnov ihr erstes Einzelpodium im Weltcup feierte.

Da die vergangene Saison trotz der WM-Silbermedaille mit dem Team in Trondheim nicht nach ihren Vorstellungen verlaufen ist, hat sie sich für den Winter 2025/26 viel vorgenommen. „Dadurch, dass ich letztes Jahr eher eine durchwachsene Saison gehabt habe, ist mir heuer klar, dass ich mich in den Top-10 etablieren will. Ich habe letztes Jahr schon einmal gezeigt, dass ich es drauf habe, nur habe ich dann leider nicht die Konstanz aufweisen können. Darauf liegt mein Fokus. Und natürlich haben wir dann auch noch die Olympischen Spiele. Es ist das Highlight, da es sie nur alle vier Jahre gibt, deshalb freue ich mich schon riesig drauf“, so Mühlbacher. Gleichzeitig möchte sie sich in dieser Phase der Saison aber noch keinen Druck machen: „Ich nehme es sehr gelassen und schaue von Wochenende zu Wochenende. Wir werden dann sehen, wie es laufen wird.“

Zur Lücke, die die arrivierten Athletinnen in der Mannschaft hinterlassen, sagt sie: „Die Lücke ist schon riesig. Die Reduktion bei uns war doch sehr plötzlich und ein heftiger Schlag. Aber die Rücktritte muss man akzeptieren und der Unfall von der Eva ist sehr schade. Wir werden weiterkämpfen und uns davon nicht unterkriegen lassen.“

Wie sich die Saison für die Springerinnen im ÖSV-Team entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass der Start von Julia Mühlbacher (aktuell P15 im Gesamtweltcup) und auch der von Lisa Eder (aktuell P5 im Gesamtweltcup) durchaus gelungen ist.

ÖSV Weltcup Weltcup Damen

So luxuriös die Situation bei den österreichischen Herren ist, umso schwieriger sieht es derzeit bei den Damen aus. Mit Jaqueline Seifriedsberger und Sara Marita Kramer haben gleich zwei erfolgreiche Springerinnen der vergangenen Jahre vor der neuen Saison ihren Rücktritt erklärt. Hinzu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Eva Pinkelnig. Skispringen-News.de hat sich mit den ÖSV-Damen über die große Lücke und die „neue Rolle“ von Lisa Eder unterhalten.

Im Sommer ging es plötzlich Schlag auf Schlag im österreichischen Damenteam – und das ausgerechnet vor der so wichtigen neuen Olympiasaison. Am 20. August 2025 gab zunächst die Weltcup-Gesamtsiegerin aus der Saison 2021/2022, Sara Marita Kramer, mit gerade einmal 23 Jahren ihr Karriereende bekannt. Zwar konnte die Springerin aus Maria Alm zuletzt nicht mehr an ihre Höchstform anknüpfen und musste zudem aufgrund einer Gürtelrose die Vorjahressaison frühzeitig beenden – dennoch war die Hoffnung natürlich groß, dass sie noch einmal an ihre Glanzzeiten früherer Tage anknüpfen kann. Mit 23 Weltcuppodestplätzen, 15 Weltcupsiegen, einem Gesamtweltcupsieg, zwei WM-Medaillen im Team sowie einem Weltmeistertitel im Team zählte sie zu den erfolgreichsten ÖSV-Springerinnen der jüngeren Vergangenheit. Doch sie traf eine andere Entscheidung.

„Mein großer Traum war immer, eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. Als ich die letzten Spiele aufgrund der Corona-Virus-Infektion verpasst habe, hat es mich härter getroffen als gedacht. Ich habe dennoch versucht, mich wieder aufzuraffen und weiterzuarbeiten, um mein Ziel – eine Medaille zu erreichen – und damit meine Geschichte fertig schreiben zu können“, erklärte Kramer in einer Pressemitteilung des ÖSV und führte darin zu ihrem Karriereende weiter aus: „Es ist nicht das Ende der Geschichte, das ich mir als kleines Mädchen erträumt habe. Ziele und Träume können sich aber ändern. Ich bin dankbar für all meine gesammelten Erfahrungen und möchte mich für die Unterstützung bei meiner Familie, meinen Freunden, Sponsoren, den Fans, den Trainern, dem gesamten Team und dem Österreichischen Skiverband bedanken.“

Am 18. September 2025 folgte der nächste Rückschlag: Eva Pinkelnig stürzte bei der Olympiageneralprobe in Predazzo schwer und zog sich einen vorderen Kreuzband-, Innen- und Außenmeniskusriss sowie einen Knorpelschaden zu. Aufgrund dieser Diagnose steht sie dem ÖSV-Team für die komplette Saison nicht zur Verfügung.

Nur kurze Zeit später, am 24. September 2025, verkündete dann auch noch Jaqueline Seifriedsberger ihr Karriereende. Sie erreichte unter anderem sieben WM-Medaillen, drei Weltcupsiege und 23 Podestplätze. Den Gesamtweltcup 2024/2025 schloss sie als bestplatzierte ÖSV-Springerin auf Rang fünf ab.

„Alles hat seine Zeit. Bereits in den letzten Jahren hat es mich extrem viel Überwindung gekostet, weit zu springen und sauber zu landen. Das wurde von Saison zu Saison schwieriger. Hinzu kommt, dass sich der Sport und seine Rahmenbedingungen stetig weiterentwickeln. Neue Regeln, technische Veränderungen und höhere Ansprüche machen es notwendig, sich ständig anzupassen und mit voller Hingabe dabei zu sein. Während der Vorbereitung auf die bevorstehende Olympiasaison habe ich gemerkt, dass es mir extrem viel abverlangt und ich nicht mehr 100 Prozent geben kann wie in den vergangenen Jahren. Wenn Mut und Vertrauen an der Schanze fehlen, dann ist man auch nicht erfolgreich. Ich habe mich daher in den vergangenen Wochen bewusst zurückgenommen und in dieser Zeit intensiv über meine Zukunft nachgedacht. Die Entscheidung, meine Karriere zu beenden, ist dabei nicht von heute auf morgen gefallen, sondern über einen längeren Zeitraum in mir gereift. Die Ereignisse vom vergangenen Wochenende habe ich aufmerksam verfolgt – sie haben mir noch einmal gezeigt, dass der Entschluss für mich der richtige ist“, so Seifriedsberger in einer Pressemitteilung des ÖSV.

Wie geht es weiter – und wie kann eine Mannschaft so etwas kompensieren?

Lisa Eder als neue „Teamleaderin“?

Mit Lisa Eder ist dem ÖSV immerhin die Gesamtsechste des letzten Weltcupwinters erhalten geblieben. Und diese präsentierte sich bereits in starker Frühform, denn sowohl in Lillehammer als auch gestern in Falun sprang sie im Einzel aufs Podest. Hat die 24-Jährige damit auch das Zeug dazu, die neue Leaderin im Team zu werden? Und wie sieht sie selbst diese mögliche Rolle?

„Ich habe das jetzt schon öfter gehört, aber ich glaube, wir brauchen nicht direkt eine Teamleaderin. Wir haben eine gute Harmonie und sind ein kleines, aber feines Team. Das passt“, so Eder gegenüber Skispringen-News.de. Zu den Rücktritten von Kramer und Seifriedsberger äußert sie sich wie folgt: „Sie hinterlassen schon eine große Lücke. Wir waren doch immer sehr viele im Team und sind plötzlich zu einem sehr kleinen Team geschrumpft – also von einem großen zu einem kleinen Team geworden. Das tut natürlich weh. Aber es nützt nichts, es ist eine Entscheidung, die sie getroffen haben. Ich finde es schade, aber beide haben eine super Karriere gehabt.“

Auch wenn aufgrund der Situation bei den ÖSV-Damen derzeit sicherlich die größte Erwartungshaltung und Last auf Lisa Eder liegt, wirkt sie noch sehr gelassen und gibt gegenüber Skispringen-News.de als persönliches Ziel lediglich an, wieder „in Schwung“ kommen zu wollen. Mit ihren beiden Podestplätzen in Lillehammer und Falun hat sie dies bereits erreicht und einen vielversprechenden Saisonstart hingelegt, was auch der derzeitige vierte Platz im Gesamtweltcup unterstreicht. Man darf gespannt sein, wie sie im weiteren Verlauf der Saison mit dem Druck umgehen wird.

Julia Mühlbacher: „Wir werden weiter kämpfen und uns nicht unterkriegen lassen“

Den besten Eindruck hinter Lisa Eder hinterlässt bislang Julia Mühlbacher. Mit den Plätzen 17 und 18 in Lillehammer sowie Rang 19 in Falun zeigte sie eine äußerst beständige Leistung, die durchaus Hoffnung macht. Die 21-Jährige beschreibt die aktuelle Kadersituation so:

„Also die Lücke, die sie hinterlassen, ist schon riesig. Es war doch sehr plötzlich die Reduktion bei uns und schon ein heftiger Schlag. Aber die Rücktritte muss man akzeptieren und der Sturz von der Eva ist sehr schade, aber wir werden weiter kämpfen und uns nicht unterkriegen lassen.“

Wichtig für Mühlbacher wird sein, diese positiven Ansätze mitzunehmen und Selbstvertrauen statt Druck aufzubauen. Sollte ihr dies gelingen, könnte sie in diesem Winter langfristig die „Nummer 2“ hinter Lisa Eder werden.

Größere Baustellen bei Chiara Kreuzer und Hannah Wiegele – Lisa Hirner als „neues Ass“ im Ärmel?

Bei Chiara Kreuzer und Hannah Wiegele überwiegen derzeit noch die Baustellen. Beide verpassten in den bisher stattgefundenen drei Wettbewerben den zweiten Durchgang. Immerhin steigerte sich Kreuzer beim gestrigen Wettbewerb in Falun auf Rang 36, nachdem sie zuvor in Lillehammer mit den Plätzen 52 und 54 bereits in der Qualifikation ausgeschieden war. Ob sie es jedoch noch einmal in den erweiterten Kreis der Weltspitze schafft, bleibt abzuwarten. Ihr letzter Weltcupsieg datiert vom 11. März 2023 in Oslo.

Auch Hannah Wiegele steckt noch im Aufbauprozess. Ihr Ziel ist es, wieder Weltcuppunkte zu holen, nachdem ihr dies in den vergangenen zwei Jahren nicht so häufig gelungen war – vor allem mit Blick auf ihre beiden persönlichen Träume: eine Olympiateilnahme und das Skifliegen. Nach den Platzierungen 44 und 33 in Lillehammer sowie Rang 41 in Falun scheint dieses Ziel aktuell jedoch noch ein Stück entfernt.

„Natürlich ist es jetzt schwieriger. Man hat jetzt nicht mehr so das Zugpferd, obwohl Lisa natürlich auch sehr gut vorne dabei ist – und es ist immer ganz wichtig, dass man jemanden hat, der vorne reinspringt und an dem man sich auch im Training messen kann. Wir versuchen natürlich, da aufzuholen und die ausgeschiedenen Springerinnen zu ersetzen. Es ist schade, dass sie nicht mehr dabei sind, aber ich glaube, für sie war es die richtige Entscheidung. Wir müssen weiterkämpfen und hoffen, dass junge Athletinnen nachkommen“, so Wiegele.

Aufgrund der neuen Kadersituation rückt nun ein weiterer Name in den Fokus, der sich möglicherweise als Trumpfkarte erweisen könnte: die Kombiniererin Lisa Hirner. Sie feierte gestern in Falun ihr Weltcup-Debüt im Skispringen und verpasste mit Platz 33 nur knapp den zweiten Durchgang. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Trondheim 2025 gewann sie bei der Nordischen Kombination Bronze im Mixed-Team und anschließend Bronze im Gundersen-Einzel – nur 7,5 Sekunden hinter Siegerin Gyda Westvold Hansen, die mittlerweile ebenfalls zu den Spezialspringerinnen gewechselt ist. Sollte Hirner ihre Chancen nutzen, könnte sie sich ihren Olympiatraum erfüllen – ein Traum, der ihr als Kombiniererin sonst (zumindest in Val die Fiemme) verwehrt bleiben würde.

ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Beim Saisonauftakt in Lillehammer nominierte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl neben den drei überragenden Athleten des letzten Winters – Daniel Tschofenig, Jan Hörl und Stefan Kraft – auch Maximilian Ortner und Manuel Fettner. Zudem hatte Stephan Embacher als Goldmedaillengewinner der Junioren-WM ebenfalls seinen Startplatz sicher. Heißt: Jonas Schuster und Niklas Bachlinger, die über den Sommer hinweg starke Leistungen zeigten, mussten sich zunächst hinten einreihen. Wir haben mit beiden ÖSV-Springern über das „Luxusproblem“ im österreichischen Team gesprochen.

Bereits lange vor Bekanntgabe der Nominierungen für den Saisonstart war klar, dass es im österreichischen Team zu einer Veränderung kommen würde. Denn nach dem Rücktritt von Michael Hayböck, der mittlerweile als TV-Experte für den ORF fungiert, wurde zumindest ein Startplatz im ÖSV-Team wieder frei. Andreas Widhölzl entschied sich hier für die geballte Erfahrung und gab Manuel Fettner den Vorzug. Fettner hatte im Sommer bereits angekündigt, dass er vor seiner letzten Wintersaison steht, ehe auch er vom aktiven Springen zurücktreten wird.

Während sich andere Nationen einen Kopf machen müssen, um solche Lücken zu füllen, ist es im Männerteam der Österreicher seit vielen Jahren anders: Immer wieder kommt top ausgebildeter Nachwuchs nach und nutzt die sich bietenden Gelegenheiten. In der letzten Wintersaison 2024/25 waren es beispielsweise Maximilian Ortner und Markus Müller, die auf sich aufmerksam machen konnten. Vor allem Ortner war im letzten Winter der „Durchstarter“ schlechthin, beeindruckte mit zwei Podiumsplätzen sowie vielen Top-10-Ergebnissen im Weltcup und war auch bei der WM in Trondheim als Silbermedaillengewinner im Teamwettbewerb ein wichtiger Teil der Mannschaft.

Angesichts dieser Leistungsdichte eine glückliche Lage für Andreas Widhölzl – oder etwa doch nicht? Immer wieder steht der ÖSV-Coach vor schwierigen Entscheidungen und kann trotz starker Leistungen einem Teil seiner Athleten keinen Weltcupeinsatz bieten, obwohl sie in vielen anderen Nationen sicher im Weltcupteam gesetzt wären. Für diese Springer bleibt dann nur der Weg über den Continental Cup, um sich dort wieder einen Startplatz zu erarbeiten. Kurz davor stand im Sommer vor allem Jonas Schuster, der es beim abschließenden Wettbewerb in Klingenthal in der eigenen Hand hatte, jedoch um gerade einmal einen Punkt den Quotenplatz für die erste Weltcupperiode im Winter verpasste.

Jonas Schuster: „Irgendwann bekommt man seine Chance, und die möchte ich nutzen“

Doch trotz dieser Umstände ließ er sich nicht entmutigen und zeigte sich in der Mixed-Zone zufrieden: „Es war ein erfolgreicher Sommer, in dem ich sehr gut trainieren konnte, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht das Optimum vom Sprung her erreicht hatte. Im Herbst hat es sich dann immer weiter gesteigert in Richtung der Wettkämpfe – also der Conti-Cups, der österreichischen Meisterschaft und zum Abschluss beim Sommer-Grand-Prix. Es ist immer besser geworden, und ich bin mega zufrieden mit der Entwicklung, die ich jetzt in den Winter mitnehme“, so Schuster gegenüber Skispringen-News.de.

Seine persönlichen Ziele für die Wintersaison beschreibt er wie folgt: „Ich muss Wettkampf für Wettkampf sehen. Mein nächster Einsatz wird wahrscheinlich der Continental Cup im Dezember sein, und ich werde dort wieder probieren, den Schritt in den Weltcup zu schaffen. Dann schauen wir weiter. Wenn ich so springe wie zuletzt, glaube ich, dass ich ein gutes Niveau habe und wirklich gut mitspringen kann. Dann werden wir sehen, wofür es reicht.“

Auf die Stärke des österreichischen Teams angesprochen, erklärt Schuster: „Ja, es ist sehr schwer, in die Mannschaft hineinzurücken, das auf jeden Fall! Andererseits pusht es natürlich extrem, weil man erst einmal ein Level erreichen muss, dass man überhaupt die Chance hat, ins Team zu kommen. Da muss man halt die richtige Balance finden. Man weiß zwar um die Schwierigkeit, aber trotzdem ist es wichtig, gelassen zu bleiben und einfach zu arbeiten. Irgendwann bekommt man seine Chance, und die möchte ich nutzen. Ich probiere einfach, da zu sein.“

Welche Rolle bei seiner Entwicklung sein Vater, Ex-DSV-Bundestrainer Werner Schuster, spielt, erklärt Jonas Schuster so: „Wenn ich etwas wissen will, kann ich ihn immer fragen. Er ist eine wichtige Figur generell für mich. Ansonsten mache ich das Wesentliche mit meinen Trainern auf der Schanze. Aber wenn ich etwas brauche, ist er immer für mich da“, so der Gesamtzweite des Sommer-Continental Cups 2025.

Niklas Bachlinger: „Wir jungen Athleten versuchen schon, den Älteren Druck zu machen“

Mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix konnte auch Niklas Bachlinger auf sich aufmerksam machen. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 23-Jährige gegenüber Skispringen-News.de: „Wenn man mich am Anfang des Sommers gefragt hätte, was ich mir erwarte, stünde das definitiv nicht auf der Liste. Im Conti Cup hat es nicht so gut funktioniert wie im Sommer-Grand-Prix. Daher muss ich wohl schauen, dass ich schnellstmöglich in den Weltcup komme, wenn ich dort leichter zurechtkomme“, schmunzelt Bachlinger.

Auf die Frage, ob man sich ein Beispiel an Maximilian Ortner nehmen kann, der letztes Jahr im ÖSV-Team durchgestartet ist, sagt Bachlinger: „Ja, ich meine, wir machen in Österreich einen guten Job mit den Trainern und den Athleten selbst. Wir sind da richtig stark aufgestellt, und wir jungen Athleten versuchen schon, den Älteren Druck zu machen. Maxi hat letztes Jahr gezeigt, dass wir jungen Athleten vorne mitmischen können, und das ist sicher ein Ansporn, weil wir wissen, dass wir es auch können. Wir warten nur auf den Moment, dass es dann zu 100 Prozent funktioniert.“

Zur Schwierigkeit, sich einen Weltcupplatz im ÖSV-Team zu erkämpfen, erklärt Bachlinger: „Ja, es ist definitiv nicht leicht. Aber ich glaube, dass ein starkes Team einen pusht. Man weiß, dass man mit dem Material gut aufgestellt ist, dass man gut Skispringen kann und dass wir gute Trainer haben. Wenn man dann an sich selbst arbeitet und das Gesamtpaket zusammenpasst, kann das richtig gut aussehen.“

Zu seinen Zielen für die neue Wintersaison und dem Traum von einer möglichen Teilnahme bei den Olympischen Spielen sagt Bachlinger: „Ja, es ist definitiv ein Ziel. Es ist jetzt nicht Priorität Nummer 1 in dieser Saison. Aber die Probe auf der Schanze in Predazzo hat schon gut funktioniert. Schauen wir, was der Anfang vom Winter bringt, und dann lassen wir uns überraschen.“

Clemens Aigner, Daniel Huber und Markus Müller auch noch in der Hinterhand

Die Breite des ÖSV-Kaders ist in jedem Fall weiterhin beeindruckend. Neben den beiden Talenten Jonas Schuster und Niklas Bachlinger werden unter anderem auch Clemens Aigner, der im Sommer den dritten Gesamtrang im Continental Cup erzielte, und Daniel Huber, der die letzte Saison aufgrund einer Verletzung verpasste, um ein Ticket im Weltcup kämpfen. Zudem rechnet sich auch Markus Müller, der letztes Jahr einige Einsätze erhielt, Chancen aus.

Ob Philipp Aschenwald, der seit seinem Trainingssturz im Juli 2023 auf sein Comeback hinarbeitet, ebenfalls zum direkten Anwärterkreis zählen wird, wird sich zeigen. Fest steht in jedem Falle, dass es mehr denn je auf den Continental Cup ankommen wird und auf die Möglichkeit, dort einen zusätzlichen Startplatz für die nächsten Weltcupperioden herauszuspringen. Zuletzt haben die Österreicher dem Springer, dem dieses Unterfangen gelingt, dann auch diesen Startplatz zugesprochen. Ähnliches dürfte auch für die Zukunft zu erwarten sein.

Planica7 Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Die österreichische Mannschaft hat den letzten Teamwettbewerb in der diesjährigen Weltcupsaison für sich entschieden. Daniel Tschofenig, Manuel Fettner, Jan Hörl und Stefan Kraft sicherten sich nach acht starken Flügen in Planica mit insgesamt 1749,3 Punkten den Sieg vor der deutschen Mannschaft (1720,2 Punkte), die Markus Eisenbichler damit einen gebührenden Abschied von der Skisprungbühne bereiten konnte. Rang drei ging an die Lokalmatadoren aus Slowenien (1707,2 Punkte).

„Ich muss gerade mit mir kämpfen, weil es so emotional ist. Aber es war jetzt einfach nochmal schön zwei gute Flüge zu machen und ja, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was sich gerade sagen soll“, schilderte „Eisei“ nach seinem letzten Wettkampf unter Tränen am ARD-Mikrofon. Der 33-Jährige war von DSV-Cheftrainer Stefan Horngacher als Schlussspringer aufgestellt worden, hielt mit zwei Flügen auf jeweils 223,5m dem Druck stand und brachte den zweiten Platz der deutschen Mannschaft sicher ins Ziel. Nach seinem letzten Sprung/Flug in seiner Karriere wurde er im Auslauf nicht nur von seinen Springerkollegen mit einer Sektdusche ausgiebig gefeiert, sondern auch von seinem Fanclub, der ebenfalls den sonst „geschützten“ Bereich betreten durfte. Ein extra großes Transparent mit der Aufschrift „Danke Eisei! Servus und ois guade!“ sowie entsprechende T-Shirts durften natürlich auch nicht fehlen.

Auf die Feierlichkeiten angesprochen, führte Eisenbichler aus: „Ich habe schon gewusst, dass irgendetwas geplant ist. Aber ich habe von vornherein gesagt, ich mag davon nichts wissen, weil ich mich einfach auf den Wettkampf fokussieren und gute Flüge machen möchte. Es ist ja schon eine der größten Schanzen auf der Welt und da hat man mit fast 34 Jahren schon ein bisschen Respekt vor, zumal ich es gestern einmal fast übertrieben habe. Aber jetzt genieße ich erstmal die Siegerehrung. Wir waren knapp am Sieg dran und ich hätte nicht gedacht, dass wir nochmal so einen geilen Abschluss haben“, freute sich der Bayer, der sich in Zukunft eine Trainerlaufbahn vorstellen kann, zunächst jedoch erstmal etwas Abstand zum Skisprungsport gewinnen will.

Einen großen Anteil an diesem, auch aus sportlicher Sicht, gelungenen Abschied hatten Karl Geiger, Andreas Wellinger und Pius Paschke, die mit starken Flügen „Eisei“ eine gute Grundlage mit auf den Weg gaben. Insbesondere Geiger (228,5m/226m) und Wellinger (226,5m/227m) boten dabei eine starke Vorstellung. Paschke, der zweimal auf 215,5m segelte, verlor im Vergleich zu seinen Teamkollegen etwas, konnte jedoch innerhalb seiner Gruppe den anderen Top-Nationen Paroli bieten.

Schlussendlich trennte die deutsche Mannschaft am Ende 29,1 Punkte von den siegreichen Österreichern, an denen an diesem Tag kein Weg vorbeiführte. Weltcupgesamtsieger Daniel Tschofenig brachte als Startspringer mit einem Flug auf 231,5m die stärkste Nation des Winters gleich in Führung. Nach einem „Coach Request“ erzielte er diese Weite mit einer Luke weniger Anlauf als die übrigen Springer aus der ersten Gruppe. Im darauffolgenden Durchgang gelang es Andreas Wellinger das Bild an der Gesamtspitze dann kurzzeitig zu drehen, da er gegenüber Manuel Fettner deutlich die Oberhand behielt. Doch Jan Hörl zog durch einen besseren Versuch im Vergleich zu Paschke wieder an der deutschen Mannschaft vorbei. Danach waren die Österreicher bis zum Schluss nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Stefan Kraft brachte mit all seiner Erfahrung den Sieg schließlich sicher nach unten.

Slowenien bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück

Hinter Österreich und Deutschland landeten die Slowenen, die sich trotz des Podiumsplatzes vor heimischem Publikum sicherlich deutlich mehr ausgerechnet hatten. Lovro Kos erwischte jedoch nicht seinen besten Tag und kam in seinen beiden Versuchen nicht über 216,5m bzw. 193m hinaus. Zudem lies Timi Zajc mit 214,5m im ersten Durchgang in seiner Paradedisziplin ebenfalls Punkte liegen – in Summe zu viel, sodass auch ihre Teamkollegen Domen Prevc und Anze Lanisek es trotz erneut starker Leistung nicht mehr rausreißen konnten. Zwischenzeitlich kämpften die Slowenen sogar gegen die polnische Mannschaft (4.) um den dritten Platz, konnten diesen jedoch am Ende absichern.

Hinter den stark auftretenden Polen, die unter der Woche ihre Trennung von Cheftrainer Thomas Thurnbichler zum Ende der Saison bekanntgaben, beendeten die Japaner den Teamwettbewerb auf Rang fünf, gefolgt von der B-Mannschaft der Norweger (6.), den Schweizern (7.) sowie den US-Amerikanern (8.). Finnland (9.) und Kasachstan (10.) schieden nach dem ersten Durchgang aus.