Weltcup Weltcup Damen

Auch im zweiten Wettkampf der Damen in Sapporo sahen wir eine überlegene Siegerin. Diesmal war es Eirin Maria Kvandal aus Norwegen, die sich mit einem Vorsprung von 20,4 Punkten den Sieg vor der Deutschen Selina Freitag und ihrer Landsfrau Thea Minyan Bjoerseth sicherte.

Für Kvandal hätte der zweite Wettkampf wohl nicht besser laufen können. Mit einem Sprung auf 129,5 Meter in Durchgang eins lag sie bereits im Zwischenklassement in Führung. Im zweiten Durchgang konnte sie dem mit einem Satz auf 136,5 Meter die Krone aufsetzen. Sie sicherte sich damit nicht nur den weitesten Sprung im Wettkampf, sondern mit 248,4 Punkten auch den überlegenen Sieg.

Auch für Selina Freitag lief der zweite Wettkampf ideal. Mit 123,5 und 126,5 Metern sicherte sie sich 228,0 Punkte und landete hinter Kvandal auf Rang zwei. Komplettiert wurde das Podium von der Norwegerin Thea Minyan Bjoerseth. Bjoerseth lies sich von ihrem gestrigen Sturz nach der Landung nicht beeinflussen. Nach 123,5 Metern im ersten Durchgang lag sie zunächst noch auf dem sechsten Zwischenrang. In Durchgang zwei konnte sie sich jedoch noch einmal deutlich steigern und landete auf 133,0 Meter. Dieser Sprung brachte ihr letztendlich 226,7 Punkte und Rang drei ein.

Seifriedsberger verpasst erneut Podium, Reisch und Schmid in den Top Ten

Jacqueline Seifriedsberger (AUT) lag nach Durchgang eins erneut auf einem Aussichtsreichen zweiten Platz. Doch wie schon im gestrigen Durchgang rutschte sie im zweiten Durchgang noch vom Podest und musste sich wieder mit dem vierten Rang zufrieden geben.

Agnes Reisch hingegen machte im zweiten Durchgang drei Plätze gut und landete auf einem guten fünften Platz. Auch Katharina Schmid konnte sich verbessern und wurde nach dem elften Zwischenrang am Ende Siebte. Damit landete sie knapp hinter ihrer Verfolgerin im Gesamtweltcup, Nika Prevc, die als beste Slowenin Sechste wurde. Prevc verkürzte damit auch ihren Rückstand auf Schmid minimal auf 78 Punkte.

Sara Takanashi (8.) konnte vor heimischem Publikum als einzige Japanerin unter den besten Zehn landen. Komplettiert wurden die Top Ten von den beiden Österreicherinnen Eva Pinkelnig (9.) und Lisa Eder (10.).

Mit Juliane Seyfarth (21.) und Alvine Holz (30.) konnten zwei weitere DSV-Athletinnen Punkte sammeln. Lediglich Anna Holldandt verpasste als 38. den zweiten Durchgang.

Ergebnis Qualifikation

Offizielles Ergebnis

Weltcup Gesamtstanding

Die Damen bleiben nach diesem Weltcup-Wochenende noch in Japan. Die nächste Station ist Zao, wo es von Donnerstag bis Sonntag (23.-26.1.) je zwei Einzelwettkämpfe sowie einen Super-Team-Bewerb gibt.

Weltcup Weltcup Herren

Das österreichische Team wurde der Favoritenstellung beim ersten 4er-Teamwettbewerb der Herren im laufenden Weltcupwinter gerecht. Jan Hörl, Maximilian Ortner, Stefan Kraft und Daniel Tschofenig sammelten insgesamt 1170,4 Punkte und setzten sich souverän gegen die übrigen neun Nationen durch. Platz zwei sicherten sich die Slowenen (1129,6 Punkte) vor den Norwegern (1122,9 Punkte), die das Podium auf Rang drei komplettierten. Die deutsche Mannschaft (1110,0 Punkte) belegte in der Endabrechnung die vierte Position.

Für die Österreicher lief es beim Teamwettbewerb in Zakopane von Beginn an wie am Schnürchen. Startspringer Jan Hörl brachte die derzeit stärkste Skisprungnation mit einem Sprung auf 137 Meter direkt in Führung. Seine drei Mannschaftskollegen Maximilian Ortner, Stefan Kraft und Daniel Tschofenig leisteten sich anschließend ebenfalls keine Schwäche und trugen ihren Anteil zu einem souveränen Start-Ziel-Erfolg bei. Mit einem satten Vorsprung von 40,8 Punkten lag das Quartett am Ende vor dem zweitplatzierten Team aus Slowenien (Lovro Kos, Timi Zajc, Domen Prevc und Anze Lanisek), dessen Athleten immer besser in Form kommen. Während Zajc und Lanisek in diesem Weltcupwinter schon in vereinzelten Sprüngen überzeugen konnten, fand im heutigen Wettbewerb auch Kos wieder zu alter Stärke zurück und präsentierte sich mit Weiten von 136 Metern und 137,5 Metern wiedererstarkt.

Mit konstant guten Sprüngen sicherten sich die Norweger (Kristoffer Eriksen Sundal, Benjamin Oestvold, Halvor Egner Granerud und Johann Andre Forfang) dahinter den dritten Rang. Oestvold erhielt dieses Mal den Vorzug vor Marius Lindvik, der weiterhin auf Formsuche ist, und konnte mit Weiten von 133,5 Metern bzw. 134,5 Metern seine Nominierung rechtfertigen. Wie von den letzten Weltcupspringen schon gewohnt, stach Forfang aus dem Quartett noch einmal besonders heraus und lieferte im ersten Durchgang eine Top-Weite von 142 Metern ab. Im zweiten Durchgang konnte er mit 132,5 Metern den Schlussangriff von Anze Lanisek, der mit einer Luke mehr Anlauf auf 144 Metern kam, allerdings nicht mehr ganz parieren. So zogen die Slowenen noch im letzten Sprung an den Norwegern vorbei.

Auch die deutsche Mannschaft (Karl Geiger, Pius Paschke, Philipp Raimund und Andreas Wellinger) kämpfte lange um einen Podiumsplatz mit, musste sich allerdings in der Endabrechnung mit dem vierten Platz begnügen. Zur Halbzeit hatte das DSV-Quartett noch hinter Österreich und Norwegen auf der dritten Position gelegen. Den stärksten Eindruck hinterließ dabei heute Karl Geiger (136,5 Meter/139,5 Meter), der sich einmal mehr deutlich gegenüber seinen schwachen Trainingssprüngen steigerte. Neben ihm holte sich auch Andreas Wellinger Selbstvertrauen für den morgigen Einzelwettbewerb. Mit einem Satz auf 139 Meter zeigte er im Finaldurchgang seinen bislang besten Sprung auf der Anlage.

Hinter den vier Top-Nationen platzierten sich die Polen (1037,0 Punkte) bei ihrem Heimspiel auf dem fünften Rang. Neben einem gewohnt starken Pawel Wasek und einem soliden Auftritt von Aleksander Zniszczol zeigte sich hier vor allem Dawid Kubacki deutlich verbessert, auch Kamil Stoch wirkte in seinen Versuchen stabiler. Rang sechs ging an die Schweiz (1009,2 Punkte) vor den USA (985,8 Punkte), die Siebte wurden. Hier sorgte vor allem Kevin Bickner mit Weiten von 134 Metern und 141,5 Metern für Furore. Man darf gespannt sein, ob er diese Leistung im morgigen Einzelwettkampf wiederholen kann. Platz acht ging an die Japaner (967,9 Punkte), die an diesem Wochenende ohne Ryoyu Kobayashi in Zakopane vertreten sind.

Kasachstan (9.) und Finnland (10.), bei denen Kasperi Valto wegen seines irregulären Sprunganzuges disqualifiziert wurde, schieden nach dem ersten Durchgang aus.

Weltcup Weltcup Damen

Die starken Leistungen des Österreichers Daniel Tschofenig scheinen nun auch seine Freundin Alexandria Loutitt zu beflügeln. Die 21-jährige Kanadierin erhielt in Sapporo für ihre beiden Sprünge insgesamt 266,4 Punkte und sicherte sich damit ihren ersten Saisonsieg. Rang zwei ging nach einer famosen Aufholjagd an die Österreicherin Lisa Eder (253,7 Punkte) vor der Norwegerin Eirin Maria Kvandal (253,1 Punkte). Beste Deutsche wurde Selina Freitag (251,8 Punkte), die am Ende Platz fünf belegte.

Bereits nach dem ersten Durchgang hatte Alexandria Loutitt die Nase vorne. Mit einer Weite von 127 Metern setzte sich die Großschanzenweltmeisterin von 2023 an die Spitze des Gesamtklassements. Im zweiten Durchgang hielt sie dem Druck erfolgreich stand und machte mit einem überzeugenden Sprung auf 131 Metern ihren Triumph perfekt. In der Endabrechnung hatte sie am Ende deutliche 12,7 Punkte Vorsprung auf die Zweitplatzierte Lisa Eder. Die Österreicherin lag nach einem eher mäßigen ersten Durchgang (120 Meter) noch auf Rang elf, katapultierte sich mit 131 Metern im zweiten Versuch jedoch noch bis auf das Podium nach vorne. Eirin Maria Kvandal (125,5 Meter/129 Meter) sorgte mit Rang drei dafür, dass am Ende drei verschiedene Nationen auf dem Stockerl standen.

Nur ganz knapp am Podium vorbei schrappten die Österreicherin Jaqueline Seifriedsberger (125m/123m/251,9 Pts.) sowie die beiden Deutschen Starterinnen Selina Freitag (121m/129m/251,8 Pts.) und Katharina Schmid (127,5m/123,5m/251,7 Pts.). Seifriedsberger hatte zur Halbzeit noch auf dem zweiten Platz hinter Loutitt gelegen, konnte diesen allerdings nicht verteidigen. Ihre Teamkollegin Eder sowie Kvandal zogen im Finale noch an ihr vorbei, weshalb sie sich mit dem vierten Platz begnügen musste. Selina Freitag wiederrum zeigte einen starken zweiten Sprung, büßte aufgrund der fehlenden Telemarklandung bei 129 Metern allerdings die notwendigen Punkte für das Podium ein.

Katharina Schmid hatte bei sehr guten Bedingungen mit der Bestweite von 127,5 Metern nach dem ersten Durchgang noch auf Rang drei gelegen, fiel jedoch mit 123,5 Metern im zweiten Sprung noch auf Position sechs zurück. Trotz des verpassten Podiumsresultates baute Schmid im Gesamtweltcup ihre Führung weiter aus, da ihre ärgste Verfolgerin, Nika Prevc (124m/121,5m/236,6 Pts.), am heutigen Tage nicht über den elften Platz hinauskam. Beste Slowenin wurde dieses Mal Ema Klinec, die sich auf Rang sieben einsortierte. Die Top-10 komplettierten die Österreicherin Eva Pinkelnig (8.), die beim letzten Weltcup der Damen in Villach noch ganz oben gestanden hatte, sowie die beiden Norwegerinnen Thea Minyan Bjoerseth (9.) und Anna Odine Stroem (10.). Bjoerseth hatte zuvor die Qualifikation gewonnen und konnte mit einer Fabelweite von 135 Metern auch im zweiten Wertungsdurchgang überzeugen, allerdings konnte sie diesen Sprung nicht stehen. Trotz der Abzüge in den Haltungsnoten erreichte sie am Ende noch den neunten Platz.

Zwei Stürze im norwegischen Team

Die norwegische Mannschaft erlebte in Sapporo gleich zwei Schreckmomente. So stürzte während des Probedurchgangs am gestrigen Tage bei der Landung zunächst Silje Opseth, heute erwischte es dann (wie erwähnt) im zweiten Durchgang des Einzelwettbewerbs Thea Minyan Bjoerseth (ebenfalls bei der Landung). Während Bjoerseth direkt wieder aus eigener Kraft aufstehen konnte und scheinbar glimpflich davon kam, musste Opseth auf die Teilnahme an der heutigen Qualifikation und dem Wettbewerb verzichten. Nach ARD-Informationen sah sie sich die heutige Konkurrenz auf Krücken an und wird sich am Montag weiteren Untersuchungen in Norwegen unterziehen. Skispringen-News.de wünscht ihr an dieser Stelle eine gute und schnelle Genesung!

Deutsche Hoffnungen ruhen auf dem morgigen Tag

Zwar verpassten Selina Freitag und Katharina Schmid mit den Plätzen fünf und sechs heute das Podium, dennoch dürften Beide beim Blick auf den Ergebnismonitor sehr viel Selbstbewusstsein für den morgigen, zweiten Einzelwettkampf tanken. Denn gerade einmal 1,9 bzw. 2,0 Punkte trennten sie von der Zweitplatzierten Lisa Eder. Wenn man von der Siegerin Loutitt absieht, die einen überragenden Tag hatte, war es dahinter eine der knappsten Entscheidungen des bisherigen Weltcupwinters.

Auch Agnes Reisch zeigte einmal mehr eine starke Vorstellung und sprang in der Qualifikation auf den zweiten Platz. Im Wettkampf konnte sie dieses Niveau zwar nicht halten, sammelte mit dem zwölften Rang allerdings einige Weltcuppunkte. Juliane Seyfarth reihte sich auf dem 20. Platz ein.

Unter ihren Möglichkeiten bleiben heute DSV-Nachwuchshoffnung Alvine Holz (40.), die mit einem Sprung auf 92 Metern nach dem ersten Durchgang ausschied sowie Anna Hollandt (43.), die bereits in der Qualifikation strandete.

Weltcup Herren

Nach dem zwangsweise, freien Wochenende nach der Vierschanzentournee, ging es am heutigen Freitag mit dem Training und der Qualifikation für die Männer im Rahmen des Weltcups weiter. Den Scheck über 3000 Schweizer Franken konnte sich Daniel Tschofenig sichern. Hinter ihm kamen Johann Andre Forfang und Anze Lanisek auf die Plätze zwei und drei.

Vorfreude im deutschen Lager, Horngacher setzt auf frischen Wind im Team

Bundestrainer Stefan Horngacher setzte in Polen auf eine neue deutsche Mannschaft. Felix Hoffmann durfte seinen Startplatz, den er sich während der Tournee erkämpfte, behalten. Für Stephan Leyhe rutschte zudem Constantin Schmid in das Team. Ansonsten gingen mit Pius Paschke, Karl Geiger, Andreas Wellinger, Philipp Raimund und Adrian Tittel die üblichen Verdächtigen an den Start.

„Wir freuen uns auf Zakopane, die vielen Zuschauer und auf hoffentlich gute Bedingungen. Darüber hinaus steht mit dem klassischen Mannschaftsspringen ein Bewerb auf dem Programm, der uns traditionell liegt und der den Aktiven sehr großen Spaß macht. Aktuell sind wir alle fit, gesund und motiviert. Wir reisen zuversichtlich nach Polen.“, gab Horngacher vor der Anreise einen Ausblick. Auch Pius Paschke freut sich auf Polen: „Ich freue mich auf Zakopane – vor allem, weil dort immer eine wahnsinnige Stimmung herrscht. Die Schanze ist cool und noch besser ist es, dass wir gleich zum Start den Teambewerb springen. Der macht sehr viel Spaß und hat für mich eine großartige Tradition.

Forfang und Team rot-weiß-rot dominieren Training

So ging es also für alle 57 Starter nach zwei Trainingsdurchgängen in die Qualifikation. Im Training zeigten sich vor allem Johann Andre Forfang und Daniel Tschofenig stark und das man sie an diesem Wochenende auf der Rechnung haben sollte. Im ersten Training überraschten der Schweizer Kilian Peier und Valentin Foubert aus Frankreich mit starken Sprüngen. Im zweiten Training waren dann die Österreicher Jan Hörl und Daniel Tschofenig vorne.

Tschofenig entreißt Forfang den Qualisieg

In der Qualifikation an sich gab es dann doch die ein oder andere „Überraschung“. Nicht jedoch der Sieger war eine „Überraschung“: Vierschanzentournee-Gewinner Daniel Tschofenig (153,5 Pkt.). Er macht also genau da weiter wo er zuletzt aufgehört hatte und sichert sich mit einem Sprung auf 136,5 Meter bei schlechteren Windbedingungen die 3000 Schweizer Franken für den Qualifikationssieg. Johann Andre Forfang (151,7 Pkt.) stand wieder einmal bis zuletzt in der Leader’s Box und musste am Ende also erneut einem anderen gratulieren. Der frisch gebackene Norwegische Meister sprang Tageshöchstweite von 140,0 Metern bei besseren Bedingungen und lag damit 1,8 Punkte hinter Tschofenig. Auf Rang drei Anze Lanisek aus Slowenien, bei dem die Form nach oben zeigt. Er kam auf 138,0 Meter und erzielte damit150,0 Punkte.

Auf Rang vier folgte Gregor Deschwanden, dicht gefolgt von Maximilian Ortner auf Rang fünf und Ren Nikaido auf Rang sechs. Die heimischen Zuschauer konnten sich über Pawel Wasek auf Platz sieben freuen. Des weiteren fanden sich Kristoffer Eriksen Sundal, Michael Hayböck und Halvor Egner Granerud in den Top Ten wieder.

Schlechter Tag für die DSV Adler

Bester DSV Adler wurde Andreas Wellinger auf Platz 12. Philipp Raimund (17.) und Karl Geiger (18.) schafften es immerhin in die Top 20. Pius Paschke, zeigte im Training noch einigermaßen solide Sprünge, der Sprung in der Qualifikation ging dann aber in die Hose. Nur 118,0 Meter standen zu Buche, was am Ende den 37. Platz bedeutete. Felix Hoffmann und Constantin Schmid konnten sich auf den Plätzen 39 und 44 für den Wettkampf am Sonntag qualifizieren. Hier zuschauen muss Adrian Tittel. Der Junioren Weltmeisterschafts-Dritte vom letzten Winter fand sich auf Rang 51 wieder und schaffte damit nicht den Sprung in den Bewerb. Er ist also einer von nur sieben Athleten, die in der Qualifikation ausscheiden mussten.

Am morgigen Samstag findet um 16:00 ein klassischer Teamwettkampf statt, ehe am Sonntag ebenfalls um 16:00 der Einzelwettbewerb auf dem Plan steht.

Ergebnis Qualifikation

DSV Plauderecke

Severin Freund zählt zu den erfolgreichsten deutschen Skispringern der letzten Jahre. Am 27.03.2022 beendete der Gesamtweltcupsieger aus der Saison 2014/2015 seine aktive Karriere und steht seither als TV-Experte vor der Kamera. An der Seite von Moderatorin Lena Kesting gibt Freund als Nachfolger von Toni Innauer bei den Übertragungen des ZDF seine Expertise und Erfahrungen aus 15 Weltcupjahren an die Zuschauer weiter. Skispringen-News.de hat sich mit dem Olympiasieger von 2014 über sein Leben nach dem Leistungssport sowie über das damalige Karriereende unterhalten.

Skispringen-News.de: „Hallo Severin, die Skisprungfans wissen natürlich, dass Du seit deinem Karriereende als TV-Experte für das ZDF fungierst. Doch kannst Du uns mal teilhaben lassen, wie Dein Leben sonst so aussieht?“

Severin Freund: „Sehr schön (lacht). Neben dem ZDF gibt es auch noch ein paar andere Projekte, aber ich habe ehrlich gesagt erst einmal die Familie vorangestellt, weil sie in der Zeit, als ich aktiv gesprungen bin, wirklich sehr viel mitgemacht haben. Das ist auch etwas, was ich aktuell sehr genieße. Das Leben als Leistungssportler ist doch sehr speziell und wenn man dann mal etwas anderes erleben kann, ist es auch ganz schön.“

Skispringen-News.de: „An was musstest Du Dich in der neuen Rolle als TV-Experte am meisten gewöhnen?“

Severin Freund: „Ich glaube an das Ganze drum herum. Der TV-Bereich ist einfach eine ganz andere Welt mit eigenen Regeln und eigenen Zeitplänen etc. Und als Leistungssportler kommt man ja an die Schanze und hat genau eine Aufgabe, die da heißt: möglichst gut Skispringen! Das hier ist ein bisschen anders. Aber es macht sehr, sehr viel Spaß und man kann natürlich auch die ganze Atmosphäre mit ein bisschen mehr Weitblick aufnehmen, was sehr schön ist.“

Skispringen-News.de: „Gab es bereits einen kuriosen/lustigen TV-Moment, von dem Du berichten kannst?“

Severin Freund: „Es gab bislang noch nichts richtig schlimmes. Klar, manchmal funktionieren ein paar Dinge nicht so, wie man es sich vorher gedacht hat. Und manchmal streikt vielleicht auch schonmal die Technik, aber damit muss man immer rechnen. Ich weiß aber noch, dass ich in Wisla mal an einem kleinen Monitor oben am Schanzentisch kommentiert habe, weil der Weg in die Kommentatorenkabine zu weit weg war. Sonst hätte ich runterlaufen müssen, vielleicht 10 Springer mitkommentiert und dann direkt wieder hoch gemusst. Da hat man mir im Bereich des Schanzentisches etwas eingerichtet. Aber es ist auf jeden Fall eine coole Crew und es wird alles immer so gemacht, dass es nachher auch funktioniert.“

Skispringen-News.de: „Wenn Du an der Schanze bist…gibt es auch Momente, in denen du das Springen vermisst?“

Severin Freund: „Nein, ehrlicherweise nicht (lacht). Es war eine sehr, sehr schöne Zeit für mich aber auf die Schanze muss ich nicht mehr zurück.“

Skispringen-News.de: „Warum war es damals für Dich der richtige Zeitpunkt aufzuhören?

Severin Freund: „Ich hatte eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit, aber auch eine schwierige Phase mit vielen Verletzungen. Dass ich es danach noch einmal für mich geschafft habe mit zwei Teammedaillen einen sehr schönen Abschluss hinzulegen, war fantastisch. Vor allem waren es mit Oberstdorf und Vikersund auch Orte, die mir viel bedeutet haben. Danach gab es nichts mehr, was mich noch großartig gereizt hätte. Gleichzeitig hatte ich auch irgendwie nicht mehr das Gefühl, dass da noch so wahnsinnig viel mehr im Tank ist – und deswegen war es perfekt.“

Skispringen-News.de: „Die Liste Deiner Erfolge ist lang: Gesamtweltcupsieger, Olympiasieger, 3x Weltmeister, Skiflugweltmeister, 22 Weltcupsiege und 10 WM-Medaillen. Was war rückblickend Dein persönliches Karrierehighlight?“

Severin Freund: „Für mich war es der Gewinn des Gesamtweltcups 2014/2015. Hiervon hatte ich schon als Kind geträumt. Auch wenn es am Ende richtig knapp war, dieser Triumph war für mich das Wertvollste in meiner Karriere.“

Skispringen-News.de: „Und was war der bitterste Moment Deiner Karriere?

Severin Freund: „Im Nachhinein wahrscheinlich mein zweiter Kreuzbandriss. Ich glaube mit einem Kreuzbandriss wäre es vielleicht noch möglich gewesen, dass man das Ganze nochmal aufholt, aber mit dem zweiten Kreuzbandriss war die Ausfallzeit und damit auch der Weg schon unheimlich lang. Deswegen: ja, es wäre vielleicht noch mehr drin gewesen, auch mit zwei Kreuzbandrissen. Ich habe mein Bestes gegeben, aber für ganz nach vorne hat es zumindest im Einzel nicht mehr gereicht und das war sicherlich ein bitterer Moment.“

Skispringen-News.de: „Was würdest Du jungen Athleten als Tipp mit auf den Weg geben? Welche Nachwuchstalente siehst du aktuell national/international?

Severin Freund: „Wir haben national einige gute Springer, auch wenn wir aktuell vielleicht nicht ganz so gut dastehen wie z.B. die Österreicher, die im Nachwuchs alles dominieren. Aber auch eine solche Situation hat ihre Tücken, denn man merkt gerade in Österreich, dass es gar nicht so einfach ist, die jungen Sportler im Weltcup zu etablieren.

Wir sind hier in Deutschland ganz gut aufgestellt und haben jetzt im Nachwuchs mit Werner Schuster jemanden, der genau weiß, von was er spricht. Und zu dem Tipp: Ich denke, dass grundsätzlich jeder Sportler seinen eigenen Weg finden/gehen muss. Wenn man im Moment jedoch auf einen Springer wie Pius (Paschke) schaut und seine Geschichte sieht, kann man daraus auch als junger Athlet noch sehr viel lernen.“

Skispringen-News.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Severin Freund: „Sehr gerne. Bis zum nächsten Mal!“

DSV Plauderecke

Eine der derzeit größten deutschen Nachwuchshoffnungen im Skispringen ist Adrian Tittel, der kürzlich seine erste Vierschanzentournee absolvierte. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2024 in Planica gewann der 20-Jährige Silber mit dem Team, Bronze im Einzel und auch im Mixed-Team. Damit sicherte er sich für die Weltcupsaison 2024/2025 einen dauerhaften Startplatz in der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher. Gegenüber Skispringen-News.de hat sich der Rohdiamant aus dem Erzgebirge einem kleinen „Skisprung-Kreuzverhör“ unterzogen.

Steckbrief

Name: Adrian Tittel
Geburtsdatum: 21.02.2004
Wohnort: Zella-Mehlis
Hobbies: Ski- und Fahrradfahren

Bitte vervollständige diese Sätze (zu Dir persönlich)…

Ich würde mich mit folgenden drei Worten beschreiben…ungeduldig, ruhig und zielstrebig

Abseits der Schanze bin ich als…Sportsoldat tätig.

Dieser Song darf auf meiner Playlist nicht fehlen…an der Schanze höre ich nicht so viel Musik, nur im Auto und da schaue ich nicht so auf die Titel 🙂

Am liebsten höre ich folgende Musik…von allem etwas, also querbeet

Diese drei Apps nutze ich am häufigsten…Instagram, TikTok und Whatsapp

Bitte vervollständige diese Sätze (zum Skispringen)…

Zum Skispringen gekommen bin ich durch…das Skifahren mit meinem Vater. Ich bin über jeden Hügel gesprungen und da hat mein Vater zu mir gesagt, dass wir jetzt mal zum Skispringen gehen. Dann war es anfänglich bei mir noch die Nordische Kombination, ehe ich zum Spezialspringen gewechselt bin.

Im Skispringen ist es wichtig…gut abzuspringen 🙂

Mein Vorbild ist…Karl Geiger!

Mein persönliches Karrierehighlight war bisher…die letzte Junioren-Weltmeisterschaft in Planica mit den drei gewonnen Medaillen.

Der Tiefpunkt meiner Karriere war…vor zwei Jahren als ich die Junioren WM verpasst habe. Ich bin davor einfach nicht gut genug gesprungen, weshalb es nicht für eine Nominierung gereicht hat.

Ich möchte in meiner Skisprungkarriere auf jeden Fall noch folgendes erleben/erreichen…ich denke, dass jeder gerne Olympiasieger werden will 🙂 Aber in jedem Fall möchte ich Weltcups gewinnen und Weltmeistertitel feiern.

Nach einem Misserfolg baut mich folgendes wieder auf/lenkt mich folgendes am besten ab…einfach nur nach Hause zu kommen zur Familie.

Meine Lieblingsschanze ist…bisher war Ruka ganz geil, aber Titisee-Neustadt ist auch nicht schlecht.

Diese Schanze mag ich nicht…Wisla und die 90-Meter-Schanze in Eisenerz.

Mein Ritual vor einem Sprung…habe ich keins.

Der größte/beste Skispringer aller Zeiten ist für mich…puh, da gab es viele! Ich denke da aber zuerst an Jens Weißflog, Sven Hannawald und Severin Freund.

Die größte/beste Skispringerin aller Zeiten ist für mich…das ist für mich die Katha (Katharina Schmid)!

Mein kuriosestes Erlebnis beim Skispringen war bisher…in Iron Mountain. Es war sehr krass, als die ganzen Leute mit ihren Trucks da waren, sich Hütten gebaut haben und voll abgegangen sind. Das war glaube ich bisher am coolsten.

Mit diesem Teamkollegen verstehe ich mich am besten bzw. hatte ich bisher am meisten Spaß? Philipp Raimund!

Abseits des Skispringens verfolge ich noch folgende Sportarten…eigentlich alles im Wintersport, nur Langlauf finde ich ehrlich gesagt ein klein bisschen langweilig (lacht). Und im Sommer gucke ich gerne Formel 1 und natürlich Fußball.

Bitte entscheide Dich!

Großschanze oder Normalschanze? Großschanze

Skispringen oder Skifliegen? Skifliegen war ich noch nicht, aber ich glaube es ist mega!

4er-Teamwettkämpfe oder Super-Team? Ich halte persönlich nicht so viel vom Super-Team, daher ganz klar 4er-Team!

Vierschanzentournee, WM oder Olympia? Ich denke, Olympia ist das Highlight schlechthin.

Schnee/Eisspur (Winter) oder Keramik/Mattenspur (Sommer)? Schnee/Eisspur

Noch mehr Absprungkraft oder noch bessere Flugqualitäten? Ich bin eher der Abspringer, daher sage ich die Flugfähigkeiten.

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Wo wird gesprungen?

Nach einem freiem Wochenende geht es für die Skisprung-Herren in Polen weiter. In Zakopane wird auf der „Wielka Krokiew Schanze“ gesprungen, welche am gleichnamigen Berg gebaut wurde. Die 27.000 Einwohner Stadt ist ganz im Süden von Polen, an der Grenze zur Slowakei, gelegen. Zakopane ist die Heimatstadt von vielen bekannten Skisportlern, unter anderem von dem dreimaligen Vierschanzentourneesieger Kamil Stoch.

Die Schanzendetails der Wielka Krokiew Schanze im Überblick:

Hillsize:140 m
K-Punkt:125 m
Schanzenrekord:147 m (Yukiya Sato, 25.01.2020)
Baujahr:1925 (letzter Umbau: 2016-2017)
Zuschauerkapazität:25.000

Programm:

Freitag, 17.01.2025
15:30 – Offizielles Training
18:00 – Qualifikation (Eurosport)

Samstag, 18.01.2025
15:00 – Probedurchgang
16:15 – Teamwettbewerb (ARD, Eurosport)

Sonntag, 19.01.2025
15:00 – Probedurchgang
16:00 – Einzelwettbewerb (ARD, Eurosport)

COC Herren Continental Cup Uncategorized

Es hatte nicht sein sollen im sächsischen Klingenthal. Nachdem auch schon die Prognosen nichts Gutes erahnen ließen, ging an diesem Wochenende gar nichts. Beide Einzelwettbewerbe im Rahmen des Continentalcups mussten abgesagt werden.

Schon für die Kombinierer ging am frühen Sonntagmorgen nichts. Die Prognosen sahen dann zunächst etwas besser aus und das Training konnte tatsächlich wie geplant um 12 Uhr starten. Was die Zuschauer dort jedoch sahen, war ein spektakulärer Trainingsdurchgang mit großen Weiten. Auch wenn es ohne Bedeutung blieb sollte man erwähnen, dass Robert Johansson mit einem Sprung auf 147,0 Meter das Training für sich entschied. Dahinter Robin Pedersen mit einer Weite von 141,5 Metern und Sindre Ulven Joergensen mit 147,5 Meter. Den weitesten Satz zeigte der Schweizer Sandro Hauswirth mit 149,0 Metern.

Nach dem Training wurde der Wettkampf relativ zügig abgesagt, da der Wind auch wieder deutlich zunahm. Man hoffte auf den zweiten Wettkampf. Dass überhaupt ein zweiter Bewerb stattfinden sollte lag daran, dass der Wind bereits gestern verrückt spielte und kein Sprung möglich war.

Um 15:30 ging es dann schließlich los, jedoch musste nach Simon Steinbeisser mit der Nummer eins direkt wieder länger unterbrochen werden. Nach einiger Wartezeit stellte sich keine Besserung ein und 45 Minuten später wurde auch der zweite Wettkampf schweren Herzens abgesagt. Alexander Ziron, Geschäftsführer des VSC Klingenthal und OK-Chef äußerte sich nach der Entscheidung wie folgt: „Der Wind war leider zu wechselhaft und hat sich zu schnell aus dem Korridor bewegt. Skispringen ist und bleibt eine Outdoor-Sportart. Heute war leider kein sicheres und faires Springen möglich. Wir bedauern natürlich sehr, dass heute kein Wettbewerb stattfinden konnte, bedanken uns aber umso mehr bei allen Zuschauern und Helfern, die so lange mit uns ausgeharrt haben.“

In der Continentalcup Serie geht es am kommenden Wochenende in Bischofshofen weiter.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Daniel Tschofenig hat erstmals in seiner Karriere die Vierschanzentournee gewinnen können. In einem dramatischen Finale in Bischofshofen setzte sich der Österreicher denkbar knapp gegen seine Teamkollegen Jan Hörl und Stefan Kraft durch. Hörl wird Zweiter in der Tournee- und Tageswertung, Kraft Dritter.

Dramatischer Dreikampf bis zum Schluss

Sprünge auf 136 und 140,5 Meter bescherten Daniel Tschofenig insgesamt 308,6 Punkte und somit nicht nur den Tagessieg, sondern auch den Sieg des goldenen Adlers. „Unbeschreiblich, ich weiß wirklich noch nicht, was ich sagen soll. Es sind so viele Sachen passiert, ich kann’s nicht wirklich realisieren, aber es ist auf jeden Fall wunderschön“, so ein gerührter Tschofenig nachdem klar wurde, er ist der Sieger der 73. Vierschanzentournee. „Um ganz ehrlich zu sein, ich habe es nicht geglaubt. Ich habe für mich keine Chance gesehen. Ich weiß nicht, ob es so super war, als Krafti oben gewartet hat, das war sicher keine gute Situation für ihn, ich kann es mir nur vorstellen, extrem schwierig. Da oben herum zu sitzen zu wissen, es geht um alles, aber dann unten, als er gelandet ist, ich hab gewusst, okay, es könnte sich ausgehen“, führte er weiter aus.

Knapp hinter Tschofenig fuhr Jan Hörl auf Platz zwei ein. Hörl sprang 140,5 und 143 Meter weit und brachte es auf 306,5 Punkte. Zu Recht ärgerte er sich nach seinem Sprung, denn mit einer besseren Landung im zweiten Durchgang hätte er sogar vor Daniel Tschofenig landen können. Dazu sagte er: „Diese Tournee, kann ich jetzt ad-hoc nicht verarbeiten, es tut schon weh, aber es hilft nichts. Tschofe hat einfach eine bessere Landung gehabt. Hätte ich die Landung ein bisschen schöner gemacht, dann hätte ich vielleicht 2, 3 Punkte mehr. Es ist bitter, aber wir haben einen Durchbruch erbracht. Wir gewinnen als Team, ich glaube das ist ganz gut.“

Umso mehr ärgern dürfte sich Stefan Kraft, der vor dem letzten Sprung noch auf Platz eins der Tournee lag. Nach einer langen Windpause vor Krafts zweiten Sprung, reichte es letztlich für 136 und 137,5 Meter und somit 303,2 Punkte. Mit diesem Ergebnis darf sich der ÖSV nicht nur über den dritten Dreifacherfolg in der Tournee 2024/25 freuen, sondern auch über drei Athleten auf dem Podest der Tourneegesamtwertung. Insgesamt setzten sich die drei Schützlinge von Andreas Widhölzl deutlich vom Rest des Feldes ab und konkurrierten durchweg auf sehr hohem und engen Niveau.

Internationale Top Ten

Neben den drei Athleten auf dem Podest, darf sich der ÖSV auch über weitere gute Ergebnisse freuen. Mit Maximilian Ortner und Michael Hayböck auf den Plätzen fünf und sieben schafften zwei weitere Österreicher den Sprung unter die besten zehn.
Die zweitstärkste Nation unter den ersten zehn waren zum Tourneeabschluss die Norweger. Johann Andre Forfang konnte mal wieder brillieren und verpasste als Vierter nur knapp das Podest. Benjamin Östvold hingegen war wohl die Überraschung des Tages. Der junge Norweger, der erst seit Engelberg im Weltcup dabei ist wurde starker Sechster.
Außerdem schafften es Springer aus Polen, Deutschland und Japan in die Top Ten. Pawel Wasek bestätigt als Achter seine zuletzt aufsteigende Form. Andreas Wellinger hält als Neunter die deutsche Fahne hoch, während Ren Nikaido nach Krankheitspause mit einem guten zehnten Platz zurückkehrt.

Deutschland nur Mittelmaß

Von einem Topergebnis war der DSV in Bischofshofen weiter entfernt. Nur Andreas Wellinger schaffte es unter die ersten Zehn. Pius Paschke, der vor der Tournee noch der Führende des Weltcups war, konnte erneut nicht in Topform agieren und wurde Zwölfter. Philipp Raimund befindet sich weiterhin im leichten Aufschwung. Nach einer Formdelle zum Beginn der Tournee stabilisiert sich Raimund und wird Fünfzehnter. Der vierte deutsche unter den Punkten war in Bischofshofen Karl Geiger. Nach einem guten Start in die Tournee und einem schwachen Wettkampf in Innsbruck, kam der Oberstdorfer auch diesmal nicht über Platz 23 hinaus. Felix Hoffmann und Adrian Tittel konnten erneut keine Punkte einfahren.

Starke US-Boys

Erwähnenswert ist es zu guter letzt, dass die US-Amerikaner erstmals in dieser Saison zwei Athleten unter den besten Fünfzehn platzieren konnten. Tate Frantz landete auf Platz dreizehn, Kevin Bickner knapp dahinter auf der Vierzehn. Ein Ergebnis, das es nicht alle Tage gibt.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Stefan Kraft hat in der Qualifikation für das morgige Finale der Vierschanzentournee den stärksten Eindruck hinterlassen. Nach seinem gestrigen Sieg in Innsbruck setzte er sich auch heute in Bischofshofen mit einem Sprung auf 142 Meter (155,4 Punkte) gegen die gesamte Konkurrenz durch. ÖSV-Nachwuchshoffnung Maximilian Ortner (139,5m/147,2 Punkte) sowie der Schweizer Gregor Deschwanden (142m/146,6 Punkte) reihten sich auf den Plätzen zwei und drei ein. Kraft untermauerte damit noch einmal eindrucksvoll seine Ambitionen im Hinblick auf den goldenen Adler.

Kraft, Hörl oder Tschofenig: wer wird die 73. Vierschanzentournee für sich entscheiden? In der Tourneewertung trennen die drei bärenstarken Österreicher vor dem finalen Showdown am morgigen Tag gerade einmal 1,3 Punkte. Wenn es nach den heutigen Eindrücken geht, deutet vieles auf Stefan Kraft hin. Denn im ersten Training hatte der aktuelle Tourneeleader auf Anhieb die Nase vorne und konnte mit Rang zwei im zweiten Probeversuch den starken Eindruck noch einmal bestätigen. In der anschließenden Qualifikation führte ebenfalls kein Weg an dem erfahrenen Routinier vorbei, was ihn für das große Finale morgen gegenüber seinen beiden Landsmännern vielleicht in eine ganz kleine Favoritenstellung bringt.

„Wenn es läuft, dann läuft es. Ich habe mich sehr gut eingesprungen auf die Schanze hier in Bischofshofen, bin immer lockerer geworden und wusste von Sprung zu Sprung genau, was zu tun ist. Es hat richtig viel Spaß gemacht“, strahlte Kraft, der damit gleichzeitig eine Kampfansage in Richtung seiner beiden ärgsten Kontrahenten im Kampf um die Tourneewertung abgab. Während sich Daniel Tschofenig (137m/146,3 Punkte) hinter Ortner und Deschwanden, punktgleich mit dem Polen Pawel Wasek auf Platz vier einreihte, schloss Hörl (139m/145,8 Punkte) die Qualifikation dahinter auf dem sechsten Rang ab.

„Es ging schonmal in die richtige Richtung. Jetzt in der Quali war es ein bisschen auf der späten Seite bei mir, also es ist einfach eine Timinggeschichte. Aber ich weiß, was ich zu tun habe und kenne die Schanze gut, von daher freue ich mich morgen auf den Wettkampf“, so Hörl, der folgende Einschätzung zum Dreikampf um die Tourneewertung abgibt: „Stefan hat letztes Jahr hier in Bischofshofen gewonnen. Er kennt das und er hat den Adler schon, sodass ich glaube, dass er am wenigsten Druck hat. Von dem her werden wir versuchen, dass wir, die beiden Jüngeren, den Älteren noch ein bisschen ärgern.“ Was Hörl in jedem Fall als positives Element aus dem heutigen Tage mitnehmen kann, ist sein starker zweiter Probesprung. In diesem Versuch ließ er auch Kraft ganz knapp hinter sich.

Bei Daniel Tschofenig stimmt die Tendenz ebenfalls, nachdem er in den beiden Trainingssprüngen zunächst „nur“ die Plätze sieben und elf erreichte. „Es ist viel drin morgen. Die heutigen Sprünge waren allerdings noch nicht wirklich gut. Den in der Quali habe ich wenigstens auf dem Tisch wieder halbwegs getroffen, was Selbstvertrauen bringt, weil die beiden Sprünge vorher echt schlecht waren“, bilanzierte er im Anschluss am Mikrofon des ZDF.

ÖSV-Cheftrainier Andreas Widhölzl fasst die Ausgangslage wie folgt zusammen: „Grundsätzlich liegt allen Drei die Schanze, sie sind auch alle hier schon sehr gut gesprungen. Ich glaube, das entscheidende ist, wer morgen am besten auf dem Punkt ist, wer am coolsten bleibt, und wer auch das nötige Glück hat. Ich denke einfach der, der an dem Tag am besten in Form ist und am besten performt, wird gewinnen.“

Die Top-10 in der Qualifikation komplettierten der Norweger Benjamin Oestvold (7.), der Japaner Ryoyu Kobayashi (8.), Andreas Wellinger als bester Deutscher auf Rang 9 sowie der immer stärker werdende Slowene Domen Prevc (10.).

Alle DSV-Adler qualifiziert

Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass alle sechs Athleten die Qualifikation für den Abschlusswettbewerb der Vierschanzentournee geschafft haben. Im Tagesklassement reihten sich wie folgt ein: Andreas Wellinger (9.), Pius Paschke (13.), Philipp Raimund (15.), Karl Geiger (16.), Felix Hoffmann (37.), Adrian Tittel (44.).

„Heute haben sich alle ein bisschen freigesprungen von dem Tag gestern, der für uns nicht leicht war. Es waren durchaus gute Sprünge dabei. Zur Spitze fehlt noch etwas, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Jetzt heißt es, sich morgen noch ein bisschen zu steigern und dann sind wir wieder mit dabei“, so Horngacher.

Raimund, der seine deutlich aufsteigende Form auch in Bischofshofen bestätigen konnte, fasste den Tag wie folgt zusammen: „Ich bin insgesamt sehr, sehr zufrieden mit den Sprüngen hier. Im letzten Versuch wäre sogar noch einiges mehr möglich gewesen, demnach kann ich mit viel Selbstvertrauen morgen wieder reinstarten.“

Granerud vs. Paschke – eines der spannendsten K.O. Duelle

In einem der spannendsten K.O. Duelle des morgigen Tages treffen der Norweger Halvor Egner Granerud und Pius Paschke aus Kiefersfelden aufeinander. Die weiteren Begegnungen mit deutscher Beteiligung lauten: Karl Geiger vs. Sakutaro Kobayashi, Felix Hoffmann vs. Johann Andre Forfang, Philipp Raimund vs. Naoki Nakamura, Andreas Wellinger vs. Roman Koudelka und Adrian Tittel vs. Benjamin Oestvold.