Anze Lanisek (SLO), Weltcup Sapporo (JPN) 22.01.23; Foto: Konstanze Schneider

Anže Lanišek ist zurück ganz oben. Trotz schwieriger Bedingungen und einer zuletzt kleinen Formdelle meldete sich der Slowene beim Weltcup in Zakopane eindrucksvoll zurück und sicherte sich den Sieg. Mit zwei starken Sprüngen setzte er sich gegen die Konkurrenz durch und stand erstmals seit einigen Wettkämpfen wieder ganz oben auf dem Podest. Hinter Lanišek reihten sich mit Jan Hörl und Manuel Fettner gleich zwei ÖSV-Adler ein, die mit starken Leistungen unterstrichen, dass Österreich weiterhin zu den konstantesten Nationen zählt.

Lanisek und Österreicher trotzen den schwierigen Bedingungen

Vor ausverkauften Rängen mit 15.000 Zuschauern bot der Kult-Weltcup in Zakopane einmal mehr eine beeindruckende Kulisse. Weder dichter Schneefall noch wechselhafte Windbedingungen konnten der ausgelassenen Stimmung im Stadion etwas anhaben. Sportlich jedoch stellten genau diese äußeren Umstände die Springer vor große Herausforderungen. Der ständig drehende Wind machte den Wettbewerb zu einer regelrechten Windlotterie, in der es vor allem darauf ankam, die schwierigen Verhältnisse bestmöglich zu meistern.

Am souveränsten gelang dies Anže Lanišek. Der Slowene zeigte mit Sprüngen auf 137 und 138 Meter eine starke Leistung und sicherte sich mit insgesamt 278,1 Punkten den Sieg. Dabei fing er im zweiten Durchgang noch Jan Hörlab, der nach dem ersten Durchgang in Führung gelegen hatte. Der Österreicher kam mit 144,5 und 135,5 Metern auf 264,8 Punkte und musste sich trotz einer beeindruckenden Weite im ersten Sprung geschlagen geben. Selbst eine bessere Landung im Finaldurchgang hätte wohl nicht mehr zum Sieg gereicht.

Das Podest komplettierte Manuel Fettner. Der österreichische Routinier bestätigte einmal mehr , dass er mit schwierigen Bedingungen umgehen kann und belegte mit Sprüngen auf 135,5 und 135 Meter sowie 262,7 Punkten den dritten Platz.

Spektakuläre Aufholjagden und starker Norweger 

Nur knapp am ersten Podestplatz für Norwegen in dieser Saison scheiterte Marius Lindvik, der den Wettbewerb auf Rang vier beendete. Ebenfalls stark präsentierte sich Stephan Embacher, der sich mit einem herausragenden zweiten Sprung noch auf Platz fünf nach vorne schob. Nach einem schwächeren ersten Durchgang lag der Österreicher zunächst weit zurück, machte im Finale jedoch 18 Plätze gut und zeigte damit eine der Aufholjagden des Tages.

Auch Johann André Forfang profitierte im zweiten Durchgang von günstigeren Windverhältnissen und arbeitete sich um 24 Positionen nach vorne. Der Norweger belegte am Ende Platz sechs. Für ein seltenes Erfolgserlebnis aus finnischer Sicht sorgte Antti Aalto, der mit Rang sieben einen Top-Ten-Platz einfahren konnte. Ein gutes Mannschaftsergebnis für Norwegen rundete Benjamin Østvold ab, der sich mit Platz acht ebenfalls unter den besten Zehn platzierte.

Bester Deutscher wurde Pius Paschke auf Rang neun. Die Top Ten komplettierte Kevin Bickner aus den USA, der sich dank eines starken zweiten Sprungs erneut einen Platz unter den besten Zehn sichern konnte.

Punkte für die Slowakei, Enttäuschung für König Kamil 

Viel Pech mit den Windverhältnissen hatte der im Gesamtweltcup führende Domen Prevc. Nach einem schwächeren zweiten Sprung fiel der Slowene bis auf Platz 27 zurück und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen. In der Endabrechnung landete er sogar hinter Hektor Kapustik aus der Slowakei, der mit Rang 20 ein bemerkenswertes Ergebnis erzielte und damit erstmals seit vielen Jahren wieder Weltcuppunkte für sein Land sammelte. Nach dem ersten Durchgang hatte Kapustik sogar noch auf Platz acht gelegen und damit zwischenzeitlich für eine der großen Überraschungen des Tages gesorgt.

Enttäuschend verlief der Wettkampf auch für die polnische Skisprunglegende Kamil Stoch. Bei seinem vermutlich letzten Auftritt in Zakopane wollte der Routinier noch einmal überzeugen, verpasste jedoch den Finaldurchgang. Ein ähnliches Schicksal ereilte Karl Geiger, der die Punkte denkbar knapp um einen Platz verfehlte. Andreas Wellingerkonnte mit Platz 22 zumindest wieder einige Weltcuppunkte sammeln.

Der Skisprung-Weltcup macht nun Station in Japan. Bereits in der kommenden Woche stehen die nächsten Wettkämpfe im japanischen Sapporo auf dem Programm, wo sich zeigen wird, wer den Schwung aus Zakopane mitnehmen kann.

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