ÖSV Weltcup Weltcup Damen

Nach den Rücktritten von Jaqueline Seifriedsberger und Sara Marita Kramer sowie der Verletzung von Eva Pinkelnig kommt es im österreichischen Damenteam in dieser Olympiasaison mehr denn je auf Julia Mühlbacher an. Die 21-Jährige zeigte trotz des gestiegenen Drucks bei den ersten drei Weltcupstationen bereits vielversprechende Leistungen, die Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison machen.

Gleich im ersten Wettbewerb des Winters sicherte sich Mühlbacher ihr erstes Podium. Gemeinsam mit Lisa Eder, Stefan Kraft und Jan Hörl erreichte sie im Mixed-Wettbewerb von Lillehammer den dritten Platz. In den beiden Einzelwettbewerben folgten die Ränge 17 und 18. In Falun gelang ihr der nächste Schritt: Nach Platz 19 auf der Normalschanze verbesserte sie sich auf der Großschanze bereits auf Rang 12. Auch in Wisla setzte sich der positive Trend mit den Plätzen 13 und 11 fort. Ihrem Ziel, sich in dieser Saison in den Top-10 zu etablieren, kommt Mühlbacher damit immer näher.

Grundlage dafür war auch eine gelungene Sommervorbereitung, wie sie gegenüber Skispringen-News.de berichtet: „Der Sommer ist für mich sehr gut verlaufen. Ich habe immer stetige Steigerungen drin gehabt, bin ohne Verletzungen durchgekommen und habe super trainieren können.“ Zugleich gibt sie Einblick in die vergangenen Wochen und Monate.

„Nachdem die letzte Saison beendet war, hatten wir zunächst ein paar Wochen Urlaub, ehe es mit dem körperlichen Training weitergegangen ist. Hier wird die Substanz für den Winter aufgebaut. Mit dem Springen haben wir dann Ende Mai/Anfang Juni wieder begonnen. Über den Sommer hinweg hatten wir einige Trainingskurse, wobei da der Hauptfokus auf der körperlichen Vorbereitung liegt. Je weiter es in den Herbst hineingeht, desto mehr richtet sich der Fokus natürlich auf die Sprungperformance, damit wir da noch das i-Tüpfelchen finden – so schaut bei uns eigentlich ein klassischer Sommer aus“, erklärt Mühlbacher, die 2023 mit dem dritten Platz in Rasnov ihr erstes Einzelpodium im Weltcup feierte.

Da die vergangene Saison trotz der WM-Silbermedaille mit dem Team in Trondheim nicht nach ihren Vorstellungen verlaufen ist, hat sie sich für den Winter 2025/26 viel vorgenommen. „Dadurch, dass ich letztes Jahr eher eine durchwachsene Saison gehabt habe, ist mir heuer klar, dass ich mich in den Top-10 etablieren will. Ich habe letztes Jahr schon einmal gezeigt, dass ich es drauf habe, nur habe ich dann leider nicht die Konstanz aufweisen können. Darauf liegt mein Fokus. Und natürlich haben wir dann auch noch die Olympischen Spiele. Es ist das Highlight, da es sie nur alle vier Jahre gibt, deshalb freue ich mich schon riesig drauf“, so Mühlbacher. Gleichzeitig möchte sie sich in dieser Phase der Saison aber noch keinen Druck machen: „Ich nehme es sehr gelassen und schaue von Wochenende zu Wochenende. Wir werden dann sehen, wie es laufen wird.“

Zur Lücke, die die arrivierten Athletinnen in der Mannschaft hinterlassen, sagt sie: „Die Lücke ist schon riesig. Die Reduktion bei uns war doch sehr plötzlich und ein heftiger Schlag. Aber die Rücktritte muss man akzeptieren und der Unfall von der Eva ist sehr schade. Wir werden weiterkämpfen und uns davon nicht unterkriegen lassen.“

Wie sich die Saison für die Springerinnen im ÖSV-Team entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass der Start von Julia Mühlbacher (aktuell P15 im Gesamtweltcup) und auch der von Lisa Eder (aktuell P5 im Gesamtweltcup) durchaus gelungen ist.

ÖSV Weltcup Weltcup Damen

So luxuriös die Situation bei den österreichischen Herren ist, umso schwieriger sieht es derzeit bei den Damen aus. Mit Jaqueline Seifriedsberger und Sara Marita Kramer haben gleich zwei erfolgreiche Springerinnen der vergangenen Jahre vor der neuen Saison ihren Rücktritt erklärt. Hinzu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Eva Pinkelnig. Skispringen-News.de hat sich mit den ÖSV-Damen über die große Lücke und die „neue Rolle“ von Lisa Eder unterhalten.

Im Sommer ging es plötzlich Schlag auf Schlag im österreichischen Damenteam – und das ausgerechnet vor der so wichtigen neuen Olympiasaison. Am 20. August 2025 gab zunächst die Weltcup-Gesamtsiegerin aus der Saison 2021/2022, Sara Marita Kramer, mit gerade einmal 23 Jahren ihr Karriereende bekannt. Zwar konnte die Springerin aus Maria Alm zuletzt nicht mehr an ihre Höchstform anknüpfen und musste zudem aufgrund einer Gürtelrose die Vorjahressaison frühzeitig beenden – dennoch war die Hoffnung natürlich groß, dass sie noch einmal an ihre Glanzzeiten früherer Tage anknüpfen kann. Mit 23 Weltcuppodestplätzen, 15 Weltcupsiegen, einem Gesamtweltcupsieg, zwei WM-Medaillen im Team sowie einem Weltmeistertitel im Team zählte sie zu den erfolgreichsten ÖSV-Springerinnen der jüngeren Vergangenheit. Doch sie traf eine andere Entscheidung.

„Mein großer Traum war immer, eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. Als ich die letzten Spiele aufgrund der Corona-Virus-Infektion verpasst habe, hat es mich härter getroffen als gedacht. Ich habe dennoch versucht, mich wieder aufzuraffen und weiterzuarbeiten, um mein Ziel – eine Medaille zu erreichen – und damit meine Geschichte fertig schreiben zu können“, erklärte Kramer in einer Pressemitteilung des ÖSV und führte darin zu ihrem Karriereende weiter aus: „Es ist nicht das Ende der Geschichte, das ich mir als kleines Mädchen erträumt habe. Ziele und Träume können sich aber ändern. Ich bin dankbar für all meine gesammelten Erfahrungen und möchte mich für die Unterstützung bei meiner Familie, meinen Freunden, Sponsoren, den Fans, den Trainern, dem gesamten Team und dem Österreichischen Skiverband bedanken.“

Am 18. September 2025 folgte der nächste Rückschlag: Eva Pinkelnig stürzte bei der Olympiageneralprobe in Predazzo schwer und zog sich einen vorderen Kreuzband-, Innen- und Außenmeniskusriss sowie einen Knorpelschaden zu. Aufgrund dieser Diagnose steht sie dem ÖSV-Team für die komplette Saison nicht zur Verfügung.

Nur kurze Zeit später, am 24. September 2025, verkündete dann auch noch Jaqueline Seifriedsberger ihr Karriereende. Sie erreichte unter anderem sieben WM-Medaillen, drei Weltcupsiege und 23 Podestplätze. Den Gesamtweltcup 2024/2025 schloss sie als bestplatzierte ÖSV-Springerin auf Rang fünf ab.

„Alles hat seine Zeit. Bereits in den letzten Jahren hat es mich extrem viel Überwindung gekostet, weit zu springen und sauber zu landen. Das wurde von Saison zu Saison schwieriger. Hinzu kommt, dass sich der Sport und seine Rahmenbedingungen stetig weiterentwickeln. Neue Regeln, technische Veränderungen und höhere Ansprüche machen es notwendig, sich ständig anzupassen und mit voller Hingabe dabei zu sein. Während der Vorbereitung auf die bevorstehende Olympiasaison habe ich gemerkt, dass es mir extrem viel abverlangt und ich nicht mehr 100 Prozent geben kann wie in den vergangenen Jahren. Wenn Mut und Vertrauen an der Schanze fehlen, dann ist man auch nicht erfolgreich. Ich habe mich daher in den vergangenen Wochen bewusst zurückgenommen und in dieser Zeit intensiv über meine Zukunft nachgedacht. Die Entscheidung, meine Karriere zu beenden, ist dabei nicht von heute auf morgen gefallen, sondern über einen längeren Zeitraum in mir gereift. Die Ereignisse vom vergangenen Wochenende habe ich aufmerksam verfolgt – sie haben mir noch einmal gezeigt, dass der Entschluss für mich der richtige ist“, so Seifriedsberger in einer Pressemitteilung des ÖSV.

Wie geht es weiter – und wie kann eine Mannschaft so etwas kompensieren?

Lisa Eder als neue „Teamleaderin“?

Mit Lisa Eder ist dem ÖSV immerhin die Gesamtsechste des letzten Weltcupwinters erhalten geblieben. Und diese präsentierte sich bereits in starker Frühform, denn sowohl in Lillehammer als auch gestern in Falun sprang sie im Einzel aufs Podest. Hat die 24-Jährige damit auch das Zeug dazu, die neue Leaderin im Team zu werden? Und wie sieht sie selbst diese mögliche Rolle?

„Ich habe das jetzt schon öfter gehört, aber ich glaube, wir brauchen nicht direkt eine Teamleaderin. Wir haben eine gute Harmonie und sind ein kleines, aber feines Team. Das passt“, so Eder gegenüber Skispringen-News.de. Zu den Rücktritten von Kramer und Seifriedsberger äußert sie sich wie folgt: „Sie hinterlassen schon eine große Lücke. Wir waren doch immer sehr viele im Team und sind plötzlich zu einem sehr kleinen Team geschrumpft – also von einem großen zu einem kleinen Team geworden. Das tut natürlich weh. Aber es nützt nichts, es ist eine Entscheidung, die sie getroffen haben. Ich finde es schade, aber beide haben eine super Karriere gehabt.“

Auch wenn aufgrund der Situation bei den ÖSV-Damen derzeit sicherlich die größte Erwartungshaltung und Last auf Lisa Eder liegt, wirkt sie noch sehr gelassen und gibt gegenüber Skispringen-News.de als persönliches Ziel lediglich an, wieder „in Schwung“ kommen zu wollen. Mit ihren beiden Podestplätzen in Lillehammer und Falun hat sie dies bereits erreicht und einen vielversprechenden Saisonstart hingelegt, was auch der derzeitige vierte Platz im Gesamtweltcup unterstreicht. Man darf gespannt sein, wie sie im weiteren Verlauf der Saison mit dem Druck umgehen wird.

Julia Mühlbacher: „Wir werden weiter kämpfen und uns nicht unterkriegen lassen“

Den besten Eindruck hinter Lisa Eder hinterlässt bislang Julia Mühlbacher. Mit den Plätzen 17 und 18 in Lillehammer sowie Rang 19 in Falun zeigte sie eine äußerst beständige Leistung, die durchaus Hoffnung macht. Die 21-Jährige beschreibt die aktuelle Kadersituation so:

„Also die Lücke, die sie hinterlassen, ist schon riesig. Es war doch sehr plötzlich die Reduktion bei uns und schon ein heftiger Schlag. Aber die Rücktritte muss man akzeptieren und der Sturz von der Eva ist sehr schade, aber wir werden weiter kämpfen und uns nicht unterkriegen lassen.“

Wichtig für Mühlbacher wird sein, diese positiven Ansätze mitzunehmen und Selbstvertrauen statt Druck aufzubauen. Sollte ihr dies gelingen, könnte sie in diesem Winter langfristig die „Nummer 2“ hinter Lisa Eder werden.

Größere Baustellen bei Chiara Kreuzer und Hannah Wiegele – Lisa Hirner als „neues Ass“ im Ärmel?

Bei Chiara Kreuzer und Hannah Wiegele überwiegen derzeit noch die Baustellen. Beide verpassten in den bisher stattgefundenen drei Wettbewerben den zweiten Durchgang. Immerhin steigerte sich Kreuzer beim gestrigen Wettbewerb in Falun auf Rang 36, nachdem sie zuvor in Lillehammer mit den Plätzen 52 und 54 bereits in der Qualifikation ausgeschieden war. Ob sie es jedoch noch einmal in den erweiterten Kreis der Weltspitze schafft, bleibt abzuwarten. Ihr letzter Weltcupsieg datiert vom 11. März 2023 in Oslo.

Auch Hannah Wiegele steckt noch im Aufbauprozess. Ihr Ziel ist es, wieder Weltcuppunkte zu holen, nachdem ihr dies in den vergangenen zwei Jahren nicht so häufig gelungen war – vor allem mit Blick auf ihre beiden persönlichen Träume: eine Olympiateilnahme und das Skifliegen. Nach den Platzierungen 44 und 33 in Lillehammer sowie Rang 41 in Falun scheint dieses Ziel aktuell jedoch noch ein Stück entfernt.

„Natürlich ist es jetzt schwieriger. Man hat jetzt nicht mehr so das Zugpferd, obwohl Lisa natürlich auch sehr gut vorne dabei ist – und es ist immer ganz wichtig, dass man jemanden hat, der vorne reinspringt und an dem man sich auch im Training messen kann. Wir versuchen natürlich, da aufzuholen und die ausgeschiedenen Springerinnen zu ersetzen. Es ist schade, dass sie nicht mehr dabei sind, aber ich glaube, für sie war es die richtige Entscheidung. Wir müssen weiterkämpfen und hoffen, dass junge Athletinnen nachkommen“, so Wiegele.

Aufgrund der neuen Kadersituation rückt nun ein weiterer Name in den Fokus, der sich möglicherweise als Trumpfkarte erweisen könnte: die Kombiniererin Lisa Hirner. Sie feierte gestern in Falun ihr Weltcup-Debüt im Skispringen und verpasste mit Platz 33 nur knapp den zweiten Durchgang. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Trondheim 2025 gewann sie bei der Nordischen Kombination Bronze im Mixed-Team und anschließend Bronze im Gundersen-Einzel – nur 7,5 Sekunden hinter Siegerin Gyda Westvold Hansen, die mittlerweile ebenfalls zu den Spezialspringerinnen gewechselt ist. Sollte Hirner ihre Chancen nutzen, könnte sie sich ihren Olympiatraum erfüllen – ein Traum, der ihr als Kombiniererin sonst (zumindest in Val die Fiemme) verwehrt bleiben würde.

ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Beim Saisonauftakt in Lillehammer nominierte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl neben den drei überragenden Athleten des letzten Winters – Daniel Tschofenig, Jan Hörl und Stefan Kraft – auch Maximilian Ortner und Manuel Fettner. Zudem hatte Stephan Embacher als Goldmedaillengewinner der Junioren-WM ebenfalls seinen Startplatz sicher. Heißt: Jonas Schuster und Niklas Bachlinger, die über den Sommer hinweg starke Leistungen zeigten, mussten sich zunächst hinten einreihen. Wir haben mit beiden ÖSV-Springern über das „Luxusproblem“ im österreichischen Team gesprochen.

Bereits lange vor Bekanntgabe der Nominierungen für den Saisonstart war klar, dass es im österreichischen Team zu einer Veränderung kommen würde. Denn nach dem Rücktritt von Michael Hayböck, der mittlerweile als TV-Experte für den ORF fungiert, wurde zumindest ein Startplatz im ÖSV-Team wieder frei. Andreas Widhölzl entschied sich hier für die geballte Erfahrung und gab Manuel Fettner den Vorzug. Fettner hatte im Sommer bereits angekündigt, dass er vor seiner letzten Wintersaison steht, ehe auch er vom aktiven Springen zurücktreten wird.

Während sich andere Nationen einen Kopf machen müssen, um solche Lücken zu füllen, ist es im Männerteam der Österreicher seit vielen Jahren anders: Immer wieder kommt top ausgebildeter Nachwuchs nach und nutzt die sich bietenden Gelegenheiten. In der letzten Wintersaison 2024/25 waren es beispielsweise Maximilian Ortner und Markus Müller, die auf sich aufmerksam machen konnten. Vor allem Ortner war im letzten Winter der „Durchstarter“ schlechthin, beeindruckte mit zwei Podiumsplätzen sowie vielen Top-10-Ergebnissen im Weltcup und war auch bei der WM in Trondheim als Silbermedaillengewinner im Teamwettbewerb ein wichtiger Teil der Mannschaft.

Angesichts dieser Leistungsdichte eine glückliche Lage für Andreas Widhölzl – oder etwa doch nicht? Immer wieder steht der ÖSV-Coach vor schwierigen Entscheidungen und kann trotz starker Leistungen einem Teil seiner Athleten keinen Weltcupeinsatz bieten, obwohl sie in vielen anderen Nationen sicher im Weltcupteam gesetzt wären. Für diese Springer bleibt dann nur der Weg über den Continental Cup, um sich dort wieder einen Startplatz zu erarbeiten. Kurz davor stand im Sommer vor allem Jonas Schuster, der es beim abschließenden Wettbewerb in Klingenthal in der eigenen Hand hatte, jedoch um gerade einmal einen Punkt den Quotenplatz für die erste Weltcupperiode im Winter verpasste.

Jonas Schuster: „Irgendwann bekommt man seine Chance, und die möchte ich nutzen“

Doch trotz dieser Umstände ließ er sich nicht entmutigen und zeigte sich in der Mixed-Zone zufrieden: „Es war ein erfolgreicher Sommer, in dem ich sehr gut trainieren konnte, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht das Optimum vom Sprung her erreicht hatte. Im Herbst hat es sich dann immer weiter gesteigert in Richtung der Wettkämpfe – also der Conti-Cups, der österreichischen Meisterschaft und zum Abschluss beim Sommer-Grand-Prix. Es ist immer besser geworden, und ich bin mega zufrieden mit der Entwicklung, die ich jetzt in den Winter mitnehme“, so Schuster gegenüber Skispringen-News.de.

Seine persönlichen Ziele für die Wintersaison beschreibt er wie folgt: „Ich muss Wettkampf für Wettkampf sehen. Mein nächster Einsatz wird wahrscheinlich der Continental Cup im Dezember sein, und ich werde dort wieder probieren, den Schritt in den Weltcup zu schaffen. Dann schauen wir weiter. Wenn ich so springe wie zuletzt, glaube ich, dass ich ein gutes Niveau habe und wirklich gut mitspringen kann. Dann werden wir sehen, wofür es reicht.“

Auf die Stärke des österreichischen Teams angesprochen, erklärt Schuster: „Ja, es ist sehr schwer, in die Mannschaft hineinzurücken, das auf jeden Fall! Andererseits pusht es natürlich extrem, weil man erst einmal ein Level erreichen muss, dass man überhaupt die Chance hat, ins Team zu kommen. Da muss man halt die richtige Balance finden. Man weiß zwar um die Schwierigkeit, aber trotzdem ist es wichtig, gelassen zu bleiben und einfach zu arbeiten. Irgendwann bekommt man seine Chance, und die möchte ich nutzen. Ich probiere einfach, da zu sein.“

Welche Rolle bei seiner Entwicklung sein Vater, Ex-DSV-Bundestrainer Werner Schuster, spielt, erklärt Jonas Schuster so: „Wenn ich etwas wissen will, kann ich ihn immer fragen. Er ist eine wichtige Figur generell für mich. Ansonsten mache ich das Wesentliche mit meinen Trainern auf der Schanze. Aber wenn ich etwas brauche, ist er immer für mich da“, so der Gesamtzweite des Sommer-Continental Cups 2025.

Niklas Bachlinger: „Wir jungen Athleten versuchen schon, den Älteren Druck zu machen“

Mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix konnte auch Niklas Bachlinger auf sich aufmerksam machen. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 23-Jährige gegenüber Skispringen-News.de: „Wenn man mich am Anfang des Sommers gefragt hätte, was ich mir erwarte, stünde das definitiv nicht auf der Liste. Im Conti Cup hat es nicht so gut funktioniert wie im Sommer-Grand-Prix. Daher muss ich wohl schauen, dass ich schnellstmöglich in den Weltcup komme, wenn ich dort leichter zurechtkomme“, schmunzelt Bachlinger.

Auf die Frage, ob man sich ein Beispiel an Maximilian Ortner nehmen kann, der letztes Jahr im ÖSV-Team durchgestartet ist, sagt Bachlinger: „Ja, ich meine, wir machen in Österreich einen guten Job mit den Trainern und den Athleten selbst. Wir sind da richtig stark aufgestellt, und wir jungen Athleten versuchen schon, den Älteren Druck zu machen. Maxi hat letztes Jahr gezeigt, dass wir jungen Athleten vorne mitmischen können, und das ist sicher ein Ansporn, weil wir wissen, dass wir es auch können. Wir warten nur auf den Moment, dass es dann zu 100 Prozent funktioniert.“

Zur Schwierigkeit, sich einen Weltcupplatz im ÖSV-Team zu erkämpfen, erklärt Bachlinger: „Ja, es ist definitiv nicht leicht. Aber ich glaube, dass ein starkes Team einen pusht. Man weiß, dass man mit dem Material gut aufgestellt ist, dass man gut Skispringen kann und dass wir gute Trainer haben. Wenn man dann an sich selbst arbeitet und das Gesamtpaket zusammenpasst, kann das richtig gut aussehen.“

Zu seinen Zielen für die neue Wintersaison und dem Traum von einer möglichen Teilnahme bei den Olympischen Spielen sagt Bachlinger: „Ja, es ist definitiv ein Ziel. Es ist jetzt nicht Priorität Nummer 1 in dieser Saison. Aber die Probe auf der Schanze in Predazzo hat schon gut funktioniert. Schauen wir, was der Anfang vom Winter bringt, und dann lassen wir uns überraschen.“

Clemens Aigner, Daniel Huber und Markus Müller auch noch in der Hinterhand

Die Breite des ÖSV-Kaders ist in jedem Fall weiterhin beeindruckend. Neben den beiden Talenten Jonas Schuster und Niklas Bachlinger werden unter anderem auch Clemens Aigner, der im Sommer den dritten Gesamtrang im Continental Cup erzielte, und Daniel Huber, der die letzte Saison aufgrund einer Verletzung verpasste, um ein Ticket im Weltcup kämpfen. Zudem rechnet sich auch Markus Müller, der letztes Jahr einige Einsätze erhielt, Chancen aus.

Ob Philipp Aschenwald, der seit seinem Trainingssturz im Juli 2023 auf sein Comeback hinarbeitet, ebenfalls zum direkten Anwärterkreis zählen wird, wird sich zeigen. Fest steht in jedem Falle, dass es mehr denn je auf den Continental Cup ankommen wird und auf die Möglichkeit, dort einen zusätzlichen Startplatz für die nächsten Weltcupperioden herauszuspringen. Zuletzt haben die Österreicher dem Springer, dem dieses Unterfangen gelingt, dann auch diesen Startplatz zugesprochen. Ähnliches dürfte auch für die Zukunft zu erwarten sein.

SGP Damen Sommer Grand Prix

Diskussionen rund um die Verletzungen sowie einem Startverzicht durch die Nationen Österreich und Kanada beschäftigte die Skisprungwelt im Vorfeld des Großschanzen-Einzelwettbewerbes in Predazzo. Trotz der Umstände lieferten sich die japanischen Skispringerinnen einen spannenden Kampf um den Sieg und die Podestplätze.

Gewinnen konnte doch letztendlich eine andere, nämlich Anna Odine Stroem. Mit 230.8 Punkten setzte sich die Norwegerin gegen die insgesamt dominierenden Japanerinnen durch. Das Podest komplettierten Yuka Seto (214.5 P.) und Nozomi Maruyama (202.7 P.).

Die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters, Nika Prevc, hatte im Finaldurchgang mit Problemen bei der Landung zu kämpfen und konnte nur knapp einen Sturz verhindern. Sie reihte sich somit inmitten der Japanerinnen „nur“ auf dem vierten Platz ein. Bis auf Yuki Ito als 28. konnten sich alle weiteren japanischen Damen mit Yuzuki Sato (5.) Sara Takanashi (6.) und Kurumi Ichinohe (8.) unter den Top Ten einreihen.

Deutsche Damen ebenfalls geschlossen stark vertreten

Das DSV-Team um Selina Freitag (9.), Juliane Seyfarth (10.), Katharina Schmid (11.) und Agnes Reisch (12.) konnte auf der Großschanze bereits ein wesentlich besseres Gesamtbild abgeben als auf der Normalschanze – ein gelungener Test für die Olympischen Winterspiele. Auch Anna Hollandt war als 16. noch gut im Mittelfeld platziert. Einzig die Jüngste im Team, Emely Torazza, verpasste knapp als 33. den Einzug in den Finaldurchgang.

ÖSV-Damen und Team Kanada verzichten auf Großschanzenwettbewerb

Die österreichischen Skispringerinnen haben aus Sicherheitsgründen auf den Damen-Großschanzenbewerb des Sommer Grand Prix in Predazzo verzichtet. Dies teilte der Skiverband bereits am Mittag mit. Hintergrund sind die schweren Knieverletzungen, die sich Athletinnen in den vergangenen Tagen auf der neu errichteten Olympia-Schanze zugezogen haben, darunter Eva Pinkelnig aus Österreich, Alexandria Loutitt aus Kanada und die japanische Nordische Kombiniererin Haruka Kasai heute Vormittag. Nach ersten Informationen des kanadischen Trainers dürfte es sich auch bei Loutitt um einen Kreuzbandriss handeln. Die FIS prüft nun mögliche Materialänderungen, um die Sicherheit im Damen-Skispringen erneut zu verbessern. Die beiden qualifizierten ÖSV-Springerinnen Lisa Eder und Julia Mühlbacher verzichteten daher auf ihren Start, während die österreichischen Herren wie geplant an den weiteren Bewerben teilnehmen.

Neben den Österreicherinnen entschied sich auch das kanadische Team gegen eine Teilnahme am heutigen Wettbewerb. Somit fehlte mit Abigail Strate auch eine der Top-Anwärterinnen auf den Tagessieg. Die Norwegerin Gyda Westvold Hansen, die für diese Olympia-Saison von der Nordischen Kombination zum Skispringen gewechselt ist, trat ebenfalls nicht an – die Gründe hier sind allerdings unbekannt.

ÖSV SGP Damen Sommer Grand Prix

Beim gestrigen Auftakt der Olympia-Generalprobe in Predazzo (Italien) gab es einen Schreckmoment durch die ÖSV-Skispringerin Eva Pinkelnig, die auf der Normalschanze zu Sturz kam.

Heute gibt es traurige Gewissheit: Die Befürchtungen um eine schwerwiegende Knieverletzung von Eva Pinkelnig haben sich nun leider bestätigt. Die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin wurde noch am gestrigen Abend zu einer MRT-Untersuchung in die Privatklinik Hochrum bei Innsbruck gebracht. Wie Ski Austria am Freitagvormittag via Social Media mitteilte, zog sich die 37-Jährige bei ihrem gestrigen Sturz einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie des Innen- und Außenmeniskus im linken Knie zu. Hinzu kommt ein Knorpelschaden.

Damit verpasst die routinierte Österreicherin die kommenden Olympischen Winterspiele in Predazzo sowie die gesamte Wintersaison 2025/26. Für Pinkelnig dürfte nun die heutige Operation sowie eine mehrmonatige Reha-Phase bevorstehen. Für diesen langen Weg wünschen wir Eva viel Kraft, sowohl körperlich als auch mental!

ÖSV SGP Herren Sommer Grand Prix

Für die Herren gab es am Donnerstag ebenfalls den ersten Wettbewerb auf den Olympiaschanzen von Predazzo. Und beim Betrachten der Ergebnisliste könnte man meinen, es gab keine Pause für die Top-Athleten. Der vollbesetzte Sommer Grand Prix führt fort, was der Winter beendet hat.

Jan Hörl, der Zweitplatzierte der vergangenen Weltcupsaison, konnte den ersten Wettbewerb von der Normalschanze am späten Donnerstagabend für sich entscheiden. Bis 23 Uhr dauerte der Wettbewerb an, der nach dem unglücklichen Auftakt der österreichischen Damen umso glücklicher für die Herren verlief. Denn hinter Hörl reihte sich direkt sein zuletzt sowie aktuell stärkster Konkurrent und Teamkollege Daniel Tschofenig ein. Der Japaner Ryoyu Kobayashi komplettierte das Podest.

Weiterhin fanden sich auch Maximilian Ortner, Niklas Bachlinger – der bisher Führende der Sommer-Grand-Prix-Wertung – sowie Stefan Kraft in den Top Ten wieder. Auch der Schweizer Gregor Deschwanden und der frisch gebackene slowenische Weltrekordhalter Domen Prevc schafften den Sprung unter die besten Zehn. Aus den deutschen Reihen schaffte dies einzig Philipp Raimund, der sich nach und nach mehr mit der Schanze anfreunden konnte und sich auf einem ordentlichen sechsten Platz wiederfand.

DSV-Team mit gemischten Gefühlen

Neben Raimund war auch das Ergebnis von Luca Roth durchaus gut. „Ich bin recht zufrieden. Der erste Sprung ist mir leider etwas missglückt. Im Zweiten habe ich es besser gemacht und mich nach vorne gekämpft“, so Roth im Anschluss. Von Platz 28 kämpfte er sich auf Rang 16 nach vorne und durfte damit auch einige Zeit „In der Leaderbox, da gefällt es einem immer. Ich denke, ich bin auf einem sehr guten Weg. Die Sprünge werden immer stabiler.“ Direkt dahinter reihte sich Felix Hoffmann auf einem soliden 17. Platz ein. Ander erging es den beiden Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger, die sich scheinbar noch nicht wirklich mit der Schanze anfreunden konnten. Sie belegten die Plätze 22 sowie 29.

Nach dem ersten Wettbewerb am späten Abend steht zumindest eines im olympischen Skisprungstadion von Predazzo fest: Das Flutlicht überzeugt im Vergleich zu anderen Schanzen in jedem Fall. In der Pause gab es zudem noch eine kurze (gewollte) Unterbrechung mit vollkommeneren Dunkelheit, denn: Für alle Zuschauer und Beteiligten gab es eine kurze Feuerwerk-Show als Pausenhighlight. Für die Herren geht es am Freitag weiter mit dem Training und der Qualifikation von der Großschanze.

ÖSV Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Während die österreichische Männermannschaft für die WM in Trondheim bereits feststeht und aus Daniel Tschofenig, Jan Hörl, Stefan Kraft, Maximilian Ortner sowie Michael Hayböck besteht, wird das Damenteam erst nach den Wettbewerben in Hinzenbach bekanntgegeben. Vier Athletinnen stehen mutmaßlich bereits fest, um den fünften Startplatz wird noch gekämpft. Wir haben uns kürzlich mit Chiara Kreuzer unterhalten, für die es beim Heimweltcup am kommenden Wochenende noch um ein Ticket für das Saisonhighlight geht.

Nicht nur die österreichischen Herren sind derzeit gut in Form, auch bei den Damen sind aktuell zwei Athletinnen regelmäßig ganz vorne mit dabei. Die Rede ist von Jaqueline Seifriedsberger (Platz 5 im Gesamtweltcup) sowie von Lisa Eder (Platz 7 im Gesamtweltcup). Beim letzten Weltcup in Ljubno trennten sie in der Tageswertung gerade einmal 0,2 Punkte voneinander. Während Eder mit dem dritten Rang einen weiteren Podestplatz in dieser Saison sammeln konnte, wurde Seifriedsberger Vierte. Dafür wartet Eder noch auf ihren ersten Weltcupsieg, Seifriedsberger hingegen triumphierte bereits in Zao. Auch wenn es noch nicht offiziell bekannt gegeben ist, werden die Beiden aufgrund ihrer bisherigen Saison sicherlich ihren Startplatz sicher haben.

Gleiches gilt vermutlich auch für Eva Pinkelnig, die derzeit Achte im Gesamtweltcup ist und in dieser Saison in Villach eines Tagessieg einheimste. Die Gesamtweltcupsiegerin von 2022/2023 zeigte auch in dieser Saison schon einige starke Sprünge, wenngleich die Konstanz bei ihr derzeit noch fehlt. Vielleicht kann der Heimweltcup in Hinzenbach hierzu beitragen.

Rechtzeitig zur WM scheint auch Julia Mühlbacher in Form zu kommen. Die ÖSV-Adlerin erzielte in Ljubno mit dem achten Platz ihr bestes Saisonergebnis. Doch wer sichert sich das letzte Ticket?

In Hinzenbach sind neben Eder, Seifriedsberger, Pinkelnig und Mühlbacher folgende Österreicherinnen am Start: Chiara Kreuzer, Sophie Kothbauer, Vanessa Moharitsch, Sara Pokorny, Meghann Wadsak und Hannah Wiegele. Gute Karten hat dabei vor allem Kreuzer, die in Ljubno ihre ersten Weltcuppunkte in dieser Saison ergatterte. Die Zweitplatzierte des Gesamtweltcups 2019/2020 gehört mit vier Medaillen bei Großereignissen und 20 Podiumsplätzen in Österreich zu den erfolgreichsten Athletinnen der letzten Jahre. Wir haben mit der Pongauerin, die durch eine Teilruptur des Kreuzbandes ausgebremst wurde, in Willingen über den aktuellen Weltcupwinter sowie die bevorstehende WM gesprochen.

Skispringen-News.de: „Chiara, wie fühlt es sich an, wieder zurück im Weltcup zu sein?“

Chiara Kreuzer: „Schon sehr gut! Ich habe jetzt wirklich hart darauf hingearbeitet, dass ich mir den Platz wieder verdiene und es wieder Sinn macht im Weltcup einzusteigen. Umso schöner, dass es mir dann in Willingen wieder gelungen ist.“

Skispringen-News.de: „Wie schwierig war für Dich der Saisonbeginn und woran lag es genau?“

Chiara Kreuzer: „Es ist schwierig zu sagen. Mental hatte ich vielleicht den falschen Zugang zum Springen und dann habe ich im Sommer knapp 2 Monate wegen meinem Knie, das ich schonen musste, nicht springen können. Das hat sicherlich auch eine große Rolle gespielt. Es war natürlich eine harte Zeit. Ich habe mich wirklich wieder reingebissen, um mein Niveau deutlich zu steigern und bin auch auf einem guten Weg. Aber es ist auch noch genug zu tun!

Skispringen-News.de: „Du bist dann zunächst wieder im COC unterwegs gewesen. Wie liefen die Wettbewerbe?

Chiara Kreuzer: „Der Intercontinental Cup (ICOC) in China war sprungtechnisch ein ganz guter Start für mich. Auch wenn es durch eine Disqualifikation wieder einen kleinen Knacks gegeben hat und sich das Ganze nicht komplett im Ergebnis widergespiegelt hat. Es war also ein auf und ab. Notodden war dann auch ganz ok. Es waren die ersten Wettkämpfe nach langer Zeit für mich und es hat sich alles wieder so neu angefühlt. Auch weil ich im Sommer nicht dabei sein konnte, war alles etwas fremd. Daher galt es zunächst einmal Routine reinzubringen und dann ist mir zu Hause im Bischofshofen mit zwei Podiumsplätzen doch einiges gelungen. Es waren echt passable Sprünge, für die ich belohnt wurde.“

Skispringen-News.de: „Wie zuversichtlich bist Du, rechtzeitig zur WM wieder in Topform zu kommen?

„Natürlich gebe ich mein Bestes. Mein Saisonziel ist schon, dass es sich ausgeht und ich mitfahren darf. Dann möchte ich auch mit einer guten Form dastehen. Es ist noch viel zu tun und es ist noch gar nichts sicher. Ich denke, die anderen Vier stehen soweit fest und um den fünften Platz ist noch ein ausspringen notwendig. Ich muss jetzt auf meine eigenen Sprünge schauen und meine Performance bringen, dann sollte es möglich sein, dass ich mitfahren darf.“

Im Hinblick auf das bevorstehende Wochenende in Hinzenbach äußert sie sich auf dem Social Media-Kanal des ÖSV wie folgt: „Ich freue mich immer extrem und habe viele gute Erinnerungen an die Schanze. Es ist immer eine sehr gute Stimmung dort. Zudem sind viele Freunde und auch Familien von uns Athleten dort vertreten und fiebern mit. Das ist sehr schön.“

Wir sind gespannt, wer sich nach Hinzenbach den fünften Startplatz für die WM in Trondheim sichern wird.

Im übrigen wird es auch bei den ÖSV-Herren einen harten Kampf um die Teilnahme an den einzelnen Wettbewerben geben. Während Tschofenig, Hörl und Kraft für die Einzelkonkurrenzen und den Teamwettbewerb sicherlich als gesetzt gelten, werden sich aller Voraussicht nach Hayböck (bei seiner letzten WM) und Nachwuchsspringer Ortner um den vierten Startplatz duellieren. Zuletzt hatte Ortner hier die Nase vorne, ob das in Trondheim ebenfalls so sein wird, bleibt abzuwarten.

Im Kampf um die zwei Plätze im Mixed-Team wird es dann zwischen Tschofenig, Hörl und Kraft ernst. „Ich mag Trondheim sehr gerne, auch die neue Schanze. Ich bin letztes Jahr sehr gut zurechtgekommen mit einem Sieg und fühle mich dort wohl. Das Ziel ist nach Möglichkeit in allen Wettbewerben um eine Medaille mitzukämpfen, vor allem aber um das Teamgold, was mir derzeit noch fehlt. Bezüglich des Mixed-Wettbewerbs wird es sicherlich schwer ins Team zu kommen. Hier steht uns eine harte Ausscheidung bevor“, so Kraft, der bei den letzten Mixed-Wettbewerben Hörl und Tschofenig den Vortritt lassen musste. Man darf gespannt sein, wie Cheftrainer Andreas Widhölzl dann in Trondheim entscheiden wird.

Junioren-Weltmeisterschaften

Gestern Abend fanden die Einzelwettbewerbe der Skispringerinnen und Skispringer im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaften statt. Nur eine Woche nach dem Weltcup im amerikanischen Lake Placid kämpfen die Junioren nun um die begehrten Medaillen und sichern sich gleichzeitig die zukünftigen Startplätze für den Weltcup.

Der Österreicher Stephan Embacher, der in dieser Saison bereits zahlreiche Weltcup-Einsätze hatte, verteidigte erfolgreich seinen Titel als Junioren-Weltmeister bei den Herren. „Ich habe meinen Titel verteidigen können und bin mega happy. Die Stimmung im Team ist auf jeden Fall sehr gut. Wir haben wieder ein lässiges Team, so wie in den letzten Jahren auch, und den Spirit haben wir jetzt im Wettkampf gut rübergebracht. Jetzt freuen wir uns schon alle auf den Team-Wettkampf und hoffen, dass wir da noch einmal so gut performen können,“ so der 19-Jährige.

Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,4 Punkten setzte sich Embacher gegen den Amerikaner Tate Frantz durch. Frantz, der nach dem Training, in dem er zweimal das Feld anführte, sowie aufgrund seiner starken Platzierungen im Weltcup als Favorit auf die Goldmedaille galt, musste sich knapp geschlagen geben und holte Silber für die Vereinigten Staaten. Die Bronzemedaille ging an den Österreicher Simon Steinberger. Das ÖSV-Team konnte damit einmal mehr seine Stärke und Breite im Nachwuchs unterstreichen. Erfreulich ist auch, dass mit Jason Colby als Neunter ein weiterer Amerikaner in den Top Ten landete und mit Juri Kessli auf Platz fünf ein Schweizer im vorderen Feld zu finden war.

Aus deutscher Sicht verlief der Wettbewerb eher enttäuschend, auch wenn die Voraussetzungen in dieser Saison aufgrund der Vorleistungen ohnehin schon schwieriger waren als im Vorjahr. Von den vier teilnehmenden DSV-Adlern schaffte es keiner unter die besten Zehn oder in Medaillenreichweite. Bester Deutscher war Alex Reiter auf Platz 13, gefolgt von Max Unglaube als 15. und Robin Kloss als 16. Yann Kullmann, der jüngste im Team und einer der jüngsten Starter im Feld, belegte Rang 25.

Weiter geht es bei den Skispringerinnen und Skispringern mit den Teamwettbewerben am Freitag. Für die Damen startet der Wettbewerb um 20 Uhr (14 Uhr LOC) und für die Herren um 00 Uhr (18 Uhr LOC). Beide Wettbewerbe können in einem Livestream bei FIS TV verfolgt werden.

Junioren-Weltmeisterschaften

Ingvild Synnoeve Midtskogen aus Norwegen darf sich über den Sieg bei der Junioren WM in Lake Placid freuen. Die 17-jährige deklassierte das restliche Feld und gewann vor ihrer Landsfrau Ingrid Laate. Dritte wurde die Slowenin Taja Bodlaj.

Ingvild Synnoeve Midtskogen wurde ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht und gewann die Junioren WM der Damen im Einzel. Nach mehreren Top Ten Resultaten im Weltcup stellte die Norwegerin auch auf der Normalschanze von Lake Placid ihr Können unter Beweis. Weiten von 96,0 und 97,0 brachten Midtskogen insgesamt 241,8 Punkte. Damit darf sich die Norwegerin nicht nur über die Goldmedaille freuen, sondern auch über die Tatsache, dass sie in einer eigenen Liga sprang. Denn die Zweitplatzierte Ingrid Laate, ebenfalls aus Norwegen, lag am Ende über 30 Punkte hinter Midtskogen. Laate sprang 90,0 und 94.0 Meter und kam so auf eine Gesamtpunktzahl von 209,8. Vor allem durch ihren zweiten Sprung sicherte sich Laate die Silbermedaille. Nach dem ersten Durchgang rangierte Laate noch auf Platz fünf.
Komplettiert wurde das Podest von der Slowenin Taja Bodlaj, die somit Bronze gewinnt. Bodlaj sprang 91,5 und 89,5 Meter weit und kam so auf 200,2 Punkte.
Knapp verpasst wurden die Medaillen von Tina Erzar aus Slowenien, die im vergangenen Jahr die Junioren-WM gewann. Hinter Erzar rangierte auf Platz fünf die beste Deutsche Kim Amy Duschek. Platz sechs ging an die Japanerin Yuzuki Sato.
Kjersti Graesli aus Norwegen, die Siebte wurde, lag nach dem ersten Durchgang noch auf Rang zwei und somit auf Medaillenkurs, fiel im zweiten Durchgang jedoch zurück.
Platz acht ging in Person von Anezka Indrackova an Tschechien. Auf Platz neun landete mit Julina Kreiblich wiederum eine weitere deutsche Athletin. Vervollständigt wurden die besten Zehn von Tamara Mesikova aus der Slowakei.
Die weiteren deutschen Starterinnen Lia Böhme und Anna-Fay Scharfenberg verpassten die Top Ten und landeten auf den Plätzen 15 und 23.

ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Am Dienstag verkündete der österreichische Skispringer Michael Hayböck bei einer Pressekonferenz in Salzburg, dass die aktuelle Weltcup-Saison seine letzte sein wird.

„Die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen ist natürlich keine, die man von heute auf morgen treffen kann. Über die letzten Monate stellte sich mehr und mehr das Bauchgefühl ein, dass nach dieser Saison der perfekte Moment ist, um frohen Mutes die Karriere zu beenden, Zeit für die Familie zu haben und mich auf Neues zu freuen“, verkündete Hayböck.

Der 33-Jährige hat in seiner Karriere neun Medaillen bei großen Ereignissen gewonnen, darunter Team-Silber bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014. Seine größten Erfolge feierte Hayböck unter anderem mit seinem ersten Weltcup-Sieg 2015 bei der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Insgesamt stand er bei 26 Weltcup-Einzelentscheidungen auf dem Podest, fünf Mal davon als Sieger. In dieser Saison erzielte er bereits drei Podestplätze in Deutschland.

Hayböck plant, die laufende Saison noch vollständig zu Ende zu bringen und sich danach neuen Herausforderungen sowie seiner Familie zu widmen, da er im Oktober erstmals Vater wurde. Hayböck wird von seinen Kollegen als herausragender Sportler und Mensch geschätzt und erhält von seinem Verband die besten Wünsche für seine Zukunft.