Skiflug-Weltmeisterschaften Slowenischer Skiverband

Wie der Slowenische Skiverband (SAS) in einer Pressemitteilung am Montag mitteilte, wird der Verband am morgigen Tag offiziell Einspruch beim Internationalen Ski- und Snowboard-Verband (FIS) einreichen. Anlass ist der Vorfall während des gestrigen Teamwettbewerbs bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf, der nach Ansicht des Verbandes erhebliche Fragen zur Gleichbehandlung der Athleten und zur einheitlichen Anwendung des Regelwerks aufwirft.

Nach Einschätzung des SAS hatten die Entscheidungen der Wettkampfleitung maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf des Wettbewerbs sowie auf die Platzierungen der Teams. Daher sei eine umfassende, fachlich fundierte Aufarbeitung zwingend notwendig. Nachdem Domen Prevc im ersten Durchgang nicht an den Start gehen durfte, fehlten der Mannschaft erheblich Punkte. Am Ende belegte Slowenien nur Rang sechs.

Der Verband unterstreicht, dass ein fairer, sicherer und für alle Athleten gleicher Wettkampf die Grundlage für das Vertrauen in den Skisprungsport und seine internationalen Strukturen bildet. Vor diesem Hintergrund erwartet der SAS, dass die FIS den Einspruch mit der nötigen Sorgfalt, vollständiger Transparenz und gemäß ihren eigenen Bestimmungen prüft. Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass weder Springer noch Trainer oder andere Teammitglieder während des laufenden Verfahrens Stellung beziehen werden. Öffentliche Äußerungen könnten die Bewertung des Vorfalls oder die Entscheidungen der zuständigen Instanzen beeinflussen.

„Die slowenische Mannschaft nähert sich zudem dem Höhepunkt der Saison, der von den wichtigsten Wettkämpfen und den bevorstehenden Olympischen Spielen geprägt ist. In dieser Phase benötigt das Team vor allem ein stabiles, ruhiges und fokussiertes Umfeld, das eine ungestörte Vorbereitung und volle Konzentration auf die sportlichen Ziele ermöglicht“, hieß es weiter von Tomi Trbovc, der PR-Manager im slowenischen Team.

Der Verband stellt zudem klar, dass der Einspruch nicht darauf abzielt, „außergewöhnliche Schritte einzuleiten oder eine öffentliche Auseinandersetzung“ zu führen. Im Mittelpunkt steht vielmehr das Anliegen, die getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar aufzuarbeiten, die Wettbewerbsintegrität zu wahren und ähnliche Situationen künftig auszuschließen. Gleichzeitig betont der SAS, dass er die Interessen seiner Athleten und des gesamten Sports entschlossen vertreten wird, während der Dialog mit der FIS weiterhin sachlich und konstruktiv bleiben soll.

Skiflug-Weltmeisterschaften

Das Teamspringen bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf bot nicht nur hochklassigen Sport, sondern auch schwierige Bedingungen mit anhaltendem Schneefall und einen Zwischenfall, der den Wettkampf nachhaltig prägte. Vor 10.500 Zuschauern sicherte sich Japan souverän den ersten Skiflug-Weltmeistertitel der Geschichte, während die deutsche Mannschaft das Podest verpasste.

Die japanische Auswahl präsentierte sich über beide Durchgänge hinweg extrem stabil und setzte sich verdient an die Spitze. Ryoyu Kobayashi, Tomofumi Naito, Naoki Nakamura und Ren Nikaido lieferten durchweg weite und saubere Sprünge. Besonders Nakamura überzeugte mit Flügen jenseits der 220 Meter und legte damit den Grundstein für den Goldgewinn. Das Quartett lieferte sich bis zum Schluss einen engen Kampf mit dem österreichischen Team.

Angeführt von Stefan Kraft und Stephan Embacher hielt das ÖSV-Team lange Anschluss an Japan, musste sich am Ende jedoch knapp geschlagen geben. Neben Kraft und Embacher hielten sich die ÖSV-Adler mit Fettner und Hörl bis auf 0,4 Punkte Vorsprung zur letzten Gruppe auf Goldkurs, am Ende wurde es Silber. Rang drei und damit Bronze sicherte sich Norwegen. Vor allem Marius Lindvik setzte mit einem Flug auf 230 Meter ein sportliches Ausrufezeichen zum Schluss und sicherte dem Team damit das Podest ab.

Die deutsche Mannschaft zeigte vor heimischem Publikum eine ordentliche, wenn auch nicht fehlerfreie Leistung und belegte am Ende Rang vier. Pius Paschke, Felix Hoffmann, Karl Geiger und Philipp Raimund kamen zumindest teilweise an die Medaillenränge heran. Besonders Karl Geiger überzeugte im ersten Durchgang mit 217,5 Metern, kleinere Unsicherheiten sowie fehlende Meter in der Gesamtleistung verhinderten jedoch den Sprung aufs Podium.

Kuriose Szene: Ski-Chaos um Domen Prevc

Für große Unruhe sorgte ein Zwischenfall rund um Domen Prevc zum Ende des ersten Durchgangs. Marius Lindvik, welcher schon auf dem Balken saß und gerade kurz vor seinem Start war, wurde von hinten von einem Slatnar-Ski erwischt. Anschließend rutschten die Ski unkontrolliert die Schanze hinunter. Ein Ski landete ganz unten im Auslauf, einer blieb in der Bande oberhalb des Juryturms stecken. Grund für die Schreckensszene war das Abstellen der Ski vom frisch gebackenen Skiflug-Weltmeister selbst – ein Fehler, der sich zukünftig nicht wiederholen sollte. Prevc wollte gerade in die Materialkontrolle, als sich die angelehnten Ski am Ablauf lösten. Nach einer Jury-Besprechung wurde Prevc daraufhin nicht mehr zum Start im ersten Durchgang zugelassen. Die vier bzw. drei slowenischen Herren durften zwar erneut antreten, der eine Sprung fehlte damit jedoch für die Wertung. Im Kampf um die Medaillen wäre es für das slowenische Quartett jedoch ohnehin schwierig geworden. Nach einem phänomenalen Sprung von Domen im Finale landete das Team dennoch auf Platz 6.

Nach den intensiven Tagen von Oberstdorf richtet sich der Blick nun bereits nach vorne. Am kommenden Wochenende steht mit dem Heimweltcup in Willingen das nächste Highlight auf dem Programm. Vor der stimmungsvollen Kulisse im Sauerland will die deutsche Mannschaft erneut angreifen, und sich das nötige Selbstvertrauen für die Olympischen Winterspiele in Predazzo holen.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Zum Auftakt der 74. Vierschanzentournee ist Domen Prevc seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat in Oberstdorf einen überlegenen Sieg gefeiert. Hinter dem Dominator der bisherigen Saison reihte sich Vorjahrestourneesieger Daniel Tschofenig aus Österreich auf Rang zwei ein vor Felix Hoffmann, der die 25.500 Zuschauer an der Schattenbergschanze damit in Euphorie versetzte. Der Slowene Timi Zajc, der zunächst noch punktgleich mit Tschofenig Zweiter war, wurde nach der Materialkontrolle disqualifiziert.

„Ich bin glücklich, zufrieden und ein bisschen erleichtert – Oberstdorf als erste Station gut überstanden, und einen guten Wettkampf gezeigt – passt also alles“, freute sich Hoffmann kurz nach dem zweiten Durchgang in seiner gewohnt ruhigen Art am Mikrofon in der Mixed-Zone über den zunächst ersprungenen vierten Platz. Doch das Lächeln in seinem Gesicht sollte kurze Zeit später noch größer werden, als über den Stadionsprecher offiziell verkündet wurde, dass er auf den dritten Platz vorrückt. Der Grund hierfür war die Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc wegen eines Verstoßes von 3 mm bei der Beinlänge seines Anzugs. Zajc verlor damit den zweiten Platz, den er sich zunächst mit Tschofenig geteilt hatte.

„Ich habe dann schnell wieder die Startnummer rausgegraben, drüber gezogen und durfte dann glücklicherweise doch noch zur Siegerehrung mit aufs Podest. Das war nochmal das i-Tüpfelchen für den heutigen Wettkampf. Das Publikum hat mich beflügelt und auch Philipps Sprung vorher hat mich nochmal gepusht“, so Hoffmann weiter.

Gegen Domen Prevc bleibt allerdings auch weiterhin kein Kraut gewachsen. Für Sprünge auf 141,5m und 140m erhielt der Slowene insgesamt 316,7 Punkte und damit 17,5 Zähler mehr als der Zweitplatzierte Tschofenig. „Ich bin total happy, dass mir zwei richtig gute Sprünge gelungen sind. Ich habe mich heute richtig gut gefühlt und konnte dieses gute Gefühl in meine Performance einfließen lassen. Und ja – natürlich ist es jetzt viel einfacher, denn die Vierschanzentournee ist ein langes Turnier, und man muss konzentriert bleiben, durchhalten und dranbleiben. Die 17 Punkte Vorsprung sind natürlich super hilfreich und könnten sich als nützlich erweisen, denn manchmal kann es knifflig werden, vor allem Innsbruck ist dafür berühmt berüchtigt“, freute sich Prevc in der Mixed-Zone.

Bereits nach der ersten Tourneestation stellt sich die Frage, wer den Träger des gelben Trikots überhaupt stoppen soll? Für ARD-Experte Sven Hannawald steht jetzt schon fest, dass Prevc nach ihm, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi durchaus das Zeug dazu hat, der vierte „Grand-Slam-Sieger“ zu werden. (Es ist die Bezeichnung für einen Springer, der es schafft, alle vier Einzelspringen bei der Tournee hintereinander zu gewinnen). Fest steht in jedem Fall schon jetzt, dass Prevc der erste Slowene ist, dem es gelungen ist, das Auftaktspringen bei der Vierschanzentournee zu gewinnen. „Natürlich ist es etwas Besonderes, denn wir haben den Fluch von Oberstdorf gebrochen und endlich einen Sieg hier errungen“, so Prevc weiter.

Die Auferstehung von Daniel Tschofenig und des gesamten ÖSV-Teams

Während der Erfolg von Prevc schon fast erwartungsgemäß war, kam der zweite Rang von Daniel Tschofenig hingegen eher unerwartet. In Engelberg verpasste der Österreicher sogar zuletzt den zweiten Durchgang, präsentierte sich jedoch rechtzeitig zur Tournee wieder deutlich formerstarkt.

„Es war heute richtig, richtig cool. Wir haben viele Dinge richtig gemacht in den letzten Tagen. Es war schon etwas überraschend, dass es jetzt so gut funktioniert, aber es gibt mir viel Zuversicht für Garmisch. Ich bin schon sehr glücklich, habe hart gearbeitet und mir viele Dinge mit dem Trainierteam angeguckt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön ans gesamte Betreuerteam – das hat sich definitiv ausgezahlt“, freute sich Tschofenig nach der erfolgreich eingeleiteten Wende.

Doch nicht nur Tschofenig, sondern auch das gesamte ÖSV-Team machte im Vergleich zu den letzten Wettbewerben einen großen Sprung nach vorne. Mit Jan Hörl (4.), Stephan Embacher (7.), Jonas Schuster (8.), Stefan Kraft (9.), Maximilian Ortner (12.) und Manuel Fettner (16.) liegt die Truppe von Cheftrainer Andi Widhölzl nach der ersten Station in Oberstdorf aussichtsreich positioniert.

Philipp Raimund bleibt ebenfalls im Rennen – restliches DSV-Team in der Formkrise

Neben Felix Hoffmann durfte sich auch Philipp Raimund (136m/133m; 295,6 Punkte) mit Platz fünf über einen starken Tournee-Auftakt freuen. Er toppte damit sein bisher bestes Einzelergebnis bei der Tournee, welches er vor zwei Jahren an gleicher Stelle als Sechster erzielt hatte.

„Insgesamt bin ich positiv gestimmt. Die Sprünge waren zwar noch nicht auf dem allerbesten Level, aber ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden, auch weil ich relativ nah an Platz zwei dran bin“, so Raimund, der zur Frage, ob die Tournee jetzt schon für Domen Prevc in trockenen Tüchern sei, wie folgt antwortet: „Ne, ne. Da kommen noch so ein paar verschiedene Schicksalsberge. Aber insgesamt macht er es ziemlich gut. Man hat es ja schon gesehen, er hat von den letzten sechs Weltcups fünf gewonnen. Jetzt von den letzten sieben sechs. Also bei ihm läuft es aktuell ziemlich gut. Er macht ein Megaflugsystem. Und von ihm kann ich definitiv noch einiges lernen.“

Die übrigen DSV-Adler stürzten hingegen ab. Es scheint so, als ob die teaminterne Lücke zwischen Hoffmann/Raimund und dem Rest immer größer wird. So scheiterte zunächst Pius Paschke (122,5m/32.) in seinem K.O.-Duell am Norweger Robin Pedersen. Anschließend verlor Andi Wellinger (110,5m/48.) chancenlos sein Duell gegen Felix Hoffmann.

„Ja, ich habe mich heute auch wieder brutal schwergetan mit dem Gefühl, dass ich sauber durch den Radius durchfahre. Ich gebe dann zuerst ein bisschen nach in Radiusnähe und dann ist es nur ein Ziehen und Legen, wenn ich zu schnell in den Flug übersetze. Ich bin knapp an der Kante, ohne Energie und Höhengewinn – dadurch funktioniert es dann halt nicht. Aber in Garmisch gehts weiter – neue Schanze, neues Glück“, analysierte Wellinger im Anschluss.

Ebenfalls erwartungsgemäß zogen Luca Roth (114m/44.) gegen Jan Hörl und Constantin Schmid (109m/49.) gegen Ryoyu Kobayashi jeweils den Kürzeren. Keiner der vier genannten deutschen Springer schaffte den Sprung in die „Lucky-Loser“, sodass der Wettbewerb bereits nach dem ersten Durchgang für sie alle beendet war.

Ryoyu Kobayashi kommt nicht über Rang sechs hinaus – Norweger tun sich weiter schwer

Nicht nur durch seinen Tagessieg bei der Generalprobe in Engelberg, sondern auch aufgrund seiner enormen Konstanz fiel bei der Frage nach dem Top-Favoriten für den Tourneesieg neben Domen Prevc häufig auch der Name Ryoyu Kobayashi. In Oberstdorf musste sich der Japaner allerdings mit Rang sechs begnügen. 21,7 Punkte fehlen ihm nach der ersten Station bis nach ganz vorne zu Prevc. Abschreiben sollte man den dreifachen Vierschanzentourneesieger jedoch trotzdem noch nicht. Sein Landsmann Ren Nikaido, der zuletzt mehrfach mit Podiumsplätzen auf sich aufmerksam machen konnte, blieb mit Platz 13 ebenfalls hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Gleiches gilt auch für das norwegische Team, aus dem nur Kristoffer Eriksen Sundal (10.) in die Top-10 springen konnte. Sundal unterlag im ersten Durchgang zwar knapp Ren Nikaido, kam jedoch als „Lucky-Loser“ weiter. Halvor Egner Granerud (20.), Johann Andre Forfang (21.) und Marius Lindvik (23.) müssen ihre Hoffnungen auf eine gute Tourneeplatzierung allerdings wohl bereits jetzt begraben.

>>> Ergebnis Tageswertung

>>> Gesamtwertung Vierschanzentournee

Nächste Station: Garmisch Partenkirchen

Am 31.12.2025 geht es für die Herren mit der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen weiter, ehe am 01.01.2026 auf der Olympiaschanze das traditionelle Neujahrsspringen auf dem Programm steht.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Domen Prevc hat zum Auftakt der 74. Vierschanzentournee eindrucksvoll bestätigt, warum er als Topfavorit gehandelt wird. Der Slowene präsentierte sich erneut in überragender Verfassung und ließ in der Qualifikation mit 10,7 Punkten Vorsprung die gesamte Konkurrenz hinter sich. Bei ihm wirkt derzeit jeder Sprung mühelos – ganz gleich, welche Bedingungen herrschen.

Für das deutsche Team war Philipp Raimund einmal mehr der große Hoffnungsträger. Trotz schwieriger Bedingungen sprang er auf Rang zwei und unterstrich seine derzeitige Topform. Deutlich im Aufwärtstrend zeigten sich heute die beiden Österreicher Daniel Tschofenig und Jan Hörl, pünktlich zum Tourneestart. Nach schwierigen Wochen meldete sich der Tourneesieger des Vorjahres Tschofenig als Dritter der Qualifikation zurück. Teamkollege Jan Hörl wurde Fünfter, nachdem dieser auch im vorherigen Training vorne mitmischen konnte. Timi Zajc aus Slowenien bestätigte ebenfalls seine starken Trainingsleistungen und reihte sich wie erwartet im vorderen Feld (4.) ein.

Neben Raimund überzeugten im deutschen Team wie schon in den Vorwochen Felix Hoffman und Pius Paschke. Letzterer steigerte sich von Sprung zu Sprung und landete am Ende auf Platz 21. Hoffmann hingegen ließ nach seinem Sieg im ersten Trainingsdurchgang noch etwas Luft nach oben – in der Qualifikation reichte es vorerst für Rang zwölf.

Bittere Pille auf der Heimschanze für Karl Geiger

Für Karl Geiger endete der Tag dagegen mit einer herben Enttäuschung. Nach seiner Trainingspause kehrte der Oberstdorfer zwar zurück, verpasste jedoch als 53. die Qualifikation – ausgerechnet auf seiner Heimschanze. Ein besonders bitterer Moment für den Lokalmatador, der morgen nur zuschauen kann. Andreas Wellinger, der wie Geiger die Weltcup-Station in Engelberg ausgelassen hatte, zeigte sich zumindest in sofern stabil, um sich als 40. für den Wettkampf qualifizieren zu können.

Aus der nationalen Gruppe schafften es noch Constantin Schmid und Luca Roth trotz starken Rückenwinds zumindest mit einem soliden Sprung in den Wettkampf. Die Duelle am morgigen Tag dürften für beide jedoch eine echte Herausforderung darstellen.

Ben Bayer musste lange zittern, ob es für die Top 50 reichen würde. Am Ende wurde er jedoch 52. und verpasste damit knapp den Einzug in das Auftaktspringen der diesjährigen Vierschanzentournee. Auch für Max Unglaube war der Wettbewerb früh beendet – für den jungen Brandenburger steht bei seinem ersten Tournee-Einsatz jedoch vor allem das Sammeln wertvoller Erfahrung im Vordergrund.

DSV Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Der Deutsche Skiverband hat am Freitag sein Aufgebot für die 74. Vierschanzentournee bekanntgegeben, die am kommenden Sonntag traditionell in Oberstdorf eröffnet wird.

Für das deutsche Team gehen Karl Geiger (SC Oberstdorf), Felix Hoffmann (SWV Goldlauter Heidersbach), Pius Paschke (WSV Kiefersfelden), Philipp Raimund (SC Oberstdorf) sowie Andreas Wellinger (SC Ruhpolding) an den Start. Ergänzt wird das Aufgebot durch die nationale Gruppe mit Ben Bayer (VfL Pfullingen) und Luca Roth (SV Meßstetten), die zuletzt schon bei den Weltcup-Stationen in Klingenthal und Engelberg für Geiger und Wellinger ins Weltcup-Team gerutscht waren. Hinzu kommen außerdem Constantin Schmid (WSV Oberaudorf) und Max Unglaube (WSV Bad Freienwalde).

„Philipp Raimund, aktuell Vierter der Weltrangliste, und Felix Hoffmann (8.) haben in der bisherigen Saison konstant gute Leistungen gezeigt. Aufgrund ihrer Konstanz firmieren sie aktuell unter den besten Zehn der Weltrangliste und zählen ergo zum großen Kreis der Mitfavoriten. Top-Favoriten sind allerdings andere, wie beispielsweise der Seriensieger Domen Prevc aus Slowenien oder der mehrfache Tourneesieger Ryoyu Kobayashi. Auch die österreichische Mannschaft hat gleich mehrere heiße Eisen im Feuer und ist nach dem Dreifacherfolg im letzten Jahr sicher hochmotiviert, diesen zu wiederholen“, so Horngacher im Vorfeld der Tournee.

Geiger und Wellinger stoßen zurück zur Mannschaft

Besonders im Fokus steht die Rückkehr von Karl Geiger und Andreas Wellinger in die Weltcup-Mannschaft. Beide hatten zuletzt eine kurze Wettkampfpause eingelegt, um sich intensiv dem Training zu widmen. Ihre Rückkehr für die Vierschanzentournee hatte Bundestrainer Stefan Horngacher bereits am vergangenen Wochenende in Engelberg angekündigt. „Karl Geiger und Andreas Wellinger haben den Weltcup in Engelberg ausgelassen und stattdessen mit Max Mechler auf den Schanzen von Oberstdorf, Planica und Predazzo trainiert. Die Tournee mit den kurz aufeinanderfolgenden Wettkämpfen bietet die Chance, den Wettkampfrhythmus schnell wieder aufzunehmen“, erklärt Horngacher weiter.

Zum Wochenbeginn nutzten Geiger und Wellinger zudem die Gelegenheit, bei den italienischen Meisterschaften in Predazzo an den Start zu gehen. Die Wettbewerbe auf den neu gestalteten Olympiaschanzen waren eigens auch für internationale Starter geöffnet. Andreas Wellinger belegte dort Rang zwei hinter dem Österreicher Stefan Rainer. Karl Geiger wurde Vierter hinter dem italienischen Meister Giovanni Bresadola. Für welche Platzierungen diese beiden Ergebnisse im Weltcup reichen werden, wird sich dann wohl in den kommenden Tagen zeigen.

„Das Training war intensiv, und jetzt freue ich mich, bei der Tournee wieder in den Weltcup einzusteigen. Gerade auf meiner Heimschanze und vor heimischem Publikum ist das eine große Motivation für mich. Mein Ziel ist es, über die rasche Abfolge der Tournee-Wettkämpfe den Rhythmus schnell wieder aufnehmen zu können“, so Karl Geiger vor dem Auftaktspringen direkt vor seiner Haustür.

Die 74. Vierschanzentournee startet am Sonntag mit der Qualifikation um 16.30 Uhr in der Orlen Arena in Oberstdorf. Übertragen werden die Wettbewerbe live bei der ARD sowie Eurosport.

Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Das Skifliegen in Oberstdorf hat ein weiteres Mal seine Dramatik unter Beweis gestellt. Der zweite Wettbewerbstag war besonders im ersten Durchgang von wechselnden Winden geprägt, was einigen Springern Glück brachte, während andere weniger davon hatten. Sloweniens Domen Prevc führte bereits nach dem ersten Durchgang das Feld an und konnte im Finale mit einem beeindruckenden Sprung von 231,5 Metern den bis dahin führenden Norweger Johann André Forfang kontern. Damit feierte er, wie sein Landsmann Timi Zajc am Vortag, seinen ersten Saisonsieg auf der legendären Heini-Klopfer-Skiflugschanze.

Der Zweitplatzierte nach dem ersten Durchgang, Michael Hayböck aus Österreich, landete im Finale knapp vor der grünen Linie und konnte sich nicht gegen Forfang behaupten. Hayböck musste sich letztlich mit dem dritten Platz zufriedengeben.

Timi Zajc, der am Vortag seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte, konnte an Tag zwei im ersten Durchgang nicht den erhofften Top-Sprung landen und lag auf Rang 13 zurück. Zwar flog er im zweiten Durchgang weiter, doch der große Angriff nach vorne blieb aus.

Ein wenig Pech im ersten Durchgang hatte Johann André Forfang, der seinen ersten Saisonsieg am Vortag nur wegen der Landung verpasste. Sein Trainer Magnus Brevig verkürzte für ihn am Sonntag gleich zweimal die Anlauflänge. Im ersten Durchgang ging die Rechnung nicht auf, denn der norwegische Flugkünstler verpasste die Punktegutschrift um knappe drei Meter. Doch im Finale, bei dem der Trainer sogar zwei Gates verkürzte, gelang es und Forfang bekam die Punkte gutgeschrieben, was ihm schlussendlich einen weiteren zweiten Platz sicherte. Für den Sieg reichte es damit erneut knapp nicht.

Für eine kleine Überraschung im ersten Durchgang sorgte der Schweizer Gregor Deschwanden, der im ersten Durchgang mit einer Weite von 234,5 Metern die Bestweite erzielte. Im zweiten Durchgang konnte er diesen Erfolg jedoch nicht wiederholen und fiel um ein paar Plätze auf Rang neun zurück.

DSV-Team fliegt weiterhin hinterher

Für die deutschen Adler hieß es auch am Sonntag erneut, das Feld von hinten aufzurollen. Karl Geiger, bestplatzierter Deutscher, flog vor heimischem Publikum auf Platz 11. Mit Sprüngen von 222 und 223 Metern gelangen ihm zwei solide Sprünge. Philipp Raimund landete nach einem versöhnlichen zweiten Sprung auf Rang 27, während sich Pius Paschke auf Platz 21 schieben konnte. Die großen Angriffsflüge nach vorne blieben jedoch bei beiden aus. Andreas Wellinger, der besonders im Finale schwere Bedingungen erwischte, holte mit seinem besten Sprung des Wochenendes, wie er im Anschluss selbst betonte, das Beste heraus und wurde 19.

Erfolgserlebnisse für Polen

Auch das polnische Team konnte am Sonntag kleine Erfolge verbuchen. Pawel Wasek verbesserte sich nach dem zweitweitesten Sprung auf 233 Metern im Finale von Platz acht auf einen starken vierten Platz. Aleksander Zniszczol (15.) und Piotr Żyła (18.) zeigten ebenfalls gute Flüge und sorgten für einen positiven Trend im polnischen Team.

Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Wo wird gesprungen?

Nach dem Weltcup in Polen geht es weiter mit dem ersten Weltcup im Skifliegen der Saison – auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze. Oberstdorf ist ein beliebter Touristenort im Süden Bayerns, der mit dem Nebelhorn und den Allgäuer Alpen zahlreiche Möglichkeiten für Wintersport ebenso wie zum Wandern im Sommer bietet. Die Skiflugschanze in Oberstdorf war zuletzt 2018 Austragungsort der Skiflug-Weltmeisterschaften. Nach dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee ist es der zweite Weltcup der Saison in Oberstdorf.

Die Schanzendetails der Heini-Klopfer-Skiflugschanze im Überblick:

Hillsize:235 m
K-Punkt:200 m
Schanzenrekord:242,5 m (Domen Prevc; 20.03.22)
Baujahr:2017
Zuschauerkapazität:40.000

Programm:

Freitag, 24.01.2025
14:30 – Offizielles Training
17:00 – Qualifikation (Eurosport)

Samstag, 25.01.2025
15:00 – Probedurchgang
16:30 – Einzelwettbewerb (ZDF / Eurosport)

Sonntag, 26.01.2025
14:15 – Qualifikation
16:00 – Einzelwettbewerb (ZDF / Eurosport)

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Mit dem Quali-Sieg in Oberstdorf hat Daniel Tschofenig das erste Ausrufezeichen bei der 73. Vierschanzentournee gesetzt. Ein Sprung auf 141,5 Meter brachte dem 22-jährigen Österreicher insgesamt 167,5 Punkte ein. Hinter ihm reihten sich seine vier Landsmänner Stefan Kraft, Michael Hayböck, Jan Hörl und Maximilian Ortner ein und sorgten damit für ein unglaubliches Mannschaftsergebnis des ÖSV. Hoffnung aus deutscher Sicht macht vor allem Pius Paschke, der sich nach zwei mäßigen Trainingssprüngen in der Qualifikation deutlich steigerte und Rang sechs belegte.

Der erste Tourneetag war eine eindrucksvolle Machtdemonstration der österreichischen Mannschaft. Nachdem Jan Hörl mit einer Weite von 139,5 Metern den ersten Probedurchgang bereits deutlich für sich entschied, hatte Teamkollege Tschofenig im zweiten Probedurchgang die Nase vorne. Damit nicht genug, legte Tschofenig in der abendlichen Qualifikation noch einmal nach. Mit einem Sprung auf 141,5 Meter sicherte er sich die 3.000 Schweizer Franken und viel Selbstvertrauen für das morgige Auftaktspringen der 73. Vierschanzentournee.

„Vollkommen unglaublich! Wir haben in Engelberg schon ein starkes Ergebnis erzielt, aber was heute hier passiert ist, ist fast nicht in Worte zu fassen. Wir haben über den Sommer hinweg gute Arbeit geleistet, die sich jetzt voll auszahlt“, sagte Tschofenig im Anschluss am ZDF-Mikrofon. „Mit diesem Mannschaftsergebnis habe ich selbst nicht gerechnet. Im Training sind sie alle schon sehr gut gesprungen und haben jetzt nochmal bessere Sprünge gezeigt. Das ist schon auf einem sehr hohen Niveau. Also Hut ab vor den Jungs, dass sie trotz der großen Anspannung so cool bleiben. Aber Konzept, Form und Lockerheit stimmen“, freute sich Cheftrainer Andreas Widhölzl.

Bedeutsamer Qualisprung von Pius Paschke

Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen bei der diesjährigen Vierschanzentournee vor allem auf dem Gesamtweltcupführenden Pius Paschke. Im Training tat sich der Routinier aus Kiefersfelden allerdings äußerst schwer und kam in beiden Durchgängen nicht über 122,5 Meter hinaus, was ihn lediglich auf die Plätze 19 und 29 brachte. Doch rechtzeitig zur Qualifikation meldete sich der fünffache Saisonsieger mit 139 Metern und Rang sechs wieder zurück.

„Eigentlich war es ganz entspannt bis zu den ersten beiden Sprüngen, in denen es nicht ganz so gut ging. Dann musste ich mal kurz überlegen und daran arbeiten, den Fokus wieder richtig hinzubekommen, was mir gut gelungen ist. Mit dem Qualisprung bin ich sehr zufrieden, bis auf die Landung, bei der es mich leider ein bisschen hinten reingezogen hat“, schilderte Paschke im Anschluss sichtlich erleichtert. Wie wertvoll dieser Sprung für seine Psyche wirklich ist, werden wir dann morgen im Wettkampf sehen.

Ebenfalls einen guten Eindruck hinterließ Karl Geiger, der sich hinter dem Schweizer Gregor Deschwanden (Platz 7) und dem Norweger Johann Andre Forfang (Platz 8) auf Position neun platzierte. „Jeder Sprung von mir ist ein Stückchen besser geworden. Ich bin im Arbeitsmodus, schaue dass ich immer dran bleibe und jeden Sprung nutze. Top-10 ist immer gut“, so Geiger.

Luft nach oben ließ Andreas Wellinger, der sich auf Rang 13 platzierte. „Es ist noch nicht so die Energie von der Kante drin. Ich bin zwar gut geflogen und von der Stabilität her war es auch in Ordnung, aber so ganz die Leichtigkeit, dass ich von der Kante die Höhe mitnehme und das in den Flug übersetze ist mir noch nicht gelungen. Da fehlt nicht viel, nur Kleinigkeiten – aber ich bin solide reingestartet und morgen geht’s weiter.“

Auch die übrigen deutschen Athleten konnten sich allesamt für den morgigen Wettkampf auf der Schattenbergschanze qualifizieren. Stephan Leyhe platzierte sich auf dem 33. Platz, Philipp Raimund reihte sich auf der 39. Position im Gesamtklassement ein und Adrian Tittel belegte den 45. Rang.

Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi wiedererstarkt

In verbesserter Form präsentierte sich Vierschanzentournee-Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi. Der Japaner segelte bei schlechten Windbedingungen in der Qualifikation auf 125 Meter und platzierte sich auf dem elften Rang. In den beiden Probedurchgängen zuvor klassifizierte er sich mit den Plätzen fünf und sechs in Reichweite der formstarken Österreicher.

Ammann und Kubacki scheiden aus
Zwei prominente Namen vergangener Jahre strandeten bereits in der Qualifikation. So wird der Schweizer Simon Ammann (Platz 51) den morgigen Wettkampf genauso verpassen, wie der Pole Dawid Kubacki (Platz 53).

Spannende K.O. Duelle zum Auftakt

Anders als bei den übrigen Weltcupveranstaltungen findet bei der Vierschanzentournee ein K.O. Modus Anwendung. So wurden anhand der heutigen Qualifikationsergebnisse insgesamt 25 Paarungen ermittelt, die sich im ersten Durchgang um den Einzug in das Finale duellieren werden. Neben den 25 Siegern kommen dabei auch die „fünf besten Verlierer“ (sog. „Lucky Looser“) weiter, sodass wie üblich 30 Athleten im zweiten Durchgang startberechtigt sind.

Qualifikationssieger Tschofenig bekommt es mit dem „nominell einfachsten Gegner“: Casey Larson (USA) zu tun, der sich als 50. und damit Letzter für den Wettkampf qualifizierte. Stefan Kraft trifft in einem rein österreichischen Duell auf den Vorletzten der Qualifikation, Stephan Embacher (49. Platz), und Michael Hayböck auf den Finnen Kasperi Valto (48. Platz).

Spannung versprechen dahinter allerdings die Paarungen, in denen die Schere nicht so weit auseinander klafft. So dürfen sich die Zuschauer u.a. auf Duelle wie Marius Lindvik vs. Markus Müller oder Domen Prevc vs. Anze Lanisek freuen. Mit Adrian Tittel vs. Pius Paschke gibt es auch eine deutsche Paarung, die gegeneinander antreten muss. Stephan Leyhe bekommt es mit dem Norweger Benjamin Oestvold zu tun, Philipp Raimund trifft auf den Bulgaren Vladimir Zografski, Karl Geiger auf den Polen Pawel Wasek und Andreas Wellinger auf Aleksander Zniszczol (ebenfalls Polen).

DSV Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Wo wird gesprungen?

Das traditionelle Auftaktspringen der Vierschanzentournee findet bereits seit 1953 jährlich in der (mittlerweile) Orlen Arena Oberstdorf statt. Diese trug jedoch früher noch den Namen Schattenbergschanze, später den Namen Erdinger bzw. Audi Arena, bevor sie ihren jetzigen Namen erhielt. Oberstdorf ist ein beliebter Touristenort im Süden Bayerns, der mit dem Nebelhorn und den Allgäuer Alpen zahlreiche Möglichkeiten für Wintersport ebenso wie zum Wandern im Sommer bietet. 

Nach einem Tag Pause (30.12.) reist der Skisprungcircus weiter zur „Großen Olympiaschanze“ in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen, der zweiten Tournee-Station. Garmisch-Partenkirchen liegt an der Grenze zu Österreich, am Fuße des höchsten Berges Deutschlands, der Zugspitze. Traditionell findet hier am 31. Dezember der Jahresabschluss mit der Qualifikation und am 1. Januar das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee statt.

Die Schanzendetails im Überblick:

Hillsize:137 m
K-Punkt:120 m
Schanzenrekord:143,5 m (Sigurd Petterson, 29.12.03)
Baujahr:1946 (letzter Umbau: 2003)
Zuschauerkapazität:27.000
Hillsize:142 m
K-Punkt:125 m
Schanzenrekord:144,0 m (Dawid Kubacki; 01.01.21)
Baujahr:1921 (letzter Umbau: 2007)
Zuschauerkapazität:35.000

Programm:

Samstag, 28.12.24
14:00 Uhr – Offizielles Training
16:30 Uhr – Qualifikation (ZDF, Eurosport)

Sonntag, 29.12.24
15:00 Uhr – Probedurchgang
16:30 Uhr – Einzelwettbewerb (ZDF, Eurosport)

Dienstag, 31.12.24
11:30 Uhr – Offizielles Training
13:30 Uhr – Qualifikation (ARD, Eurosport)

Mittwoch, 01.01.25
12:30 Uhr – Probedurchgang
14:00 Uhr – Einzelwettbewerb (ARD, Eurosport)

DSV Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Nach dem Wochenende in Engelberg musste sich der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher von einem seiner sieben Schützlinge im Weltcup-Team verabschieden. Da kein deutscher Skispringer im FIS Continental Cup einen Quotenplatz sichern konnte, fährt das deutsche Team mit sechs Athleten weiter zum Auftakt der 73. Vierschanzentournee nach Oberstdorf.

Nach einem Dreikampf zwischen Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Philipp Raimund fiel nun die Entscheidung: Das deutsche Team wird ohne Markus Eisenbichler den Tournee-Auftakt am 28. und 29. Dezember in Oberstdorf bestreiten. Nach den vergangenen Wochen, in denen vor allem Philipp Raimund zu kämpfen hatte, wurde zunächst vermutet, dass er ausscheiden könnte. Doch Bundestrainer Horngacher erklärt: „Philipp Raimund, dessen Leistungen im bisherigen Saisonverlauf schwankend waren, hat in Neustadt nach dem Weltcup eine sehr wertvolle Trainingseinheit absolviert. Wir sind zuversichtlich, dass Philipp zur Tournee wieder richtig in Schwung kommt.“

Zum weiteren Verlauf von Markus Eisenbichler erläutert Horngacher: „Leider mussten wir unser Starterfeld im Weltcup von sieben auf sechs Springer reduzieren. Markus Eisenbichler, der im Rahmen der internen Ausscheidung beim Weltcup in Engelberg Philipp Raimund unterlag, greift in Garmisch-Partenkirchen wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Markus startet dort in der Nationalen Gruppe.“

Der Mann im gelben Trikot, Pius Paschke, zeigte bei seiner Tournee-Generalprobe im schweizerischen Engelberg am vergangenen Wochenende erstmals Schwäche und erreichte „nur“ die Plätze 10 und 18. Dennoch blickt er mit Zuversicht auf die Tournee: „Ich möchte den guten Drive der letzten Wochen mit in die Tournee nehmen. Das Selbstvertrauen stimmt, und ich weiß, an welchen technischen Details ich arbeiten muss. Bei der letztjährigen Tournee habe ich nicht nur die besten Einzelergebnisse erzielt, sondern auch sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt. Diese möchte ich nun erneut anwenden und bin zuversichtlich, dass mir das gelingen wird.“