Deutschland holt Gold im Mixed-Wettkampf

Das deutsche Team konnte zum Abschluss der WM im Mixed-Wettkampf noch einmal zuschlagen und sicherte sich vor Österreich und Norwegen die Goldmedaille.

Deutscher Kader nennt Ziele für die Saison 2011/2012

 Dienstag, 22. November 2011 15:32      Mattias Olafsen

Werner Schuster
Werner Schuster Foto: DSV/Deutscher Skiverband
Auch die deutschen Skispringer haben sich nach einem durchaus positiven Sommer für die Saison 2011/2012 einiges vorgenommen. So will sich das Team unter anderem als großer Herausforderer der Österreicher im Kampf um die Nationenwertung positionieren.

Das vordringlichste Ziel soll es jedoch sein, nach dem Karriereende von Michael Uhrmann den Generationenwechsel im deutschen Skisprung weiter zu bewältigen. „Hierfür ist es wichtig, dass sich Severin Freund im elitären Kreis der weltbesten Skispringer etabliert, und wir es darüber hinaus schaffen, einen zweiten Springer zu entwickeln, der in naher Zukunft ebenfalls diesen Sprung vollziehen kann. In der Nationenwertung wollen wir uns als erste Herausforderer der derzeit noch übermächtigen Österreicher positionieren“, erklärte Werner Schuster in der offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Neben Freund sieht Schuster dabei vor allem Richard Freitag, der im Sommer sehr gute Leistungen abliefern konnte, auf dem richtigen Weg. Aber auch die anderen von ihm nominieren Athleten (neben Severin Freund und Richard Freitag noch Maximilian Mechler, Michael Neumayer, Felix Schoft und Andreas Wank) hätten in den letzten Wochen eine aufsteigende Leistungskurve vorzuweisen: „Michael Neumayer, der sich im Sommer aufgrund seines Studiums am Stützpunkt in Oberstdorf vorbereitet hat, konnte wie auch Maximilian Mechler, seine Form in den letzten Lehrgängen verbessern. Andreas Wank, der sich wieder in die Weltcup-Mannschaft zurückgekämpft hat und Felix Schoft vervollständigen das Team für Kuusamo“.  

Martin Schmitt steigt in Lillehammer ein
Erst ab Lillehammer/NOR dabei sein wird Martin Schmitt. Der Älteste im Team hatte in den vergangenen Monaten häufig mit Kniebeschwerden zu kämpfen und musste daher häufig Trainingspausen einlegen. „Im letzten Lehrgang von Klingenthal zeigte Martin zwar eine ansteigende Formkurve, ein Start in Kuusamo käme für ihn allerdings zu früh. Martin trainiert stattdessen mit Stefan Horngacher in Mitteleuropa. Wenn es Martin gelingt, seine Sprünge weiter zu stabilisieren, sollte er Lillehammer in den Weltcup einsteigen können“, erklärte Werner Schuster die Entscheidung.

Schmitt springt nun seit Anfang November nach langen Monaten bestehend Trainings- und Wettkampfpausen wieder schmerzfrei und zeigte sich froh, dass das Knie den letzten Belastungen Stand gehalten hatte. „In der vergangenen Woche konnte ich in Hinzenbach und Klingenthal ohne Einschränkungen trainieren. Ich bin sehr froh, dass mein Knie diesen ersten Härtetest bestanden hat und wieder belastbar ist. Ich konnte sehr gut an meinem Sprung arbeiten“, hieß es von Schmitt. Einen Start in Kuusamo hält der 33–Jährige aber dennoch für verfrüht. „Obwohl auch Klingenthal eine Großschanze ist, weiß ich aus Erfahrung, dass die sehr speziellen Anforderungen in Kuusamo für mich derzeit noch zu früh kämen. Ich werde deshalb nach Rücksprache mit dem Bundestrainer auf einen Start verzichten und mir in einer weiteren Trainingswoche die letzte Sicherheit erarbeiten. Mein Ziel ist es, in Lillehammer in den Weltcup-Winter 2011/12 zu starten."

Abwechslungsreiche Vorbereitung
Wie viele Mannschaften gingen auch die deutschen Adler im Sommer wieder neue Wege. Neben einem Ausflug in die Area47 im Ötztal/AUT, bei dem es darum ging neue Reize zu setzen und Herausforderungen zu meistern, stand auch ein Sprungkurs in Kuusamo auf dem Programm. „Diese Großschanze ist einer Skiflugschanze wohl am ähnlichsten und ideal, um einerseits junge Athleten an die Herausforderung des Skifliegens heranzuführen, andererseits etablierte Athleten im Trainingsprozess herauszufordern, sich an ihrem persönlichen Limit zu bewegen“, so Schuster über die Ursachen für das Training auf einer der größten Schanzen im Weltcup.

Wie die Polen und Österreicher, die während der Vorbereitung Trainingskurse auf Zypern und in Ägypten absolvieren, zog es auch die Deutschen in warme Gefilde. Unter Spaniens Sonne absolvierte man einen Athletikkurs, ehe man in den letzten Wochen auf der Eisspur in Klingenthal/GER trainierte.

Freund möchte sich in der Weltelite behaupten
Als neuer deutscher Hoffnungsträger gilt nach einer guten Wintersaison im vergangenen Jahr sowie einem guten Sommer Severin Freund. Im Winter 2011/12 möchte Freund gleich zu Beginn wieder alles geben. „Mein Ziel für den Winter ist es, mich unter den weltbesten Skispringern zu behaupten. Ideal wäre ein guter Start, sprich in Kuusamo oder Lillehammer, die Grundlage dafür legen zu können. Insgesamt möchte ich Schritt für Schritt weiter nach ganz oben kommen“, so Freund, der sich sicher ist, dass er mit seinem Leistungsstand im vergangenen Jahr in dieser Saison nicht an der Weltspitze mithalten könne. „Leicht wird das definitiv nicht, auch die Konkurrenz hat sich über den Sommer verbessert. Mit meinen Leistungen des vergangenen Winters würde ich in dieser Saison wahrscheinlich schlechtere Platzierungen einfahren. Ich weiß, dass ich mir alles hart erarbeiten muss. Erfolge sind eben keine Selbstläufer."


Weltcup Gesamtstände

Herren
Damen
1STOCH Kamil POL1443
2FREITAG Richard AUT1070
3TANDE Daniel Andre no985
4KRAFT Stefan AUT881
5JOHANSSON Robert no840
» Gesamter Stand

Continentalcup-Gesamtstände

Herren
Damen
1AIGNER Clemens AUT1191
2ZUPANCIC Miran slo938
3DEZMAN Nejc slo862
4HUBER Daniel AUT827
5HUBER Stefan AUT702
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