Am vergangenen Wochenende kämpften die deutschen Skispringerinnen und Skispringer in Hinterzarten um die deutschen Meistertitel 2026. In diesem Jahr fanden die Wettbewerbe somit auf einer Normalschanze statt. Zum ersten Mal seit einigen Jahren fanden die nationalen Meisterschaften im Skispringen und der Nordischen Kombination zudem wieder am gleichen Ort und am selben Wochenende statt.
Bei den Kämpfen um die Einzeltitel am Freitagabend kam es dabei bereits zur ein oder anderen Überraschung im Adlerskistadion. Denn der Umstand des gemeinsamen Austragungsortes und -zeitpunktes führte auch dazu, dass einige Kombinierer im Einzelwettbewerb der Spezialspringer an den Start gingen. Insgesamt sind die Sieger bei Damen und Herren jedoch die Favoritensieger, die nach vorherigen Eindrücken so zu erwarten waren. Bei den Damen konnte sich Agnes Reisch (254.0 P.) den Meistertitel sichern. Sie zeigte bereits zwei Wochen zuvor beim Intercontinental Cup, dass Sie sich gut fühlt und auf der Schanze gut zurechtkommt. Im Feld der Herren setzte sich mit Philipp Raimund (255.9 P.) der Olympiasieger von der Normalschanze diesen Jahres im Kampf gegen Andreas Wellinger (253.2 P.) durch.
Silber bei den Damen ging an Selina Freitag (251.0 P.), während sich Luisa Görlich (241.3 P.), die sich nach ihrer erneuten Kreuzbandverletzung von 2025 stark zurückgekämpft hat, Bronze sichern konnte. Bei den Herren fiel besonders positiv Ben Bayer auf, der sich zuletzt mehrere Podestplatz im Continentalcup sichern konnte und sich nun auch Bronze bei den Meisterschaften sichern konnte.
Überraschen konnten im Feld der Herren auch Jannik Faißt, der seinen Heimvorteil nutzen konnte und sich auf einem starken vierten Platz, noch vor Karl Geiger, einreihen konnte. Dieser gab erst im Nachgang bekannt, dass er die vergangenen Wochen verletzungsbedingt eine Pause einlegen musste. Mit Platz fünf zeigte sich der Oberstdorfer also durchaus zufrieden als Wiedereinstieg. Bei beiden Geschlechtern mischten auch Kombinierer im vorderen Feld mit. So sicherte sich Jenny Nowak (Sachsen) Platz sechs bei den Damen und Richard Stenzel (Thüringen) Rang acht bei den Herren, vor Athleten wie Felix Hoffmann (9.) und einigen Vertretern des deutschen B-Kaders.
Bei den Juniorinnen und Junioren gingen die Titel dieses Jahr mit Anna Deufel und Yann Kullmann beide Male an den baden-württembergischen Skiverband. Besonders der erst 17-jährige Yann Kullmann setzte sich dabei mit fast 30 Punkten Vorsprung deutlich von der Konkurrenz ab.
Titel im Team an Baden-Württemberg und Bayern
Den Titel im Team sicherten sich die beiden Einzel-Siegerinnen Anna Deufel und Agnes Reisch im gemeinsamen Team Baden-Würrtemberg. Sie setzten sich gegen Megi Lou Schmidt, die zusammen mit Selina Freitag ein Team für den sächsischen Skiverband bildete. Dahinter holten sich Juliane Seyfarth und Luisa Görlich Bronze für Thüringen.
Bei den Herren gab es einen glasklaren Sieg des bayerischen Teams mit Philipp Raimund, Constantin Schmid, Karl Geiger und Andreas Wellinger, die sich mit insgesamt knapp 80 Punkten gegen die weiteren Teams durchsetzten. Das Quartett aus Baden-Württemberg mit Jannik Faißt, Yann Kullmann, Ben Bayer und Luca Roth gewann Silber, das 2. Team aus gleichem Bundesland mit Amadeus Horngacher, Janne Holz, Finn Braun und Lasse Deimel, Bronze.
Als letzter Akt vor dem Start der Wintersaison in knapp sechs Wochen steht für die Skispringer das Finale des Sommer Grand Prix im sächsischen Klingenthal von 23.-25. Oktober 2026 an.

