Weltcup Weltcup Damen

Nika Prevc hat beim Heimweltcup in Ljubno einmal mehr ihre Ausnahmestellung im Damen-Skispringen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auf der Normalschanze ließ die Slowenin der Konkurrenz keine Chance und feierte vor heimischem Publikum einen souveränen und ungefährdeten Sieg. Mit zwei starken Sprüngen deklassierte Prevc das Feld und bestätigte ihre aktuell überragende Form. Hinter der dominanten Siegerin komplettierten Lisa Eder aus Österreich und Selina Freitag aus Deutschland das Podest. 

Nika Prevc deklassiert das Feld 

Mit zwei herausragenden Sprüngen stellte Nika Prevc ihre Überlegenheit eindrucksvoll unter Beweis. Mit 96,0 Metern, der Tagesbestweite, sowie 89,5 Metern sammelte die Slowenin insgesamt 278,3 Punkte und gewann den Wettbewerb mit einem Vorsprung von 24,2 Punkten. Damit fiel ihr Abstand zur Konkurrenz fast genauso deutlich aus wie jener ihres Bruders Domen Prevc, der zuletzt in Klingenthal mit knapp 25 Punkten Vorsprung triumphiert hatte.

Auf Platz zwei landete Lisa Eder, die mit Sprüngen auf 91,5 und 88,5 Meter insgesamt 254,1 Punkte erreichte. Selina Freitag komplettierte das Podest für Deutschland. Mit Weiten von 88,5 und 92,0 Metern kam sie auf 244,7 Punkte und sicherte sich den dritten Rang. Nur knapp am Podest vorbei sprang die Österreicherin Julia Mühlbacher, die als Vierte lediglich 2,8 Punkte hinter Freitag lag. Platz fünf ging mit Katharina Schmid an eine weitere Deutsche.

Die zweitbeste Slowenin beim Heimweltcup in Ljubno war Nika Vodan, die mit Platz sechs ein starkes Ergebnis erzielte. Weiterhin in guter Form präsentierte sich auch die Chinesin Ping Zeng, die mit Rang sieben erneut den Sprung in die Top Ten schaffte. Das geschlossene Mannschaftsergebnis des deutschen Teams rundete Juliane Seyfarth ab, die als Achte ebenfalls unter den besten Zehn landete. Auch das finnische Team durfte sich freuen. Jenny Rautionahobelegte Platz neun und sorgte damit für ein weiteres Erfolgserlebnis. Qi Liu aus China komplettierte die Top Ten und unterstrich damit, dass das chinesische Team neben Zeng über weitere leistungsstarke Springerinnen verfügt.

Knapp an den Top Ten vorbei sprang Anna Hollandt, die als Zwölfte das insgesamt starke Abschneiden der deutschen Mannschaft abrundete.

Prevc baut Vorsprung aus, Japan und Norwegen abstinent 

Mit ihrem souveränen Erfolg in Ljubno konnte Nika Prevc ihre Führung im Gesamtweltcup weiter ausbauen. Begünstigt wurde dies auch dadurch, dass ihre erste Verfolgerin Nozomi Maruyama aus Japan in Slowenien nicht am Start war. Da das komplette japanische Team die Station in Ljubno ausließ, vergrößerte sich der Vorsprung von Prevc in der Gesamtwertung auf nunmehr rund 200 Punkte. Aktuell deutet damit vieles darauf hin, dass die große Kristallkugel in dieser Saison sowohl bei den Damen als auch bei den Herren an die Familie Prevc gehen könnte – ein bemerkenswertes sportliches Ausrufezeichen.

Neben den Japanerinnen verzichtete auch das norwegische Team auf einen Start beim Weltcupwochenende in Ljubno. Damit fehlten gleich zwei Nationen, die im bisherigen Saisonverlauf regelmäßig in den vorderen Rängen vertreten waren.

Weltcup Weltcup Damen

Mit einem Sprung auf 85,5m hat sich Nika Prevc (117,5 Punkte) vor heimischem Publikum den Sieg in der Qualifikation gesichert. Die Trägerin des gelben Trikots verwies die Österreicherin Lisa Eder (82m/106,6 Punkte) sowie Selina Freitag (82,5m/106,1 Punkte) auf die Plätze zwei und drei. Katharina Schmid, Anna Hollandt und Juliane Seyfarth sorgten zudem für ein starkes Mannschaftsergebnis der DSV-Damen.

Das Weltcupwochenende in Ljubno hat für die deutsche Mannschaft äußerst vielversprechend begonnen. Selina Freitag bestätigte ein weiteres Mal ihre gute Form und musste sich in der Qualifikation nur Dominatorin Nika Prevc sowie der zuletzt äußerst starken Lisa Eder geschlagen geben. Der dritte Rang dürfte ihr mit Blick auf die beiden Einzelwettbewerbe am Samstag und Sonntag zusätzliches Selbstvertrauen geben. Dieses tankte auch Katharina Schmid, die sich hinter der Chinesin Ping Zeng (4.) und Lokalmatadorin Nika Vodan (5.) auf einem guten sechsten Rang einreihte. Erfreulich auch der siebte Platz von Anna Hollandt, die während des letzten Weltcups in Villach pausierte. Nach einem eher schwierigen Weltcupstart scheint ihr diese Pause gut getan zu haben. Auch Juliane Seyfarth meldete sich zurück in den Top-10 und belegte punktgleich mit der Österreicherin Julia Mühlbacher den achten Rang. Die US-Amerikanerin Paige Jones rundete die Top-10 ab.

Quali-Aus für Kreuzer, Torazza und Kreibich

Für die Österreicherin Chiara Kreuzer geht hingegen die Suche nach ihrer Form weiter. Sie kam in der Qualifikation nicht über eine Weite von 75m und Platz 42 hinaus. Damit bleibt ihr für den ersten Einzelwettbewerb am morgigen Samstag nur die Zuschauerrolle. Das gleiche Schicksal ereilte auch die beiden jungen DSV-Damen Emely Torazza (47.) und Julina Kreibich (53.).

Einige Top-Athletinnen fehlen in Ljubno

Nicht alle Top-Athletinnen sind zum Weltcupwochenende nach Ljubno gereist. So fehlt beispielsweise das komplette japanische Team, darunter also auch die Zweitplatzierte des Gesamtweltcups, Nozomi Maruyama. Aus der norwegischen Mannschaft ist lediglich Ingvild Synnoeve Midtskogen am Start. Das restliche Team, u.a. Anna Odine Ström, Heidi Dyhre Traaserud und Eirin Maria Kvandal legt eine Pause ein. Auch die Kanadierin Abigail Strate verzichtet auf die Wettbewerbe in Slowenien, gleiches gilt für die Deutsche Agnes Reisch, die zuletzt in Villach ihr erstes Podium in dieser Saison feiern durfte.

>>> Ergebnis Qualifikation

Weltcup Weltcup Damen

Nika Prevc hat sich vor einer großen Zuschauerkulisse im slowenischen Ljubno ihren nächsten Weltcuperfolg gesichert. Mit Sprüngen auf 90,5m/95m sammelte die Weltcupführende insgesamt 258,0 Punkte und gewann vor Selina Freitag (240,6 Punkte), die sich über ihr nächstes Podiumsergebnis freuen durfte. Überschattet wurde der Wettkampf von einem Sturz der Norwegerin Thea Minyan Bjoerseth, die nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte.

„So etwas sieht man natürlich nie gerne. Es sah nicht gut aus und ich hoffe, dass sich Thea Minyan nicht allzu sehr weh getan hat. Man fühlt bei sowas immer mit“, sagte Katharina Schmid nach dem Wettbewerb gegenüber dem ZDF sichtlich betroffen. Bjoerseth lag nach einem phänomenalen ersten Durchgang, indem sie mit 97 Metern einen neuen Schanzenrekord aufstellte, in Führung. Beim Versuch ihren ersten Weltcupsieg überhaupt einzufahren und die Attacke der Slowenin Nika Prevc zu parieren, stürzte sie bei der Landung auf 94,5m. Die Hilfskräfte waren direkt zur Stelle und transportierten sie nach einiger Zeit auf einer Trage aus dem Auslaufbereich. Genauere Informationen liegen derzeit noch nicht vor.

Auch wenn das sportliche Ergebnis in den Hintergrund rückte, baute Nika Prevc mit dem Tagessieg ihre Weltcupführung weiter aus. Selina Freitag, die nach dem ersten Durchgang noch punktgleich mit Sara Takanashi auf dem dritten Rang gelegen hatte, verbesserte sich dank eines starken Sprungs auf 94,5 Metern im zweiten Durchgang noch auf den zweiten Platz und konnte die Japanerin erfolgreich auf Distanz halten. Hinter Freitag belegte Thea Minyan Bjoerseth trotz ihres Sturzes den dritten Platz. Die beiden Österreicherinnen Lisa Eder (4.) und Jaqueline Seifriedsberger (5.) zogen im Finaldurchgang noch an Sara Takanashi (6.) vorbei.

Als zweitbeste Deutsche wurde Katharina Schmid Siebte. 81,5 Meter im ersten Durchgang verhinderten am heutigen Tage ein besseres Ergebnis der Oberstdorferin. „Ich freue mich erstmal für Selina, dass sie heute wieder auf das Podium gesprungen ist. Mein zweiter Sprung war deutlich besser, der Erste war leider nichts und dann verliert man gerade auf einer kleinen Schanze natürlich schnell sehr viele Punkte. Aber der zweite Versuch gibt dann doch Hoffnung für morgen.“

Die Österreicherin Eva Pinkelnig (8.) sowie die beiden Japanerinnen Yuki Ito (9.) und Kurumi Ichinohe (10.) rundeten dahinter die Top-10 ab.

Starkes Weltcupcomeback von Luisa Görlich nach ihrem Kreuzbandriss

Bei ihrem ersten Weltcupeinsatz seit ihrem Sturz in Planica am Ende der letzten Saison lieferte Luisa Görlich gleich eine überzeugende Vorstellung ab. Mit 85 Metern reihte sie sich nach dem ersten Durchgang zunächst als Zwölfte ein und bot auch im zweiten Durchgang mit 88,5 Metern eine starke Leistung. Im Endklassement belegte sie schließlich einen mehr als achtbaren 13. Platz.

„Ich bin so stolz auf das Knie. Es hält, tut nicht weh und es macht einfach wieder viel Spaß dabei zu sein. Ich bin mehr als zufrieden und es macht mich glücklich, dass es jetzt gleich wieder so gut geht“, strahlte Görlich am ZDF-Mikrofon.

Juliane Seyfarth arbeitete sich nach einem schwächeren ersten Sprung (79,5m), mit dem sie zur Halbzeit auf dem 25. Rang lag, noch bis auf die 21. Position im Ergebnis nach vorne. Schlüssel hierfür war eine Weite von 81 Metern sowie eine bessere Telemarklandung im zweiten Versuch. „Auf der Schanze ist es nicht so einfach den Tisch zu erwischen. Im ersten Sprung war ich leider wieder ein bisschen spät dran, der Zweite war dann ganz ok. Darauf baue ich morgen auf“, so Seyfarth.

Ebenfalls in die Weltcuppunkte schaffte es Emely Torazza, die zuletzt sechsmal in Folge im ICOC siegreich war. Mit Sprüngen auf 74m/77m reihte sie sich am Ende auf Position 26 ein. Einzig Alvine Holz (32./76,5m) verpasste aus dem DSV-Team ganz knapp den Finaldurchgang.

Zwei Disqualifikationen im norwegischen Team

Neben dem Sturz von Thea Minyan Bjoerseth mussten die Norweger auch noch die Disqualifikationen von Heidi Dyhre Traaserud (nach dem ersten Durchgang) sowie Anna Odine Ström (nach dem zweiten Durchgang) hinnehmen. Ein gebrauchter Tag für eine der führenden Skisprungnationen.

Alexandria Loutitt, Eirin Maria Kvandal und Agnes Reisch nicht am Start

Drei der stärksten Springerinnen aus den letzten Wochen, die Kanadierin Alexandria Loutitt, die Norwegerin Eirin Maria Kvandal und die Deutsche Agnes Reisch sind im Ljubno nicht am Start. Während Loutitt aus gesundheitlichen Gründen (Erkältung) nicht dabei ist, bereitet sich Kvandal abseits des Weltcupzirkus zu Hause auf die Heim-WM vor. Bei Agnes Reisch, die in Lake Placid noch ihr erstes Podiumsergebnis erzielte, ist es eine bewusste Belastungssteuerung.