Raw Air

Raw Air Weltcup Weltcup Damen

Keine Chance auf ein Skifliegen der Damen heute in Vikersund. Die Jury entschied um 11:30, dass es zu windig und damit auch zu gefährlich wäre und erklärte das Skifliegen für abgesagt. FIS-Renndirektor zeigte sich nach der Entscheidung enttäuscht und sagte, dass es sehr schade sei, aber die Sicherheit der Athletinnen gehe natürlich in jeden Fall vor.

Damit bedeutet es den Sieg in der Raw Air Wertung für Nika Prevc mit einer Total Punktzahl von 455,2 Punkten, nach nur zwei Wettkämpfen. Auf Rang zwei folgt Eirin Maria Kvandal (371,3 Pkt.) mit einem Rückstand von über 80 Punkten vor ihrer Teamkollegin Anna Odine Stroem (357,2 Pkt.).

Für die Damen geht es am kommenden Wochenende in Lathi zu ihrem finalen Wettkampfwochenende. Dort stehen abschließend noch zwei Einzelwettkämpfe statt. Die Siegerin des Gesamtweltcups steht mit Nika Prevc bereits fest.

Ergebnis Gesamtwertung Raw Air Damen

Raw Air Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Andreas Wellinger hat die lange Durststrecke der deutschen Mannschaft beendet und sich beim Skifliegen in Vikersund den Sieg im ersten Einzelwettkampf gesichert. Der 29-Jährige sammelte insgesamt 436,1 Punkte und verwies die beiden starken Slowenen Timi Zajc (427,8 Punkte) und Anze Lanisek (422,7 Punkte) in ihrer Paradedisziplin auf die Plätze zwei und drei. Mit diesem Erfolg übernimmt der Ruhpoldinger zugleich auch die Führung in der „Raw-Air“-Gesamtwertung, die sich am morgigen Sonntag entscheiden wird.

„Die Gesamtwertung ist momentan nicht wichtig. Es ist heute ein ganz anderes Skifliegen gewesen, weil der Gegenwind oben einen erstmal rausstellt und wenn dann im Hang Rückenwind ist, kommt es von den Punkten her Plus-Minus Null raus. Aber vom Gefühl her ist es was komplett anderes. Wichtig war heute Spaß zu haben und mit viel Überzeugung zu springen – das habe ich heute gemacht“, strahlte Wellinger im ZDF-Interview und verriet, wie sehr der „Monsterbakken“ in Vikersund seinem Sprungstil dabei entgegen kommt.

„Aus den letzten Wettbewerben konnte ich das Selbstvertrauen und das Gefühl aus dem Anlauf mitnehmen. Wir haben hier zwar ein paar Km/h mehr an Geschwindigkeit, aber am Ende fahren wir in derselben Position dieselbe Spur hinunter. Der Übergang vom Radius ist für mich hier in Vikersund aber auch wie auf den Leib geschnitten.“

Bereits nach dem ersten Durchgang hatte Wellinger mit einer Weite von 228 Metern das Feld angeführt. Hinter ihm folgte der Slowene Timi Zajc (234m) sowie „Holmenkollen-Sieger“ Ryoyu Kobayashi (216m) aus Japan. Domen Prevc (219,5m), der am Vortag im Prolog noch die Nase vorne hatte, musste sich zur Halbzeit mit dem vierten Zwischenrang zufrieden geben, nachdem in der Luft zu viele Korrekturen notwendig waren. Sein slowenischer Landsmann Anze Lanisek (208m) rundete die Top-5 nach dem ersten Durchgang ab.

Im zweiten Durchgang konnte Lanisek mit starken 225m dann noch einmal zum Angriff blasen und auf das Podium springen. Hinter Wellinger (229,5m) und Zajc (208m bei sehr viel Rückenwind) reihte er sich auf dem dritten Platz in der Tageswertung ein. Damit zog er noch an Ryoyu Kobayashi (4.), der seinerseits zweimal auf 216m sprang sowie an Großschanzenweltmeister Domen Prevc (5.) vorbei. Prevc zeigte einen starken zweiten Flug auf 239m, den er allerdings aufgrund einer zu spät eingeleiteten Landung nicht stehen konnte. Der Sturz lief jedoch glimpflich ab. Er konnte direkt wieder aufstehen und aus eigener Kraft den Auslauf verlassen.

Den sechsten Platz sicherte sich „Raw-Air“-Titelverteidiger Stefan Kraft, der nach dem ersten Durchgang noch auf der 12. Position gelegen hatte. Hinter dem Österreicher durften sich auch Gregor Deschwanden (7.), Jan Hörl (8.), Pius Paschke (9.) und Aleksander Zniszczol (10.) über ein Top-10 Resultat freuen. Karl Geiger (11.) verpasste diese am Ende des Tages nur hauchdünn. Dennoch ist weiterhin bei Geiger, aber vor allem auch bei Paschke ein deutlicher Aufschwung gegenüber den letzten Wochen und Monaten zu spüren.

Weltcupleader Daniel Tschofenig (14.) verlor im Kampf um die Weltcupgesamtwertung erneut einige Punkte auf seinen Landsmann Jan Hörl. Dieser Zweikampf um die große Kristallkugel scheint also bis zum Schluss spannend zu bleiben.

Den gelungenen Tag aus deutscher Sicht rundeten Markus Eisenbichler (15.) und Philipp Raimund (20.) ab. Dabei gelang vor allem „Eisei“ bei seiner Abschiedstournee ein starker zweiter Flug auf 219m. Folgerichtig streckte er anschließend im Auslauf auch beide Arme zum Jubeln in die Höhe und genoss danach einen längeren Aufenthalt in der „Leaderbox“.

Probedurchgang der Männer muss für den Damen-Wettkampf weichen

Der ursprünglich für den Nachmittag angesetzte Probedurchgang der Männer in Vikersund musste entfallen, da der Damen-Wettkampf am Vormittag aufgrund von zu hohen Windgeschwindigkeiten nicht regulär beendet werden konnte. Vor dem Sprung der letzten Athletin, Nika Prevc, wurde der Wettbewerb vorzeitig abgebrochen. Aus diesem Grund entschied die Jury, den Wettbewerb der Damen nach der windbedingten Pause auf den Nachmittag zu verlegen und mit einem Durchgang nachzuholen. Durch diese Zeitplanänderung blieb für die Männer kein Raum mehr für einen Probedurchgang, sodass sie ohne einen vorherigen Testsprung direkt in den Wettkampf starten mussten.

Entscheidung in der „Raw-Air“ Gesamtwertung am Sonntag

Die Entscheidung in der „Raw-Air“-Gesamtwertung fällt am morgigen Sonntag. Drei Sprünge stehen in Vikersund noch aus, in denen die Athleten wertvolle Punkte sammeln können: der Prolog sowie die beiden Wertungssprünge im abschließenden Wettkampf. Aufgrund der knappen Abstände bleibt uns die Spannung wohl bis zum letzten Sprung erhalten. Derzeit führt Andreas Wellinger (1003,0 Punkte) vor Ryoyu Kobayashi (987,1 Punkte) und Domen Prevc (971,4 Punkte). Die weiteren Deutschen reihen sich derzeit wie folgt ein: Karl Geiger (6.), Philipp Raimund (13.), Pius Paschke (24.) und Markus Eisenbichler (26.).

Anzug-Skandal weiterhin beherrschendes Thema

Abseits des sportlichen Geschehens bleibt der „Anzug-Skandal“ das beherrschende Thema im Springerlager bzw. um dieses drum herum. „Die Manipulation, die ausgeführt worden ist an den Anzügen der beiden Norwegern, war technisch hochgradig gemacht, d.h. es war von außen nichts am Anzug zu sehen. Ich musste letztendlich den Stoff des Anzuges zerstören, um das zu finden“, fasste Christian Kathol, Kontrolleur des internationalen Skiverbands FIS, im ZDF-Interview die Vorkommnisse zusammen.

Danach wurden zunächst der Cheftrainer sowie zwei Techniker des norwegischen Teams von der FIS suspendiert. Den beiden Skispringern Johann-Andre Forfang und Marius Lindvik ereilte kurze Zeit später das gleiche Schicksal. Die FIS beschlagnahmte daraufhin alle Anzüge, die von norwegischen Athleten bei der Skisprung-WM getragen wurden und stellte weitere Unregelmäßigkeiten fest, die zum Ausschluss von Kristoffer Eriksen Sundal, Robin Pedersen und Robert Johansson führten.

„Ich denke, es war ein starker Schlag für unseren Sport. Wir müssen sehen, dass dieser glaubhaft bleibt“, sprach DSV-Cheftrainer Horngacher den Skisprungfans im ZDF-Interview aus der Seele. Ob der von der FIS eingelegte Weg der Richtige sein wird, wird sich in Zukunft zeigen. Denn nachdem die Anzüge des ganzen Feldes zuletzt von der FIS aufbewahrt wurden und sich die Springer diese erst 30 Minuten vor dem Wettkampf abholen durften (gleiches Zeitfenster gilt im übrigen auch für die Anzug-Rückgabe nach dem Wettkampf) ist nach Vikersund für die nächste Station in Lahti wieder eine „kleine Lockerung“ vorgesehen.

Andreas Bauer, Leiter der FIS Materialkommission, führt hierzu im ZDF-Interview aus: „Die Athleten können durchaus ihre Anzüge mitnehmen. Das werden wir noch entscheiden, aber sie werden auf alle Fälle, so wie in Oslo auch, vorher gecheckt und dann darf man während des Weltcupwochenendes auch nur diesen einen Anzug springen, d.h. die Anzüge sind dann in unserer Obhut, sodass niemand mehr irgendwo etwas zu Hause oder im Hotel machen kann.“

Auf die kritische Nachfrage von ZDF-Moderatorin Lena Kesting, ob dieses System nicht dadurch ausgetrickst wird, dass bei der Weiterreise nach Lahti diese Obhut durch die FIS nicht gegeben sei, weil die Teams/Springer den Transport selbst übernehmen, sagt Bauer: „Nein, sie (die Anzüge) werden dann in Lahti frisch kontrolliert. Also wie gesagt, wir sehen anhand der Chips, welche Anzüge gesprungen werden. Aber wie gesagt, dass müssen wir jetzt abklären. Man kann sich vorstellen, dass es auch logistische Probleme sind, diese Anzüge durch die ganze Welt zu transportieren und von daher müssen wir einfach jetzt Regelungen finden.“

Raw Air Skifliegen Weltcup Damen

Nachdem der Wettkampf heute Vormittag dem Wind zum Opfer fiel, starteten die Frauen am Nachmittag mit Versuch Nummer zwei. Das Warten hat sich gelohnt, am Ende konnte so nach einem Durchgang ein Ergebnis für den ersten Skiflug-Bewerb der diesjährigen Raw Air notiert werden. Am Ende stand die Slowenin Nika Prevc mit deutlichem Abstand ganz oben. Hinter ihr platzierten sich ihre Landsfrau Ema Klinec und Selina Freitag auf den Rängen zwei und drei. 

Mit 213,5 Metern aus Gate 14 sicherte sich Weltrekordhalterin Nika Prevc 201,1 Punkte. Prevc, die heute Vormittag als einzige Athletin nicht vom Balken gehen konnte, sprang erneut in einer eigenen Liga und sicherte sich somit den überlegenen Sieg. Mit ihrem ersten Sieg auf einer Skiflugschanze machte sich die junge Slowenin an ihrem 20. Geburtstag das vermutlich schönste Geschenk somit selbst.

Hinter ihr landete auf Rang Zwei ihre Landsfrau Ema Klinec, die es auf 204,5 Meter und 169,8 Punkte brachte. Selina Freitag flog auf 200,0 Meter und sicherte sich mit 157,0 Punkten ebenfalls einen Platz auf dem Podest. 

Die Top 3 waren somit auch die einzigen Athletinnen, die es an diesem Nachmittag auf oder über die magische Marke von 200 Metern schafften. Dies war vor allem der zurückhaltenden Anlaufwahl der Jury zuzuschreiben.

Auf Rang Vier landete mit Eirin Maria Kvandal (191,0m) die beste Norwegerin. Auf dem fünften Platz landete Alexandria Loutitt (181,5m), die heute Vormittag noch den weitesten Sprung zeigte. Yuki Ito (189,0m) wurde auf Rang Sechs beste Japanerin. 

Mit Jacqueline Seifriedsberger (190,5m) platzierte sich auf dem siebten Platz auch eine Österreicherin unter den Top Ten. Hinter ihr landete mit Anna Odine Stroem (185,0m) eine weitere Norwegerin auf Platz Acht. 

Katharina Schmid landete mit einem Flug auf 178,0 Metern auf dem neunten Platz. Nozomi Maruyama (169,5m) komplettierte die besten Zehn. 

Juliane Seyfarth (162,5m) sicherte sich als 13. ebenfalls noch einen Platz unter den besten 15, die mit einem Preisgeld belohnt werden. Agnes Reisch war dies im zweiten Versuch am heutigen Tag nicht vergönnt, sie landete bereits nach 124,0 Metern und wurde am Ende 21. 

Für einen kurzen Schreckmoment sorge erneut die Kanadierin Abigail Strate, die im ersten Versuch heute Vormittag nach der Landung zu Sturz kam. Ihr rechter Ski bekam bei der Landung auf 172,5 Meter noch einmal Luft von unten, Strate verhinderte einen erneuten Sturz knapp.

Offizielles Ergebnis

Am morgigen Tag steht für die Damen ein weiteres Einzel im Skifliegen an. Um 10:00 Uhr starten sie mit dem Probedurchgang, der erste Durchgang startet um 10:45 Uhr.

Raw Air Skifliegen Weltcup Damen

Mit 22 Athletinnen starteten wir in den heutigen Skiflugwettbewerb in Vikersund. Ein Ergebnis gibt es jedoch (noch) nicht. Der erste Durchgang musste aufgrund des zunehmenden Winds vor der letzten Athletin – Nika Prevc – abgebrochen werden und wird später erneut gestartet. Zuvor hatten die Damen am gestrigen Freitag bereits drei Trainingsdurchgänge absolviert, die Nika Prevc aus Slowenien dominierte und gleich zwei Mal auf Weltrekord-Weite sprang. Selina Freitag schaffte es als erste Deutsche einen Sprung über 200 Meter zu landen.

Der heutige Tag begann zunächst vielversprechend. Der Probedurchgang lief flüssig und mit Abigail Strate (205,5m), Lisa Eder (205,5m) und Nika Prevc (210,5m) schafften drei Athletinnen den Sprung über die magische 200 Meter Marke. Auch der Wettkampf startete zunächst reibungslos.

Für einen kurzen Schreckmoment sorge die Kanadierin Abigail Strate, die nach ihrem Flug auf 186,5 Meter zu Sturz kam. Sie konnte den Auslauf jedoch selbstständig verlassen.

Mit Lisa Eder (202,0m), Anna Odine Stroem (202,0m) und Alexandria Loutitt (209,0,) flogen erneut drei Springerinnen über 200 Meter.

Drei Springerinnen vor Schluss drehten die Bedingungen dann jedoch so stark, dass es bereits vor Selina Freitag eine längere Unterbrechung gab. Mit einer deutlichen Anlaufverkürzung um 5 Gates auf Startluke 14 konnte Freitag dann dennoch starten und landete mit 189,0 Meter zunächst auf Platz Eins. Vor Eirin Maria Kvandal wurde dann erneut verkürzt. Kvandal startete von Gate 11 und landete zwischenzeitlich auf Rang Vier. 

Mit Nika Prevc stand nun nur noch eine Athletin oben. Der Wind wurde jedoch zu stark, sodass es unmöglich war, die letzte Athletin sicher nach unten zu bringen. Der Wettkampf wurde daher abgebrochen und wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut gestartet.

Neuansetzung steht bereits fest

Während der Bewerb der Damen im letzten Jahr dem Wind komplett zum Opfer fiel und nicht ersetzt wurde, steht die Neuansetzung für den heutigen Tag bereits fest. Die Damen starten um 15:45 Uhr erneut mit ihrem Wettkampf. Damit wird der Probedurchgang der Herren ersetzt, die dann planmäßig um 17:00 Uhr in ihren Wettkampf starten werden.

Prevc im Training mit doppeltem Weltrekord 

Doch bereits im Training am gestrigen Freitag bot sich dem Publikum ein spektakuläres Skifliegen.

Mit 236,0 Metern landete Nika Prevc in ihrem ersten und dritten Trainingssprung gleich zweimal auf neuer Weltrekord-Weite für die Damen. Sie flog damit erneut allen Konkurrentinnen davon und sicherte sich in allen drei Trainings (2. Training 211,5m) am Freitag sowie im Probedurchgang (210,5m) am heutigen Samstag den ersten Platz. Prevc ist damit die einzige Athletin, die in bislang jedem Sprung über 200 Meter fliegen konnte. 

Die Norwegerin Eirin Maria Kvandal schaffte dies im gestrigen Training ebenfalls. Mit Weiten von 201,5, 208,0 und 206,5 Metern landete sie jeweils auf Rang Zwei. Auch im heutigen Probedurchgang landete sie mit 186,0 Metern aus Startgate 16 auf Rang Zwei hinter Prevc.

Platz drei beanspruchte in allen vier Sprüngen die Deutsche Selina Freitag für sich. Mit 198,0 und 192,5 Metern scheiterte sie in ihren ersten beiden Sprüngen am gestrigen Tag noch knapp an der 200 Meter Marke. In ihrem Dritten Sprung landete sie dann jedoch auf 202,0 Metern und flog somit als erste Deutsche überhaupt über diese magische Marke. Im Probedurchgang schaffte sie es aus Gate 20 auf 198,0 Meter. 

Katharina Schmid blieb mit Weiten von 170,5, 160,5 und 175 Metern im Training sowie 171,5 Metern im Probedurchgang weiter hinter den Erwartungen.

Agnes Reisch und Juliane Seyfarth, die beide zum ersten Mal beim Skifliegen an den Start gingen, starteten im Training noch etwas verhalten. Reisch konnte sich dabei von Flug zu Flug steigern und landete auf 133,5, 145,0 und 150,0 Meter im Training, sowie 173,5 Metern im heutigen Probedurchgang. Juliane Seyfarth flog im Training auf 116,5, 146,5 und 130,5 Meter. Im Probedurchgang landete sie bei 144,0 Metern. 

Ergebnis Training

Ergebnis Probedurchgang

ÖSV Raw Air Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

An diesem Wochenende gastiert der Skisprungzirkus im norwegischen Vikersund. Vikersund – da war doch etwas? Richtig, am 18. März 2017 segelte Stefan Kraft auf dem dortigen „Monsterbakken“ zum bis heute ungebrochenen Weltrekord von 253,5 Metern. Wir haben zusammen mit dem Österreicher noch einmal auf diesen einzigartigen Flug zurückgeschaut und ihn gleichzeitig auch zu seiner Einschätzung über den 291-Meter-Flug von Ryoyu Kobayashi im Winter befragt, der außerhalb der Wettkämpfe stattfand und daher „nur“ inoffiziellen Charakter hat.

Rückblickend beschreibt Kraft den Tag, an dem er den Weltrekord mit einer Weite von 253,5 Metern knackte, gegenüber Skispringen-News.de wie folgt: „Ich habe gewusst, dass jeder Sprung eine Chance ist, Weltrekord zu fliegen. Die Bedingungen an dem Tag waren einfach super! Im ersten Moment meines 253,5 Meter-Fluges habe ich dann allerdings nicht gedacht, dass es mit diesem Versuch gelingt, denn ich war ein bisschen spät am Absprung. Aber ich glaube jetzt im Nachgang, dass es genau das Richtige war!“, so der Österreicher.

Bei der 100-Meter-Marke kam der Glaube zurück. „So bei 100 Metern habe ich mir gedacht, oh, das könnte doch was werden. Und bei 150 Metern habe ich gemerkt, oh ja, das wird wahrscheinlich Weltrekord.“ Mit zunehmender Weite kamen die Gedanken: „Irgendwo bei 200 Metern sind mir echt viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Ich dachte, ich muss den nur irgendwie stehen – nicht mit dem Arsch in den Schnee oder mit den Händen in den Schnee.“ Als er sicher landete, brach die pure Freude aus. „Dann ist das Adrenalin gekommen und viele Emotionen, die man nicht vergessen wird.“

Der Rekord hält – zur Überraschung auch von Kraft selbst

Ob sein Weltrekord in naher Zukunft gebrochen wird, bleibt abzuwarten. Auch Kraft selbst ist erstaunt, dass seine Bestmarke seit mittlerweile sieben Jahren unangefochten ist: „Ich habe kürzlich noch mit Michi (Hayböck) hierüber gesprochen. Es ist echt schon sehr lange, aber es hat an diesem Tag einfach alles zusammengepasst. Es war eine Chance, die ich ausnutzen konnte.“

Krafts Einschätzung zu Kobayashis 291-Meter-Flug

Zuletzt sorgte Ryoyu Kobayashi mit einem spektakulären Flug über 291 Meter in Island für Schlagzeilen – allerdings unter speziellen Bedingungen und außerhalb des Wettkampfbetriebs. Als amtierender Weltrekordhalter hat sich auch Kraft natürlich intensiv mit dem Thema beschäftigt und sich das Video genaustens angesehen: „In erster Linie ist es ein brutales Projekt gewesen. Da kann man nur den Hut ziehen, wie man sowas aufziehen kann. Was man da für Mittel haben muss, was da alles dahinter steckt – Respekt!“

Besonders beeindruckte Kraft der Mut von Kobayashi: „Dort herunterzuspringen ohne Vorspringer und ohne, dass das zuvor überhaupt von Jemandem getestet wurde…da muss man echt großen Mut besitzen.“ Gleichzeitig hätte er sich gewünscht, selbst Teil des Projekts zu sein: „Natürlich wären wir alle gerne geflogen. Wenn sie zehn Leute mitgenommen hätten, hätte ich mich natürlich sehr, sehr gefreut. Das ist das weinende Auge dabei.“

Dennoch erkennt Kraft die Dimension dieses Flugs an: „Es war ja kein Ende in Sicht. Es hat so ausgesehen, als wären auch 350 Meter möglich gewesen. Sehr beeindruckend, wie sie das dort aufgestellt und umgesetzt haben.“

Ob Kobayashis Flug die Zukunft des Skifliegens beeinflussen wird oder ob Krafts offizieller Weltrekord auch weiterhin bestehen bleibt, wird die Zeit zeigen. Doch eines ist sicher: der Österreicher bleibt einer der größten Skiflieger aller Zeiten.

Kraft erneut stark in Vikersund – Topform in der Qualifikation

Dass er nach wie vor zu den besten Skifliegern der Welt gehört, bewies Kraft auch in der gestrigen Qualifikation in Vikersund. Mit 226 Metern stellte er seine herausragenden Skiflug-Qualitäten einmal mehr unter Beweis und erzielte die drittbeste Weite. Nach Punkten landete er hinter dem Slowenen Domen Prevc (236 Meter) auf Platz zwei und holte sich damit viel Selbstvertrauen für die beiden Wettkämpfe am heutigen Samstag bzw. morgigen Sonntag.

Raw Air Weltcup

Ryoyu Kobayashi setzt beim ersten Wettkampf nach dem Anzugs-Skandal ein gewaltiges Ausrufezeichen. Doch auch das deutsche Team meldete sich in Abwesenheit der besten Norweger mit drei Top-Platzierungen eindrucksvoll zurück.

Der Auftakt in die RAW Air ist geschafft! Während das norwegische Team nicht nur auf Marius Lindvik und Johann André Forfang, sondern auch auf die ebenfalls gesperrten Sundal, Pedersen und Johansson verzichten mussten, zeigten die anderen Adler am Holmenkollen großartigen Sport.

Am besten machte es der Japaner Ryoyu Kobayashi, der ähnlich furios wie in Sapporo sprang und mit Sprüngen auf 129,5 und 127 Meter einen letztlich ungefährdeten Sieg einfahren konnte. Während der Japaner mit 10,8 Punkten Vorsprung triumphierte, wurde es auf den weiteren Plätzen verdammt eng. Lediglich 4,1 Punkte trennten Rang zwei und acht, wobei Jan Hörl bei den österreichisch-deutsch-slowenischen Positionskämpfen das beste Ende für sich verzeichnen konnte.

Geiger folgt Hörl aufs Podium: Bitterer Ausgang für Wellinger

Hörl schob sich nach 126 Metern in Durchgang eins mit starken 129 Metern im Finale noch auf den zweiten Platz nach vorne. Nur neun Zehntel dahinter sicherte sich Karl Geiger überraschend den dritten Podiumsplatz. Der Oberstdorfer kam am Holmenkollen auf Anhieb gut klar, gewann die Qualifikation und zeigte auch im Wettkampf starke Sprünge auf 126 und 128 Meter. Geiger behauptete sich wiederum nur mit vier Zehntel Punkten vor Anze Lanisek (123,5 und 129,5 Meter).

Noch enger ging es zwischen Weltmeister Domen Prevc (125 und 127,5 Meter) und DSV-Adler Philipp (129,5 und 129 Meter) Raimund zu. Die beiden sicherten sich mit 250,3 Zählern gemeinsam den fünften Platz. Ziemlich bitter endete der Wettkampf hingegen für Andreas Wellinger. Nach Rang zwei in der Quali und im ersten Durchgang, machte der 29-Jährige einen entscheidenden Fehler im zweiten Sprung und erreichte nach 125,5 und 125 Meter den etwas undankbaren siebten Rang. Auf das Podium fehlten Wellinger lediglich 2,3 Punkte. Mit 3,2 Punkten Abstand auf das Podest, war auch Manuel Fettner am Ende ganz nahe dran. Der Österreicher kam in Durchgang eins nur auf 121,5 Meter, zeigte dann aber den weitesten Finalsprung auf 130 Meter und schob sich auf Platz acht nach vorne.

Bestes Saison-Resultat für Embacher: Kraft & Tschofenig schwächeln

Die ÖSV-Adler zeigten sich in der Spitze nicht ganz so dominant wie vor der WM, jedoch waren auch nach Hörl und Fettner noch vereinzelt erfreuliche Leistungen dabei. Dies gilt nicht unbedingt für Daniel Tschofenig und Stefan Kraft, die mit den Rängen neun und zehn nicht ganz zufrieden sein konnten, sondern vielmehr für Stephan Embacher, der sich direkt dahinter auf Platz elf einsortierte. Michael Hayböck blieb als 24. blass, während Maximian Ortner überraschend in der Quali gescheitert war.

Paschke und Eisenbichler ohne Punkte – Norwegisches “B-Team“ enttäuscht

Beim deutschen Team ging abgesehen von den drei Top-Platzierungen für Geiger, Raimund und Wellinger nicht ganz so viel. Pius Paschke verpasste als 35. mit 116 Metern das Finale und auch Markus Eisenbichler konnte seine starken COC-Ergebnisse nicht in den Weltcup transportieren. Der Routinier, der am Ende der Saison die Ski an den Nagel hängt, kam nur auf 111,5 Meter und Platz 42.

Wenig zu lachen hatte das norwegische Team. Zunächst wurden auch noch Kristoffer Erik Sundal, Robert Johansson und Robin Pedersen nach dem ersten Trainingssprung wegen Auffälligkeiten am Anzug ausgeschlossen, dann sprang das B-Team vor spärlicher Kulisse hinterher. Fredrik Villumstadt konnte als einziger Norweger als 27. Punkte sammeln.

RAW Air: Deutsches Duo macht Jagd auf Kobayashi

Nach seinem Sieg im Einzelspringen ist es nicht überraschend, dass Ryoyu Kobayashi (382,6 Punkte) die RAW-Air-Wertung anführt. Der Japaner wird allerdings von Karl Geiger (372,5 Punkte) und Andreas Wellinger (370,1 Punkte) gejagt, die auf den Rängen zwei und drei liegen. Knapp dahinter folgt Anze Lanisek auf Platz vier. Noch ist in der Wertung aber rein gar nichts entschieden zumal die fetten Punkte ohnehin erst auf dem Riesen-Bakken von Vikersund vergeben werden. Dieser dürfte insbesondere Domen Prevc (355,9 P.) besonders liegen, der knapp hinter Tschofenig, Fettner und Hörl und unmittelbar vor Philipp Raimund (352,2 P.) auf dem achten Platz liegt.

In der Weltcup-Gesamtwertung verteidigte Daniel Tschofenig seine Führung, hat aber nur noch 132 Punkte Vorsprung auf Jan Hörl. Noch ist der Kampf um die Große Kristallkugel voll im Gange.

Ergebnis Einzelspringen Oslo

RAW Air Wertung

Weltcup Gesamtstand

Raw Air Weltcup Weltcup Damen

Während der Material-Eklat bei der WM noch immer hohe Wellen schlägt, setzt Nika Pevc ein weiteres sportliches Statement. Die Slowenin gewinnt das Springen am Holmenkollen souverän und steht vorzeitig als Gesamtweltcup-Siegerin fest.

Doppel-Weltmeisterin Nika Prevc macht aktuell, was sie will. Die Slowenin war auch beim Auftakt-Wettbewerb der RAW Air in Oslo nicht zu schlagen. Nachdem die Qualifikation ausgefallen war, zeigte die 19-Jährige schon im ersten Durchgang den mit Abstand besten Sprung und landete bei 131 Metern. Wenig überraschend konnte Prevc auch im Finale die Konkurrenz distanzieren und sicherte mit 130 Metern ihren Sieg.

Damit übernahm die Überfliegerin nicht nur die Führung in der RAW-Air, sondern sicherte sich auch vorzeitig den Gesamt-Weltcup. Die logische Konsequenz für eine konstante Top-Saison auf überragendem Niveau.

Norwegerinnen komplettieren das Podium

Während die Überfliegerin Prevc einsam ihre Kreise zog, zeigten sich auch die Norwegerinnen bei ihrem Heimspiel in guter Verfassung. Anna Odine Ström setzte 126,5 und 123 Meter in den Schnee, blieb mit 226,8 Punkten aber fast 30 Zähler hinter Prevc zurück. Rang drei sicherte sich ihre Teamkollegin Eirin Maria Kvandal (124/122,5 Meter, 216,9 P.).

Der Material-Eklat von Trondheim wirft aber natürlich einen Schatten auf diese Ergebnisse, selbst wenn unklar ist, ob und welche Rolle das Damen-Team hierbei spielen könnte. Immerhin haben die norwegischen Damen die Überprüfungen der FIS vor dem Weltcup bestanden.

DSV-Damen mit durchwachsenem RAW-Air-Auftakt

Das DSV-Team konnte am Holmenkollen keine Ausrufezeichen setzen. Selina Freitag steigerte sich nach einem schwachen erst Durchgang zwar immerhin auf 119,5 Meter im Finale, war mit Platz acht nach den beiden Vize-WM-Titeln natürlich nicht ganz zufrieden. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieb hingegen Juliane Seyfarth, die 112 und 115,5 Meter sprang und am Ende Rang 14 belegte.

Damit blieb sie vor Katharina Schmid, die erneut Probleme mit dem Timing hatte und nach 103,5 und 106 Metern auf Platz 18 einkam. Agnes Reisch konnte mit Platz 24 nicht überzeugen, gab im Interview mit dem ZDF aber auch an, mit Knieproblemen kämpfen zu müssen. Alvine Holz verpasste das Finale als 44.

Seifriedsberger verpasst Podium um einen Zehntel

Wie schon bei den WM-Einzelspringen, konnten die Österreicherinnen keinen Podiumsplatz erringen. Diesmal war es aber extrem knapp. Jacqueline Seifriedsberger verpasste Platz drei nach 120 und 127 Metern nur um einen Zehntel. Eine gute Leistung zeigte auch Lisa Eder (115/121,5), die sich hinter Sara Takanashi und Alexandria Loutitt den siebten Rang sicherte. Eva Pinkelnig und Julia Mühlbacher kamen auf den Plätzen zwölf und 22 ein.

RAW-Air-Entscheidung auf dem Riesen-Backen von Vikersund

Der Gesamt-Weltcup der Damen ist nach dem erneuten Sieg von Prevc entschieden, jedoch noch nicht die RAW-Air-Wertung. Hier wird es nun auf die Flug-Qualitäten der Athletinnen ankommen. Der Tross zieht schließlich schon heute weiter in Richtung Vikersund, wo die besten 25 Damen zwei Skiflug-Wettbewerbe bestreiten werden. Klare Favoritin ist auch hier natürlich Nika Prevc. Für Katharina Schmid und Selina Freitag wird es bei noch vier verbleibenden Einzelspringen die Positionen zwei und drei im Gesamtweltcup zu sichern.

Ergebnis Einzelspringen

Weltcup-Gesamtstand

Raw Air Weltcup Damen

Es war ein ereignisreicher Morgen in Vikersund. Ein Sturz im Probedurchgang, ein neuer Weltrekord durch Silje Opseth, Kvandal, die sich die Raw Air Wertung und den Tagessieg holte und Nika Prevc die sich den Gesamtweltcupsieg im Weltcup sicherte.

Am Sonntag war es dann soweit! Nachdem die Damen gestern genauso wie auch die Herren nicht fliegen durften, begann am heutigen Sonntagmorgen der Probedurchgang planmäßig um 09:15 Uhr. Und hier gab es direkt ein Highlight welches unsanft endete. Silje Opseth segelte auf 236,5 Meter, konnte den Sprung jedoch nicht stehen und stürzte kopfüber in den Schnee. Glücklicherweise erlitt sie nur Schürfwunden im Gesicht und konnte im anschließenden Wettkampf an den Start gehen. Außer Opseth konnte nur Teamkollegin Eirin Maria Kvandal die magische 200 Meter Marke überfliegen. Sie startete aus Gate 16 und damit sieben Gates tiefer als ihre Teamkollegin Opseth einige Springerinnen zuvor.

Opseth mit neuen Weltrekord

Am Ende hinderten die Spuren im Gesicht, Silje Opseth (425,2 Pkt.) nicht daran einen sehr starken Wettkampf zu zeigen. Der erste Sprung ging auf 203,0 Meter und im zweiten Durchgang kam sie auf 230,5 Meter, welche einen neuen Weltrekord der Damen bedeutete. Eirin Maria Kvandal (431,2 Pkt.) sicherte sich den Tagessieg mit Weiten auf 202,0 und 212,0 Metern. Die bisherige Weltrekordhalterin Ema Klinec (375,9 Pkt.) aus Slowenien komplettierte das Podium als Dritte mit Weiten auf 197,0 und 203,0 Metern.

Schmid kratzt an den 200 Metern, muss sich aber weiter gedulden

Aus deutscher Sicht bleibt das große Warten auf die 200 Meter. Weder Katharina Schmid (183,5/195,0m), noch Selina Freitag (165,0/169,5m) konnten die magische Grenze knacken. Schmid war nach ihrem zweiten Sprung auf 195,0 Meter zwar zufrieden, aber sie zeigte es an, es war wieder sehr knapp und das große Ziel die 200 Meter blieben erneut aus. Jedoch konnte sich Schmid mit diesem Sprung noch drei Plätze nach vorne arbeiten und wurde am Ende gute Vierte. Es bleibt abzuwarten ob sie sich selbst noch eine Chance in der kommenden Saison geben wird ihr großes Ziel zu erreichen oder ob sie ihre Karriere beenden wird. Selina Freitag belegte den 16. Rang.

Hinter Schmid landeten die beiden Japanerinnen Yuki Ito (200,0/185,0m, 348,1 Pkt.) und Sara Takanashi (188,0/188,0m, 344,5 Pkt.) auf den Plätzen fünf und sechs. Jaqueline Seifriedsberger (191,5/180,5m, 333,9 Pkt.) und Teamkollegin Eva Pinkelnig (194,0/180,0m, 329,2 Pkt.) wurden Siebte und Neunte. Alexandria Loutitt aus Kanada, fiel nach einem schwächeren zweiten Versuch auf 177,0 Meter noch auf den achten Rang zurück. In Durchgang eins zeigte sie noch 200 Meter und lag damit zwischenzeitlich auf Rang fünf. Nika Kriznar (182,0/184,5m, 328,6 Pkt.) beendete den Wettkampf als Zehnte.

Nika Prevc gewinnt den Gesamtweltcup

Für Nika Prevc (190,5 und 161,0 Meter) lief es auf der Flugschanze nicht ganz so wie gewünscht, aber am Ende dürfte ihr das alles egal sein. Mit ihrem elften Platz im heutigen Wettkampf sichert sich die Slowenin den Sieg im Gesamtweltcup und darf sich nun auf des Saisonabschluss in ihrer Heimat in Planica freuen und sich dort dann zurecht feiern lassen!

Raw Air Wertung geht an Kvandal

Eirin Maria Kvandal (1790,4 Pkt.) konnte sich mit ihrem Tagessieg das Preisgeld für den Gesamtsieg in der Raw Air Wertung sichern. Außerdem landeten Teamkollegin Silje Opseth (1638,4 Pkt.) und Eva Pinkelnig (1634,9 Pkt.) auf dem Podium in der Gesamtwertung.

Ergebnis

Ergebnis Gesamtwertung Raw Air

Raw Air Weltcup Weltcup Herren

Zum abschließenden Skifliegen im Rahmen der Raw Air in Vikersund holt sich der Österreicher Stefan Kraft den Erfolg am heutigen Tag.  Der Norweger Halvor Egner Granerud, der sich zum Gesamtsieger in der Raw-Air Wertung krönt, muss sich mit dem Platz hinter Kraft zufrieden geben. Anze Lanisek landet auf dem dritten Rang.

Er ist und bleibt einfach ein begnadeter Flieger: Stefan Kraft holt sich beim abschließenden Skifliegen in Vikersund (Norwegen) den Tagessieg. Der Österreicher segelt im ersten Durchgang gar auf die Tagesbestweite von 246,5 Metern, ehe er im Finale zu einem Flug auf 235,5 Meter ansetzt. Am Ende setzt sich der Salzburger 7,6 Punkte vor seinen Konkurrenten Halvor Egner Granerud. Der Norweger fliegt 234 und 219 Meter weit, was für ihn Platz zwei in der Tageswertung und den Gesamtsieg in der Raw-Air Wertung bedeuten. Anze Lanisek (Slowenien) zeigt Weiten von 231 und 220,5 Meter und landet damit auf dem dritten Platz. Auch in der Gesamtwertung des Raw Air Tournaments landet der Slowene in der Endabrechnung auf dem dritten Rang.

Michael Hayböck segelt auf 223,5 und 231 Meter und muss sich mit einem Rückstand von 1,2 Punkten auf das Podest mit dem vierten Rang zufrieden geben. Domen Prevc – nach dem ersten Durchgang nach einem phänomenalen Flug auf 240,5 Meter noch auf Rang drei liegend – muss sich nach seinem zweiten Sprung auf 200 Meter mit Rang fünf begnügen.

Kubacki verzichtet – Granerud vorzeitig Gesamtweltcupsieger

Robert Johansson, der bereits in der Qualifikation und im ersten Durchgang zwei famose Flüge auf 231 und 234 Meter zeigt, landet im Finale bei 211 Metern und reiht sich auf Rang sechs ein. Timi Zajc wird Siebter. Kamil Stoch landet als bester Pole auf Rang Acht. Sein Teamkollege Dawid Kubacki verzichtet aus persönlichen Gründen auf die Teilnahme am heutigen Wettbewerb. Aus diesem Grund krönt sich der Norweger Halvor Egner Granerud vorzeitig zum Gesamtweltcupsieger. Daniel Tschofenig landet nach seinem gestrigen Podestplatz heute in der Endabrechnung auf dem neunten Rang. Im ersten Durchgang konnte der Österreicher seine persönliche Bestleistung auf 230,5 Meter nach oben schrauben. Jan Hörl komplettiert als Zehnter die Top Ten.

Team D hinkt hinterher

Für die deutsche Mannschaft läuft es auch heute beim Skifliegen nicht. Andreas Wellinger landet als bester Deutscher nach Weiten von 207,5 und 236 Meter auf Rang 13. Einen Rang dahinter findet sich sein Teamkollege Markus Eisenbichler wieder (229 und 227 Meter). Karl Geiger wird 17. Justin Lisso als 35. und Constantin Schmid als 37. Verpassen den Einzug in das Finale.

Stephan Leyhe und Philipp Raimund waren bereits in der Qualifikation gescheitert.

Anders Fannemel aus Norwegen absolvierte heute seine letzten beiden Flüge. Der ehemalige Weltrekordhalter sicherte sich in der Qualifikation den letzten Platz, um noch in den ersten Wertungsdurchgang einzuziehen. Dort segelt er zum Abschluss seiner großen Karriere nochmal auf 198 Meter und schafft es als 32. knapp nicht ins Finale.

Für die Skisprung-Herren gibt es jetzt erstmal eine kleine Verschnaufpause, ehe es am kommenden Wochenende in Lahti (Finnland) weitergeht.

Quelle: FIS

Offizielles Resultat

RAW-Air Wertung

Raw Air Skifliegen Weltcup

Die Slowenin Ema Klinec krönt einen historischen Skisprung-Tag. Mit einem neuen Weltrekord-Sprung auf 226 Meter segelt die 24-jährige zum Sieg im allerersten Skifliegen in der Geschichte des Damen-Skispringens. Damit sichert sich die Weltmeisterin von 2021 auch den Sieg in der Raw Air Wertung. Die Norwegerin Silje Opseth landet auf Rang zwei. Die Japanerin Yuki Ito komplettiert als Dritte das Podest.

Es war nicht irgendein Wettbewerb. Am heutigen Tag wurde in Vikersund Geschichte geschrieben. Der erste Skiflug-Wettbewerb in der Historie des Damen-Skispringens geht auf dem „Monsterbakken“ in Norwegen über die Bühne. Bereits am gestrigen Samstag waren die Skisprung-Damen in drei Trainingsdurchgängen das erste Mal in ihrem Leben über eine Skiflugschanze gegangen. Dabei tasteten sich sowohl die Athletinnen als auch die Jury langsam an die größeren Anfahrtsgeschwindigkeiten und Weiten heran.

Weltrekord im Training

Im Minutentakt hagelte es im Training neue Rekorde. So durchbrach die Slowenin Ema Klinec mit einem Flug auf 203 Meter als erste Frau die magische 200-Meter-Marke. Anschließend tat ihr dies die Norwegerin Maren Lundby gleich und segelte auf 212,5 Meter. Die Kanadierin Alexandria Loutitt setzte aber noch einen drauf und flog auf 222 Meter – neuer Weltrekord bei den Damen. Damit waren die Top-Favoritinnen auf den ersten Sieg einer Frau im Skifliegen ausgemacht.

Ihre Favoritenrolle bestätigte im ersten Durchgang am heutigen Sonntag dann auch direkt Ema Klinec. Die Gesamtführende in der Raw-Air Wertung segelt auf 226 Meter und setzt damit – nur einen Tag nach dem Rekordsprung von Alexandria Loutitt auf 222 Meter – einen neuen Weltrekord. Mit einem Vorsprung von 17,5 Punkten setzt sich die Slowenin nach Durchgang eins an die Spitze des Feldes. Die Norwegerin Silje Opseth (191,6 P.) folgt ihr mit einem Flug auf 211 Meter. Dahinter reiht sich Katharina Althaus (174,2 P.) nach einem Sprung auf 194,5 Meter auf Rang drei ein. Die bisherige Weltrekord-Halterin Alexandria Loutitt wollte im ersten Durchgang zu viel und landet bei 172,5 Meter und reiht sich nach Durchgang eins auf Rang 10 ein. Im zweiten Durchgang zeigt die Kanadierin erneut ihre fliegerische Stärke und segelt auf 225 Meter. Damit setzt sie einen neuen kanadischen Landesrekord, den ihr Teamkollege Mackenzie Boyed-Clowes bisher inne hatte. Loutitt kann trotz des überragenden Sprungs im Finale ihrem Rückstand aus dem ersten Durchgang nicht wettmachen und verpasst als Fünfte das Podest.

Nicht zu schlagen war an diesem Tag aber Ema Klinec. Erneut segelt die Slowenin auf ungaubliche 223,5 Meter und holt sich mit einem überlegenen Vorsprung von 41 Punkten den Sieg im ersten Skifliegen der Skisprung-Damen. Zweite wird die Norwegerin Silje Opseth, die 211 und 207 Meter weit fliegt. Auf dem dritten Platz reiht sich Yuki Ito ein. Die Japanerin springt 200,5 und 190 Meter weit und wird Dritte.

Ito per Petition zum Skifliegen

Dass Ito überhaupt starten konnte, verdankte die 28-jährige dem Engagement der Skisprungfamilie. Die Japanerin war beim Wettbewerb in Lillehammer wegen eines zu späten Starts disqualifiziert worden und verlor daraufhin ihren Platz unter den besten 15 der Raw Air Wertung. Dieser ist Voraussetzung dafür, um beim Skifliegen zu starten. Der große Traum vom Fliegen schien für Ito geplatzt zu sein. Doch viele Athletinnen und Trainer setzten sich mittels einer Petition bei den Verantwortlichen der FIS dafür ein, dass Ito trotzdem an den Ablauf gehen darf. Der Internationale Ski- und Snowboard-Verband verkündet dann am Donnerstagabend: Ito wird beim Skifliegen dabei sein. Die Japanerin zahlte das Vertrauen direkt zurück und segelte im allerersten Skiflug ihres Lebens im Training am Samstag auf 182,5 Meter. Später legte sie noch einen drauf und erreicht die magische 200-Meter Marke. Mit dem dritten Podestplatz am heutigen Sonntag bestätigt die Japanerin, dass es ein großer Verlust gewesen wäre, wäre sie heute nicht dabei gewesen.

Althaus und Freitag mit Podium in der Raw Air

Katharina Althaus fällt nach ihrem Finalsprung auf 190 Meter noch auf Rang vier zurück. Die Oberstdorferin beendet die RAW Air auf dem zweiten Rang. Alexandria Loutitt wird wie bereits erwähnt Fünfte. Maren Lundby – mit großen Erwartungen in den heutigen Skiflug-Tag gestartet, konnte ihre und die Erwartungen von außen nicht ganz bestätigen und reiht sich nach Sprüngen auf 186 und 184,5 Meter auf Rang sechs ein. Nika Kriznar wird Siebte. Die Kanadierin Abigail Strate stellt im Finale eine neue persönliche Bestleitung von 188 Meter auf und reiht sich auf dem achten Rang ein. Eva Pinkelnig wird Neunte. Vor allem in ihrem letzten Flug auf 191 Meter zeigt die Österreicherin, dass auch sie Skifliegen kann. Selina Freitag rutscht im Finale noch von Rang sieben auf 10 zurück. Dennoch verteidigt die Sächsin damit ihrem dritten Gesamtrang in der Raw-Air Wertung. Deutschland kann somit zwei Athletinnen auf dem Podest der Raw-Air platzieren.

Chiara Kreuzer reiht sich auf Rang 11 ein. Anna Odine Stroem wird Zwölfte. Jenny Rautionaho landet auf Rang 13. Anna Rupprecht segelt in ihrem ersten Sprung auf ihre neue persönliche Bestweite von 173 Metern. Leider kann Rupprecht diesen Versuch nicht wiederholen und muss sich nach ihrem Finalsprung auf 142,5 Meter mit Rang 14 begnügen. Josephine Pagnier (Frankreich) landet auf Rang 15.

Quelle: FIS

Offizielles Resultat

RAW Air Wertung